Freitag, 29. November 2019

Kascha – November 2019

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…


Gabi (32, aus Berlin) fragt:

„Hi Kascha,

ich backe seit bestimmt 15 Jahren jedes Jahr in der Adventszeit Graskekse und schenke sie meinen Freunden und einigen Leuten aus meiner Familie. Nun kiffen aber über die Jahre manche Leute nicht mehr und gerade unter den Rentnern in meiner Familie würde bestimmt auch der eine oder andere vom CBD profitieren … kurz gesagt: Kann ich auch Kekse mit CBD-Weed backen? Dann würde ich davon auch mal ein paar Bleche machen. Ich will aber lieber CBD-Gras als irgendwelche Konzentrate verwenden, wegen des Geschmacks. Geht das bzw. macht das Sinn?“

Kascha antwortet:

„Hi Gabi,

klar, das ist theoretisch gar kein Problem. Im Grunde würde man dann die CBD-Blüten genauso behandeln wie die THC-haltigen Blüten und sie erst einmal in dem Fett erwärmen, das man später zum Backen verwendet. Wie auch bei THC-Blüten ist es wichtig, auf die Temperatur zu achten: Ideal sind Backtemperaturen von ca. 150 bis 160°C, auf keinen Fall sollten 180°C überschritten werden, da der Wirkstoff sich bei solchen Temperaturen schnell verflüchtigt. Das passt aber hervorragend zu den meisten Keksrezepten, die ich kenne. Die Dosierung dürfte wegen des recht hohen CBD-Gehaltes in den Blüten von teilweise bis zu 20 % wahrscheinlich ähnlich wie bei „normalem“ Gras funktionieren. Wobei es wahrscheinlich anders aussieht, wenn jemand versehentlich 4 g THC-Gras mit 15 % Wirkstoff gegessen hat, als wenn jemand 4 g CBD-Weed mit 15 % Wirkstoff gegessen hat. Wie bei THC setzt auch die CBD-Wirkung bei oralem Konsum, je nachdem, wie leer der Magen vorher war, etwa nach einer bis zwei Stunden ein, hält aber etwas weniger lange an.“



Mo (23, aus Dortmund) fragt:

„Hallo Kascha,

ich baue seit zwei Jahren selbst im Sommer an und kriege eigentlich auch ein ziemlich gutes Resultat hin. Jedenfalls muss ich mir fast den ganzen Winter lang kein Gras kaufen. Eine Sache wundert mich aber: Mein Gras riecht immer anders als das, was ich kaufe und das meist aus Holland kommt. Also nicht so wie eine andere Sorte, sondern mehr so wie typisches „Homegrow“. An der Pflanze riecht noch alles normal, aber sobald ich das getrocknet habe, riecht es mehr und mehr „pflanzlich“. Wie kommt das?“

Kascha antwortet:

„Hallo Mo,

das ist im Grunde ganz normal. Denn den typischen Geruch bekommt das Gras beim Trocknungsprozess – und professionelle Produzenten haben da einfach bessere technische Möglichkeiten. Das Geheimnis ist eine Mischung aus idealer Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung, wobei sich Phasen ohne Belüftung mit belüfteten Phasen abwechseln. So trocknet das Gras langsamer und kann durch einen Fermentationsvorgang seine typischen Aromen entfalten, während „grünliche“ Aromen nach und nach verschwinden. Heimproduzenten machen das meist so, dass sie das Weed erst äußerlich antrocknen lassen und dann in Plastikdosen verpacken, die ein Mal am Tag gelüftet werden. Wenn man aber über ein Trocknungszelt oder einen Trockenraum verfügt, in dem man automatisiert die besten Bedingungen herstellen und halten kann, dann funktioniert das alles natürlich besser. Das alles ist aber vor allem eine Geschmackssache: Auch, wenn der Fermentationsprozess nicht zu 100 % optimal kontrolliert wird, bleibt der THC-Gehalt dabei im Grunde der gleiche (außer, wenn man das Weed z.B. in der Sonne oder im Ofen trocknet). Es wird nur etwas „grüner“ und kratziger schmecken. Je nachdem, ob sich das für Deine Erntemenge lohnt, kannst Du Dich ja mal nach einem Trockenzelt umsehen – das hat neben den Möglichkeiten, das Klima genau zu regulieren, oft auch eine gefilterte Abluftanlage gegen den starken Geruch, der dabei entsteht. Im Grunde ist ein Trockenzelt auch nur ein kleines Growzelt ohne Beleuchtung.“



