Donnerstag, 13. November 2014

Nurse

Eine ziemlich kranke Schwester

 

von Janika Takats

 

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Bild: Universum Film

 

Ich habe mich bemüht. Redlich. Versucht, den Kopf klar zu bekommen und nicht auf die dargestellten Klischees mit eigenen Vorurteilen zu reagieren. Aber ich muss gestehen: Das ist UNMÖGLICH! Trotzdem eine mal etwas andere Kritik.

 

Die Story:

 

Krankenschwester, die wie eine aufgepeppte Trans-Frau rüberkommt, ist natürlich in weißer Berufsbekleidung mit superkurzem Minirock und oberweiten-betonter Konfektionsgröße unterwegs. Sie rächt böse, böse Ehemänner, die sie anbaggert und dann mal eben schnell blutspritz-intensiv abschlachtet – reihenweise. Die Morde werden natürlich mit der Untreue der Männer gerechtfertigt. Eigentlich ist die Krankenschwester aber lesbisch und auf eine blond-blauäugige neue Kollegin scharf, die, unter Drogen gesetzt, es doch mit ihr wild treibt, dabei natürlich fotografiert wird und benutzt wird, um die Blonde zu erpressen, weil die halt nicht so will wie geplant.

 

Die Urteils-Varianten:

 

Die ehrliche Kritik: Ein unsäglich dümmlicher Film. Klischees: alle  Männer sind „dumpfe sexabhängige Tiere“,  Krankenschwestern sind „geile Luder“, „Trans-Look ist der Beste“, „Lesben-Sex macht Männer an“ , „Männer sind Schweine und betrügen immer“ Pseudo-Thriller. Wenige Zutaten: Sex, sexuelle Anspielungen, die moralischen Aspekte wie „Treue“ (und wer nicht „treu“ ist, muss bestraft werden) in einen Rechtfertigungskontext für Mord und Sadismus setzen (amerikanische Prüderie halt), enden am Schluss in einem blutverschmierten Finale.

 

Der Film könnte in folgenden Situation gefallen: 

 

Du bist ein Hetero-Mann, total mit dem falschen Weed zugekifft, willst keine komplizierten Dialoge und einfach ein bisschen Spaß mit einem völlig abgedrehten, blutspritzenden Film in Kombination mit ein paar barbusigen, wohlgeformten Brüsten und Hinterteilen. Wenn du Glück hast, schläfst du vor dem Ende des Films ein. Wenn nicht, bemerkst du vielleicht noch ein bisschen versuchte Ironie. Polizisten, Ärzte, Rettungsfahrer sind natürlich geile Hengste, die aber auch gekillt werden müssen, weil böse Junx. Oder so.

 

Du magst keine Männer und findest es völlig richtig, dass sie reihenweise abgeschlachtet werden und dass das eine Frau macht, die genau mit allen Klischees arbeitet, die männlich Phantasien anregen und die ja echt urprimitiv sind. Recht so, die Kerle haben es so verdient!

 

Allen anderen empfehle ich: 75 Minuten geklaute Zeit. Weder lustig, noch wirklich erotisch, und mit Sicherheit nicht spannend. Billig und dumm.

 

Eine Antwort auf „Nurse

  1. maxe

    Also das Review hätt man sich sparen können,
    einen Trash Slasher gucken und sich dann über die beschissene Story beschweren ^^

    Das ist wohl der Sinn dieser Filme, eine im Idealfall kreative Splatterorgie zu sein mit ein bisschen drumrum als Alibi. Ich bin sowas als „gorehound“ ne Zeit lang mal hinterher gejagt und konnte auch einige Perlen finden die mir durch die Athmosphäre, Story oder eben das Gesamtpaket gefallen.

    High Tension, Frontiers, Martyrs, Hostel, etc. sowas zähle ich zu den Perlen.

    Und sowas wie Bad Taste und Braindead ist dann eher die witzige Variante von den oben genannten Filmen und dürfen sich heute wohl zu den Klassikern zählen. So Japanosplatter mag ich z.b. gar nicht.

    Und Filme wie dieser hier haben eben mit ein bisschen Glück ein paar coole Kills, bei denen der Adrenalinpegel steigt und man selbst fast mitleidet. Da find ich nix verwerfliches dran. Nehmt euch lieber Hollywood Filme vor, die haben auch eine viel größere Zielgruppe und somit eventuelle Auswirkung auf die so einige Köpfe der Menschen.

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