Sonntag, 5. Februar 2017

Ein Etappensieg

 

Cannabis als Medizin wird alltagstauglich – Strafvollzug nicht.

 

 

 

Bei der Verabschiedung des Cannabis als Medizin Gesetzes am 19.01.2017 war ein erleichtertes Seufzen in der gesamten Legalisierungsszene spürbar. Ein Etappensieg nach Jahrzehnten andauernden Reibereien wurde eindeutig aufseiten der lange kämpfenden Aktivisten verzeichnet und wird den vorher stets um ihr Behandlungsrecht bangenden Patienten endlich viel Gutes tun können. Auch wird sich das Bild des Cannabisgewächses endlich langsam wieder in ein verändertes Antlitz wandeln, wenn das gesunde Kraut über immer mehr Apotheken-Counter an gewöhnliche Menschen gereicht wird, die nun mit der alten Naturmedizin ihre Leiden nebenwirkungsfrei lindern dürfen. Von diesen wird die Anzahl wohl bald ebenso ansteigen, wie der gute Ruf des ehemals als gefährliches Killer-Kraut bezeichneten Marihuanas.

 

Ärzte bekommen schließlich die Option, selbst zu entscheiden, wann ein Patient von der neu zugelassenen Krankenkassenmedizin profitieren wird. Manch einer dürfte sich dabei dann selbst erwischen, wie er anhand der Erfolge zum geläuterten Medikus wächst, der seine einstige Abneigung gegen Hanf nicht mehr nachvollziehen möchte. So ist der Etappensieg für die Cannabispatienten auch ein ebenso wichtiger Faktor für die gesamte Betrachtungsweise in der Bevölkerung, der dazu imstande ist, die Prohibition von Cannabis Stein für Stein wieder abzutragen.

 

Aus diesem Grund dürfen die hart arbeiten Hanfbefürworter auch keine Atempause einlegen, sondern müssen weiterhin so enthusiastisch in den täglich erscheinenden Studien, Artikeln und Medienberichten stöbern, damit Fehler in Argumentationsketten oder unbeachtete Forschungsergebnisse in konstruktiven Diskussionen landen. Demonstrationen für die Re-Legalisierung müssen weiterhin möglichst viele Menschen anlocken und sollten mit Engagement von finanziell profitierenden Beteiligten größtmögliche Unterstützung erfahren.

 

Hanf ist weiterhin illegal für mehrere Millionen Konsumenten in Deutschland, denen unter den widrigsten Umständen auch weiterhin Gefängnisstrafen drohen, obwohl sie niemanden verletzten oder schadeten.

Diese Ungerechtigkeiten dürfen weiterhin nicht akzeptiert werden, da sie weder gewünschte Erfolge in der Bekämpfung des kriminell gesteuerten Schwarzmarktes hervorrufen, noch ein Gefühl von Gerechtigkeit in die Bevölkerung verstrahlen. Denn im Gegensatz zur unterschiedlich eingesetzten Cannabisnutzung – die in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist – ist eine Verfolgung unter Strafvollzugsdrohung keine alltagstaugliche Umgangsweise mit ansonsten gesetzestreuen Bürgen in Deutschland. Eher eine gluckenartige Überschreitung des Rechts seitens des Staates bei individuell geartetem „Medikamentenmissbrauch“ der erwachsenen Küken. Diese Form von „Abusus“ bleibt auch in 2017 nicht hinnehmbar.

 

Wir arbeiten gestärkt weiter!

 

Eure Redaktion

5 Antworten auf „Ein Etappensieg

  1. Fred

    Sehe ich ähnlich. Der garstige Kleinrentner der eine entdeckte Pflanze bis her noch sofort der Polizei meldet wird sich in Zukunft wohl eher zurückhalten. Vielleicht gekommt er es ja selbst vom Arzt verschrieben. Jedenfalls wird die Gesellschaft entspannter mit dem Kraut umgehen.

    Bis es allerdings soweit ist sehe ich noch so ein paar Probleme. Wer denkt das wir jetzt eine geläuterte Regierung haben, die es endlich eingesehen hat, hat sich getäuscht. Die haben einfach nur das „schlimmste “ verhindert und nur das ins Gesetz aufgenommen was sowieso schon per Rechtssprechung bestätigt worden ist.

    Als Indiz kann man da gerne die fehlende Führerscheinlösung anführen. Man schafft ein Gesetz das für viele einen legalen Zugang ermöglicht, und ändert einfach nichts an der skandalösen Führerscheinproblematik. Ich würde mich nicht wundern wenn die Damen und Herren von der Polizei ab März vor den Apotheken herumlungern, und dort Führerscheine schreddern.

  2. ADHSPatient

    @Fred:
    Wie es in Sachen Führerscheinproblematik weitergehen soll würde mich auch mal brennend interessieren.

    @hanfjournal:
    Könnt ihr da mal nachforschen und nen Artikel dazu veröffentlichen?

  3. Rainer Sikora

    Bleibt abzuwarten in wieweit die Arzte aufgeklärt und inspiriert werden,ist nämlich noch nichts passiert.Über die Führerscheinproblematik hört man noch nichts,weil den Politikern noch die gemeine Idee fehlt.

  4. Hanf könnte ein “Goldener Pfad” sein

    Sehr schön, liebe Redaktion! 🙂 Das was IHR uns da mitteilt hat eine enorme Kraft und Wirkung und stärkt uns. Ich mache gerne mit! Ich freue mich, dass wir eine solche Bewegung geworden sind. Unsere Stimmen werden zunehmend wahr genommen. Auf unsere guten Bedüfrnisse wird bewusster eingegangen.