Tim (25, aus Hamburg) fragt:

„Hi Kascha,

ich mach mit meinen Freunden gerne mal Cocktailabend, nicht in einer Bar, sondern wir mixen dann selbst bei mir zu Hause. Und wir haben alle überlegt, es wäre mal witzig, einen Cocktail mit Gras drin dabei zu haben. Natürlich auch mit THC und allem. Wir wollen aber keine Graskrümel im Gras und so, aber an Grasöl komme ich auch nicht so oft. Wie macht man das denn am besten?“

Kascha antwortet:

„Hi Tim,

grundsätzlich ist bei solchen Geschichten natürlich immer Vorsicht geboten: Die Wirkung von Alkohol und Cannabis kann sich gegenseitig verstärken und man ist am Ende wahrscheinlich etwas anders drauf, als wenn man nur normale Cocktails getrunken hat. Tastet Euch also vorsichtig an die Dosis ran und haut nicht gleich alles ins Glas … Eine konkrete Anleitung kann ich Dir an dieser Stelle auch nicht geben, da ich nicht zum Konsum illegaler Substanzen anleiten möchte. Allgemein verwenden die meisten Konsumenten für Weed-Cocktails aber entweder selbst hergestellten Cannabisschnaps oder Cannabistinkturen. Bei fast allen Rezepten benötigt man zunächst hochprozentigen Schnaps und zerkleinertes Gras, das zuvor im Ofen bei ca. 100°C decarboxyliert, also aktiviert, wurde. Dann wird das alles gemischt und an dieser Stelle unterscheiden sich die meisten Rezepte. Es gibt zwei Varianten: Entweder wird das Gemisch dann unerhitzt oder gar gekühlt ein paar Tage stehen gelassen und einmal täglich gut geschüttelt. Nach etwa vier oder fünf Tagen wird es dann durch einen Kaffeefilter oder etwas Ähnliches abgeseiht. Oder es wird nach dem Mischen für etwa eine Stunde auf knapp unter 100°C erhitzt – das macht das vorherige Decarboxylieren unnötig und geht natürlich sehr viel schneller, als es lange stehen zu lassen. Aber diese Variante macht das Gemisch auch stärker und dickflüssiger, da natürlich einiges verdunstet. Auch dieses Gemisch wird abschließend gefiltert. Gekühlt und luftdicht in einer Flasche oder einer Pipettenflasche gelagert, kann man die Tinktur dann in der Regel einige Monate lang ohne nennenswerten Wirkstoffverlust verwenden. Aber was für einen hochprozentigen Schnaps verwendet man am besten? Ideal sind Ansatzspirituosen wie Primasprit, die zum Teil über 90 % Alkoholgehalt haben. Einige Rumsorten bewegen sich im ebenfalls recht hohen Bereich zwischen 60 und 80 %. Zur Not tut es auch 40%iger Wodka – je höher der Alkoholgehalt ist, desto mehr THC kann aber darin in kürzerer Zeit gelöst werden.“

12 Antworten auf „Kascha – November 2019

  1. Jo

    Ich würde es so machen._.
    Zum troknen:
    Trokne immer unter einem Karton in normal Temparierten Raum, der Karton hält Feuchtigkeit und lässt gleichzeitig Luft drann. Jeden Tag wenden damit nicht irgendwas drunter anfängt zu schimmeln. Fertig.

