Montag, 1. Juli 2013

E3 13

Im Auge der Drei…

Die weltgrößte Elektronik-Gaming Show in Los Angeles fand wieder statt und mze hat sich alles rein gezogen.

… die Drei im Auge – Foto: Nintendo

Vom 10.-12. Juni feuerte die Spielebranche aus allen Rohren, um die Neuheiten und den eigenen Namen in die geifernden Massen zu feuern. Die E3 2013 stellte ein besonderes Event dar. Für Videospielfreaks ist die Messe eh ein Highlight, doch wenn ein Konsolenzyklus zu Ende geht und zwei große Produzenten ihre neuen Geräte auf den Markt bringen, ist das für Herzblutspieler wie Olympia, Wimbeldon und die Fußball WM auf einmal. Hier werden die Weichen des Kommenden schmiedet. Dazu war im Vorfeld das Internet schon mit wilden Gerüchten über die Zukunft der aVideospiele überhäuft, so dass die Vorstellungen der kommenden Strategien aus den Hälsen der Hersteller selbst, sehnsüchtig erwartet wurden, um alle befürchteten Skandale zu vertreiben und alle erfüllten Träume zu lobpreisen.
„Gentlemen, start your emotion engines.“

Xbox One 
Orwell Maschine


Foto: Microsoft

Eigentlich hatte der Redmonder Microsoft Konzern beste Karten. Durch unerschöpfliche Ressourcen wurde die Xbox zum Begriff. Ihr Nachfolger, die Xbox360 konnte trotz Hardwaremängeln dank gutem Support mit der Konkurrenz stand halten und verschaffte sich teils sogar einen besseren Ruf.
Dieser ist dem Windows Hersteller nichts mehr Wert.
Die neu vorgestellte Konsole ist kein Spielgerät im üblichen Sinne mehr, sondern soll eine All-in-One Lösung für Wohnzimmertechnik werden. Nun mit Blu-ray Player und bekannten Smart TV Features bestückt, soll sich die Konsole mit vielen weiteren Geräte im Haushalt verbinden, um ein neues Entertainment Gefühl zu vermitteln.

HD TV, Tablet, Phone, PC und Xbox360 vorausgesetzt.

Da die neue leider nicht abwärtskompatibel ist, muss man die alte Xbox360 ins Ökosystem integrieren, will man seine gesammelten Games und Arcade Titel in Zukunft weiter spielen. Kinect, das in einer neuen Version jedem Grundgerät beiliegen wird, den Puls eines Menschen messen kann und bei ausgeschalteter Konsole zwingend im Stand-By Modus verharrt, ermöglicht Gesten und Sprachsteuerung, um Ende des Jahres ohne Knopfdruck durch die TV-Kanäle zu zappen.

Kabeltuner, Sat-Box, Decoder vorausgesetzt.

Die mit Argusaugen beobachtete Frage um eine mögliche Unterbindung des Gebrauchthandels von Software und einem damit verbundenen Onlinezwang beantwortete Microsoft kurz vor der E3 mit einem in Kaudewelsch gehaltenem „Ja“. Internet zwingend, Router oder W-Lan sowie ein Xbox Live Account sind zwingende Voraussetzungen. Es soll zwar über Umwege möglich sein mit Freunden oder lizensierten Händlern einmalig einen Second Hand Deal abzuschließen, übliche Privatverkäufe oder ein Ver- und Ausleihen sind durch ein accountgebundenes Lizenzsystem bei der Xbox One nicht mehr möglich.

Spielekauf ist nun der Erwerb einer Erlaubnis, die erstandene Spieldisc nutzen zu dürfen, solange es der Hersteller auf direkte Anfrage im Netz gestattet. Zu diesem Zweck registriert sich das Gerät alle 24 Stunden bei Microsoft. Die Xbox One soll aber auch Teile ihrer Rechenleistung aus der Online Anbindung beziehen. Mit 300.000 Servern möchte Microsoft Rechenprozesse in die Cloud verlagern und das auf drei Betriebssystemen basierende „All-in-One“ System mit seinen zig Komponenten entlasten.

Stabile und schnelle Internetanbindung vorrausgesetzt.

Schon bei der ersten Präsentation der Kiste kurz vor der E3 schäumte die Wut der Spieler im Netz. Unfreiwillig komische Resonanz von Microsoft verbesserte die Situation im Folgenden nicht und eine Abkehr von der Fachpresse, der auf der E3 sogar die typische Fragerunde gestrichen wurde, stellte den Gipfel des sich maßlos überschätzenden Xbox Herstellers dar.

Microsoft hat es geschafft mit der Xbox One ein Videospielzeug zu basteln, das sich so niemand wünscht und dem man so nicht trauen kann (Schlagwort PRISM).

