Montag, 22. Februar 2021

Türkisches Gericht verurteilt Youtuber wegen Cannabis-Verherrlichung

Satirisches Lied über Cannabis führt zu hoher Haftstrafe

Cannabis

 

 

Kritische Geister bekommen immer öfter die volle Härte des Gesetzes zu spüren. Selbst in gefestigten europäischen Demokratien kennt die Justiz kein Pardon mit Künstlern und Journalisten, die sagen, was sie denken. Zuletzt wurde der spanische Rapper Pablo Hasél wegen Majestätsbeleidung zu neun Monaten Haft verurteilt und vom Fleck weg eingelocht. Sein Vergehen war, Alt-König Juan Carlos, der sich nach Korruptionsvorwürfen und angesichts einer drohenden Haftstrafe nach Abu Dabhi abgesetzt hat, einen „Dieb“ zu nennen. Dass Hasél mit dieser Meinung nicht alleine dasteht, zeigen die seit einer Woche stattfindenden Massenproteste aufgebrachter Bürger in Spaniens Metropolen,

 

Auch der NATO-Bündnispartner Türkei macht nicht viel Federlesen, wenn es darum geht, die Bevölkerung per Strafverfolgung an der freien Meinungsäußerung zu hindern. Unzählige Journalisten wissen ein Lied davon zu singen, wie schnell man aus dem Blechnapf frisst, wenn man sich gegen die herrschende Ordnung stellt. Nun hat es den Youtuber „Porçay“ erwischt, der in Istanbul von einem Strafgericht in erster Instanz wegen einer Parodie über Cannabis zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt wurde. Stein des Anstoßes war ein satirisches Liedchen, dass „Porçay“ auf seinem Kanal mit über 600.000 Abonnenten veröffentlicht hatte. Die Parodie „Ich rauche Gras“ führte 2018 zu einer Anklageerhebung wegen der Verherrlichung von Cannabis. Und das vor dem Hintergrund, dass „Porçay“ selbst überhaupt kein Cannabis konsumiert und „in seinem Leben nie Drogen genommen hat“.

 

Das nun ergangene Urteil, Ömer Aslan alias „Porçay“ ein paar Jährchen im türkischen Strafvollzug reifen zu lassen, ist fraglos ein Justizskandal, denn der Vorwurf der Cannabis-Verherrlichung ist nicht haltbar. Aslan und sein Anwalt ließen vor Gericht keinen Zweifel, dass es sich bei dem Videoclip um eine Parodie handelt, in der Kiffer und Drogenkonsumenten alles andere als gut wegkommen. Das Liedchen porträtiert für jeden Zuhörer unverkennbar eine Person, deren Leben durch Drogenkonsum ruiniert wird. Es sei unmöglich, beim Hören des Liedes auch nur ansatzweise auf die Idee zu kommen, dass der Text ernst gemeint sein könnte. Aslans Anwalt zeigte sich empört darüber, dass das Gericht nach zweieinhalb Jahren nicht imstande ist zu erkennen, dass „ein Witz ein Witz“ ist. „Sogar für türkische Verhältnisse ist dieses Urteil unfassbar“, sagte Aslans Anwalt. „Dass ein junger Mensch für etwas verurteilt wird, worüber er sich nur lustig macht, ist beängstigend.“

 

Gegen das Urteil werden „Porçay“ und sein Anwalt Berufung einlegen – in der Hoffnung, auf einen Richter zu treffen, dessen Urteilsvermögen auf etwas mehr Sachverstand und Intelligenz beruht.

 

9 Antworten auf „Türkisches Gericht verurteilt Youtuber wegen Cannabis-Verherrlichung

  1. smile Indica

    Verbrecherstaat, Staatsverbrecher, Faschisten, korrupte Politiker und eine Polizei, die zur Terrororganisstion mutiert ist.
    Richter und Staatsanwälte auf dem Niveau von Freisler, denen die verfassungsgemäßen Grundrechte von Menschen komplett egal sind und die damit gegen Menschenrechte eklatant verstoßen.
    Die Unterschiede in der Justiz zu Nazideutschland sind im Breich Cannabis nicht vorhanden und in der Türkei sind die Grundrechte komplett abgeschafft. Kriminelle in der Regierung sind mittlerweile hier und in der Türkei, zum Normalzustand geworden.
    Andere Meinungen werden auf kriminellste Art und Weise niedergeschlagen und Andersdenkende werden gemobbt und verfolgt. Deutschland und die Türkei im Jahr 2021, die Unterschiede verschwimmen, denn auch in Deutschland ist mittlerweile Zensur und Diskriminierung ein probates staatliches Mittel, der Kreatur mit der Raute sei Dank, haben wir es endlich geschafft.
    Willkommen in der DDR 2.0 in der der Bosporus immer näherrückt und Faschisten auf dem Vormarsch sind und wenn das alles nicht mehr hilft ist die Terrororganisation, oder soll ich sagen Söldnertruppe, auch in der Lage eine Cannabisuser von hinten in den Kopf zu schießen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Alles schon dagewesen und es wird sich wiederholen und die Gefahr wird jeden Tag größer.

