Montag, 23. März 2020

SARS-CoV-2: Schwere Zeiten für Deutschlands Cannabis-Community

Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie öffnen Sicherheitsbehörden Tür und Tor

Foto: Susanne Winter

 

Ein Kommentar von Sadhu van Hemp

 

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert an das „solidarische Handeln“ in der Corona-Krise und spricht von „der größten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg“. Bewältigt werden soll diese Herausforderung mithilfe der Sicherheitsbehörden, die ab heute freie Hand haben und die Bürger und Bürgerinnen wie in einem lupenreinen Polizeistaat verdachtsunabhängig kontrollieren und nach Gutdünken maßregeln können. Wer vor die Tür tritt, kann sich also darauf einstellen, alle Nase lang von der Polizei zur Brust genommen zu werden. Das Verlassen der „Wohnung oder gewöhnlichen Unterkunft“ ist nur noch aus triftigen Gründen gestattet. Weiter heißt es in dem gestern gefassten Beschluss: „Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.“

 

Die Aufgabe der Polizei wird es also sein, Passanten, Radler, Autofahrer und Reisende nach dem Grund des Verlassens der Wohnung zu fragen. Wie immer sind die Menschen im Vorteil, die nichts zu verbergen haben und sich obrigkeitshörig an die neuen Regeln halten. Doch das trifft nicht auf alle zu – vorneweg diejenigen, die „Versorgungsgänge“ in Sachen Cannabis zu erledigen haben. Für Dealer und Konsumenten wird jeder Weg zum Hindernislauf durch einen Parcours von verdachtsunabhängigen Polizeikontrollen. Das Risiko, von der Polizei herausgefischt zu werden und sich ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Cannabis-Verbot einzuhandeln, hat sich seit heute um ein Vielfaches erhöht.

 

Es brechen harte Zeiten an, deren Auswirkungen der deutschen Cannabis-Community schwer zu schaffen machen werden. Verschärfte Grenzkontrollen werden den Cannabis-Import aus nah und fern erheblich beeinträchtigen und zur Verknappung der Rauchware führen. Überdies werden Hamsterkäufe den Markt leerfegen; der Preis wird steigen und die Qualität sinken. Anders als bei anderen legalen Genussmitteln, die nach wie vor uneingeschränkt erhältlich sind, wird die Grundversorgung der Bevölkerung mit Haschisch und Marihuana in Deutschland nicht gewährleistet sein, wenn die Beschneidung der Bürgerrechte zur Bekämpfung der SARS-CoV-2-Pandemie über Monate aufrechterhalten wird. Überdies besteht die Gefahr, dass es zu weiteren Verschärfungen kommt, die langfristig zum Status quo werden und Deutschland in einen Polizeistaat verwandeln, der seine Bürger und Bürgerinnen mit modernster Technik überwacht und drangsaliert. Das derzeitige Versammlungsverbot gibt bereits einen Vorgeschmack auf das, was die Bevölkerung erwartet, wenn niemand mehr für seine Rechte demonstrieren darf. Der alljährliche Global Marihuana March (GMM) und die Hanfparade werden voraussichtlich aufgrund des Versammlungsverbots nicht stattfinden.

 

Um die Durststrecke durchzustehen, bietet sich für die Hänflinge an, vermehrt auf den illegalen Eigenanbau von Cannabis zu setzen. Doch auch dieser Ausweg aus der Krise birgt erhebliche Gefahren. Polizeiwillkür und Denunziantentum haben in einem Staat, der seiner Bevölkerung das Maul verbietet und die Freiheit stiehlt, Hochkonjunktur. Insbesondere die weit Rechtsaußen stehenden Mitbürger werden die Gelegenheit nutzen, um ihre kruden Vorstellungen von einem starken Staat ohne  linksgrün versiffte Gutmenschen umzusetzen. Die Corona-Krise spielt jenen Demokratiefeinden bestens in die Karten, die den gläsernen Bürger herbeisehnen und die Freiheit abschaffen wollen. Die von Nazis unterwanderte AfD fordert bereits, den augenblicklichen Zustand beizubehalten, um das Vaterland vor „illegalen Einwanderern“ zu schützen.

