Donnerstag, 20. September 2018

Apothekerschaft gegen die Cannabisfreigabe

 

Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA verspricht aber Kooperationsbereitschaft.

 

Foto: Archiv

 

Die Diskussion über die Hanflegalisierung und den richtigen Weg dorthin hat spätestens wieder gehörig an Fahrt aufgenommen, nachdem sich innerhalb einer Woche der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses Erwin Rüddel für die Durchführung von Cannabismodellprojekten ausgesprochen hatte, und anschließend die SPD sich in der gesamten Thematik endlich angemessen zu positionieren versuchte. Da in vielen Gesprächen über die mögliche Abgabe von Cannabis an Erwachsene oft Apotheken als künftige Verkaufsstellen der berauschenden Pflanzengüter genannt worden sind, äußerte sich nun eine Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA auf Nachfrage gegenüber der Deutschen Apothekerzeitung, wie die geäußerten Vorstellungen in der Branche tatsächlich aufgefasst würden. Die Spitzenorganisation der Apotheker und Apothekerinnen vertritt die Meinung, dass die Apothekerschaft gegen die Cannabisfreigabe wäre, sich aber bei einer Legalisierung des Rauschmittels professionell und hilfsbereit verhalten würde.

 

Aus fachlichen Gründen lehnt die Apothekerschaft unter Federführung der Bundesapothekerkammer die Legalisierung von Cannabis ab“, wird die Sprecherin von ABDA auf der Deutschen Apothekerzeitung aus ihrer Antwort an die Publikation zitiert. Jedoch müsste die politische Entscheidung über diesen Sachverhalt auf gesellschaftlicher Ebene getroffen werden, und sollte es aufgrund eines dort stattfindenden Konsens zu einer Freigabe von Cannabis kommen, würden die Apotheker dafür bereit sein. Die Branche würde in einem solchen Fall „zu einer Lösung beitragen, die den Besonderheiten von Cannabisprodukten unter Qualitäts- und Sicherheitsaspekten Rechnung trägt“, fügt man daher seitens der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA hinter die Ansage, dass man den möglichen Schritt aus fachlichen Gründen nicht befürworte.

 

Deutschlands Ärzte sahen dies laut einer Umfrage des Ärztenachrichtendienstes im Februar 2018 aus ihrer fachlichen Sichtweise anders als die Apothekerschaft, sodass bereits zu diesem Zeitpunkt eine kleine Mehrheit der teilnehmenden Mediziner für die Freigabe von Cannabis zu Genusszwecken unter strengen Regeln stimmte – mit einem vorstellbaren Verkauf an Endkunden in Apotheken.

14 Antworten auf „Apothekerschaft gegen die Cannabisfreigabe

  1. Sebastian

    Kein wunder. Die wollen natürlich nicht das der gelegentheitskiffer bei denen im Laden auftaucht. Halte ich auch für den falschen ansatz. Das muss in Lizensierten Läden passieren mit geschultem Personal für Cannabis.

  2. Der Realist ohne Kraut

    Generell können die Apotheker/innen doch zufrieden sein, sollte das Cannabis endlich frei verkäuflich sein. Schließlich könnten sie als Fachleute beratend zur Seite stehen. Dass sie dadurch auch noch den großen Reibach machen könnten, sollte für sie sicher auch ein starkes Argument sein!

    Dennoch finde ich die Einstellung richtig. Sich dagegen, aber dennoch fachlich dafür auszusprechen!

    Ähnlich wie Sebastian vor mir, sollte es mit dementsprechenden Fachleuten in Coffeshops o.Ä. veräußert werden. So, wie’s bspw. bereits in Niederlande und Teilen der USA vollzogen wird.

    Aber ob sie’s jetzt in Apotheken, Fachgeschäften oder direkt vom Erzeuger verkaufen, spielt für mich keine große Rolle. Hauptsache es ist ein kontrolliertes Kraut und frei verkäuflich erwerbbar!

  3. Otto Normal

    Ich stimme Sebastian und Realist grundsätzlich zu, aber ich möchte Euch diese Aussage

    blablablub „zu einer Lösung beitragen, die den Besonderheiten von Cannabisprodukten unter Qualitäts- und Sicherheitsaspekten Rechnung trägt“ ….blablablub

    aus dem Artikel mal übersetzen:

    „Keine Sorge wenn Ihr das Zeug freigebt dann werden wir es schon so schweineteuer machen daß die Freizeitkiffer sich das nicht leisten können oder wollen und wenn doch dann total verarmen.“

    Hasch in der Apotheke kaufen…. geht’s noch?
    Aber wenn ja dann auch ab sofort Zigaretten und Alkohol aus der Apo.

