Mittwoch, 20. Januar 2016

Kiffen macht Jugendliche doch nicht dumm

Studie stellt bisherige Erkenntnisse in Frage

Bild: eSheep / freeimages
Bild: eSheep / freeimages

 

2012 war eine viel beachtete Studie zu der Erkenntnis gelangt, dass jahrelanges Kiffen im jugendlichen Alter den IQ senkt. Damals wurden rund tausend Probanden vom siebten bis zum 38. Lebensjahr begleitet.  Man lies diese regelmäßige IQ-Test machen, mit dem Ergebnis, dass bei regelmäßigen Langzeitkiffern der IQ um einige Punkte abfiel. Eine aktuelle Studie aus London und Bristol konnte diese Ergebnisse jedoch nicht bestätigen. Die Forscher hatten sich die Frage „Stehen IQ und schulische Leistungen von Jugendlichen im Zusammenhang mit ihrem Cannabiskonsum?“

 

An der Studie nahmen 2235 Jugendliche Teil, die bis zu ihrem 15. Lebensjahr nie bis mehr als 100-mal Cannabis konsumiert hatten. Nach Auswertung der Resultate und unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie dem Rauchen von Zigaretten, konnten die Forscher keinen Unterschiede weder beim IQ, noch bei den schulischen Leistungen zwischen Jugendlichen, die mindestens 50-mal Cannabis konsumiert hatten und denen, den die noch nie gekifft hatten, feststellen. Cannabis-Konsum könne demnach nicht in einem direkten Zusammenhang mit einem IQ-Abfall oder einer Verschlechterung der schulischen Leistungen in Zusammenhang gebracht werden.

 

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Zwillingsstudie der University of South California in Los Angeles. Dort wurde Zwillingspaare erst im Alter zwischen neun und zwölf Jahren auf ihre Intelligenz getestet und dann noch einmal im Alter von 17 bis 20 Jahren. Die Cannabis-Konsumenten hatten zwar schlechtere Testergebnisse in Bezug auf die kristalline Intelligenz (Fachwissen) im Vergleich zur nicht kiffenden Kontrollgruppe. Diese beruhe jedoch auf Übung und wird von dem persönlichen Umfeld beeinflusst. Die kiffenden Probanden wiesen jedoch keinen geringeren IQ auf, als ihre nicht kiffenden Geschwister. Es konnte kein Zusammenhang zwischen dem Drogenkonsum und dem Rückgang des Intelligenzquotienten festgestellt werden. Es lässt sich eher vermuten, dass bestimmte Faktoren im Umfeld sowohl den Cannabis-Konsum begünstigen als auch negative Auswirkungen auf die Intelligenz der Betroffenen haben.

 

Welche dies jedoch sind, konnte von den Forschern bisher nicht ermittelt werden. Auch ist darauf hinzuweisen, dass die in den aktuellen Studien getesteten Probanden Cannabis über einen kürzeren Zeitraum und in zum Teil geringeren Dosen zu sich nahmen als in der Studie von 2012. Die Studien stehen also nicht im direkten Widerspruch.

 

 

 

6 Antworten auf „Kiffen macht Jugendliche doch nicht dumm

  1. jürgen

    heißt das also dass die jahrelange annahmme dass kiffen im jugendalter schlecht ist falsch ist?

  2. Littleganja mit Ausnahmeerlaubnis

    Ich Kiffe seit dem ich 16 bin täglich, ob es mich dumm gemacht hat keine Ahnung wie soll man das bemessen?! Mein IQ ist in etwa gleich geblieben, wenn das Aussagekraft hat?!?!

    Alkohol habe ich das erste mal ca. mit 11 Jahren konsumiert, hätte ich Alkohol bis heute (35) täglich konsumiert wäre ich heute entweder Tod oder zumindest Strohdumm. Ich trinke keinen Alkohol, hatte aber auch nie ein Alkoholproblem.

    In meinem Bekanntenkreis gibt es Menschen die denken an ihrer Psychose wäre Cannabis schuld, vor den täglichen 3-5 Bier haben die keine Angst, die würden auch nie auf die Idee kommen das eben der Alkohol Konsum sie macht zu dem was sie sind.

