Freitag, 5. September 2014

Der Psilo-Guide für Psychonauten

Alles über Zauberpilze

 

Markus Berger    

 

Psilocybe-semilanceata-pilz-psychoaktiv-psylos-psylozibin-guide-anleitung  

 

Jeder Liebhaber psychoaktiver Substanzen kennt sie – zumindest vom Namen her: die Magic Mushrooms, Psilos, Zauberpilze. Die Bestimmung dieser Pilzorganismen ist für den unbedarften Laien nicht gerade einfach – und auch das Wissen um die Wirksamkeit, Aufsammlung, Zubereitung, Lagerung und Vermehrung ist bisher den echten Spezialisten vorbehalten. Dabei gibt es verschiedene Zauberpilze – nicht nur verschiedene Psilocybin-Bildner, sondern auch solche, die andere Moleküle beinhalten. Schauen wir uns das Phänomen nun genauer an. Als Magic Mushrooms werden Pilze bezeichnet, die psychoaktive Inhaltsstoffe beherbergen und entsprechend psychotrope Effekte im Konsumenten hervorrufen. Es gibt eine große Anzahl an Pilzen, die eben jene visionären, psychedelischen und entheogenen Wirkungen provozieren, jedoch können diverse Zauberpilze auch unterschiedliche Inhaltsstoffe aufweisen. Da gibt es zum einen die Pilze, die Psilocybin und die verwandten Tryptamin-Entheogene enthalten. Dann existieren Pilze, die Mutterkornalkaloide aufweisen, Pilze mit dem psychoaktiven Ibotensäure/Muscimol-Komplex und schließlich diverse, zum Teil nur sehr wenig erforschte Pilze, die andere psychoaktive Inhaltsstoffe beinhalten oder von denen berichtet wird, dass sie möglicherweise geistbewegende, berauschende Wirkungen induzieren können. Im Rahmen dieses Artikels interessieren uns vor allem solche Pilze, die Inhaltsstoffe vom Psilocybin-/Psilocintypus enthalten – und das sind an sich schon eine ganze Menge. Schauen wir uns die Pilze im Einzelnen an.

 

Welche Pilze enthalten Psilocybin?

 

Psilocybe-cubensis
Psilocybe cubensis

 

Psilocybin und die verwandten Psychedelika Psilocin, Baeocystin und Norbaeocystin kommen in Pilzgattungen unterschiedlicher Natur vor. Die wichtigste Gruppe ist die Gattung Psilocybe, nach der die Inhaltsstoffe benannt worden sind. Die Gattung umfasst mehr als 150 Arten, die insgesamt in 18 Sektionen aufgeteilt werden. Über hundert Arten enthalten nachweislich den Psilocybin-/Psilocin-Komplex.

 

Psilocybe-Pilze-Zauberpilze-Tabelle-Übersicht

 

Des Weiteren kommt Psilocybin/Psilocin in Arten der Gattung Panaeolus, also in den Düngerlingen, vor. Düngerlinge gehören zu den Tintlingen (Coprinaceae) und sind ebenfalls weltweit verbreitet, mindestens 13 der mehr als 20 Spezies umfassenden Gattung enthalten die psychoaktiven Tryptamine.

 

Panaeolus-Psilocybe-Pilze-Zauberpilze-Tabelle-Übersicht

 

Wer glaubt, damit erschöpfe sich die Vielfalt an Pilzen, die die entheogenen Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin (sowie Baeocystin und Norbaeocystin) enthalten, der irrt gewaltig. Denn es existieren weitere Gattungen, die Vertreter der psychoaktiven Zauberpilze umfassen.

 

Pilzgattungen-Psilocybe-Pilze-Zauberpilze-Tabelle-Übersicht

 

Außerdem gibt es schließlich noch einige Pilzgattungen, in denen die psychedelischen Tryptamine vermutet werden, beispielsweise, weil sie bereits aus Einzelexemplaren isoliert werden konnten.       Unterm Strich betrachtet, interessieren uns vornehmlich und in erster Linie die Zauberpilze der Gattung Kahlkopf (Psilocybe) und Düngerling (Panaeolus), die als sicherste Schamanenpilze angesehen werden können. Erstens sind sie recht gut zu identifizieren, zweitens enthalten sie nur selten unverdauliche Eiweiße (z. B. Psilocybe weillii) und drittens sind sie so gut erforscht, dass die Risiken, die von den Pilzen ausgehen, bestens eingrenzbar und damit vermeidbar sind.

 

Weitere-Pilzgattungen-Psilocybe-Pilze-Zauberpilze-Tabelle-Übersicht

 

Wo findet man Magic Mushrooms?

