Sonntag, 11. September 2022

Mehrheit für die Legalisierung

Bild: Archiv Su

Die Mehrheit der Deutschen (61%) sind für eine Legalisierung von Cannabis. Dies geht aus dem Ergebnis einer aktuellen Umfrage hervor. 

Es ist eindeutig, die Mehrheit der Deutschen ist nun für die Legalisierung von Cannabis. Diese Umfrage wurde vom Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos durchgeführt. Laut deren Ergebnissen sind 61% für die legale Abgabe von Cannabis in lizenzierten Fachgeschäften. Vor wenigen Monaten waren nur knapp mehr als die Hälfte dafür. 

Nur noch 39% lehnen die Pläne der Bundesregierung klar ab. 

Es gibt allerdings eine starke Diskrepanz zwischen den einzelnen Altersgruppen. So sind unter den 18- bis 39-Jährigen zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) für eine Legalisierung. In der Generation der 60- bis 75-Jährigen sind es nur etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent). Diese starke Diskrepanz lässt sich durch mangelnde Aufklärung in der älteren Generation erklären. Ebenfalls wurde in den 1970er der Krieg gegen Drogen massiv durchgeführt, welchen diese Generation stark zu spüren bekommen hat. Dadurch halten sich die Lügen der damaligen Politiker noch immer in den Köpfen der Menschen auf. 

Bei den Partydrogen wie Kokain und Amphetamin ist die Aufklärung allerdings noch nicht so weitreichend angekommen. Dort wird von 95% der Menschen die Prohibition immer noch als richtige Wahl angesehen. Dies entspricht allerdings keinerlei wissenschaftlicher Grundlage, denn die Prohibition führt zu mehr Leid, als sie verhindert. Immerhin sind knapp 11% der unter 49-Jährigen für die Entkriminalisierung dieser Partydrogen. Hier ist weiterhin Aufklärung erforderlich, um diesen Prozentsatz ebenfalls zu steigern. 

Ein Beitrag von Simon Hanf

9 Antworten auf „Mehrheit für die Legalisierung

  1. Fred

    So kommt es halt, wenn eine Diskussion auf Basis von Fakten und eben nicht auf Basis von Hirngespinnsten durchgeführt wird.

    61 % Zustimmung setzt natürlich jetzt auch die von Hirngespinnsten geplagten im Bundesrat sitzenden Unionsparteien unter Druck.
    Eine Totalblockade ist wohl kaum noch möglich, man wird sich mit dem Gesetz der Regierung arrangieren müssen.

    Eine sehr gute Nachricht, die aber gerne nochmal von einem anderen Meinungsforschungsinstitut bestätigt werden sollte.

  2. Heisenberg

    Die Meinung der Mehrheit ist nur dann von Bedeutung,wenn sie dem Willen der Regierung entspricht.Soweit ich informiert bin,will die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung keine Waffenlieferungen in Kriesengebiete.Die Cannabislegalisierung ist nicht wirklich geplant.

  3. QiSan

    EU-Rahmenbeschluss und Schengen-Abkommen

    Der Wissenschaftliche Dienst verweist etwa auf einen sogenannten EU-Rahmenbeschluss von 2004, der vorschreibe, dass jeder Mitgliedsstaat unter anderem das Herstellen, Anbieten, Verkaufen, Liefern sowie Ein- und Ausführen von Drogen unter Strafe stellen müsse – wenn diese vorsätzlichen Handlungen ohne entsprechende Berechtigung vorgenommen wurden. Unter den Begriff Drogen falle laut einem Übereinkommen von 1971 auch Cannabis. Die Mitgliedsstaaten sollten gegen die genannten Straftaten „mit wirksamen, verhältnismäßigen und abschreckenden strafrechtlichen Sanktionen“ vorgehen.

    Der Wissenschaftliche Dienst verweist außerdem auf das Schengen-Abkommen. Darin hätte sich auch Deutschland verpflichtet, „die unerlaubte Ausfuhr von Betäubungsmitteln aller Art einschließlich Cannabis-Produkten sowie den Verkauf, die Verschaffung und die Abgabe dieser Mittel mit verwaltungsrechtlichen und strafrechtlichen Mitteln zu unterbinden“.

