Freitag, 16. November 2018

Cannabis in Kanada lässt Fahrzeugführer offensichtlich kalt

 

Bislang kein Anstieg berauschter Autofahrten aufgezeichnet.

 

Bild: acscom / freeimages

 

Auch wenn kurzsichtige Kritiker der Cannabislegalisierung gerne davon berichten, wie stark sich die Zahl berauschter Todesfahrten in Ländern und Staaten erhöhte, wo Marihuana für Genusszwecke freigegeben wurde, sprechen jahrzehntelange Beobachtungen aus den Vereinigten Staaten gegen diese ausgesprochenen Behauptungen. Dennoch ist die Phobie vor dem gemeinen Hanfpflänzchen derartig in verbohrten Köpfen verankert, dass sich selbst Fachspezialexperten erlauben können, ein Fahrverbot für Medizinalhanfpatienten einzufordern, sollten diese – nach einer intensiven ärztlichen Beratung – kein Zertifikat zum Autofahren in den Händen halten. Dass diese „German Angst“ vor Hanf konsumierenden Autofahrern aber tatsächlich recht unbegründet scheint, beweisen nun erneut Tatsachen aus Übersee, welche alleine im vergangenen Monat festgehalten wurden. Cannabis in Kanada lässt Fahrzeugführer offensichtlich kalt, da polizeilich kein Anstieg berauschter Autofahrten verzeichnet werden konnte.

 

Die kanadische Polizei konnte seit der Legalisierung von Cannabis keine Erhöhung von Rauschfahrten feststellen, merkt aber an, dass noch Aufklärungsarbeit geleistet werden müsse, wenn es um die Aufbewahrung sowie die Konsumrechte von Beifahrern ginge. Auch wenn man in einigen Territorien und Gebieten der Meinung ist, dass es für eindeutige Aussagen zu früh wäre, so berichten Gesetzeshüter jedoch insgesamt davon, dass man bei Vergleich der bisherigen und aktuellen Zahlen nicht den Eindruck gewonnen hätte, Rauschfahrten mit Cannabisbezug würden seit dem 17. Oktober 2018 am Ansteigen sein. „Schon vor der Legalisierung haben wir eine ganze Menge High-School-Kids beim bekifften Fahren erwischt, weil es eigentlich schon eine Ewigkeit wie Mainstream erscheint“, lässt Sergant Joe Cantelo von der Kennebecasis Regional Police Force aus New Brunswick auf Nachfragen der Canadian Press verlauten. „In unserem Revier gab es ganz sicher keinen Anstieg von Rauschfahrten zu vermelden“, fügt er hinzu, um anschließend zu erklären, welches Klientel regulär ins Raster der Beamten fällt. In den vergangenen Wochen habe es genau drei Fahrten unter dem Einfluss von Rauschmitteln gegeben, wobei es sich jedes Mal um wesentlich ältere Personen gehandelt haben soll, welche zu viel Alkohol intus hatten. Die Polizeikräfte aus Vancouver, Regina, Neufundland und Labrador, Yukon, Truro, N.S., und Kensington, P.E.I. haben ebenfalls die Beobachtungen machen können, dass sich das Niveau auf Kanadas Straßen seit der Freigabe von Cannabis zu Genusszwecken insgesamt nicht verändert habe. In Manitoba hat die Royal Canadian Mounted Police beispielsweise zwar drei Wochen nach der Legalisierung auch drei Fälle mit Cannabisfahrten zu klären gehabt, während drei Wochen vor der Freigabe nur eine einzige Tat in dieses Spektrum fiel, doch sprechen jeweils 50 Alkoholfahrten in beiden Zeiträumen erneut von der Klientel, um welche sich die Allgemeinheit tatsächlich mehr Sorgen zu machen hat. Ähnlich ist das Ergebnis in Toronto, wo 58 Fahrten unter Cannabiseinfluss vor, und zwei dieser Vergehen nach der staatlichen Regulierung von Marihuana in 2018 aufgenommen wurden, jedoch die Zahl von 824 Betrunkenen hinterm Steuer das weitaus größere Gefahrenpotenzial von Alkohol wieder recht eindrucksvoll demonstriert. 2017 standen dort 60 nicht eindeutig definierte Drogenfahrten ganzen 1154 Fahrten gegenüber, die unter übermäßigen Alkoholeinfluss getätigt wurden.