In den neunziger Jahren sind bereits Philips, Commodore und Electronic Arts an ihren Konzepten gescheitert, die einen anderen Schwerpunkt als Spiele boten. Diese Geräte waren jedoch nicht in der Lage ihre Besitzer samt Umgebung zu scannen und täglich beim Mutterkonzern anzurufen, um deren Beschäftigungsmuster preiszugeben, während zeitgleich die Erlaubnis zur eingeschränkten Nutzung bestätigt werden muss.

Für 499€ will Microsoft den Angriff auf Konsumenten, ihre Eigentumsrechte und Privatsphäre mit der Xbox One im Winter beginnen. Weltweit wurde die Maschine auch deshalb bereits nur als traurig, amüsante Farce wahrgenommen.

Alle kommenden Spiele auf der Xbox One sind somit leider, genau wie Microsofts Interesse an der Gunst der Konsumenten, schlicht irrelevant.
Aufgrund unnützer TV Funktionen, digitaler Rechteverwaltung und der Kinect Raumüberwachung mit Onlinezwang, heißt es für eine große Masse von Menschen schon lange vor dem An- und Abschalten der Serverbänke, die ein dauerhaftes Ende der kompletten Nutzung einläuten
„Game Over Microsoft“.

Update: Aufgrund des heftigen Widerstandes der Spieler und Sonys E3 Kampfansage, hat Microsoft die Onlinepläne der Konsole überdacht und geändert.

Playstation 4
Fudai-Daimyō 


Foto: Sony

Der japanische Riese Sony, der seinen guten Ruf dank einer überladenen PS3 Plattform einbüßen musste, nutzte die Gunst der Stunde wie ein geschulter Samurai. Einen Kniefall in Richtung der kaiserlichen Spielergemeinde sowie eine gezielte Köpfung des größten Feindes wurden während der knapp zweistündigen Sony E3 Pressekonferenz wie aus einem Lehrbuch absolviert.

Die standardmäßigen Features moderner Unterhaltungsgeräte wurden nebensächlich behandelt, obwohl sie der amerikanischen Konkurrenz nicht nachstehen und dort als Verkaufsargument dienen. Die Unterstützung unabhängiger Entwickler war Sony auf der E3 dagegen wichtig, weshalb man gleich mehrere exklusive PSN Games vorstellte, die direkt bewiesen, das unverbrauchte, kreative Ideen von unbekannten Herstellern auf modernen Geräten keinesfalls fehl am Platz sind und selbst auf einer Riesenbühne ihre gerechte Beachtung finden. Exklusive Deals mit den großen Publishern werden PS4 Spielern dafür einige Extras bei kommenden Tripple A Produktionen bieten, 140 in der Entwicklung befindliche Spiele sollten für eine ordentliche Welle Software schon im ersten Jahr der Konsolenveröffentlichung sorgen.

Die Playstation 3 wird dazu nicht vergessen und bekommt in diesem Jahr ihre vielleicht besten Titel. Gran Turismo 6, The Last of Us und Beyond: Two Souls sind nur drei herausstechende Beispiele, die sich mit den Next-Gen Offenbarungen der neuen Konsolen am Ende des Jahres zum Vergleich anbieten. Die PS Vita wurde nur nebenbei erwähnt, da das Hauptaugenmerk natürlich auf der neuen Playstation lag. Sicher ist jedoch, dass man die Vita ähnlich wie das Nintendo WiiU Gamepad verwenden werden und sämtliche PS4 Spiele via Remote Play auf das Handheld übertragen kann. Dank der kürzlich eingekauften Gaikai Streaming Technologie, werden im Laufe des nächsten Jahres ebenso Möglichkeiten angeboten sich durch die Softwarebibliothek der Playstation Familie zu wühlen und vergangene Kracher auf den gewünschten Bildschirm zu streamen. Auch um die fehlende Abwärtskompatibilität der PS4 vergessen zu machen.

Online Multiplayer Matches werden in Zukunft im Playstation Network jedoch kostenpflichtig. Mittels der monatlichen Gebühr wird man folgend dafür die PS+ Vorteile erhalten, die mehr Boni bieten als die schon immer kostenpflichtige Mehrspieleroption bei XBOX Live. Dies war die einzig negative Entwicklung auf Sonys Enthüllung.

Der Kracher der Show war schließlich die direkte Antwort auf die drängendste Frage der bangenden Gamer weltweit, deren Aussprache einer Explosion unter Steve Ballmers Schreibtisch nahe kam. Sony lässt alles wie gehabt. Kein Online Zwang, keine Gebrauchthandelssperre, keine Registrierung der Spiele und kein zwanghaftes Kamera Gadget. Man darf seinem Hobby frönen, wie es einem die letzten 30 Jahre lang gefiel. Natürlich lotet der Erfinder des Walkman die Fähigkeiten der Cloudtechnologie ebenso aus und verwehrt sich nicht vor dem technischen Fortschritt einer neuen Eyetoy Kamera, jedoch bleibt hier der zukünftige Gebrauch dem wirklichen Besitzer überlassen.

