Dienstag, 10. März 2020

Cannabis-Verbot schönt Kriminalstatistiken

Berlins Innensenator freut sich über Zunahme der Cannabis- und Drogendelikte – Bayern bleibt Deutschlands gefährlichstes Pflaster für Kiffer

Cannabis
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Von Sadhu van Hemp

 

Ohne Cannabis-Straftaten wären die Kriminalstatistiken der Bundesländer nur halb so schön. Von Passau bis Flensburg ist auf die Kriminellen der Hanf-Community Verlass, denn diese Schurken und Halunken sind es, die die Zahl aller registrierten Straftaten stabil halten und die Aufklärungsquote aufhübschen. Während immer weniger gestohlen und betrogen wird, nehmen die von der Polizei zur Anzeige gebrachten Cannabis- und Drogendelikte kontinuierlich zu. Somit steigen die Chancen – ob in Bayern oder Berlin – jederzeit Opfer des War on Drugs zu werden.

 

In der Bundeshauptstadt weist die Statistik für das Jahr 2019 insgesamt 513.426 Straftaten aus, was einem Anstieg von 0,3 Prozent entspricht. Dabei ist zu beachten, dass Berlins Bevölkerung wächst; de facto ist die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner gesunken und lag mit 14.086 niedriger als in den vergangenen sieben Jahren. Ein Großteil der Straftaten waren Diebstähle, Einbrüche sowie Betrugs- und Fälschungsdelikte.

Gestiegen ist hingegen die Zahl der Cannabis- und Drogendelikte. Insgesamt registrierte die Berliner Polizei 18.950 Fälle, was einen Anstieg um 9,8 Prozent ergibt. Laut Berlin.de findet Innensenator Geisel (SPD) den Trend erfreulich, weil es zeige, dass die Polizei stärker kontrolliere und Drogenhändler fasse. Der Verkauf und Ankauf von Cannabis machen dabei mehr als die Hälfte der BtmG-Delikte aus. Keine Auskunft gibt die Statistik darüber, wie viel der zur Anzeige gebrachten Vergehen gegen das Hanfverbot auf das Konto von Konsumenten ging.

 

Die Aufklärungsquote der Berliner Polizei ist mit 44,7 % im Vergleich zu Bayern (65,0 %) erbärmlich. Ohne das Hanfverbot sähe es noch düsterer aus, da festgestellte Verstöße mit einer nahezu hundertprozentigen Aufklärungsquote in die Statistik einfließen – Stichwort Kontrolldelikt.

 

Interessant wäre auch die Information, wie viel Drogenbeschaffungskriminalität in der Kriminalstatistik steckt. Die verfehlte Drogenpolitik zwingt insbesondere Schwerstabhängige nicht nur dazu, täglich gegen das Betäubungsmittelgesetz zu verstoßen, sondern auch gegen alle anderen Gesetze. Allein ein Junkie kann die Kriminalstatistik täglich mehrmals mit Diebstahl-, Betrugs- und Einbruchsdelikten aufpeppen.

 

So erfreulich die Berliner Kriminalstatistik in Bezug auf die ertappten Cannabis- und Drogenstraftäter für den Innensenator auch ist, am Ende ist das Zahlenwerk nur Augenwischerei.

Wie man die Kriminalstatistik und die Aufklärungsquote richtig verschönert, zeigt die oberfränkische Polizei: Die Zahl der Rauschgiftdelikte hat sich in dem Landstrich seit 2010 fast verdoppelt; 2019 konnten die Freunde und Helfer 5073 Cannabis- und Drogendelikte statistisch verbuchen und somit Berlin um Längen übertrumpfen. Mit einer Aufklärungsquote von 72,2 % dürfte Oberfranken eine No-Go-Area für Menschen sein, die gerne krumme Dinger drehen oder einfach nur einen Haschkrümel in der Tasche tragen.

 

 

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13 Kommentare
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Lars Rogg
Lars Rogg
1 Jahr zuvor

Pervers…!!!

Hermes
Hermes
1 Jahr zuvor

Da bleibt dann keine Zeit für die Straftat des Kindesmissbrauch!
Und wieder sind die Kinder die Verlierer!