    Ist doch erst 51 Jahre her … Geht man nach Robert Anton Wilson kann eine Veränderung der Lage noch 30 Jahre dauern.

    Quelle: https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/cannabis-legal-legalisierung-ampel-100.html

  4. Fred

    Nicht direkt die Flinte ins Korn werfen. In Fachkreisen hält man das “ Gutachten “ ( 9 seitig inkl Deckblatt ! ) des WD für oberflächig, und ist sehr wohl der Meinung, dass EU Recht dem ganzen nicht im Weg steht.

    Wer es sich antun möchte, hier ist der Link
    https://verfassungsblog.de/nochmals-cannabis-entkriminalisierung-und-europarecht/

    Den ausführlichen Aufsatz, auf den sich diese Erläuterung bezieht, findet ihr ebenfalls bei Verfassungsblog. de. Ist allerdings schwere juristische Kost.

    Fakt ist jedenfalls, dass es unter Juristen durchaus unterschiedliche Meinungen gibt. Verloren ist nichts. Ob die EU überhaupt ein Mitspracherecht hat, ist fraglich.

  5. Jemand

    „wenn diese vorsätzlichen Handlungen ohne entsprechende Berechtigung vorgenommen wurden“

    Da könnte man doch ansetzen.
    Per Gesetz erhält jeder an seinem 18ten Geburtstag (und jeder über 18) die entsprechende Genehmigung einfach automatisch!

    Vorausgesetzt die Regierung will legalisieren…das bezweifle ich aber!
    Selbst wenn da in der Richtung überhaupt etwas kommt ist zu bezweifeln das dabei überhaupt etwas rauskommt das den Namen „Legalisierung“ verdient

  6. Ramon Dark

    Eigentlich will in der Bevölkerung auch niemand hungern und frieren für ein faschistisch ausgerichtetes ukrainisches System( der Zivilbevölkerung dort nützts nichts, am wenigsten den seit 2014 durch ukrainisches Militär gemetzelten Donbassbewohnern), das seine eigene junge Bevölkerung gerade für die USA und die NATO opfert und auch nicht für einen aussichtslosen Wirtschaftskrieg gegen die Atommacht Russland (und demnächst wohl auch noch gegen China). Nur wenige Grosskonzerne wie z.B. Rüstungsfirmen sowie durch Gasumlage gerettete „notleidende“ Energieriesen (Uniper, RWE usw.) und ihre Aktionäre profitieren davon. Die und andere Superreiche haben natürlich nichts dagegen. Der Wille und der Nutzen der Allgemeinheit sind in unserer sog. „Demokratie“ nicht von Bedeutung, es sei denn, es ist kurz vor Wahlen durch von vornherein über industrielle und eigentlich die Gesetze machenden Lobbyeinflüsse als unrealistisch eingestufte Wahlversprechen. Derweil geht locker nach und nach der ganze Globus durch Klimaverändrungen und andere ökologische Schäden zumindest für die Menschheit hopps! Das Schengenabkommen (Export von Cannabis aus Deutschland) liesse sich durch EU- Behördenkooperation durch gesetzliche Regelung leicht eindämmen (Beispiel Export aus Niederlande). Eine Berechtigung für die bundesinterne Legalisierung von Drogen aller Art kann sich durch staatssouveräne Entscheidungen, die andere EU-Länder dadurch nicht betreffen automatisch ausschliessen.

  7. Ramon Dark

    PS Mein letzter Satz im Kommentar war nicht ganz korrekt ausgedrückt. Wollte eigentlich sagen, dass sich die Berechtigung für eine bundesinterne Legalisierungsentscheidung NICHT automatisch ausschliessen lässt, wenn andere EU-Staaten davon nicht direkt betroffen wären (was z.B. bei Exportverboten dorthin gegeben wäre). Sorry

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