 

Die Psilocybin-/Psilocin-haltigen Zauberpilze sind in der Tat weltweit verbreitet. Sie kommen auf jedem Erdteil vor und waren vermutlich in der Frühzeit kulturhistorischer und soziokultureller Schrittmacher. Der Psychonaut und Ethnobotaniker Terence McKenna ging sogar davon aus, dass sämtliche menschliche Kultur von der Einnahme der psychoaktiven Pilze ausgegangen sein muss – mehr noch: McKenna war der Ansicht, dass nur aufgrund der Einnahme psychedelischer Pilze sich aus den Primaten der Mensch entwickelt haben kann. Insbesondere die Gattung Psilocybe ist in der ganzen Welt verbreitet. Es gibt Spezies, die nur in der Neuen Welt gedeihen, genauso wie Arten, die in Mitteleuropa oder Afrika zuhause sind. Charakteristisch ist unter anderem, dass in sämtlichen Pilzen stets nur die gesundheitlich unbedenklichen Tryptamine vorkommen, niemals aber bedenklich giftige Inhaltsstoffe. Die Pilze der Gattung Psilocybe können also auf der ganzen Welt genutzt werden. Neben den natürlichen Psilocybe-Arten hat ein exquisiter Kreis von Liebhabern – vornehmlich aus Holland – eine kleine Vielfalt an neuen Zuchtformen entwickelt, die sich so in der Natur nicht finden. Wie schon bei der Zucht und Hybridisierung der Cannabispflanze, haben sich auch im Umgang mit Psilocybe-Arten verschiedene Strains herausgebildet, die in der Hauptsache auf die Potenzierung der Inhaltsstoffe abzielen. Solche künstlichen Psilocybe-Strains sind zum BeispielPsilocybe hollandia, Psilocybe mocum und Psilocybe utopia, die allesamt als ultrapotente Sorten gelten.

 

Die Geschichte der Zauberpilze

 

Psilocybe weilii
Psilocybe weilii

 

Die psychedelisch wirksamen Psilocybe-Pilze kommen in aller Welt vor. Deshalb ist davon auszugehen, dass auch die schamanischen Kulturen in den diversen Erdteilen um die  Wirksamkeit der Pilze wussten und diese in rituellem Rahmen eingenommen haben. So zum Beispiel der Spitzkegelige Kahlkopf Psilocybe semilanceata, der vor allem in Mitteleuropa heimisch ist, und der ganz gewiss früher, das heißt in vorchristlicher, heidnischer Zeit, zu schamanischen Zwecken genutzt worden ist. Mit der Zwangschristianisierung und dem damit einhergehenden klerikalen Verbot des Genusses psychoaktiver Pflanzen, ist auch der Brauch rund um die heimischen Zauberpilze vermutlich verloren gegangen. Erst in den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrtausends wurde die Zauberpilz-Gattung Psilocybe für die moderne Welt und Wissenschaft bekannt. Ausschlaggebend ist der Besuch des Pilzforschers R. Gordon Wasson, des Begründers der Ethnomykologie, bei der mexikanischen Curandera (Heilerin) Maria Sabina. Der Forscher und seine Frau wurden damals als erste Fremdlinge in die geheimen Riten des Kults um den Psilocybin-Pilz eingeführt, der im schamanischen Mexiko Teonanácatl, also etwa Fleisch der Götter, genannt wird.   In den Sechzigerjahren reiste der Pilzforscher Wasson zusammen mit dem Schweizer Naturstoffchemiker und LSD-Erfinder Dr. Albert Hofmann abermals nach Mexiko, um die Schamanin Maria Sabina zu besuchen. Hofmann hatte 1955 bereits die entheogenen Moleküle Psilocybin und Psilocin isoliert und entsprechend nach der botanischen Gattungsbezeichnung benannt. Die Begriffe Psilocybin und Psilocin stammen also von niemand Geringerem als von dem LSD-Entdecker höchst selbst. Hofmann hatte seinerzeit sogar den von ihm in Reinform hergestellten Stoff Psilocybin in Pillenform mit zur Schamanin genommen mit der Frage, ob der Pilzgeist nach Ansicht der Curandera etwa auch in diesen kleinen Tabletten wohne. Maria Sabina hatte dies damals bejaht. Mit diesem Kapitel der ethnopharmakologischen Geschichte wurden die Psilocybe-Pilze in aller Welt plötzlich zum Gegenstand der Wissenschaft. Es dauerte nicht lange, da waren die psychedelischen Wirkstoffe den diversen Betäubungsmittelverordnungen unterstellt. Bis heute werden immer wieder neue Psilocybe-Arten entdeckt und beschrieben, die Wissenschaft geht mit immer neuen Spezies geradezu inflationär um, so dass Experten wie der Leipziger Mykologe und Chemiker Dr. Jochen Gartz davon ausgehen, dass viele der so genannten „Neubeschreibungen“ lediglich Entdeckungen von Abwandlungen der bereits bekannten Spezies sein könnten. Die Möglichkeiten, die mit der Entdeckung bislang unbekannter Arten einhergehen, sind – und das ist sicher – noch lange nicht ausgeschöpft. Wir können getrost davon ausgehen, dass auch in Zukunft immer wieder neue Psilocybinpilze entdeckt werden.