 

Letzte Hoffnung, dass es soweit nicht kommt, ist, dass das Krisenmanagement von Merkel & Co. über den derzeitigen blinden Aktionismus hinauskommt und für die Zeit nach dem 5. April eine Strategie zur Eindämmung der Pandemie entwickelt, die die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen bewahrt, anstatt zu zerstören.

Die „größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg“ ist nur zu meistern, wenn jetzt alle „solidarisch“ in Hände spucken und nicht im Hausarrest Däumchen drehen. Die Starken müssen den Schwachen helfen und dafür sorgen, dass die Kapazitäten der Intensivstationen unverzüglich hochgefahren werden. Italien hat gezeigt, dass die Dunkelziffer der Infizierten viel zu hoch ist, um das SARS-CoV-2-Virus in Schach zu halten und die drohende Überlastung des Gesundheitssystems abzuwenden. Zwar wird die Kurve der Neuinfektionen durch die jetzt beschlossene Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Bürger abflachen, doch Virologen und Epidemiologen sind wenig zuversichtlich, dass die Bevölkerung mit diesen Maßnahmen langfristig vor einer Infektion geschützt wird.

 

Deutschlands bekanntester Virologe Christian Drosten von der Berliner Charitè erwartet, dass die Zahl der Infizierten wachsen wird. „Wenn wir davon ausgehen, dass sich während der jetzigen Infektionswelle bis zum Herbst vielleicht zehn oder 15 Millionen Menschen in Deutschland anstecken, dann haben wir auch bald sehr viele Leute mit Antikörpern“. Laut Drosten wird es in einigen Monaten Pflegekräfte und Ärzte geben, die ohne Maske mit Coronavirus-Infizierten arbeiten könnten. „Auch in anderen Berufsgruppen wird es Leute geben, die sagen: Ich bin da durch.“

 

 

