Donnerstag, 14. April 2016

Satire, Hanf und Demokratie

 

Auf Listenplatz 420 zum Bürgermeister

 

pillardy

 

Ein 21-jähriger Philosophiestudent aus dem hessischen Städtchen Volkmarsen hat den Entschluss gefasst, aktiv an der Demokratie Teil zu nehmen und kandidiert für das Amt des Bürgermeisters. Bei der Kommunalwahl am 6. März tritt Henricus Pillardy damit gegen den amtierenden Bürgermeister Hartmut Linnekugel an.

 

Auch wenn Pillardy wohl keine ernstzunehmenden Chancen auf das Amt hat, schaffte er es in den Lokalmedien für jede Menge Aufsehen zu sorgen. Das ist ihm nur recht, denn wirklich Bürgermeister werden, wolle er eigentlich nicht. „Ich will für Aufruhr sogen und ein paar Diskussionen anstoßen“, so Pillardy. „Wenn wir schon in einer Demokratie leben, kann ich ja gucken, was man daraus so machen kann“.

 

Auch in der laufenden Debatte um die Entkriminalisierung bzw. Legalisierung von Cannabis will Pillardy Stellung beziehen und für eine Freigabe eintreten. Gerade auf dem Dorf könne man sich völlig mit Alkohol zu dröhnen und werde immer noch freundlich empfangen. Doch wenn man einen Joint geraucht hat, wird im schlimmsten Fall die Polizei gerufen, wie Pillardy aus persönlicher Erfahrung weiß. „Da stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht.“ Dass der Querdenker auf dem Wahlzettel ausgerechnet auf Listenplatz 420 gelandet ist, mutet daher wie blanke Ironie an.

 

Der Philosophiestudent will durch satirische Äußerungen und Aktionen zum Nachdenken anregen. Seine Taktik sei es veraltete Ansichten, wie zum Beispiel die Verteufelung von Cannabis, durch Überspitzung ins Lächerliche zu ziehen. Das Problem mit Satire ist jedoch, dass sie nur wirkt, wenn sie auch als solche verstanden wird. Und damit haperte es in der Vergangenheit etwas. Seine satirisch gemeinten Äußerungen wurden in der Lokalpresse entsetzt diskutiert und haben ihm den Vorwurf der Volksverhetzung sowie eine Anzeige wegen Beleidigung seitens des ehemaligen Wahlleiters Jürgen Salokat eingebracht.

 

Pillardy will jedoch weitermachen und auch in puncto Cannabis nicht locker lassen. Für den Fall, dass er wider Erwarten Bürgermeister werden sollte, würde Pillardy alles in seiner Macht stehende tun, um Cannabis in die Legalisierung zu führen. „Es ist einfach absurd, dass es im Jahr 2016 immer noch Strafen für’s Kiffen gibt. Das ist nicht mehr zeitgemäß.“ So soll am Tag vor der Wahl ein Fackelmarsch stattfinden während dessen vor dem Rathaus gekifft werden soll. Ob diese Aktion von der Polizei geduldet werden wird, bleibt jedoch fraglich.

 

7 Antworten auf „Satire, Hanf und Demokratie

  1. HM420

    Schöne Sache !
    Jedoch bin ich mir sicher, das auch dieser junge Mann wohl bald den Glauben verlieren könnte, wenn er erkennt das es so etwas wie wahre Demokratie, nicht mehr zu erwarten sind in unserem politischem System.
    Dennoch wünsche ich ihm für seine Bemühungen natürlich viel Glück und Erfolg !
    MfG….

  2. Harry86

    Super Aktion!
    Ich wohne selbst auf dem Dorf und weiß wie die Menschen dort ticken da hat man es als Freidenker nicht unbedingt leicht. Dem jungen Herrn noch viel Glück!

  3. Dalai Galama

    Toller Artikel, etwa 5 Wochen zu spät – die Kommunalwahlen fanden ja, wie wir alle wissen, tatsächlich statt. An dem Datum, das selbst im Artikel angegeben ist. Wenn ihr schon kalten Kaffee serviert, dann erzählt uns wenigstens, wie die Geschichte ausgeht. Wurde er gewählt? Was wurde aus dem Protestkiffen am Vorabend der Wahl? Fragen über Fragen.

  4. KoppfUffHalsZu33er

    als hesse weiß ich das die meisten hessischen dörfer voll mit rechten sind wie auch in rheinland-pflaz (sehr stark rechts). ich lebe selbst in so nem rechten kaff und kann behaupten das es die hölle für normal gebliebene menschen ist. diese menschen leben in ihrer eigenen welt und glauben nur an das was rechte vorsetzt.

    „Doch wenn man einen Joint geraucht hat, wird im schlimmsten Fall die Polizei gerufen, wie Pillardy aus persönlicher Erfahrung weiß“

    das kommt daher das der braune die bestie nich damit klar kommt wenn sich menschen auf gesunde weise entspannen, dem krebs vorbeugen oder ihn heilen, etliche andere krankeiten heilen bei denen die herkömmlichen medikamente versagen. der rechte ist ein ja-sagender lemming der in jeden abgrund springt, falls der rest vom trupp mitspringt. man läßt sogar die eigenen leute krepieren weil es andere vorschreiben.

    was ich am geilsten finde sind die begrüßungstrupps für rufmordkampagnen-opfer von den bescheuerten rechten müttern samt assimilierten ausländerinnen. zur sicherheit kommt man zu dutzenden in den supermarkt um nen furz abzudrücken der dann vom rest der anwesenden zombies erschnüffelt und witergetragen wird.

    solche menschen wie pillardy sind die zukunft und ich finde es gut was er macht. was muss das für ein beschissenes gefühl sein vollkommen im unrecht und verpeilt zu sein wie bei den rechten und dennoch für die falsche sache kämpfen zu müssen, wobei die eigenen verwandten und angehörigen einem weg sterben weil man zu doof im kopp is?

    das rechte pack aus den dörfern könnt ihr knicken, das dauert noch mindesten 50 jahre bis die etwas begreifen. die rechten aus den dörfern träumen eher von der braune-revolution als ans cannabis zu denken, noch nie war das rechte gedankentum und die ausländerfeindlichkeit so gesellschaftsfähig wie heuer. es läuft was in deutscheland, schaun wir wie es kimmt.

    lasss uns weiter so tun als wär alles okay 🙂

  5. Ralf

    @Gasterl
    Meinen Respekt! Diesen A**** hätte ich ehrlich gesagt nicht in der Hose!
    Das habe ich tatsächlich vorher noch garnicht gemerkt !

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