 

Die psychedelische Chemie der Zauberpilze

 

Sämtliche Pilze, die zum Psilocybin-Komplex gehören, weisen die psychedelischen Moleküle Psilocybin, Psilocin, Baeocystin und Norbaeocystin oder aber zumindest einen der genannten Wirkstoffe auf. Alle Moleküle gehören zu den Indol-Alkaloiden und zur chemischen Stoffklasse der Tryptamine. Sie sind damit mit den körpereigenen Substanzen Serotonin verwandt, weshalb die Stoffe auch an eben jene Rezeptoren im menschlichen Körper binden. Betrachten wir die einzelnen Moleküle im Detail.

 

Psilocybin

Das Indolamin Psilocybin ist im Grunde gar nicht der Wirkstoff, der für die entheogene Erfahrung der Zauberpilze verantwortlich ist. Denn in Wahrheit spaltet sich direkt nach der Einnahme von Psilocybin eine Phosphatgruppe von dem Molekül ab – und aus Psilocybin wird Psilocin, der eigentlich wirksame Stoff. Psilocybin ist damit ein so genannter Phosphorsäure-Ester. Der Stoff war anfangs von der Schweizer Pharmafirma Sandoz unter dem Markennamen Indocybin als LSD-Nachfolger auf den Markt gebracht worden. Nach kurzer Zeit musste das Medikament, das wie LSD als Pharmakon für die Psychotherapie und Psychiatrie hätte dienen können, wegen der Gesetzeslage aus dem Sortiment genommen werden. Die Dosierung des Psilocybins für psychedelische Zwecke liegt zwischen 8 und 12 Milligramm. Üblich ist die Dosis genau in der Mitte mit 10 Milligramm. Erste spürbare Effekte treten bei Psilocybin ab etwa 2 bis 3 Milligramm auf. Dosierungen von 15 bis 20 Milligramm gelten als extrem stark. Tödliche Überdosierungen sind nicht bekannt, es wird aber von einer letalen Dosis von etwa sechs Gramm ausgegangen. Eine Psilocybin- bzw. Psilocinerfahrung dauert meist zwischen drei und fünf oder sechs Stunden. In aller Regel beträgt die Wirkdauer der psychedelischen Reise allerdings recht genau vier Stunden.

 

Psilocin

Das Indolamin Psilocin ist ein psychoaktiver Wirkstoff, der tiefgreifende entheogene Erfahrungen ermöglicht. Psilocin kommt als solches als Naturstoff in diversen Pilzen vor, wird aber im menschlichen (und tierischen) Körper durch Abspaltung der Phosphorsäure aus Psilocybin verstoffwechselt. Es gelten dieselben Dosierungs- und Wirkdauer-Angaben wie für Psilocybin.

 

Baeocystin

Das Indolamin Baeocystin (=N-Norpsilocybin) ist mit Psilocybin und Psilocin nicht nur verwandt, sondern es ist vermutlich die natürliche Vorstufe des Psilocybin. Vielleicht leitet sich Baeocystin vom Tryptophan ab. Baeocystin hat schwache psychoaktive Eigenschaften – möglicherweise dient das Molekül aber nur als Zwischenstufe auf dem Weg der natürlichen Synthese zum Psilocin.

 

Norbaeocystin

Seit 1968 ist das Indolamin Norbaeocystin bekannt. Es hat vermutlich ebenso leichte psychoaktive Eigenschaften wie Baeocystin. Allerdings ist es durchaus auch möglich, dass Norbaeocystin an sich nicht psychoaktiv ist, sondern dass das Molekül nur ein Zwischenprodukt innerhalb der Biosynthese des Psilocybins/Psilocins ist.