20 Antworten auf „SARS-CoV-2: Schwere Zeiten für Deutschlands Cannabis-Community

  1. H'79

    Wir sollten unsere Forderungen nach Legalisierung untermauern (und nicht aus falscher Pietät hinten anstellen).
    Großer Hemmschuh hierbei ist immer noch die Union, die wir damit rückhlaltlos behelligen müssen. Ansonsten sind C(D)/(S)U-Abgeordnete garnicht so unvernünftig, über viele Themen kann man mit ihr parteiübergreifend sachlich und konstruktiv diskutieren und somit oft zu respektablen Ergebnissen kommen – hingegen kann man dreimal gründlich seine Argumente für Legalisierung erklären und sie kommen immer wieder mit denselben überholten und widerlegten Argumenten. So habe ich den ehem. Bundestagsabgeordneten Frank Tempel (Die Linke) verstanden, als er in einem Video begründete, warum aus seiner Sicht die Legalisierung und ein Ende des Prohibitions-Unsinns noch nicht vonstatten gehen und seine letztlich höchst konkrete Erklärung, warum/woran es hakt. Von absichtlicher Inkompetenz seitens Unionspolitikern sprach der vom DHV längst mit Preis ausgezeichnete Politiker (der auch Mitglied der Experten-Vereinigung Schildower Kreis ist).
    Der SPD – so ging auch aus dem Statement/Video hervor – steht Angst im Wege, die aus den Ängsten in der Bevölkerung resultierend sich immer wieder in der SPD letztlich (auch) bei den Bundestagsabgeordneten niederschlägt. Dafür sollten wir – so zumindest meine Auffassung – ein gewisses Verständnis haben und sie in ihrem Mut (den sie ja auch hat und in dieser Angelegenheit wirklich massiv braucht) bestärken! Eindeutig lobend sprach Tempel sich im Hinblick auf die Grünen aus, auch ausdrücklich für ihr konkurrierendes Konzept hinsichtlich Drogenpolitik (das im Wesentlichen dem der Linken ähneln dürfte) und auch wenn die FDP sich wieder in vergleichbarer Weise positioniert und engagiert, begrüßt Tempel dies (so habe ich seine Äußerungen im besagten Video, das ich gestern sah, zumindest sinngemäß in Erinnerung).
    Leider war Frank Tempel infolge der letzten Bundestagswahl aus dem Parlament ausgeschieden – die Linke hatte aufgrund verlorener Sitze weniger Abgeordnete via Listenplätze in den Bundestag einbringen können. Ich glaube es ist für uns wirklich schade, dass dieser, für unsere Belange verdienstvoll engagierte und vorbildliche Ausnahme-Politiker sich (erstmal) nicht mehr als Bundestagsabgeordneter für uns einsetzen kann.
    An die mit Corona begründeten Regeln halte ich mich zumindest weitestgehend, aber es bleibt uns immer noch das Recht auf Meinungsäußerung, das wir gerade in heutiger Zeit (bei Beachtung gewisser anständiger Regeln sonst jedoch) unverhohlen und ohne unnötiges Zaudern sogar mehr ausschöpfen sollten, um fair aber auch mit der offenbar nötigen Hartnäckigkeit und Stringenz den verbalen Kampf gegen Verletzungen hochkarätiger Menschenrechte und um konstitutiv verankerte Werte und Ideale.
    Wohl denen, die den Mut haben, dies auf öffentlicher Bühne zu tun – wenn wir uns in vergleichbarer Weise zu Drogenpolitik äußern wie gewisse Persönlichkeiten des Schildower Kreises (oder konsequent einhellig längst auch LinkenPolitiker), tun wir dies nicht nur für uns CannabisFans sondern auch für den sog. Junkie in der Gosse, der auch mit Abhängigkeit ein würdigeres Leben führen kann, wenn Drogenpolitik ihre Aufgabe in einer Demokratie ernstnimmt, deren höchstes Prinzip die Allgemeine Handlungsfreiheit (Art. 2 GG) ist.

  2. pedro kann

    sadhu, Du bist einer von denen, die den Schluss nahelegen, kiffen würde verblöden

  3. Jonny

    Dieser Wahnsinn wurde mit Absicht durch die Chinesische Pharmaindustrie eingeleitet und Inziniert.Damit sollen in deren Augen mehrere Probleme “’gelöst“‚ werden und um Weltweit Einfluss zu nehmen um das freiheitliches Denken einzuschränken,zu Manipulieren und zu beherrschen.Pharmazeutisches Handeln auf Basis legalen Massenmordes!

  4. Lars Rogg

    Danke Sadhu…Du sprichst mir aus der Seele….und ich bin nicht verblödet.!! Aber eben auch kein kriechender Hysteriker, der den Unsinn mit „der größten Herauforderung seit dem 2. Weltkrieg“ auch nur ansatzweise ernst nimmt. Ich bin Realist. Die paar hundert dahin Siechende sind schlimm. Aber sie mit vielen Millionen Ermordeten zu vergleichen oder in Relation zu setzen ist pure Panikmache die an der Realität meilenweit vorbei geht. Auch die Angst vor einem Polizeistaat ist angesichts der neuen Polizeiaufgabengesetze, der Polizeiwillkür und der drakonischen Strafen bei Zuwiderhandlung nicht zu hoch gegriffen. Jeder auf Versorgungstour sollte einfach davor ein paar Lebensmittel einkaufen gehen und samt Kassenbon im Rucksack haben, freundlich bleiben und den netten Blauen immer recht geben. Dann dürfte das alles schon glatt gehen. Im richtigen Moment einen Blauen annießen dürfte auch helfen schnell weiter zu dürfen. Passt auf euch auf, bleibt in Deckung 🙂

  5. Tiffi

    Was gefunden… ganz frisch…
    Ob Kommentare von entsprechenden Stellen wahrgenommen werden?