Im Startpreis zur Weihnachtssaison von 399 €, einem schickeren Design sowie geringen Ausmaßen dürfte noch ein weiterer Grund für die Beförderung von Sonys neuem Samurai zum befehlshaben Daimyō in der Schlacht um die Videospielvorherrschaft liegen. Spiele wie The Order 1886, Destiny, Knack, Infamous Second Son, Killzone Shadowfall aber vor allem das ulkige Octodad machten Lust auf mehr.
Supreme Victory!

WiiU & 3DS
Kirby´s Dream Course


Foto: Nintendo

Nintendo blieb erstmalig dem Trouble einer großen Pressekonferenz fern und schickte lieber eine neue Nintendo Direct Folge durch das Internet. Es gab schließlich keine Konsole vorzustellen oder essentielle Ängste über Online und Gebrauchthandelsrestriktionen zu entkräften.
Nintendo bleibt Nintendo und produziert weiterhin Spiele für alle die nach Spaß in Reinform dürsten. Auf der Messe selbst waren sie daher samt aufgefrischtem Portfolio für Publikum und Pressefutzis vertreten.

Satoru Iwata, der sympathische CEO von Nintendo, stellte für alle Nichtanwesenden die kommen Titel für die bereits im letzten Jahr erschienene WiiU Konsole und für den portablen 3DS in einer aufgezeichneten Direct Feed Show vor. Die WiiU hat Softwarenachschub bitter nötig, da sich einige Veröffentlichungen verschoben haben, wofür man sich entschuldigte.

Mit Pikmin 3, The Wonderful 101 und Game & Wario ändert sich der Zustand aber bereits in den kommenden Monaten. Das Fans des japanischen Videospielherstellers auch nicht grundlos warten, bewies sich in den folgenden Trailern und Ankündigungen. Mit The Legend of Zelda Windwaker HD, Super Mario 3D World , Mario Kart 8, Super Smash Bros. und Donkey Kong Country Tropical Freeze werden Nintendofans bedient. Wii Party U, Wii Fit U und eine neuer Art Acadamy Titel wird für die Casual Fraktion erscheinen.

Neue, bewegte Bilder des inoffiziellen Xenoblade Nachfolgers von Monolith Software bewiesen dann eindeutig, dass sich die HD Grafik eines japanischen Inhouse Rollenspiels auf WiiU in keinster Weise vor kommenden Action Spieleperlen auf zukünftigen Systemen verstecken muss. Ebenso lecker wirkten die ersten Szenen von Platinum Games heiß ersehntem Bayonetta Sequel, das Core Gamer mit der Zunge schnalzen ließ und nicht nur die Muskeln der Maschine reizte.

Wie Capcoms Monster Hunter Serie, wurde auch Segas Sonic Marke schon einige Wochen vor der E3 Nintendo exklusiv und trumpfte in Trailern von Sonic The Lost World auf WiiU und 3DS mit tollem Leveldesign auf.

Da auch die nächste Genration von Ubi Soft Spielen den Weg auf die WiiU findet, darf man sich auf das spannende Watch Dogs, Assassins Creed IV: Black Flag, Tom Clancy´s Splinter Cell Blacklist sowie auf Rayman Legends und Just Dance 2014 freuen. Gerüchte um ein neues ZombiU verdichteten sich ebenso. Warner Bros neuer Batman wird veröffentlicht und mit Scribblenauts Unmasked erscheinen weitere Superhelden auf Nintendos Großer. Im e-shop werden sich auch weiterhin lustige DownloadGames ansammeln, wobei sich Nintendo sichtlich über Independent Entwicklungen oder das schicke Oddworld und Duck Tales Remake freut.

Der 3DS war die letzten Monate schon auf Höhenflug und bekommt mit zwei neuen Pokemon Teilen, den Smash Bros., Zelda: A Link Between Worlds, einem neuen Yoshi´s Island, Mario & Luigi Dreamteam und dem interessanten Shin Megami Tensei IV weiteren Aufschwung garantiert.

Auch wenn die wirklich große Überraschung ausblieb, hatte Big N genügend Spielspaß im Gepäck, der bewies, dass auch der WiiU seine Berechtigung bekommt.

Dank konkurrenzlosem und vielseitig einsetzbarem Touchscreen Gamepad, vollständiger Abwärtskompatibilität zur Wii und den kommenden, exklusiven Perlen bietet Nintendo mit der WiiU genügend Gründe in kommende Unternehmungen von Spielern aller Altersklassen fest eingeplant zu werden.
Der Iwata Nintendo Weg.

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