    Zum Alkohol
    5 Gramm Gras in eine Flasche guten Schnaps und das dann mehrere Wochen in die Sonne stellen. Fertig.

  2. R. Maestro

    Doch, schon noch ein Kommentar:

    Frau Ludwig hat sich mit Herrn Wurth getroffen.

    Ich müsste nachsehen, aber anscheinend ist mittlerweile die Hölle zugefroren, der Pabst hat geheiratet, wird Vater und eine Legalisierung habe ich verschlafen?! 🙂 🙂 🙂

  3. Jo

    Dachte schon… Wäre schön… Aber nur weil die sich zur Beruhigung mit dem DHV trifft, hat sich deswegen noch nicht wirklich was geändert. Nur heiße Luft, sonst hätte man auch unters Foto schreiben können worum es ging auf Twitter und so, damit auch unbeteiligte wüssten worum es geht. Es geht nur darum die Legalisierung solange wie möglich zu verhindern. In Kapstadt werden schon Deals gemacht für die Medizinalhanfversorgung der EU.

  4. R. Maestro

    Drum habe ich es auch ein wenig ins Lächerliche gezogen.
    Ich hatte ja auch bereits geschrieben, dass noch nichts konkretes von ihr gekommen ist.

    Ein Statement von ihr, die Verfolgung zu reduzieren wäre schon mal etwas hilfreich gewesen. In etwa: Wir brauchen keine Bu…., um Konsumenten zu jagen. Aber neee, da kommt nichts. Anscheinend sieht sie das aktuelle Vorgehen als angemessen an.
    Auch wenn wir irgendwann bewaffnete Parkplatzwächter in Uniform haben, wird man sich kaum fragen, wofür wir die Horde überhaupt bezahlen!
    „Was ich über Cannabis weiss, reicht mir schon“. Zitat, Frau Ludwig.
    Also geschätzt, gerundet, über den Daumen gepeilt, etwa nullkommanichts!!!
    Dann stehen noch Intelligenzbestien, wie die Zeulner vorne dran.
    Wie beim Medizingesetz wird man eher für Ruhe im Karton sorgen wollen.
    Straffreiheit diesbzgl.! Dann könnte man ein wenig eher von ….. Recht und Freiheit in unserer verlogenen, scheinheiligen Hymne singen!
    Aber bis es soweit ist, ist es verm. besser bei Erklingen der Hymne auf die Knie zu fallen, wie in USA die farbigen NFL-Spieler.
    Und bedanken braucht man sich auch kaum, wenn eine Legalisierung iiiiiiirgendwann doch mal kommt.
    Diese Entrechtung von Konsumenten und Patienten, das vergisst man nicht.
    Nieeeeee.
    Aber sarkastischen Dank den heutigen Mini-Anslingers, respektive Satans Brut!!!

  5. Jo

    Man hätte auf jedenfall klar machen können, das Ärzte Cannabis an egal welchen Patienten, dem es helfen könnte verordnen dürfen und auch gleichzeitig bei den Krankenkassen die Kostenübernahme festsetzen. Und dann dafür gesorgt, dass Ärzte das auch wissen. Das wird aber mit einem Herrn Spahn und dieser Frau Ludwig wohl auch nicht funktionieren, gerade bei solchen Zitaten. Ich verstehe auch nicht, warum diese Politiker immer wieder vom DHV in Schutz genommen werden und alles schön geredet wird. Und diese Geheimhaltung über so ein Treffen. Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Sind wir jetzt bei der Nasa? Die Leute wollen wissen was Sache ist!

  6. Jo

    Ich sehe keine Legalisierung. Ich sehe das gerade ein Monopol für Medizinalhanf Firmen Weltweit aufgebaut wird. Auf kosten anderer.

  7. Jo

    Was ist das Problem bei manchen Links, das sie gelöscht, oder nicht freigegeben werden? Zu viel Information?

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