 

Synthetische Analoge

Es existieren zwei synthetische Psilocybin-Analoge. Diese tragen die kryptischen Namen CZ-74 (oder 4-OH-DET) und CY-19 (4-Phosphoroxy-N,N-DET). Beide Substanzen wirken wie Psilocin, nur kürzer und sind einstmals mit großem Erfolg in der psychedelisch unterstützten Psychotherapie eingesetzt worden.

 

Pilze sicher bestimmen

Psilocybe spp.
Psilocybe spp.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Psilocybin-haltige Pilze zu identifizieren. Zunächst ist natürlich das Aussehen ausschlaggebend. Vergleicht man den gesuchten Pilz mit einem gefundenen Exemplar, so sollten beide sich möglichst ähneln und gleiche Merkmale aufweisen. Das ist schon der erste Schritt. Um bei all der mykologischen Vielfalt, die auf Erden herrscht, auch tatsächlich auszuschließen, dass man möglicherweise einen Zauberpilz mit Vertretern von giftigen Exemplaren verwechselt, bedient sich der mündige und gebildete Psychonaut zweier Möglichkeiten, den Fund zu überprüfen:   Zum einen gibt es die Blauungs-Probe. Viele Psilocybinpilze verfärben sich an Druck- bzw. Bruchstellen, zum Beispiel des Stiels, blau. Das heißt im Klartext: Drücke einen vermeintlichen Psilo am Stiel etwas zusammen. Verfärbt der sich daraufhin bläulich, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass es sich in der Tat um einen psilocybinischen Pilz handelt. Allerdings ist die Blauungsprobe nicht der Weisheit letzter Schluss. Es existieren durchaus Pilze, die sich ebenfalls bei Druck und Bruch blau verfärben, aber nicht zu den Psilos gehören, sondern zu den Giftpilzen.   Als Zweites sollte ein Sporenabdruck genommen werden. Dafür legt man den Pilzhut auf eine Unterlage aus Papier und bedeckt das Ganze mit einem Glas oder einer Schüssel. Bereits nach kurzer Zeit ist der Sporenabdruck auf dem Papier zu sehen. Jetzt kommt das Wichtigste: Der Abdruck sollte von braun-violetter Farbe sein, nicht jedoch orangefarben. Braun-violett deutet auf Psilocybe und Panaeolus hin, orangefarbige Abdrücke können von der giftigen Spezies Galerina rühren.   Das Wissen um die exakte Morphologie der Pilze ist von unerlässlicher Bedeutung, wenn man sich ernsthaft mit psychoaktiven Pilzen befassen möchte.

 

Die Wirkung der Magic Mushrooms

 

Psilocybin-Pilze gehören zu den so genannten entheogenen, den psychedelischen Drogen. Der Begriff halluzinogen ist eher unpassend, weil Psilocybin bzw. Psilocin (und übrigens auch LSD-25) nur sehr bedingt Halluzinationen hervorrufen. Vielmehr verstärken diese Substanzen unsere Sinne um ein Vielfaches, so dass es uns zuweilen so vorkommt, als würden wir halluzinieren. In Wahrheit sind wir unter dem Einfluss der Moleküle in der Lage, Frequenzen und Dimensionen wahrzunehmen, die für unser normales Alltags- und Wachbewusstsein nicht zugänglich und damit nicht erschließbar sind. Die Wirkungen oral eingenommenen Psilocybins setzt nach etwa 20 Minuten ein und dauert im Allgemeinen etwa vier Stunden an. Der Wirkungseintritt der Pilze verzögert sich meistens, weil die Fruchtkörper nicht sehr gut verdaulich sind, die Wirkstoffe aus diesen aber absorbiert werden müssen. In der Regel, das heißt bei entsprechend gekonnter Dosierung, entfaltet das Psilocybin bzw. Psilocin seine psychedelischen Wirkungen auf einen Schlag. Der Anwender wird überwältigende Erfahrungen in seinem innersten Kosmos durchleben. Er wird vielleicht eine Reise durch die Galaxien unternehmen, womöglich mit diversen Inkarnationen seiner Existenz konfrontiert und jene erneut durchleben, er wird Geburts- und Sterbenserlebnisse haben, farbige, fröhliche und beruhigende Visionen ebenso erleben wie angstvolle und furchteinflößende. Das alles gehört zu einer echten entheogenen Erfahrung der stark wirksamen Kategorie. In der Abschlussphase des Trips wird sich dem Psychonauten eine bunte Welt aus Mandalas, Mustern und geometrischen Figuren hinter den Augenlidern entblättern, er wird sich benommen fühlen und müde. Allmählich wird er wieder ins normale Wachbewusstsein zurückkehren und schließlich eine ordentliche Portion Schlaf benötigen. Meist fühlen sich Psychonauten nach der Erfahrung zwar abgespannt, aber ebenso geistig erfrischt und wie neu geboren. Seltener kann es vorkommen, dass nach einer Psilocybin-Erfahrung eine gewisse Nachdepression herrscht.

