Montag, 28. Dezember 2015

Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers

 

Gespenster Geschichten

 

Autor: mze

 

Foto: NIntendo
Foto: NIntendo

 

Koei Tecmo Games Project-Zero-Reihe – auch als Fatal Fatal bekannt – stellt geschätzten Survial Horror der etwas anderen Gangart dar. Anstatt mit martialischer Gewalt gegen schreckliche Monstrositäten vorzugehen, setzt das japanische Stück Software eher auf düstere Gespenstergeschichten mit einem schleichenden Grusel-Faktor. So nun auch in Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers, das kürzlich exklusiv auf Nintendos WiiU veröffentlicht wurde.

 

Die schrecklichen Ereignisse um den mysteriösen Berg Hikami bieten die Hintergrundgeschichten des fünften Fatal-Frame-Titels. Hier stürzten sich bereits hunderte Menschen freiwillig in den Tod, da sie von dunklen Mächten und der dort herrschenden Stimmung mystisch angezogen wurden. Auch ranken sich Gerüchte über einen brutalen Massenmord an geistlichen Schülerinnen am Fuße des Berges Hikami, der bereits vor über einhundert Jahren stattgefunden haben soll. Der Spieler übernimmt die Rolle verschiedener Protagonisten, die allesamt näheres über die genauen Begebenheiten herausfinden wollen. Ein Sammler postmortaler Fotografien beauftragt eine spirituell befähigte Mystikerin, die mithilfe einer Kamera Obscura verborgene Geheimnisse aufzudecken in der Lage ist. Hisoku Korusawa soll näheres über den Berg und dessen verlorenen Seelen herausfinden. Jene bildet jedoch zeitgleich ein mögliches Medium in der Kunst des Schattenlesens aus, als sich die Geschehnisse zu überschlagen beginnen. Als die genannte Lehrerin eines Nachts vermisst wird, macht sich deren Schülerin Yuri Kozukata selbst auf die Suche nach Antworten auf und besteigt zu später Stunde die gefährlichen Pfade des Berges Hikami.

 

Foto: Nintendo
Foto: Nintendo

 

Die Grundausstattung in Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers ist die erwähnte Kamera Obscura, mit der Dinge sichtbar gemacht werden können, die dem eigenen Auge eigentlich verborgenen bleiben. Das Gamepad der WiiU-Konsole dient praktischer Weise als tatsächlich schwenkbare Linse des Apparates, die das Umfeld aus der Perspektive der gesteuerten Fotografen anzeigen kann. Per Knopfdruck wird die Kamera aktiviert und stellt alle Objekte, die sich im Sucher befinden auf dem separaten Touchscreen dar. Jedoch werden neben unsichtbaren Gegenständen auch Tote von dem Medium wahrgenommen, die sich in unfreundlicher Geistergestalt auf anwesende Lebende stürzen. Mittels verschiedener Objektive und Kamerafilme können sich die Protagonisten jedoch glücklicherweise zu Wehr setzten und den verlorenen Seelen im besten Fall sogar die verdiente Ruhe schenken. Hat man eine Spukgestalt erblickt, sollte man mit hellem Blitzlichtgewitter gegen diese vorgehen und dabei versuchen gewisse Merkmale des Geistes auf Film zu bannen. Im richtigen Moment geknipst, schadet man den verbitterten Leichen stärker und kann mehrere Aufnahmen hintereinander schießen. Hat man die dunklen Energien durch passgenaue Fotografien gebannt, bietet sich öfters die Möglichkeit durch Berührung der verschwindenden Seelen deren unglücklichen Tode als einen verstörenden VHS-Mitschnitt mitzuerleben.

 

Neben einer besonders gelungenen Gestaltung der reizvollen Protagonistinnen und des hübschen Interieurs, weiß die Grafik von Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers durch schöne Lichteffekte und Stimmungen zu überzeugen. Auch das titelspendende Nass, das natürlich ins Gameplay integriert wurde, macht einen recht schönen Eindruck.

Da die Steuerung jedoch dem Genre typisch schwerfällig und das Bedienen der Kamera Obscura gelernt sein möchte, könnte es ein Weilchen dauern, bis man diese Qualitäten zu schätzen lernt. Dafür überzeugen verlorene Stimmung und dunkle Atmosphäre Geisterjäger von Beginn an.

 

Auch bringt ein Nutzen des Gamepads – ohne zusätzlichen TV, im Bett und zu später Stunde – einen ordentlichen Bonus, will man sich vor dem Schlafengehen noch einmal richtig Angst machen lassen. Nur die Beschaffung des Spiels – über lahme Internetleitungen und ein nachträgliches Update der kostenlosen Demo-Fassung – stellte sich als ein größeres Übel heraus. Griff zur limitierten Steelbook Edition eher empfohlen.

Äußerst gelungen, melancholisch – garantierte Gänsehaut.

 

Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers

Fotos: Nintendo

USK 18

Circa: 79€ / 59€

(WiiU Collectors Edition – ASIN: B014DSPUZ4  / & Nintendo eshop)

Eine Antwort auf „Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers

  1. Mario

    Krude Effekthascherei ,wenig Lehrreich und ein Fitnesskiller . Wo ist in diesem Spiel, Wasser und Physik , wo ist die Blaue Guillotine und wo ist die Fürstenjagd ? Als Film ,kommt dieses Teil, nur einmal,auf pro7 .

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