  6. Georg Elser

    Weil die Behörden ,in Deutschland, auf dem rechten Auge, Blind sind , werden diese Kontrollen nicht das Virus eindämmen .
    Im aktuellen Virus Fall ,können und wollen ,diejenigen das Problem nicht lösen , die es verursacht haben . Wer Bienen durch Pestizide tötet ,hat Mindestens das selbe verdient .
    Solidarität ? Habe ich mir auch gewünscht ,in Zeiten des Wirtschaftsaufchwungs und der vollen Kassen ,der vergangenen Jahre .
    Ein Virus oder Strick egal . Its works , Nürnbergerproßesse 2020 .
    Die deutsche Bürokratenmafia ,bekommt jetzt die Rechnung .
    Schadenfreude . Hahahahahahahahahahahahaaaahahahaahahaa !!!!!!

    Deutschland muss sterben , damit wir leben können !

  7. Rainer Sikora

    Es gibt Grüne,die in ihrer Position versuchen könnten,für uns etwas zu bewegen.(Winfried Kretschmann)zum beispiel.Aber wenn selbst die SPD ,außer gelegentliche Bekundungen, sich da nicht reinhängt,bleibt auf diesem Weg wenig bis gar keine Hoffnung übrig.

  8. Johann

    Es ist ja schön und gut, dass wir unsere Freiheitsrechte verteidigen, aber in solchen Zeiten ist es doch wirklich geboten, die Füsse wenigstens für einen Monat stillzuhalten, um zu sehen, ob wir die exponentielle Infiziertenrate wenigstens senken können. Man kann auch wirklich einmal ohne Cannabis auskommen.

    Denkt an Italien, denkt an die Pfleger u. Ärzte, denkt an die, die den Laden am Laufen halten und ihren Kopf hinhalten. Ich hoffe, dass es hier nicht soweit kommen wird.

    Was das Kiffen angeht, mache ich mir ehrlich gesagt mehr Sorgen um die Leute, die Cannabis als Medizin einnehmen, ihnen muss die Versorgung garantiert werden.

    Wir stehen tatsächlich vor einschneidenden Ereignissen, die Welt wird aus dieser Pandemie (hoffentlich) die richtigen Schlüße ziehen. Autoritäre Regime werden es in Zukunft schwerer haben, ihre Politik durchzusetzen, weil gerade ein Staat wie China, es zu Anfang unter den Teppich kehren wollte.

    Dann siehe, Trump, und Johnson, beides Politclowns – allein in den USA sind gestern 100 Menschen an Covid-19 dahingerafft worden, und Boris sprach zu Anfang von einer Herdenimmunität, er nahm es in Kauf, dass hunderttausende seiner Landsleute sterben, und hat viel zu spät reagiert.

    Von Bolsenaro garnicht zu reden. Es besteht also die Möglichkeit, dass das Coronavirus eine Chance sein wird, wie ein Frühlingswind könnte es diese Clowns und Dikatoren hinwegfegen, um Platz für wirkliche Demokratie zu machen, wo jeder Mensch gedeihen kann.

    Die Leute sind gerade mit sich selbst beschäftigt, sie plagen Sorgen, wie sie ihren Job behalten können, oder die Miete bezahlen werden. Erst nach dieser Pandemie, wird sich ihr Auge, wie Sauron, diesmal auf die Schuldigen richten.

    Also, nicht alles so schwarz sehen, und mal die Füsse für einen Monat stillhalten, alleine aus Respekt vor unseren Alten u. Vorerkankten gegenüber. Deutschland ist zu sehr demokratisiert, als dass sie ihre Rechte einfach so opfern würden.

    P.S.

    Um die AFD ist es seltsam still geworden. Die haben keine Antworten auf diese Pandemie. Die Menschen werden erkennen, dass solche menschenverachtenden Parteien, keine Lösungen bieten.