 

Schwelldosierungen von Psilocybin-Pilzen sind in aller Regel von farbigen visuellen Phänomenen begleitet, die ganze Welt scheint zu atmen, auch unbeseelte Gegenstände scheinen zum Leben erweckt zu sein. Der Boden unter den Füßen beginnt möglicherweise zu vibrieren, die Umwelt scheint von geometrischen Mustern überzogen. Viele Anwender kommen mit der Schwelldosis nicht gut klar, weil sie in ihren Augen nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Die Grenze zwischen normalem Bewusstsein und einer psychedelischen Erfahrung wird von manchen als „pilziger Zustand des Stoned-seins“ empfunden. Von anderen wiederum als unangenehmes Gefühl der Kategorie „nicht Fisch und nicht Fleisch“.   Werden Psilocybin-Pilze unsachgemäß verwendet, können sich Nebenwirkungen einstellen, die meist körperlicher Natur, jedoch nur vorübergehend und nicht gefährlich sind. Das können Zittern und innere Unruhe sein, aber auch ein zu hoher Blutdruck und ein beschleunigter Herzschlag, Schwindel und Panikattacken. Zudem gesellt sich die Gefahr des Bad Trip, das ist ein angstvoller Zustand, in dem der Betroffene glaubt, wahnsinnig zu werden oder für immer in diesem ungewohnten und ungewöhnlichen Zustand gefangen zu bleiben. Solche Symptome befallen zumeist Menschen, die ihre psychedelische Sitzung nur ungenügend vorbereitet oder Angst vor einem Kontrollverlust haben oder Menschen, die schon vorher unter psychischen Störungen litten oder eine versteckt vorhandene Psychose aufweisen, die durch das Psychedelikum aktiviert werden kann. Zum Beispiel durch das unwillkürliche Aufsteigen unbewusster Seeleninhalte, die bislang fest und sicher im Unterbewusstsein verborgen waren. Maßnahmen für den Bad Trip und die Panikattacke ist gutes Zureden (so genanntes Talk Down), Verabreichung von gezuckerten Getränken und frischem Obst oder ähnlichem. Für Profis gilt: 10 bis 30 Milligramm eines mittelstark wirksamen Benzodiazepins, zum Beispiel Diazepam (Valium), Lorazepam (Tavor) u. ä., heben einen durch Tryptamine und Phenethylamine hervorgerufenen psychedelischen Trip innerhalb kürzester Zeit auf. Weitere wichtige Informationen zu Bad Trips und den Maßnahmen finden sich auf der Info-Seite „Die psychedelische Erfahrung“.

 

Zur Dosierung

 

Psilocybe cubensis
Psilocybe cubensis

 

Bei der Dosierung muss zwischen der Dosierung für reines Psilocybin/Psilocin und der Dosierung für Pilzmaterial unterschieden werden. Bei der Dosierung von Pilzmaterial wiederum muss zwischen getrocknetem Pilz und frischem unterschieden werden. Wieso ist das so? Sicherlich kommen die wenigsten in den Genuss, reines Psilocybin zu erhalten und testen zu können. Trotzdem sind die Werte für die entsprechende Dosierung des Wirkstoffs wichtig für den Hinterkopf, weil von diesem ausgehend auch bestimmt werden kann, wie viel Pilzmasse der Psychonaut zu sich nehmen sollte. Deshalb geben wir zum Einstieg hier eine Übersicht über das Dosis-Spektrum der Wirkstoffe.

 

Pilz-Dosierung-Intensität-Zauberpilze-Tabelle

 

Eine Dosierung für Pilzmaterial anzugeben, ist ein kompliziertes Unterfangen. Zum einen hängt das von der verwendeten Pilzart ab, denn selbstverständlich weisen die verschiedenen Psilocybin-Pilze meist höchst unterschiedliche Konzentrationen an Wirkstoffgehalt auf. So enthält beispielsweise der getrocknete Psilocybe azurescens Psilocybinwerte von 1,3 bis 1,8 Prozent, Psilocybe cyanescens bis zu 2 Prozent, Psilocybe semilanceata etwa 1 Prozent und Psilocybe cubensis und Psilocybe mexicana höchstens 1 Prozent. Wirkstoffschwankungen liegen aber selbst bei artgleichen Exemplaren untereinander vor. Und bei frischen Pilzen verhält es sich dann wieder anders. Und keineswegs gleichförmig. Sollte man eigentlich davon ausgehen, dass der Anteil an Inhaltsstoffen in der frischen Pilzmasse prozentual geringer sein müsse, so ist zum Beispiel in frischen Psilocybe mexicana mehr Psilocin enthalten als in getrockneten Exemplaren.

