Donnerstag, 9. Mai 2013

Krankenkasse erstattet erstmals Kosten für Cannabis

Befristete Kostenübernahme bis Ende des Jahres für Tourette-Patienten

Kostet in den Niederlanden sechs, in Deutschland 16 Euro: Ein Gramm Cannabis von Bedrocan.

Einer Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V. (ACM) zufolge übernimmt die Barmer GEK als erste gesetzliche Krankenkasse die Kosten eines Tourette-Patienten für so genanntes „Apotheken- Cannabis“ der niederländischen Firma Bedrocan wenigstens bis Ende des Jahres.

Hintergrund dieser überraschenden Entscheidung ist ein Treffen eines Tourette-Patienten aus Aachen mit dem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück und dem Gesundheitsexperten Professor Karl Lauterbach (beide SPD). Der Patient besitzt eine Ausnahmegenehmigung zur Behandlung seiner Krankheit mit Cannabis-Blüten, kann sich die Kosten der Therapie, die seine Kasse bislang nicht übernehmen musste, jedoch nicht leisten. Zustande gekommen sei das Treffen auf Initiative der ehemaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt anlässlich des Bürgerkonvents der SPD im Februar. Nach dem Gespräch hätten sowohl Steinbrück als auch Lauterbach versichert, sich für die Kostenübernahme der Bedrocan-Blüten seitens seiner Krankenkasse einzusetzen.

Am vergangenen Freitag erreichte den Patienten ein Schreiben, in dem die Ersatzkasse erklärt, die Kosten für seine Medizinal-Blüten vorerst bis Ende des Jahres zu übernehmen.

(Anmerk. der Red.: Name des Patienten und Kassendetails wurden auf dessen Wunsch aus diesem Artikel nachträglich entfernt)

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