    Doch was man wirklich von der jetzigen Politik erwarten darf u. muss, ist, dass sie immer und immer wieder artikulieren müssen, dass dies nur ein vorrübergehender Zustand ist, und Deutschland wieder seine Freiheiten gewährt werden.

    Und kommt, tun wir doch nicht so, als wenn wir Kiffer jemals frei gewesen wären. Aus unserer Sicht, leben wir seit Jahren in einem Unrechtsstaat, und das ist auch die Wahrheit.

    Erst wenn die, die uns die Freiheiten beschneiden, selbst die Freiheit beschnitten wird, werden sie erkennen, dass es doch nicht in Ordnung war, so mit uns umzugehen.

  9. Daniel Holler

    Hemp is killing Corona while growing and Users of Hemp get lucky and then they are more defended by Blood Cells from the Coronavirus…

    Bitte teilen nach Empfehlung von Germania…. Ihre: Aller Allepflanzenwirtschaftslizenz…. .. .. .. .…. .. .✉️. … .

  10. Fürstenjagd

    Nicht das die Mitbürger ,jetzt kollektiv ,ihre Ausweispapiere zerstören , Transformatoren anzünden , und infrastruktur zerstören oder gar Systemrelevante schaltstellen manipulieren , oder so , angesichts der Grandiosen ,Unfähigkeit der deutschen Behörden , angemessen auf das Virus zu reagieren .
    Wer will schon von Trotteln, Kontrolliert werden ?
    Aber ,zum Glück hat die lockale PiratenPartei ein paar Handlungsvorschläge ausgearbeitet .
    1. Die Produktion von Pestiziden ,sollte sofort eingestellt werden .
    2.Die die ihre Bildung geerbt, haben ,sollten jetzt mal schnell zurücktreten und die mit der Begabung, ran lassen , besonders in der Forschung.
    3. Umstellung der Wirtschaft auf Hanf .
    4. Verschärfung der Umweltauflagen .

  11. Hans Dampf

    Solange die Grenzen für den Warenverkehr offen gehalten werden, wird es auf dem Schwarzmarkt keinen Mangel geben. Allenfalls kann es regional zu einigen Versorgungsengpässen kommen. Wer sich vor/weitsichtig verhält und es nicht übertreibt ( sich an die Regeln hält wie z.b. allein unterwegs sein usw. ) kann die Krise überstehen. Ein Spaziergang im Park, (mit Hund z.b.) oder der Gang zum Dealer seines Vertrauens ist noch genauso möglich, wie auch der Kauf von Klopapier im Supermarkt. Schließlich werden bei einer Pandemie keine Taschen ohne einen Grund durchsucht. Wozu auch. Die Polizisten wollen sich auch nicht anstecken.

    Gut, für den einen oder anderen mögen diesbezüglich schwere Zeiten bevorstehen aber das liegt dann bestimmt nicht an einem Mangel von Cannabis. Wobei auch die Möglichkeit mal aufzuhören nicht die schlechteste sein muß.
    Das in dem Artikel beschriebene Bild erscheint mir zu düster und schürt nur unnötig Ängste. Auch wenn von der Deutschen Cannabis-Community gesprochen wird, so kann doch nur ein kleinen Teil der Gemeinschaft gemeint sein. Von den ca. vier Millionen Konsumenten werden nur die wenigsten Schwierigkeiten, wie oben beschrieben wird, tatsächlich erleben. Ingesamt gesehen, kaufen doch die wenigsten auf der Straße oder dem Park usw. Die meisten werden auch in der Zukunft ihrem Laster frönen können. Dessen bin ich sicher.