 

Pilz-Menge-Intensität-Zauberpilze-Tabelle

 

Die genannten Werte sind exemplarisch und nicht allgemeingültig. Es ist immer wichtig, genau zu wissen, welche Pilze man hat. Generell lässt sich sagen, dass unerfahrene Anwender sich stets an die richtige Dosierung heran arbeiten müssen. In diesem Fall gilt: Weniger ist mehr.

 

Pilze selber ziehen

 

Psilocybin-Pilze lassen sich relativ leicht anbauen. Es gibt eigens dafür hergestellte Pilzucht-Kits, die alles Notwendige mitbringen, was für die Pilzzucht benötigt wird. Allerdings lässt sich dieser Vorgang in keiner Weise mit dem Anbau von Pflanzen vergleichen. Pilze gehören im Übrigen nicht zu den Pflanzen, sondern bilden ein eigenes biologisches Reich. Deshalb existieren bei Pilzen in diesem Sinne auch keine Samen, sondern Sporen. Und die werden nicht in Erde gepflanzt, sondern auf ein Nährmedium geimpft. Ein solches Substrat besteht in aller Regel aus Roggen, Agar-Agar, Holzspänen oder anderen Materialien. Mussten früher noch nach dem Durchwälzen der entsprechenden Fachliteratur mühsam die Pilz-Sporen, Petrischalen und Substrate besorgt werden, hat sich heutzutage alles in einem Rutsch erledigt. Pilzzucht-Kits beinhalten Schalen, Sporen, Werkzeug, Nährmedium und eine Anleitung, mit der man im Grunde keine Fehler machen kann. Pilzzucht ist ein Hobby, das rasch mit Erfolgserlebnissen belohnt.    

 

Rechtliche Aspekte

 

Psilocybin-Pilze und die Moleküle selbst sind weltweit illegalisiert worden und gelten als nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel ohne medizinischen Nutzen. Jeder Handel und auch der Besitz sind strafbar. Gleiches gilt in vielen Ländern für den Anbau von Psilocybin-Pilzen und den Besitz von entsprechenden Sporen. Hier weichen die Gesetze jedoch zuweilen voneinander ab.

11 Antworten auf „Der Psilo-Guide für Psychonauten

  1. tony

    psilos schön und gut, aber an die traue ich mich noch nicht so wirklich ran, ich habe aber vor demnächst mal fliegenpilz zu probieren… habt ihr dazu auch einen artikel, oder könntet ihr einen artikel darüber schreiben? ich weiss nämlich nicht, ob es besser ist die zu braten oder zu backen, oder einfach nur trocknen um die ibotensäure zu muscimol decarboxylieren, und was ich sonst noch alles beachten muss…

  2. J2

    Bei Fliegenpilzen kann man seinen eigenen Urin trinken/lassen, denn der Wirkstoff zersetzt sich in menschlichen Körper nicht. Aber Tod durch Ersticken wegen Muskellähmung wäre mir persönlich zu unangenehm. Deshalb finde ich die Psylos viel besser. Allerdings kann man bei hohen Dosierungen den eigenen Tod sehen. Und ich bin es mir sicher, wenn ein sterbender Mensch sie einnimmt – dann reist er ewig.

  3. bla

    tu mir ein gefallen wenn du dich nicht traust dann lass es bitte! pilze sind nicht wie weed oder auch alk! das ist ein ganz anderes lvl. fliegenpilz hab ich 1x probiert aber hat nicht gewirkt ^^ die inhaltsstoffe sind halt nicht immer gleich konzentriert! wir hatten 1 mittelgroßen pilz und haben den gegessen, im tee getrunken und geraucht aber es kam einfach nix. kein kick aber auch keine bauchschmerzen oder sonst was… aber dennoch würde ich dir den nicht empfehlen da man es wohl echt schwer dosieren kann weil wie gesagt in einem pilz können kaum inhaltsstoffe sein wärend im einem anderen mehr ist als man verträgt…

  4. TheGuerrillerO

    Sry tut mir leid … wer Angst vor Pilzen hat (Pylocinbin) und diese auch noch nicht Probiert hat sollte keinen
    Giftigen Wildpilzr essen und hoffen das er spass hat ….
    Die dosierung der gängigen Pilzsorten (mexica … etc.) ist einfach und relativ ungefährlich (relativ) , Wildpilze hin gegen Unberechenbar ….
    Der satz „Ich will Fliegenpilzr essen weil mir Psylos zu häftig sind“ past nicht in mein weltbild !!!