    Wie auch immer …………………………………………..

  3. Marc

    @ Jürgen: Die Aussage, dass “ kiffen im jugendalter schlecht ist“ halte ich nicht für falsch. Genauer würde ich sagen: “ Kiffen im Jugendalter ist risikoreich, abhängig von der Konzentration des Konsums .“
    Meine Begründung: THC bindet an mind. einen Cannabinoidrezeptor. Dadurch wird dem Gehrin eine veränderte Konzentration von Neurotransmittern vorgegaukelt, auf die es reagiert und sich, gerade in der Jugendphase, anders entwickelt, als es das ohne Cannabiskonsum getan hätte. Die Grenze, also wieviel eine Person konsumieren muss um eine dauerhafte Veränderung im Gehirn zu erreichen, liegt vermutlich(!) an genetischen Faktoren. Da gerade das „sich entwickelnde Gehirn“ anfällig ist, halte ich Konsum im Jugendalter für risikoreich.

    Wikipedia gibt einen (theoretischen) Ansatzpunkt für Nachforschungen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Endocannabinoid-System

  4. Surak

    Man kann sich selbst im zarten Alter der Minderjährigkeit nicht mehr dumm kiffen? Ich bin schockiert – wie soll man intelligent denn als pubertierender Bengel die Schulzeit ertragen können? Da bleibt nur der gute alte Aufschrei der Empörung: „Oh mein Gott – die armen Kinder!“ 🙁

  5. www.diehanfinitiative.de

    Dafür forden wir: NOBELPREIS PLEASE 🙂

    Zwischenruf:
    (Endlich mit deutschen Untertiteln: Der beeindruckende und leidenschaftliche Vortrag von Ethan Nadelmann, des Gründers der Drug Policy Alliance gegen eine „rückständige, herzlose und verhängnisvolle“ Drogenpolitik. …)

    Es erscheint so absurd!
    (Richter Müller wettert gegen Kiffer Jugendrichter will mehr Aktivismus)

    Bayerische Politiker und Politikerinnen vergleichen Hanf mit „Chrystal Meth“ …

    Eine der größten Absurditäten des 21. Jahrhunderts? …

    Gegenmaßnahmen eingeleitet? …

    Politik und Wirtschaft – ein Klüngel? …

    Nur ein Beispiel: …

    H S B C …

    … alles nur Reefer Madness – …

    oder was? 😉
    („System Prohibition“: der derzeit amtierende bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer erklärt es uns in diesem VIDEO!)

    … NOCH WEITERE FRAGEN? 😉

    Hier: https://diehanfinitiative.de/index.php/medizin/30-nobelpreis-please … BITTE EINMAL NACHRECHERCHIEREN UND JOURNALISTISCH AUF EVIDENZ PRÜFEN! Lieben Dank. 🙂 🙂 🙂

  6. Ralf

    Mit 17 habe ich angefangen Cannabis zu konsumieren. Mit 20 habe ich bei der Bundeswehr diesen damals Idiotentest genannten Intelligenztest bei der Bundeswehr gemacht, (Teile davon hat der TÜV für seine huirnrissige MPU-Show übernommen, an der er sich jetzt dumm und dämlich verdient) der hat den ganzen Tag gedauert und war ziemlich stressig. Ich war damals (mit einer 1,1 von 6 benotet, also wohl in 3 Jahren Konsum ganz eindeutig doch nicht Intelligenz gemindert) der zweitbeste aller getesteten dieses Jahrganges in ganz Deutschland . Das hat mir mein Boss (Hauptmann) damals mitgeteilt, weswegen die mich auch schwer umworben haben und mich zur Bundeswehrkarriere bringen wollten, (die haben um mich zu kriegen sogar darauf verzichtet mich 4 Jahre zu verpflichten und waren nur bei mir auch mit 2 zufrieden) die ich auch erst mal gemacht habe, bis….. ja bis ich mit Cannabis erwischt wurde. Von diesem Moment an war ich der letzte Dreck und bin (Cannabis sei Dank) sofort rausgeworfen worden. Soviel zur Relevanz von Intelligenz bei den Staatsorganen !

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