  12. H'79

    @Johann
    Natürlich gibt es immer gute Gründe nicht zu kiffen, das Problem ist vielmehr dass selbst beste Gründe nie gut genug waren, mit diesem Prohibitionswahnsinn aufzuhören.
    Sterben und krank sein ist schlimmer als vorübergehend auf ein Genussmittel zu verzichten. Dienst vor Schnaps und medikamentöse Versorgung Notleidender vor rein vergnügunsmotiviertem Konsum der Hedonisten – nur: Freiheit und Würde sind Güter, die man nach 25 Jahren, die allein ich den Schwachsinn der Cannanis-Verbote und -Bestrafungen bewusst miterlebe, nicht aufhört mit Füßen zu treten bzgl sog Btm. Willst du mich davon überzeugen, es sei frommer, weiterhin auf ungestrafte Selbstbestimmung zu verzichten, weil ich sonst Menschen nerven könnte, die am War on Drugs festhalten?! Vielleicht liegt dein verborgenstes Talent in zynischem Humor, ein geistreicher Sachbuchautor scheint aus meiner Sicht nach dem was du heut schriebst nicht verlorenzugehen. Vielleicht bist du einfach sehr jung.
    In den 90ern kamen mir schon weise gemeinte Argumente auf den Tisch, Wirtschaft und die Arbeitslosigkeit seien wichtiger als legales Cannabis und wenn man revue passieren lässt was seither passiert war: HartzIV, Umweltzerstörung, Unrecht hüben wie drüben und gesoffen wurde weiterhin bis zum Exitus.
    Auf allen Ebenen man massig Mist gebaut, für manche guten Dinge war man sich zu schade, auf keinem Ohr will ich tauber sein als auf dem in das mir ständig Aufschub geflüstert wird – selbst wenn wir wirklich keine Zeit dafür hätten, ich weiß dass das nicht der Grund ist. Sorry, ich leb vielleicht noch weitere gut 25 Jahre als Arbeitnehmer, dann komme ich vielleicht in den Ruhestand, andere Cannabis-Liebhaber sind jetzt schon weit über 60 und müssen sich damit seit 40 Jahren verstecken – willst du die zur Geduld aufrufen oder sollten wir doch mal in die Pötte kommen!?! Ich erfinde jedenfalls nicht ständig neue Ausreden, wenn ich garnicht zum Ziel kommen will.
    Du willst ein zwei Monate? Klar, schenk ich dir, und dann legalisierst du mit den Brüdern von der Jungen Union oder was ist dein durchdachter Plan?? Ich bin einfach nur unempathisch und hab keine Geduld. Mit Zügelung und Zucht verstanden es Staat und Gesellschaft zu allen Zeiten dem beizukommen – neenee, mein lieber, bei deiner wohlfeilen Argumentation geh ich keine zwei Meilen auf dem Weg zur nächsten Oase mit (nur um mich zu ärgern dass es wieder nur eine Fata Morgana ist?), wenn ich mir gestern schon die Füße wund lief … auf never ending Durststrecke …
    Bon Appetit `,~>

  13. Johann

    @ H’79

    Ohne dich jetzt persönlich angreifen zu wollen, aber ich glaube, du hast den Ernst der Lage nicht begriffen. Momentan geht es mit der Wirtschaft rapide bergab. Wir werden in eine Rezession schlittern, und dies nicht zu knapp.

    Und was noch schlimmer ist:

    Jeden Tag ringen abertausende Menschen weltweit in ihren Betten mit dem Tode – das ist nur der Anfang. Da ist es geboten Solidarität zu zeigen, und weniger auf die Legalisierung zu hoffen. Auch wenn wir es nie aus dem Augen verlieren dürfen.

    Irgendwann wird diese Krise ein Ende haben, dann wird Inventur gemacht, es wird von Seiten der konservativen Parteien auf uns gezeigt werden: „Pfui!“ werden sie sagen, „Während hundertausende, oder gar Millionen Menschen gestorben sind, haben diese Leute nur die Legalisierung im Kopf gehabt!“

    Lasst uns klug sein, lasst uns mit den verzweifelten Menschen uns solidarisieren, auch wenn sie uns verachten. Dann werden sie erkennen, dass wir genauso Menschen sind wie sie.

