Dienstag, 17. Mai 2022

Cannabis auf Rezept. Ein Austausch ist nicht erlaubt

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Bild: Archiv

Die Cannabisrezepte sind keine klassischen Fertig-Arzneien sondern Rezeptur-Arzneien. Ein Austausch ist deshalb nicht möglich.

Viele Ärzte und Apotheker tun sich weiterhin schwer mit der Verordnung von medizinischem Cannabis obwohl die Nachfrage steigt.

Cannabis ist ein Naturprodukt und unterliegt damit natürlichen Schwankungen. Aufgrund dieser Schwankungen im Cannabinoidprofil, in den Terpenen und Flavonoiden gilt Cannabis als Repzeptur-Arznei. Dies gilt für Extrakte sowie für Blüten. Die gleiche Sorte kann bei dem einem Kultivar anders ausfallen als bei einem anderen.  Dies kann dazu führen, dass es Aufgrund der naturgegebenen Schwankungen zu einer Veränderung im Wirkprofil gibt.

Patienten dürfen deshalb nicht einfach auf ein anderes Präparat wechseln. Dies ist auch dahingehend problematisch, da es häufiger zu Lieferengpässen kommt. Ein Patient dessen Präparat aktuell nicht lieferbar ist, muss also zurück zum Arzt rennen und sich ein neues BTM-Rezept ausstellen lassen. Oder er wartet mehrere Wochen bis das Präparat wieder verfügbar ist. Desweiteren ist ein BTM-Rezept nur 7 Tage gültig.  

Die Apotheke adhoc schreibt dazu in einem Bericht vom 16. Mai 2022: “Die Abgaberegelungen des Rahmenvertrags (§§ 10 bis 14) gelten ausdrücklich nur für die Abgabe von Fertigarzneimitteln – Extrakte und Blüten sind daher von den Regelungen nicht betroffen. Cannabis-Extrakte und -Blüten gelten als BtM-Rezeptur. Sie werden nie im Liefergefäß abgegeben, sondern umgefüllt. Die Verschreibungshöchstmenge ist 1000 mg Cannabisextrakt bezogen auf den THC-Gehalt (Tetrahydrocannabinol, Δ⁹-trans-Tetrahydrocannabinol) für einen Bedarf von 30 Tagen.”

Diese gesetzliche Regelung ist für Patienten besonders schwierig, da es leider nur wenige Ärzte gibt, welche überhaupt Cannabis verschreiben. Viele Patienten müssen deshalb weite Strecken zu einem Arzt zurücklegen oder Privatärzte bezahlen. Für ein Rezept welches sich dann nicht einlösen lässt, ist das ganze sehr frustrierend für die Patienten.

Unser Tipp: Vorab im Internet bei einer Cannabisapotheke schauen ob das Präparat verfügbar ist. Anschließend dieses Präparat reservieren und sich dann vom Arzt eben genau dieses Präperat verschreiben lassen. Dies spart viel Stress. 

Ein Beitrag von Simon Hanf

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Rainer
Rainer
1 Monat zuvor

Solange Cannabis ein Betäubungsmittel ist,obwohl es deutliche Unterschiede zu anderen Betäubungsmittel gibt,bleibt es ein Marathonlauf mit Arzt,Rezept und Apotheke.Das verbotene Anbauen im freien,ist dagegen besser,kostet aber auch Kraft und Nerven.

Fuzi
Fuzi
1 Monat zuvor

Diese Erfahrung habe ich auch schon zu oft gemacht, das Sorten nicht lieferbar sind über Wochen…
Kassen Ärzte nicht zu finden!!

Echt Traurig!!

Ramon Dark
Ramon Dark
1 Monat zuvor

Der Artikel zeigt wieder einmal, welch unsinnige gesetzliche Hürden für Cannabismedizin aufgebaut worden sind. Das unterschiedliche Cannabinoid- und sonstige Inhaltsstoffeprofil müsste doch eigentlich von den Lieferfirmen trotz Umfüllung in ein anderes Gefäss genau angegeben werden können. Dadurch wäre es dann für die Apotheke möglich, eine gleichwertige Ersatzrezeptur des gleichen Wirkungsprofils zur Verfügung zu stellen, die der Verschreibungshöchstmenge in Verbindung mit dem THC-Gehalt entspricht. Ausserdem gibt es medizinisch sicherlich gewisse festlegbare Toleranzgrenzen für mögliche Abweichungen. Schliesslich sind die Pflanzenprodukte schon jahrtausendelang erfolgreich als Medizin verwendet worden. Wenn Cannabis durch Legalisierung aus dem BtmG genommen werden würde müsste sich diese unsinnige Bürokratie damit eigentlich auch zwangsläufig ändern. Wenn nicht sollten dazu sofort entsprechende Neuregelungen getroffen werden.

Ramon Dark
Ramon Dark
1 Monat zuvor

@Ann21 Ist zwar schon länger her, aber Du hast Dich wieder einmal mit Deiner Werbung in Journal und Artikel geirrt, oder bist Du vielleicht Cannabispatient*in, die auf diese skurrile Art und Weise versucht, Lieferschwierigkeiten zu umgehen? Oder bringst Du bei Deinen Aktionen für Deine Kundschaft gar was mit um deren Engpässe zu vermeiden? Denke, Du hast hier kein Glück damit. Versuchs doch mal auf Pornoseiten, über Regionalzeitungen oder facebook.