Montag, 25. Juli 2022

„Die Cannabis-Anleger haben uns mit Geld zugeschissen“

Cannabis-Investment-Unternehmen „Juicyfields“ zockt Abertausende Kleinanleger ab – eine Insiderin packt aus

Cannabis
Bild: freeimages-kris79.png

 

 

Eine Glosse von Sadhu van Hemp

 

 

Juicyfields – dieser Name hatte bis vor ein paar Tagen eine geradezu hypnotische Wirkung auf Leute, die dem Traum nachjagen, ihr Geld möglichst im Schlaf zu verdienen. Das Geschäftsmodell war simpel: Auf der Online-Plattform des Unternehmens wurden Investoren für das „E-Growing“ von medizinischem Cannabis angelockt – mit dem Versprechen astronomischer Gewinne. Rund 500.000 Anleger aus aller Welt sollen sich mit Summen zwischen 50 und 180.000 Euro eingekauft haben, und Schätzungen gehen davon aus, dass die Investment-Plattform per Schneeballsystem Umsätze in Milliardenhöhe erzielt hat.

 

Das Investigativ-Recherche-Team des Hanf Journal hat nun die mutmaßliche Prokuristin des Pleiteunternehmens in ihrem Versteck an einem unbekannten Ort in Kampen auf Sylt aufgespürt und zur Rede gestellt.

 

Frau Dr. Schnapphahn, Sie waren bei Juicyfields von Anfang an dabei, als es darum ging, mit dem guten alten Schneeballsystem die Leute abzuzocken und ins Unglück zu stürzen. Haben Sie gar keine Gewissensbisse?

 

Nö, habe ich nicht. Sind doch alle selbst schuld, wenn sie sich von Habgier getrieben veräppeln lassen. Nee, kein Mitleid für Renditejäger. Wer sich mit 100 Prozent Gewinn locken lässt, dürfte wohl zu den unanständigen Menschen gehören. Das sind jene skrupellosen Leute, die auch in Atomstrom investieren würden, wenn es profitabel ist.

 

Nun ja, das wird auf einige, aber nicht auf alle der geprellten Anleger zutreffen. Viele werden gedacht haben, dass sie mit Cannabis in etwas Solides investieren und zugleich Gutes tun.

 

Ach, hört doch auf! Gutes tun, Green Rush und so … was für ein Quatsch! Das ganze Gegenteil ist der Fall. Wer in Industriehanf investiert, ist ein Umweltschwein und nichts weiter als ein raffgieriger Egoist, der sich auf  Kosten der Allgemeinheit bereichern will. Nicht aus Spaß haben wir von Juicyfields das ganz große Besteck ausgepackt, um die Anleger zu triggern. Wir waren auf allen Kanälen und Cannabis-Messen omnipräsent und haben gezeigt, dass wir in Geld schwimmen. Bewundert haben sie uns, die Neidhammel, wenn wir dicke Partys in Nobelhotels gefeiert haben und mit Luxuslimousinen vorgefahren sind. Der Effekt unserer Performance war, dass uns die Anleger förmlich mit Geld zugeschissen haben – in der Hoffnung, durch uns ein Vermögen zu machen. In der Anfangszeit sind auch nicht wenige der Anleger schwerreich geworden, da wir mehr als genug Einnahmen für die Ausschüttung der Renditen übrighatten.

 

Und nun ist die Pyramide des Schneeballsystems zusammengebrochen. Der Schaden ist immens. Sie und die verantwortlichen Chefs sind nicht mehr erreichbar. Haben Sie gar keine Angst, dass Sie zur Rechenschaft gezogen werden?

 

Nö! Unsere Anwälte werden das schon zu unseren Gunsten regeln. Geld genug dafür haben wir ja eingesammelt. Wir bleiben jetzt erstmal in Deckung und lassen Gras über die Sache wachsen. Wichtig ist nur, mein ergaunertes Geld schleunigst in Rüstungsaktien zu stecken, solange das derzeit boomende Kriegsbusiness tüchtig Gewinne abwirft.

 

 

6 Antworten auf „„Die Cannabis-Anleger haben uns mit Geld zugeschissen“

  1. Haschberg

    Solange Cannabis nicht vollumfänglich legal ist, würde ich niemals mit solchen Aktien handeln. Viele sind damit schon auf die Schnauze gefallen.
    Da sind unüberschaubare internationale Kräfte am Werk, die den zarten Pflänzchen samt ihren Konsumenten noch immer außerordentlich heftige Turbulenzen bescheren können.

  2. Rainer

    Geld entweiht die Pflanze und alles drum herum.Selber erzeugen,alles andere ist lari fari.

  3. Karl

    Glosse hin oder her, für mich absolut unterirdisch und geschmacklos. Es haben jede Menge unbedarfte Leute Ihr letzes Geld investiert. Kleine Leute als Habgierige Arschlöcher zu verhöhnen die schlicht ihren Lebensunterhalt ein wenig aufbessern wollten finde ich absolut geschmacklos und wer die Welt wirklich so sieht, der hat auch nicht mehr Hirn wie diejenigen die er verhöhnt. Habgierig würde ich eher die Scamer bezeichnen aber nicht unbedingt die Anleger. Ich kenne selbst einige und die haben Ihr Geld investiert da Sie an den Hanf geglaubt haben und fester Überzeugung waren in Sachen Cannabis etwas bewegen zu können und selbstverständlich auch zu verdienen. Alljene die sich nun lustig darüber machen haben den Schuss noch nicht gehört und man liest jede Menge Neid heraus, das diese Menschen das Geld hatten das bei den Verhöhnenden wohl nicht so vorhanden war… Sorry meine 2 Cent zu dem ganzen hier

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