  2. Petra

    @Die Hanfinitiative
    …das war mit Abstand dein kürzester Beitrag. Bitte auch außerhalb der Hanfblase aktiv werden.
    Danke für deine Mühe und Initiativen, Dank auch ans Hanfjournal – ihr schafft, mit interessanten und aktuellen Artikeln, die Zeit bis zu Legalisierung oft, aufmunternd, schockierend, lustig und vor allem kurzweiliger zu gestalten.
    Hut ab – TOP

  3. Otto Normal

    Wir erregen uns alle sehr fürchterlich, rufen Schweinerei!
    Auf den ersten Blick wieder einmal ein armes Cannabis Prohibitionsopfer!
    Aber nur auf den ersten Blick.
    Es geht um mehr.
    Um sehr viel Mehr!

    Immer wieder neu wird von den „Oberen“ versucht mit hinterfotzigen Methoden die Meinungsfreiheit abzuschaffen bzw. unliebsame Meinungen niederzuknüppeln.

    Man muß dazu nicht unbedingt bis zum Bosporus laufen. Auch hier in Deutschland wird fleißig an der Zensur gearbeitet. Ursula von der Leine (CDU) hat das mehrfach versucht und sich den neuen Namen Zensursula dabei eingefangen den sie nun nicht mehr los wird. Annegret Krampf-Karrenbauer (Kürzel AKK – auch CDU) hat es ebenfalls zu trauriger Berühmtheit gebracht beim Versuch sich an der Meinungsfreiheit zu vergreifen.

    Btw.: ich verwende gerne das Kürzel „AKK“ weil es so ähnlich wie AKW (Atomkraftwerk) klingt und damit beim Leser unbewußt Angst erzeugt. Das ist auch gewollt den von dieser Frau geht sogar mehr Gefahr aus als von jedem gewöhnlichen AKW.

    Zurück zur Abschaffung der Meinungsfreiheit.
    Man macht das hier in Deutschland nicht ganz so plump wie in der Türkei. Hier ist man auf die geniale Idee gekommen, die privaten Unternehmen die Meinungsfreiheit untergraben zu lassen (z.B. Fratzenbuch oder Youtube aber auch die Presse), indem ihnen mit hohen Strafen gedroht wird, sollten sie nicht der Verpflichtung nachkommen unliebsame Kommentare („Hasskommentare“ genannt) zu zensieren bzw. zu löschen.

    Gegen das Internet und seine Inhalte vorzugehen ist sehr schwierig. Man hat es zuerst mit der Ausrede versucht man müsse die immer mehr um sich greifende Kinderpornografie vorgehen. Das man dabei am besten bei der katholischen Kirche anfangen müßte ist den meisten Politclowns zwar klar aber dazu sind sie zu feige. Jetzt glaubt man mit der Definition des „Hasskommentars“ endlich den richtigen hebel gefunden zu haben. Im Grunde genommen erleben wir gerade eine Medienrevolution wie seit Gutenberg nicht mehr. Das ist den paar Familien die in unserem Land die Zeitungen besitzen und damit die Meinungshoheit haben gar nicht recht.

    Grundsätzlich wird wieder einmal mit den bewährten Mitteln gearbeitet Spaltung und Stigmatisierung. Wer kritisch darüber nachdenkt ob die Coronamaßnahmen überhaupt sinnvoll und angemessen sind wird sofort zu einem Coronaleugner. Alles was nicht dem Mainstream folgt ist Wutbürgertum oder sogar AFD-Faschismus. Das wir schon längst unter einer CDU-Diktatur leben, abgesichert durch die Hure SPD, die sich um an die Macht kommen für nix zu schade ist, merkt gar keiner. Stattdessen zeigen wir kopfschüttelnd mit dem Finger zur Erdogan-Türkei „guckt mal wie schlimm es dort ist“.

    Aber auch hier bei uns werden jedes Jahr Menschen, die mit Cannabis in Berührung sind, in der Größenordnung einer mittleren Kleinstadt strafrechtlich „Sonderbehandelt“.

    Der politische Dreck den unsere Volksverräter täglich aufs neue erzeugen reicht dicke aus um erst einmal vor der eigenen Haustüre zu kehren.

  4. Hans Dampf

    Danke Otto Normal,
    du triffst wieder einmal wie gewohnt den Nagel auf den Kopf.
    Deinen Worten ist nichts hinzuzufügen.
    Auch wenn es danach aussieht, daß sich die Bürger auch weiterhin von der Verbrecherkaste der Union verarschen lassen, wer weiß. Vielleicht werden wir es doch noch erleben, frei und ohne Verfolgung durch die Polizei, einen rauchen zu können. Wunder gibt es bekanntermaßen immer wieder.
    Bleib gesund und weiter so.
    L.G. H.D.