  4. Harald

    Schon komisch, Alkohol gibt es überall und was soll dann die Scheiße mit dem Cannabis in Apotheken. Logisch geschultes Fachpersonal wäre schon wünschenswert, aber woher weiß der Apotheker über Cannabis Bescheid. Das ist jetzt nicht der Fall, bei medizinischem Cannabis (Ausnahmen bestätigen die Regel), wie soll es dann erst bei einer großen Auswahl sein. Außerdem würde das vergiftete Geschenk, dass den Apotheken, zum Nachteil der Patienten, gemacht wurde, wegfallen. Cannabis ist ein Rezepturarzneimittel und für einmal Deckel aufschrauben und vielleicht noch durch die Mühle drehen zahlt der Patient 100% Aufschlag. Was für ein medizinischer Fortschritt (: . Des weiteren wird das Cannabis mit irgendwelchen komischen Kunstnamen versehen, um die wahre Sorte zu verschleiern und es so allen Beteiligten noch schwerer zu machen, sich schlau zu machen. Colorado und Kalifornien zeigen doch wie es geht. Warum muss in Deutschland immer alles so kompliziert sein und und für den Wunsch des letzten Idioten muss auch noch eine Extrawurst gebraten werden. Deutschland versinkt in einem Wust von Regeln und vergisst dabei zu leben. Vielleicht wäre es besser ab und zu mal etwas zu tun und zu schauen wie es wird. Die Welt wird dadurch nicht untergehen. Denn eines ist klar, Korinthenkacker haben noch nie was gescheites auf die Füße gestellt.

  5. R. Maestro

    @Harald, so sehe ich es auch.
    Was soll das Rumgekacke, bei Cannabis?
    Mit dem in Apotheken lagernden Mist kann man reihenweise Menschen vergiften,
    scheissegal, aber beim nicht-toxischen Cannabis wird ein riesen Aufriss gemacht.
    „zu einer Lösung beitragen, die den Besonderheiten von Cannabisprodukten unter Qualitäts- und Sicherheitsaspekten Rechnung trägt“,
    soso. Klar, wie auch immer, wenn es etwas zu holen gibt, sind wir (Apotheken) natürlich dabei.
    Steht das „A“ bei den Apotheken wirklich für Apotheke, oder für „armes Schwein“, wenn man krank ist ?
    Das wichtigste ist doch, dass die Kasse stimmt am Abend. Mehr nicht!

  6. Rainer Sikora

    Die Schulmedizin kennt kein Cannabis.In einer Lackfabrik kann man schließlich keine Rosen kaufen.Es sind sowieso nur Gedankenhülsen und die Verwirklichung ist nicht geplant,aber schön mal drüber zu reden.Die Apotheken können alles versprechen,weil die das auch wissen.

  7. R. Maestro

    Naja, in einer Apotheke bin ich damals auf die Frage nach Guarana angesehen und angesprochen worden, als ob ich Plutonium wollte. (War ca. im Jahr 2000).
    Bei zwei gebrochenen Rippen, hatte ich ein BTM-Rezept, aber in der Apotheke hat man sich verhalten, als ob sie einen Höchstabhängigen vor sich hätten.
    Deutlichstes Misstrauen.
    Bevor ich anfange ein Rezept zu manipulieren, haue ich mir doch lieber einen Hammer auf den Kopf.
    Macht auch wirr und ist einfacher. (Hallo Sarkasmus).
    Wegkicken auf Tillidin-Retard Tabletten funzt eh nicht.
    Bei den Schmerzen waren die Tillidin einfach nur überteure Smarties.
    Der Patient hatte gar nichts von den Tillidin, die Apotheke hat daran verdient, der Patient, scheisswurscht. Geld kommt rein, der Rest ist egal.

  8. Der Realist ohne Kraut

    Ich mach’s dieses Mal kurz:
    Ihr trefft es ALLE PRÄZISE auf den Punkt!!!

    Ob Sinn oder Unsinn stellt hier keiner in Aussicht, geschweige denn, in Frage. Es geht um die bare Münze. Was sonst auch?

    Ich wohne in relativ ländlicher Umgebung. Hier gäbe es genügend Platz für Aufzucht. Da wäre mir persönlich ‚direkt vom Erzeuger‘ lieber erwerben und sicherlich auch mindestens 50% preiswerter als im Fachgeschäft.