    Natürlich werden viele ein schlechtes Gewissen haben. „Kognitive Dissonanz“ ist eine Schutzfunktion und keine böse Absicht. Ich wäre bereit denen zu vergeben, wenn sie denn jetzt endlich ehrlich zu uns sind und wir tatsächlich Veränderungen bewirken. Veränderungen die unsere Gesellschaft zu einem besseren Platz machen. Für ALLE Menschen. 🙂

    Wir wollen niemanden ausgrenzen. Zumindest wäre das mein Wunsch, bei all den schlimmen Hintergründen die wir bei den Recherchen zur weltweiten Prohibition ausgemacht haben. Auch die „Prohibitionisten“ sind unsere Eltern, sind Väter, sind Mütter, sind Menschen. Wir sind dabei als Gesellschaft erwachsener zu werden, wenn wir diese Kreisläufe – erst erkennnen – und dann durchbrechen!

    Erweitern wir den Horizont ein wenig, über den Tellerrand unseres wohlhabenden Landes hinaus:

    [… Hanf könnte ein “Goldener Pfad” sein. Für die Menschheit. Eine Möglichkeit für unsere nächsten Generationen. Für unsere Kinder und Enkel. Handeln wir nicht schnell und konsequent … sorgen wir nicht vor … wird es evolutionshistorisch vielleicht nur das Aussterben einer weiteren Säugetierart werden. Nichts Besonderes. Für den Planeten (Mutters … Kinder sterben schon einmal) seit Äonen völlig normal.

    Welches Erbe, was für eine Welt, wollen wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen? … Wir möchten nicht pessimistisch sein – im Gegenteil – dennoch wollen wir nicht unsere Augen vor der Entwicklung verschließen. … Wir verdrängen so etwas nur zu gerne. … Eine Art wird vielleicht aussterben, die wie ein „Krebs“ über ihren Lebensraum hergefallen ist. Die alles „aufgefressen“ hat. Alles was da war und was nicht nachwächst. Diese Art sind wir.

    Die Wieder-Legalisierung von Hanf ist deshalb, unserer Meinung nach, alleine aus folgenden Gründen unabdingbar:

    Klimawandel (Methanhydrat) -> Methan ist um ein Vielfaches wirksamer als CO2. Der Kipppunkt (Freisetzung in den Ozeanen und Entweichen in die Atmosphäre) muss unbedingt verhindert werden!

    Welternährung -> die Gentechnik erweist sich womöglich als Verderbnis (zumindest die derzeitige, mit all den Gefahren der Transgene und den Giften für unser Immunsystem?).

    Hanf kann, in vieler Hinsicht, diesen “Krebs” bekämpfen, lindern, wenn nicht sogar heilen. Doch Hanf kann dieses nicht alleine leisten. Nur eine Veränderung unseres Bewusstseins wird uns helfen. Wir müssen diese Gefahren wahrnehmen und abwehren. Denn es geht um die, die wir am meisten lieben. Unsere Kinder und Enkel, auf der ganzen Welt. …]

    Quelle: https://diehanfinitiative.de/

    Liebe Grüße und danke für die „Rückenstärkung“ (hat gut getan) 🙂 🙂 🙂

  5. Fred

    @Rainer Sikora. Ich glaube nicht das es an der richtigen Idee liegt. Es ist ziemlich einfach , die tatsächliche Grenze zur Fahruntüchtigkeit festzustellen. Eine Studie in Auftrag geben, dann lässt sich mit relativ kleinem Aufwand eine THC Grenze festlegen. Oder man schaut einfach mal nach Holland. Dort kann man mit 5 Nanogramm fahren.

    Man muß es nur machen. Und da liegt wohl das Problem. Man will ja eigentlich nicht. Gezwungen durch die Rechtsprechung hat man das, was man nicht vermeiden kann, in ein Gesetz gegossen. Nicht mehr und nicht weniger. Ich könnte mir vorstellen, das Konsumenten mit Rezept demnächst einfach von einem Drogentest verschont bleiben, wenn sie nicht offensichtlich völlig bekifft hinter dem Steuer sitzen. Es wird einfach geduldet.

    Wie die Justiz dann bei einem Unfall vorgeht , könnte noch spannend werden. Man stelle sich mal folgende Situation vor. Kiffer A ( ohne Rezept ) legt eine Vollbremsung hin, Kiffer B ( mit Rezept ) rauscht hintendrauf. Bei beiden wird ein Drogentest durchgeführt, beide sind mit 1,5 Nanogramm THC und hohen Abbauwerten unterwegs. Nimmt man jetzt A den Lappen ab und B darf weiterfahren ?

    Es ist mal wieder eine völlig unausgegorene Lösung die man jetzt verabschiedet hat. Ne halbe Sache die wegen der hohen Bedeutsamkeit von Mobilität im Leben zuviele offene Fragen liegen lässt. Das man dieses Thema einfach vergessen hat, kann ich mir nicht vorstellen. Ich fürchte eher diese Problematik hat man bewusst nicht angepackt.

    Und sagt dann wohl viel über den „Geist “ der hinter dieser Regelung steckt. Kiffer bleibt Kiffer, egal ob mit oder ohne Rezept. Wahrscheinlich ist von dieser Regierung nichts anderes zu erwarten. Die sind ideologisch geprägt, und mit einer gedanklich konservativ ausgerichteten Denkweise fällt eine 180 Grad Wendung nun mal schwer.

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