Freitag, 4. Januar 2013

In einem anderen Land

Englische Produkte im Test beim italienischen Dampfhammer

Autor: mze

Fotos: Bud Spencer
Fotos: Bud Spencer

Bud Daddy Bud Spencer hat es nach England gezogen. Das schöne Wetter dort, das gute Essen und die fortschrittliche Staatsform haben es dem Dicken angetan.

So bezog er ein kleines Schlösschen im englischen Windsor und freut sich seitdem über Olympia Stimmung, das Thronjubiläum der Queen, den angekündigten, königlichen Nachwuchs und die Produkte der Indoorgrowshops, die sich nicht an die deutsche Rechtsnorm halten müssen.
Buddy hatte sich zu Beginn des Jahres noch in Deutschland eine kleine Anwuchskammer eingebaut und angefangen, sich mit Stecklingen komplett selber zu versorgen. Casey Jones war seitdem bei Mr. Spencer beheimatet, frönte aber ein bizarres Dasein zwischen Leben und Tod, inklusive Tripsbefall, weshalb im Hanf Journal auch einige Monate Buddy-Pause war.


Dem Nachwuchs geht es gut

Aber Buddy arbeitet mit Müttern auf Zeit, also kleinen Mutterpflanzen, die nur einmal beschnitten werden bevor sie in die Blühkammer kommen. Klone werden von ihm einfach aus den unteren Trieben der wenige Wochen alten Stecklinge gezogen, welche dann selbs anschließend direkt in die Blühkammer wandern. So hat er den Parasitenbefall auch nach einigen Durchgängen wieder in den Griff bekommen, ohne dass er sich von seiner Stammsorte trennen musste.

Somit ergibt sich ein wundersamer Kreislauf, den Buddy seit Beginn dieser Anbauform am Leben erhält. Das Ziehen der Steckis erwies sich neben der Bewirtschaftung der recht anspruchsvollen Casey´s, aber als ebenso gewagt, wie der eigentliche Anbau, der leider immer noch verbotenen Cannabispflanzen. Egal. Mit Clone Gel und Easy Plug Anzuchtwürfeln erzielte Buddy bisher recht vernünftige Ergebnisse und bekam immer circa fünfzig Prozent lebendige Klone durch die ersten Wochen. Mit selbigem Gel und Steinwollwürfeln gab es so gut wie keine Wurzelbildung und die Überlebenschancen der jungen Mädels sanken auf unter zwanzig Prozent ab.

Da Buddy nun von einem englischen Nachbarn (einem waschechten Adligen) noch eine Ak-47 (nein, nicht das Maschinengewehr) geschenkt bekam, sollten seine zukünftigen Klonversuche auf weniger wackligen Beinen stehen. So kann Buddy seine beide Sorten für die Zukunft bewahren und sich an der folgenden Auswahl längerfristig erfreuen.
In good old England sind die beliebtesten Bewurzelungshilfen glücklicherweise noch im Handel erhältlich, weshalb sich unser frisch gebackener Untertan es sich nicht hat nehmen lassen in die bewährte, englische Grower-Trickkiste zu greifen.
Die legendären Produkte der Firma Growth Technology lagen nah, um sich mit hilfreichen Stimulanzien auf eine verbesserte Vaterschaftsrolle umzustellen und sicher zu gehen, dass nun alle Nachkommen zur Blütepracht heranreifen können.


Clonex und RootRiot

Aus diesem Grund besorgte Bud die beiden wichtigsten Utensilien, die man zur fachgerechten, künstlichen Fortpflanzung fröhlich stimmender Hanfladys benötigt.
Ein Wurzelstimulator namens Clonex, der Hormone zur Wurzelbildung enthält und alten Hasen sicher ein Begriff ist, sowie die für dieses Produkt zusätzlich hergestellten Schaumwürfel namens Root Riot befanden sich nach einem gemütlichen Sonntagseinbruch in den Growth Tech. Lagerhallen in Buddys extra weitem Hip-Bag, der streng um die Taille geschnürt mitsamt seines Inhalts schnurstracks in die Zinnen des neuen englischen Zuhauses befördert wurde.

Da die Zeit reif war und die letzten Klone bereits drei Wochen unter Wachstumslicht wurzeln durften, begann Buddy direkt mit den nötigen chirurgischen Eingriffen um alle Seitentriebe der kleinen Sprießer zu entfernen und diese so auf die kommende Prozedur vorzubereiten. Dafür nutzte er ein sauberes Glas, gefüllt mit Wasser und eine filigrane Schere. Die nah am Hauptstiel sauber abgetrennten Triebe wurden direkt nach vollzogenem Schnitt, in das Wasser gestellt, wie man das sonst bei einem Strauß Blumen machen würde. Nach der kompletten Beschneidung wurde die junge, etwas beanspruchte Mutter direkt in die Blütekammer gesteckt, die Bud praktischer Weise von ein paar Royals nur einige Wochen zuvor zu seiner Einweihungsparty geschenkt bekam (ein berauschendes Fest, wie man hörte).

Das violette Clonex Gel schüttete Bud nun in einer geringen Menge in einen Eierbecher, um nicht zu viel davon zu verschwenden. Genutztes Gel sollte nämlich nicht zurück in den Behälter geschüttet werden um eine Kontamination der Essenz zu vermeiden. Die abgetrennten Triebe wurden anschließend, einer nach dem anderen aus dem Wasserglas genommen, nochmals leicht beschnitten, dann einige Sekunden lang mit den frischen Schnittstellen in das Clonex Gel getaucht und sofort in die bereits entpackten Root Riot Würfel gesteckt.


Gute Ergebnisse: Saftige Wurzeln

Diese sind “out of the box” mit der passenden Feuchte versehen und unterstützen die Wurzelbildung aufgrund ihrer schwammartigen Struktur und den sich daraus ergebenden, stark aeroben Bedingungen. Nachdem alle Neugeborenen mit Gel versehen an ihrem Platz waren, bekamen sie eine gesonderte Wuchsstelle in einem Minigewächshaus, die den Kleine ein optimales Klima bot. Täglich öffnete Bud Spencer nun dessen Schiebedeckel für einige Minuten, bis nach und nach die Öffnung vergrößert und dann gar nicht mehr verschlossen wurde.

Circa zwei Wochen vergingen, bis sich die ersten Wurzeln in Wollfädenstärke aus den Root Riot Würfeln nach außen drängten und anzeigten, dass die Zeit zum Umtopfen gekommen war. In diesen kurzen zwei Wochen sind die jungen Muttis, aus denen die jetzige Brut entstand, bereits nahezu zu ihrer finalen Größe herangereift und die ersten Geschlechtsmerkmale lassen sich erkennen. Also circa noch sechs Wochen bis zur ersten Bud Spencer Ernte made in England und circa noch drei Wochen bis zur exakten Wiederholung des gesamten Klonvorgangs mit den aktuellen Jungpflanzen.

Der bizarre Kreislauf des gespenstischen Dr.Bud Spencerstein wird nun auch in England weiterhin am Leben gehalten, wurde jedoch dank englischer Spezialprodukte auf ein neues Niveau gebracht, das allen Beteiligten eine ertragreiche Zukunft sichern soll.
Und wenn Gott gewollt hätte, dass Pflanzen nur aus Samen sprießen, dann hätte er Clonex auch nicht in England erlaubt.

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