    Doch ich will doch niemanden sein Cannabis absprechen. Es wird nun schwieriger sein, sein Bedarf zu decken, das ist leider wahr.

    Aber glaube mir, dies da hinten ist nicht nur eine Fatamorgana, es ist eine Oase, und die Legalisierung wird kommen. Doch die Menschen haben derzeit andere Nöte, auch wenn ich dich verstehe – mir wurde nämlich wegen der Prohibition mein Führerschein abgenommen, und ich hege insgeheim einen Groll gegen diese Regierung, davon komme ich einfach nicht los.

    Aber ich habe auch ein Herz, welches mir sagt, dass alles seine Zeit hat. Auch wenn es schwer fällt, müssen wir nun durch diese Wüste schreiten.

    Und wer weiß? Vielleicht birgt die brach liegende Wirtschaft auch Chancen, vielleicht erkennen dann die Menschen, wieviel Gelder man einnehmen kann, gerade in Zeiten wo man es wirklcih gebrauchen wird.

  14. Ralf Blandowski

    ich finde diesen Artikel zu schwarz gemalt… kann ich so absolut nicht nachvollziehen… Als ob die Polizei bei den Coronakontrollen Cannabiskonsumenten jagen oder drangsalieren würden…. so wie bisher vorsicht walten lassen und gut ist es, und weiter für die Legalisierung streiten. The End of Prohibition is near, insofern keep for cool. Dieser Artikel hier ist ein ganz schlechter Artikel!

  15. Otto Normal

    @Johann
    […] Irgendwann wird diese Krise ein Ende haben, dann wird Inventur gemacht, es wird von Seiten der konservativen Parteien auf uns gezeigt werden: „Pfui!“ werden sie sagen, „Während hundertausende, oder gar Millionen Menschen gestorben sind, haben diese Leute nur die Legalisierung im Kopf gehabt!“ […]

    Jedes Jahr sterben mehr Menschen an der „ganz normalen Grippe“ (Influenza) als wir bisher an Coronatoten haben. 25.100* waren es in der letzten Grippewelle 2018/2019 und niemand hat da hysterisch reagiert, keine Ausgangssperren, Versammlungsverbote usw.
    *Quelle: Robert-Koch-Institut

    Die meisten Grippe-Opfer waren dabei alte Menschen aber niemand hat da aufgeschrien „keine Generationen gegeneinander ausspielen!“

    25.100 Menschen sind schon eine Kleinstadt!

    Sind wir Cannabiskonsumenten da stumm in uns gegangen, haben auf die Legalisierung verzichtet und uns mit den vielen dahinsiechenden Grippepatienten „solidarisiert“?

    Wirft man den Cannabiskonsumenten jedes Jahr vor sie würden nur an die Legalisierung denken während tausende in den Kliniken dahinsiechen und qualvoll an Influenza sterben, anstatt uns mit denen zu solidarisieren?

    Wie solidarisiert man sich denn mit Jemanden der mit 89 Jahren auf dem Sterbebett liegt?
    Sich dazulegen?

    Nur die wenigsten fallen einfach tot um am Ende des Lebens.
    Die meisten sterben in einer Klinik im Bett an irgendeiner Krankheit die für jüngere Menschen relativ ungefährlich ist und siechen auch oftmals lange dahin bevor der Tod sie von ihren Leiden erlöst.

    Das eigentliche Problem in unserer Gesellschaft ist der rationale Umgang mit dem Tod, der unausweichlich ist, geistig verdrängt jedoch nie thematisiert wird als das was er ist: zum Leben dazugehörend. Daher auch die ausbrechende Hysterie bei Einigen.

    Corona wird keine mio. Tote in Deutschland verursachen, nicht mal hunderttausende.
    Von daher ist leider auch keine Änderung der politischen Landschaft, insbesondere ein Abdanken der CDU/CSU/SPD Koalition denkbar, da es zu wenig Opfer geben wird.