    Mach deine Pilz erfahrungen mit Leuten dehnen du vertraust und die erfahrung haben , meine achtens gehört ein wenig Spiritualität und Verantwortung auch dazu ….

  5. chillbilly

    moin tony,
    sich an psilos nicht rantrauen aber trotzdem mit dem gedanken spielen fliegenpilz zu probieren ist interessant 🙂
    hab zwar selbst noch nie fliegenpilz getestet, aber nach allem was ich bisher so gelesen habe, beschränkt sich die wirkung halt nicht nur auf die psyche, sondern die gepunkteten kerlchen wirken nebenher wohl leider auch unangenehm auf den körper (übelkeit, schwindel, erbrechen). außerdem soll die psychedelische wirkung nicht mit der von psilocin vergleichbar sein und eher in richtung stechapfel gehen (delirant statt erleuchtend).
    und nochmal zu den psilos:
    wenn du in sicherer umgebung (zu hause oder natur, ohne überraschende besucher) mit deinem allerbesten freund/freundin eine kleine menge psilos nimmst (0,3-0,5g getrocknete p.semilanceata oder 0,5-0,7g getrocknete p.cubensis), dann wird dir/euch nichts schlimmes widerfahren.
    …allerdings solltest du dich gehen lassen können und selber mögen 😉

  6. DerColumbianer

    Super informativer und lehrreicher Artikel über ein interessantes Thema! Viele unterschätzen Set und Setting, sowie die richtige Dosierung von psychoaktiven Pilzen und begegen sich damit in Gefahr einen Horrortrip zu „erleiden“. Auch wenn die meisten Horrortrips im Nachhinein als wertvolle Erfahrung gelten können, bevorzuge ich die spaßigere Variante. 🙂

  7. Anne

    Kurze Korrektur von 2 Dingen:

    Ihr schreibt ganz unten „Psilocybin-Pilze und die Moleküle selbst sind weltweit illegalisiert worden und gelten als nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel ohne medizinischen Nutzen.“. Dies trifft nicht ganz zu. Psychoaktive Pilze sind als Trüffel (und Trüffel sind Pilze) in Holland immer noch legal. Und zweitens stimmt auch das mit dem medizinischen Nutzen nicht mehr, da aktuelle Studien an Psilocybin forschen und bisher verlautbaren lassen, dass es als Psychopharmaka in Betracht käme! Selbst die Presse berichtet über die Studien (Vgl. Spiegel Online). Will hier keine Links posten, googelt einfach selbst bei Interesse 🙂

  8. Mike

    „Für Profis gilt: 10 bis 30 Milligramm eines mittelstark wirksamen Benzodiazepins, zum Beispiel Diazepam (Valium), Lorazepam (Tavor) u. ä., heben einen durch Tryptamine und Phenethylamine hervorgerufenen psychedelischen Trip innerhalb kürzester Zeit auf.“

    Vorsicht! Die Dosisangabe für Diazepam ist richtig, für Lorazepam liegt sie viel zu hoch. Richtig wären2-6mg. 10-30mg Lorazepam können zu Atemlähmung und Kreislaufversagen führen!

  9. Sarah

    Hey Leute,
    finde den Aspekt mit dem „Badtrip“ total falsch!!! (Aber alles andere wirklich top)
    Hier meine Ausformulierung, wieso man diesen Aspekt anders darstellen muss/sollte:
    Ein Pilz ist ein sehr erdiger Trip, der kaum kontrollierbar ist, aber dadurch ist man nicht gleich psychisch schwer gestört. Ich nutze Pilze um wichtige Lebensfragen zu durchdenken und Dinge zu verarbeiten, dadurch kommt es nun einmal auch zu schlechten Wellen im Trip. Aber das gleich auf eine schwer gestörte Psyche zu schieben, finde ich total falsch. Zu einem psychedelischen Trip gehören jegliche Gefühle, Sinneswahrnehmungen und Erfahrungen und trotz langer Nutzer-Erfahrung etc, habe ich schon „Badtrips“ erlebt. Was aber nicht heißt, dass es wirklich schlecht war. Leute: Pilze sind keine Partydrogen, eben weil sie so wirken wie sie wirken. Mein „Badtrip“ war eine so absolut abgefuckte und krasse Scheiße, das kann ich nicht einmal beschreiben und das Heftigste daran: Ich will mehr. Genau solche hirnverschrobenen, kranken, unlenkbaren Trips. Das macht den Pilz doch aus, er zeigt dir, was er dir zeigen will.
    Ich könnte hier wirklich ein Buch darüber schreiben, wie interessant und unlenkbar solche Trips sind und das eben ein PILZ „Badtrip“ einfach kein Badtrip in dem Sinne ist. Es ist vielmehr ein Gefühl des Ungewohnte und Machtlosen, sodass man es erlebt haben muss und wenn man es erlebt hat, dann ist es eben kein Psycho-Trip. Und ein Tipp an alle User: Ja bereitet alles vor, aber genauso wichtig für psychedelische Drogen: Bereitet den Trip nach ! Eine psychedelische Reise verbirgt so so viel richtig tiefgründigen und kranken Scheiß (im geilem Sinn). Und Safeuse Leute ! Nehmt nen coolen Kumpel mit auf eure Reise (natürlich muss dieser nüchtern bleiben) und quatscht danach alles aus, schreibt es auf, teilt die geile Geschichte egal wie abgefuckt oder gestört sie ist: Es kann diesen Trip nur einmal in euch geben, es sind eure geilen, verwirrten und gestörten Gedanken, die diesen Trip einfach unbeschreiblich machen!
    So: Happy End leute