M. A. Haschberg
M. A. Haschberg
1 Jahr zuvor

Schande über Deutschland! Wieder einmal ging ein menschenfeindliches Drogenprohibitions – Jahrzehnt mit all seiner sinnlosen Tragik zu Ende ….. und fast unbemerkt hat ein Neues begonnen. Wie lange eigentlich noch muss eine aufgeklärte Gesellschaft des 21. Jahrhunderts eine derart willkürliche Barbarei ertragen? Wo bleibt der Aufschrei der pseudochristlichen Kirchen und der übrigen Medien? Auch Drogenkonsumenten, ganz gleich welcher Art von Substanzen, haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben, ohne daseinsschädigende Repressionen durch den Staat, zumal sie im eigentlichen Sinne als Kranke gelten. Vom Prinzip her macht es keinen Unterschied, ob man – wie im 3. Reich – aus Willkür Juden und Andersdenkende verfolgt, oder ob man Konsumenten einer willkürlich verbotenen Substanz verfolgt, die sich damit – wenn überhaupt – höchstens… Weiterlesen »

Otto Normal
Otto Normal
1 Jahr zuvor

Was sind schon
ein paar Millionen hinterzogener Steuern? (Berti V.)
ein paar rassistisch motivierte Morde? (NSU)
ein paar Millionen zu unrecht zurückgezahlter Steuern? (CumCum)
Das sind alles „Peanuts“. (Josef Ackermann)

Mit solchem Kleinkram können sich unsere Streitkräfte für die innere Sicherheit nicht abgeben, wenn sie den ganzen Tag lang Haschgiftverbrecher jagen müßen, die unsere Gesellschaft untergraben und die öffentliche Ordnung von innen aushöhlen, ganz zu schweigen von „Sitte und Anstand“.

Dieser Drogenkrieg kommt der Polizei ganz recht, lenkt er doch wunderbar von den echten Verbrechern in unserer Gesellschaft ab, sowie von unfähigen Politikern wie z.B. der drogenpolitische GAU Frau Marlene Mortler (dümmste Drogenbeauftragte ever).

R. Maestro
R. Maestro
1 Jahr zuvor

„Die Aufklärungsquote der Berliner Polizei ist mit 44,7 % im Vergleich zu Bayern (65,0 %) erbärmlich“. Die Berliner Cops kenne ich nicht, aber die bayrischen zur Genüge. Definitiv geilt man sich in Berlin weniger an Hanf auf, als hier im Süden. Ausserdem stürmt man in Bayern gerne zwar erst unrechtmässig vor, die rechtlichen Grundlagen dafür werden anschließend zurecht gebogen. Aber es gibt immer noch genügend Träumer, welche glauben die Cops würden sich selbst an die Gesetze halten, sie achten und sie respektieren. lol, rofl, …. Es ist für ein Land, welches sich zu den G7 zählt, sich als fortschrittlich und souverän bezeichnet nur traurig. Andere Staaten sind weiter und weniger aufgeblasen. Sie haben vernünftigere Drogengesetze, Breitband, eine Luftwaffe die aufsteigen… Weiterlesen »

DIE HANFINITIATIVE
1 Jahr zuvor

Frau Merkel! Herr Spahn! Deutsche Bundesregierung! Bitte hören Sie endlich auf unschuldige Menschen zu Verbrechern zu machen! Bitte hören SIE auf damit! CDU/CSU sagt „Hanf-Nutzer*innen sind Verbrecher. “ Sie meinen wohl wer Hanf nutzt, hat keinen Anspruch auf Menschenwürde und Menschenrechte. Sogar wenn sie NIEMANDEM irgend etwas getan haben. +++ Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland Art 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht. +++ […] Weil bei EINER/EINEM von… Weiterlesen »

Heisenberg
Heisenberg
1 Jahr zuvor

Wer sonst nichts auf die Reihe bekommt…………………..

Rainer Sikora
Rainer Sikora
1 Jahr zuvor

@DIE HANFINITIATIVE
Das Grundgesetz gilt nur für Menschen.Das sind Politiker,Polizisten,Promis und manch andere Reiche.Das Fußvolk sind die Sklaven und Untertanen,die zu funktionieren und zu gehorchen haben.Diesen Eindruck habe ich jedenfalls bei der Berührung mit Behörden,Institutionen und Ämtern erhalten.§1:Der Chef hat immer Recht.§2:Sollte der Chef einmal nicht Recht haben,tritt §1 in Kraft.Es geht auch um Lebensberechtigung und andere Befugnisse.