 

Da die Polizei jetzt aber stets auf nicht sachgemäß im Auto verstautes Gras, oder in manchen kanadischen Gefilden auch auf kiffende Beifahrer zu reagieren hat, finden sich möglicherweise hier neue Angriffspunkte, die künftig von allen darbenden Gegnern der Cannabislegalisierung wieder inhaltslos aufgeblasen werden können.

5 Antworten auf „Cannabis in Kanada lässt Fahrzeugführer offensichtlich kalt

  1. Rainer Sikora

    20 Jahre vor dem deutschen Cannabisverbot auf Deutschlands Straßen,konnte man unbehelligt und Problemlos und ohne Angst, bekifft Autofahren.Heute denken die Meisten,daß wäre so fatal wie mit Alkohol.Viele denken auch,beides wäre vergleichbar fatal im Straßenverkehr.In vielen Punkten kann man Alkohol nicht mit Cannabis vergleichen,das fängt mit der Wirkungsweise bereits an.

  2. R. Maestro

    Dann kann man gespannt sein, auf welche Art und Weise dies hierzulande verkauft wird.
    Vermutlich mit schrecklichen, verdrehten und gelogenen Aussagen und Zahlen. (Beispiel Colorado).
    Die enthemmende Wirkung des Alkohols, gibt es bei Cannabis kaum, bis nicht.
    Bei mir selbst gab es bisher meist die Einsicht, auf den Konsum hin nicht mehr zu fahren.
    Auf Alkohol verhält sich dies komplett anders.

    Aber sicherlich werden uns wiederholt Lügen und Halbwahrheiten unterbreitet.

    Kapieren diese Narren es nicht, dass sie sich so gewaltig zum Trottel machen, je weiter sie die Leute so belügen, wie bisher?
    Die größten Idioten befinden sich nicht im Volk, aber unsere sinnvolle?! beschissene Drogenpolitik vermittelt diesen Eindruck.
    Unsere schwachsinnige Drogenpolitik findet im Bundestag besten Nährboden.

  3. Otto Normal

    @R.Maestro
    „Die größten Idioten befinden sich nicht im Volk, aber unsere sinnvolle?! beschissene Drogenpolitik vermittelt diesen Eindruck.“
    Da irrst Du glaub ich. Jedes Volk hat die Regierung die es verdient.

  4. R. Maestro

    @Otto Normal,
    „Jedes Volk hat die Regierung die es verdient.“,ist relativ.
    Wenn man beachtet, dass sogar an Neuwahlen gedacht wurde, sieht man, dass man verarscht wird. Es wird solange gewählt bis es den Vordenkern passt?

    Die aktuelle Lage bzgl. Diesel und Fahrverboten, ist an einem Punkt sogar gut:
    Es erkennen vielleicht jetzt auch Prohibitionisten, dass man beschissen und angelogen wird!
    An diesem Punkt zeigen sich Parallelen. Man macht, was man will. Natürlich nur für die Gesundheit. (Naja, wer`s noch glaubt …)
    Vielleicht wird jetzt deutlich, dass man das BtMG längst in die Tonne treten kann und es der Gesundheit nicht zuträglich ist.

    Bezüglich Diesel: Vor einigen Jahrzehnten war Diesel fahren recht günstig.
    Dann wurde er technisch immer besser und auch beliebter (Kosten).
    Dies hat auch unsere Regierung kapiert und recht bald die Hubraumsteuer von Diesel-Kfz extremst angehoben.
    Aber man hat ja die Wahl. Zwischen Pest und Cholera.

  5. R. Maestro

    Ausserdem wollte von uns sicher keiner eine weitere Amtszeit die Marlene vorgesetzt bekommen.

    Trotzdem hat man uns diese Tante auf`s Auge gedrückt.

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