  5. DIE HANFINITIATIVE

    […] Petra
    22. Februar 2021 um 17:30

    @Die Hanfinitiative
    …das war mit Abstand dein kürzester Beitrag. Bitte auch außerhalb der Hanfblase aktiv werden.
    Danke für deine Mühe und Initiativen, Dank auch ans Hanfjournal – ihr schafft, mit interessanten und aktuellen Artikeln, die Zeit bis zu Legalisierung oft, aufmunternd, schockierend, lustig und vor allem kurzweiliger zu gestalten.
    Hut ab – TOP
    […]

    Liebe @Petra, sowa nettes kriege ich nicht oft zu lesen. Deshalb ist meine Freude groß. 😀 Wenn ich nur einem erwachsenen Menschen, oder einem Kind, etwas Gutes mit meiner Arbeit tun konnte, dann war es das mehr als wert! 😀 Schön, dass Du hier Deine Meinung sagst und ich gebe Dir natürlich Recht, dass @WIR mehr Gehör in der Gesellschaft finden sollten.

    Dass man @UNS auf Augenhöhe begegnet. Das hat, glaube ich, viele hier verletzt, diese schlechte und ungerechte Behandlung über so eine lange Zeit… Mich verletzt das auch, wenn andere ungerecht behandelt oder sogar verletzt werden und sich nicht oder nicht gut wehren können. Das ist auch eine meiner Motivationen, warum ich hier schreibe. Nenn es eine Form der „zärtlichen Liebe“ zu verletzlichen Wesen. 😀 Wehrhaft – mit Liebe. Ein Aikido-Prinzip.

    Ich würde mich freuen wenn ich gelegentlich noch mehr von Dir zu lesen bekomme. Denn wenn ich eine Biene wäre, so wäre das der leckerste Honig für mich. Menschen zu „bewegen“. 😀 Es gibt sowieso keinen Stillstand. Seit dem Urknall ist „Bewegung“ in der „Sache“. 😀 😀 😀

    Zärtlich liebe Grüße und Daaaanke! 🙂 🙂 🙂

    PS … noch ist es ein Flüstern… https://youtu.be/Xv8FBjo1Y8I

  6. DIE HANFINITIATIVE

    @dkong stänkerst auch im RL immer gern? Na, wenn’s Deine Wesensart und Freude ist… 😉 Werd glücklich. Kriegst auch bissl Aufmerksamkeit von mir. 😉
    Auch Dir alles Gute. 😀 LG 🙂

    PS auch für den lieben Jakob Augstein 😉
    DER PANTHER

    IM JARDIN DES PLANTES, PARIS

    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
    so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
    geht durch der Glieder angespannte Stille –
    und hört im Herzen auf zu sein. 🙂

    PS PS – eins meiner Lieblingsgedichte für Dich, lieber @dkong und @Hanf-Community und dem Rest der „Beste aller Welten“ und für unsere unbekannten türkischen Freunde und Freundinnen:

    […] …. In der Darstellung Luke Fischers wurde lange Zeit das Gedicht als Übertragung menschlicher Gefühle auf ein Tier verstanden, diese wurden dann auf alle Menschen oder speziell auf die Biografie Rilkes bezogen: Das Gefühl der Gefangenschaft sollte dem Gefühl der Vereinsamung Rilkes in Paris entsprechen. Fischer hebt dagegen hervor, dass Rilke das Tier als ein Wesen mit Innerlichkeit und relativer Freiheit versteht und macht in seiner Analyse deutlich, dass Rilke den Panther eher im Vorgriff auf das zoologische und biosemiotische Umwelt-Modell Uexkülls sieht, indem er die Wahrnehmungen des Panthers und seine Verhaltensimpulse als Einheit begreift: Der Panther kann aufgrund der Einschränkung seiner Perzeptionen nicht mehr aktiv handeln, das Zusammenspiel zwischen Umweltreiz und Handlung ist zerstört, und damit das Lebewesen selbst, das nur in dieser Interaktion als Ganzheit existiert.[12] […] https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Panther

  7. Qi San

    „Denn der hat viel gewonnen, der das Leben verstehen kann, ohne zu trauern.“
    (Friedrich Hölderlin)

    Angela Merkel ist eine Neoliberale die sich weder für Freiheit noch Gerechtigkeit einsetzt.
    Ob millionfacher Betrug am Bürger (Dieselgate) oder Verletzung der Menschenrechte –
    solange die Kasse der Industrie klingelt und der Staus Quo erhalten bleibt ist ihr alles recht.

    … als der Bundestag den millionfachen Mord der Türken an den Armeniern zum Völkermord erklärte, glänzte SIE mit Abwesenheit in der Reichskristalkuppel. Als Aserbaidschan mit millitärischer Hilfe des Sultans sich Bergkarabach zurückholte und die Armenier innerhalb 2 Tagen das Land verlassen mussten … kam wieder nichts von Ihr.

    Angela Merkel ist eine Meisterin im Wegschauen und Nichtstun ….

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