Sonntag, 3. Februar 2013

MUSITIPP

CD Reviews Februar 2013

Ganjaman – Jetzt

Bild: MKZWO Records

Vier Jahre ist es jetzt her seit Ganjaman sein letztes Album ‚Das gleiche alte Lied‘ veröffentlichte. In der Zwischenzeit war er allerdings alles andere als untätig. Er produzierte diverse Alben anderer Künstler, bastelte seine eigenen Riddims, machte diverse Ton- und Videoaufnahmen und moderiert schon seit mehreren Jahren die beiden größten Reggaefestivals in Deutschland. Nun meldet er sich mit einer neuen Scheibe zurück. ‚Jetzt‘ heißt das Werk und ist am 14.12.12 bei MKZWO-Records erschienen. Thematisch hat sich wenig verändert, doch hat sich in der Welt in den letzten Jahren auch wenig getan und so verleiht Ganjaman aufs Neue seinem Wunsch nach Gerechtigkeit, Liebe und Einigkeit Ausdruck. Seine Botschaft wirkt dabei jedoch keinesfalls abgedroschen. Im Gegenteil. Ganjaman schafft es auf gefühlvolle Art, alten Reggaephrasen von Liebe und Frieden wieder Bedeutung zu geben. Seine Lieder wirken absolut ehrlich, denn seine Hoffnung auf eine bessere Welt ist ungebrochen. Musikalisch bleibt Ganjaman in dem Gebiet, in dem er sich am besten auskennt, Rootsreggae und hat sich für die Aufnahmen des Albums Künstler wie Perfect, Crosby, Uwe Banton, Junior Randy und Ephraim Juda ins Boot geholt. Ganjamans Musik gibt Hoffnung und das Gefühl, dass auch der Einzelne etwas bewirkten kann. ‚Jetzt‘ ist dabei kein Aufruf die Welt zu verändern, vielmehr wird man daran erinnert, dass die Veränderung in jedem/jeder einzelnen beginnt.

Ganjaman Webite


Bild: VP Records

Beres Hammond – One Love, One Life

Beres Hammond ist seit den 1970er Jahren im Musikgeschäft und im Laufe der Jahre zu einer der lebenden Legenden der Reggae-Musik geworden.
Dabei war er stets präsent und lieferte Hit um Hit, von denen einige umgehend zu Klassikern wurden. Seine Fanbase ist international und reicht weit über die Reggaeszene hinaus. Beres neues Album heißt One Love, One Life und ist im November 2012 bei VP Records erschienen.
Die Scheibe wurde von dem Meister selbst im eigenen Studio auf Jamaika produziert. Damit hat er wieder einmal unter Beweis gestellt, warum er zu den ganz Großen der Szene gehört.
One Love, One Life ist ein Doppelalbum das sich thematisch mit Lover‘s Rock (One Love) und sozialkritischen sowie spirituellen Themen (One Life) beschäftigt. Beres unverwechselbare Stimme scheint nie zu altern und hat eine Intensität, die unter die Haut geht. Auch wenn das Doppelalbum vielleicht den ganz großen Song, aus der gleichen Liga wie ’Rockaway‘ oder ’I Feel Good‘ vermissen lässt, so liefert der Künstler doch ein qualitativ hochwertiges Werk, das den Hörern über lange Zeit Freude bereiten wird.

VP Records Website


Bild: Passionate PR

DJ Farrapo & Yanez – Alien Na Favela

Begegnet sind sich Sänger und Komponist Yanez Servadei und Giorgio Cencetti aka DJ Farrapo 1997. Nach einigen Jahren gemeinsamen Musizierens, wurde 2005 das DJ Farrapo & Yanez-Projekt ins Leben gerufen. In den darauffolgenden Jahren erschienen mehrere Singles, die den beiden zahlreiche TV- und Radio-Auftritte verschafften.
Nun erschien das erste Album der Jungs. Alien Na Favela ist eine Mischung aus elektronischer brasilianischer Musik, Drum‘n‘Bass, Reggae, Rap und Jazz. Die brasilianischen Rhythmen sind mitreißend und durch den Mix mit anderen bekannten Musikstilen dem Hörer leicht zugänglich. Die Songs sind tanzbar, ohne dabei hektisch zu wirken und die unterschiedlichen Instrumente liefern ein spannendes Zusammenspiel. Remixe der Songs werden auf einer zweiten CD gleich mitgeliefert und zeigen, dass die Künstler durchaus experimentierfreudig mit ihrem eigenen Werk umgehen.
Die Scheibe ist bereits im September 2012 bei Indigo erschienen. DJ Farrapo & Yanez stellen sich die Frage, was Aliens machen würden, wenn sie in der Favela Landen. Ihre Antwort lautet: Tanzen. Bei dieser Musik ganz sicher!

MySpace Link DJ Farro & Yanez


Bild: Passionate PR

Featurecast – Run for cover

Der britische DJ Futurecast, der bisher eher in Nordamerika und Australien durch seine außergewöhnlichen DJ-Sets und durch seinen Song Channel Surfing, den Apple in einem ihrer TV-Spots verwendete, bekannt war, hat sich ins Studio begeben und sein erstes Album aufgenommen.
Veröffentlicht wurde ‚Run for cover‘ im September 2012 bei Jalapeno Records. Dazu hat er unter anderem Künstler wie Greg Blackman, UK Bluesman John Turrell, MC Alaska oder C Reid ins Studio gebeten. ‚Run For Cover‘ heißt das Ergebnis.
Die Musikrichtung nennt sich Ghetto Funk und denjenigen, die sich unter diesem Begriff nichts vorstellen können sei gesagt, dass euch eine Mischung aus Funk, Hip Hop, Breaks, Dubstep, Drum & Bass und Soul/Jazz erwartet. Die verschiedenen Vocalists verleihen den Songs ihren eigenen Flair. Trotzdem ist das Album eine runde Sache und wirkt nicht zerhackt, wie so mancher Sampler es tut.
Das Album ist vielseitig und würde mit seinen eingängigen Beats bestimmt auch live gut funktionieren.

Featurecast Website

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