    Jemand aus dem Fachbereich Statistik hat mir das mal ganz sachlich, mit viel Geduld und ohne Hysterie oder Hassantworten (wie von manchen Kommentatoren hier als Reaktion auf meine dahingehenden Gedanken erlebt) vorgerechnet und mich zu der Erkenntnis geführt, daß es bei ca. 40 mio. Wahlberechtigten schon min. 1-2 mio. Tote bräuchte, um bei der nächsten Bundestagswahl eine signifikante Änderung nur im 1-stelligen Prozent-Bereich zu erreichen, da nicht alle älteren Menschen CDU-Wähler sind. Man kann also die Hoffnung darauf, daß der Virus (anstelle des BVG) den Weg für die Legalisierung zu ebnen hilft, getrost zusammen mit den Coronatoten begraben.

    Die Pandemie wird über uns hinweg rollen, aber sie wird uns nicht vernichten und es wird sich anschließend nichts Wesentliches ändern. Alles Andere halte ich für Hysterie und Panikmache.

  16. Noah2001

    Guten Tag,

    zunächst einmal bin ich selber ein täglicher Cannabis Konsument. Mit diesem Artikel kann ich mich persönlich ganz und garnicht identifizieren und ihn Nachvollziehen . Die AUSGANGSBESCHRÄNKUNGEN ! und nicht Ausgangssperren haben keinesfalls den Zweck die Bürger in ihrer Freiheit zu beschränken, aus gründen sie „mundtot“ zu machen, oder ihre Rechte zu beschneiden. Es hat Den Grund dassdie Ausbreitung des COVID-19 unterbunden werden muss. Wenn dies nicht richtig geschieht sieht man ja was in Italien oder auch in China passiert ist und wie es vermutlich auch bald in der USA passieren wird. Ich finde auch als täglicher Konsument, kann man dafür mal 1-2 Monate nicht bzw. weniger Kiffen. Auch das man jetzt leichter erwischt werden kann ist doch normal und sollte einen bei einer noch illegalen Substanz wirklich nicht wundern und im Vorhinein klar sein. So etwas hat rein garnichts mit „linksgrünem Siff“ zu tun und hat sicher nicht den Grund die Bürgerrechte zu beschneiden. Wer zu einer solchen Zeit eine derartige Aussage tätigt kann meiner Meinung nach nicht bei vollständiger Geistigen Reife oder Vernunft sein. Ich würde gerne sehen, wie solche Leute reagieren würden wenn die Regierung nichts machen würde und ihre Großeltern, vielleicht auch Teilweise älteren, Geschwister an dem Virus erkranken und sterben. Dann würde es heißen die Regierung hätte nichts getan und dies würde gegen die Bürgerrechte verstoßen. Es handelt sich um reine Prävention und somit handelt ist sich um den SCHUTZ der Bevölkerung. Abgesehen davon ist es wirklich Schwachsinn, dass es eine Knappheit an Weed geben wird. Die Handelswege sind offen und werden auch offen bleiben und somit ist die Einfuhr nach Deutschland ohne Probleme gewährleistet, was denkst du denn bitte wo das sonst herkommt? Bestimmt einzelnd über die Grenze oder was? Der Großteil des Cannabis ist und wird immer über die Handelswege kommen welche nun mal auch offen sind.
    Für so einen Artikel sollte man sich wirklich schämen. So etwas trotz der derzeitigen Situation zu verbreiten und ernst zu meinen ist wirklich peinlich. Ich empfehle auf jeden Fall mal ein Blick in die Nachrichten und man sollte den Ernst der derzeitigen Lage wirklich mal begreifen.

  17. HansguckindieLuft

    Wer ist der Parasit?
    Wer muss, von wem befreit werden?
    Die Gefahr wird zurück gedrängt und die Natur atmet auf .
    Finde diese neue Bedrohung als sehr Bereichernd und Aufregend in dieser kaputten Kultur des Spätkapitaliusmus.

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