  10. genetic

    damals hat man noch gesagt nimm einfach ne hand voll , heute wird ne wissenschaft daraus gemacht , ich versuche euch die angst davor zu nehmen denn diese pilze sind alles andere als negativ aufzufassen , eine der bewiesen sichersten „drogen“ der welt welche im schamanismus extrem beliebt sind , solltet ihr nicht gerade an einer psychose leiden , probiert einfach mal ne hand voll cubensis , alleine vielleicht angenehmer da dass anfluten bei dem ersten trip recht unangenehm sein kann . die pilze lösen das ego auf das kann gruselig sein wenn man nur freunde hat die eigentlich darauf bedacht sind an die eigene energie zu wollen ( psychovampirismus) . deshalb probiert sie einfach allein mit schöner musik , vielleicht etwas wie im chinarestaurant . das setting ist extrem wichtig , zusätzlich empfehle ich beim anfluten rotes lich da licht eine frequenz hat , rotes speziell die des root chakras welches wenn stimuliert die angst nimmt , bei mehr erfahrung empfehle ich licht über dem rot oder gelb spektrum wie blau oder indigo sowie violett . ihr dürft mir gern vertrauen das ganze kann wunderschön sein . achtet nur darauf wen ihr mit auf die reise nehmt , es gibt sehr giftige persönlichkeiten wenn man psychedelisches konsumiert . zum fliegenpilz möchte ich nur noch anfügen das dieser sicher mehr risiken hergibt . solltet ihr angst vor einem horrortripp bei psylos haben solltet ihr euch einfach einen trip-stop bestellen , diese tabletten sind nicht teuer und schnell da , desweiteren möchte ich anfügen das growkits nicht vom zoll geprüft werden da die sporenausbildung der hunde preislich nicht in relation zum geringen vorkommen dieser handelsware psylo steht. gute reise wünsche ich 😀

  11. Manu

    Vorsicht!!! Ich finde es schade das hier nur „verherrlichende“ Dinge stehen. Es sollte dennoch gewarnt werden, man kann seine lebensqualität mit einem Trip für immer verlieren. Selbst wenn man schon mehrmals Pilze konsumiert hat, kann ein Trip einer zu viel gewesen sein. Ich habe 15 Jahre gefeiert und sehr oft halluzinogene genommen, es ging immer gut, keine bedenklichen Nachwirkungen oder sonstiges, könnte da gut mit umgehen. Dann habe ich 5 Jahre nix mehr konsumiert und mich dann doch einmal wieder für Pilze entschieden. Das war ein riesiger Fehler, durch den ich jetzt meine Konsequenzen zu tragen habe. Ich bin hängen geblieben, habe plötzliche Angst und panikattacken die stundenlang gehen, habe oft kontrollverluste in denen ich das Gefühl und Angst habe den Verstand zu verlieren, gehe nicht mehr alleine raus, mindestens mein Hund muss mit, war mehrere Monate in der Psychiatrie und muss starke Tabletten nehmen die mich richtig richtig dick gemacht haben, war immer sehr dünn. Ich war vorher ein lebensfroher und sehr selbstständiger Mensch, nun hab ich Angst vor allem, keine Zugfahrt oder Flug mehr, keine besuchsfahrten mehr, Leben hat extrem an Qualität verloren. Also ich sage nur Vorsicht! Man kann sich selber auch dauerhaft krank machen…..

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