    Außerdem ist klar, sollte man’s Genussgut in Apotheken kaufen können/ müssen, sollten andere Genussgüter auch dort hingescchafft und veräußert werden! „Alkohol ist aber Volksgut“, wie sich die Union immer so selbstverständlich erklärt.

    In Deutschland gibt’s für jedes Gesetz, jede Regel, jeden Paragraphen und jeden Zusatz/Artikel eine Sonderregulung. Das ist, das war und das wird Deutschland immer auszeichnen – im Negativen, versteht sich.

    Dass es dann nicht einfacher mit Cannabis wird, ist auch klar.

    Ich weiß jetzt nicht, wie weit ihr jetzt auf dem Laufenden seid, aber schaut euch doch an, was die ‚roten‘ Lemminge gestern mit den Unionern unterzeichneten. Da fehlen mir die Worte. Ich sage nur Maaßen.

    Und dann quasselt die Vorsitzende der SPD auch noch so, als wüsste sie von nichts. Traurig und dämlich zugleich!

    Wie gesagt: hier wird sich nichts ändern. Jedenfalls nicht schnell. Der Gletscher braucht auch eher Jahrzehnte, bis er da ist…

  9. Krake

    @ Sebastian,
    ich seh daß genau wie Du. Meiner Meinung nach, wollen Aphoteker nur die Richtig FETTE .Kohle
    aus der heiligen Pflanze rausholen. Genau wie gerade die ltz. Monate. Seit März ltz. Jahres berechnen diese Geier dafür, daß Sie die Original Dosen mit Cannabis öffnen, prüfen und evtl. Feinmahlen und dann noch
    absieben, stolze 100 % Aufschlag ..Sauerei.. Abzocker, eben!! Sonst nix!!
    Am besten einen riesen Bogen um die machen, die sind .Reich genug>!!°!

  10. R. Maestro

    Ja, das mit Herrn Maaßen schlägt dem Fass den Boden aus.
    Solche Vorgänge, unglaublich, aber wahr.
    Das zeigt mal wieder, welche Differenz zwischen der Politik und dem wirklichen Leben besteht.
    Wo leben wir hier? In einem BANANENSTAAT.
    Fast richtig. Der einzige Unterschied, es wird hier unter einem sehr schönen Deckmantel präsentiert, schön geredet und als positiv für alle verkauft.
    Sonst, nahezu gleich.
    Ich merke immer wieder, aufrütteln braucht man hier die Wenigsten, gut.
    Allerdings stelle ich immer wieder fest, dass Aufklärung, bei den verblendeten anscheinend gar nicht erwünscht ist.
    Schade.

  11. Tobi

    Komisch, wenn es darum geht „Zucker mit Gedächtnis“ und sonstigen wirkungsfreien Betrug zu verkaufen sind sie ganz vorne dabei aber bei echter Medizin ist die Gewinnspanne wohl nicht hoch genug.

  12. Peter

    Täusche ich mich oder klingt der Text der Sprecherin so in etwa nach

    „Cannabis soll illegal bleiben, außer für medizinische Verwendung, damit diejenigen die es bekommen, es auch bei uns, in der Apotheke, kaufen. Sollte es jedoch legalisiert werden, lassen wir uns herab und verkaufen es, wenn auch wirklich, wirklich ungern, trotzdem lieber selber und machen damit Geld bevor das andere, sogenannte „Fachgeschäfte“ tun. Und überhaupt: Sicher überprüfte Produkte gibt es ohnehin nur bei uns!“

    So nach dem Motto: Hauptsache wir von der Apotheke bekommen das ganze Geld.

    Habe ich das richtig zwischen den Zeilen gelesen?

    Und da wird es dann konkurrenzlos teuer verkauft. Und ich höre Gegner dann schon wieder schreien: „Sieht ihr! Der Schwarzhandel blüht weiterhin!“ Weil man sein Zeug im Schwarzhandel billiger bekommt.

  13. Greenkeeper

    Interessant. Aus fachlichen Gründen ist man also dagegen, aber wenn das Thema Legalisierung gesellschaftlich mehrheitsfähig wird, dann ist man bereit, auf den Zug mitaufzuspringen. Weil, dann könnte man ja womöglich kräftig mitverdienen. Liebe Apothekerschaft, leisten Sie sich bitte eine eigene klare Haltung, unabhängig davon, ob der Wind sich nun dreht oder nicht!

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