Fred
Fred
1 Jahr zuvor

Es wird wahrlich Zeit, das sich das Verfassungsgericht mit der Thematik befasst. Spätestens seit dem Sterbehilfeurteil muss jedem Menschen, der vom Nachdenken keine Kopfschmerzen bekommt, klar sein, das eine Gesellschaft Selbstschädigendes Verhalten akzeptieren muss. Was für Suizide – also die ultimative Selbstschädigung- gilt, kann beim Hanfkonsum, dem man ja auch eine schädigende Wirkung nachsagt, nicht aufhören. Es ist das gute Recht eines jeden Menschen, sich per Alkohol, Rauchen, Bergsteigen oder ähnliche Aktivitäten zu schädigen. Dann muss er auch zwingend Kiffen dürfen. Dabei kann weder die öffentliche Meinung, noch die wie auch immer zustande gekommene Meinung einer Regierungspartei eine Rolle spielen. Auch das hat das VG in der Urteilsbegründung klar festgestellt. Bleibt also festzustellen, das sich die Politik wie oben im… Weiterlesen »

join
join
1 Jahr zuvor

Zitat: Allein ein Junkie kann die Kriminalstatistik täglich mehrmals mit Diebstahl-, Betrugs- und Einbruchsdelikten aufpeppen.

ist doch ein lohnendes geschäft für korupte beamte weil der junkie hat immer was dabei und auf verdacht.. pahh …da geht ja bekanntlich eh ne ganze menge wenn man sich das gesetz hin biegen kann wie man möchte.. Und großartig aufwand hat damit auch niemand weil alle immer an der gleichen stelle rumhängen…. wundert mich das drogendelikte nich noch nen größeren anteil dieser fragwürdigen statistik ausmachen das würde das ganze dann wohl doch als fake entlarven… die sollen sich andere opfer suchen.. wofür zahl ich steuern ihr pfeifen.. auf jedenfall nicht dafür das friedfertige menschen ihrer würde enteignet werden

Hans Dampf
Hans Dampf
1 Jahr zuvor

Ich frage mich, sind in dieser Kriminalstatistik auch die Drogendelikte aufgeführt, welche aufgrund der sogenannten Eigenbedarfs-Regelung von der Staatsanwaltschaft oder Richter eingestellt worden sind. Oder ist es nicht vielmehr so, dass jedes Handeln der Blauen Jungs oder Zivi’s mit gezählt wird. Egal ob es zu einer Anklage gekommen ist oder eben nicht. Es werden Straftaten gezählt.
Wahrscheinlich ist bei derartigen schönen Zahlen in Zukunft mit weiteren menschenverachtenden Repressalien zu rechnen. Noch haben wir die GroKo. Auch in Berlin. Diese ganze Konsumentenverfolgung ist der reine Wahnsinn und gehört schnellstens beendet. Die CDU/CSU müssen weg. Von mir aus auch nach Bayern.✌

gein
gein
1 Jahr zuvor

worüber freut der geisel da ? jeder aufwand in der strafverfolgung über cannabis ist rechnerisch eine katastrophe. die polizei soll mal einen einzigen fall von einbruch aufklären um den leuten n gefühl von sicherheit wiederzuegeben statt hanfrauchern hinterherzurennen

inszenierte Behörden
inszenierte Behörden
1 Jahr zuvor

Die Behörden in der BRD helfen gerne mal etwas nach ,wenn es um legetimierung der eigenen Existenz geht . BKA Beamte schmuggeln schon mal 30 Tonnen Haschisch ,von pakistan über holland , nach deutschland , https://taz.de/!1473620/ . Da werden Straftaten inszeniert, die ,ohne Provokateure von BKA,Polizei und Verfassungsschutz, so nie Stadtgefunden hätten . Polizeibeamte stehlen regelmäßig ,beschlagnahmte Drogen ,aus den deutschen Asservatenkammern .
https://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13223669/Polizisten-stehlen-Drogen-aus-Asservatenkammer.html
https://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article212623709/Prozess-Haschisch-aus-der-Asservatenkammer.html
https://www.nrz.de/staedte/kleve-und-umland/drogengelder-aus-klever-asservatenkammer-verschwunden-id217061333.html
https://www.welt.de/kmpkt/article175415875/Drogenlager-der-Polizei-Polizei-vermisst-500-Kilo-Cannabis-Maeuse-sollen-schuld-sein.html
Irgendwann werden die Drogen ,wieder gewinnbringend beschlagnahmt ,das hört erst auf, bis von Kilos ,nur noch paar gramm ,übrig sind .
Wenn Polizeibeamte Drogen und Waffen aus der Asservatenkammer klauen um sie anschließend zu verkaufen ,dann hat das einen erheblichen einfluss auf die Krimminalstatistik .