Freitag, 8. Juni 2018

Medizinisches Cannabis in der Bürokratiefalle?

 

Deutsche Apotheker klagen an

 

 

Jetzt ist es also amtlich. Die Justizminister der Bundesländer haben beschlossen, die Menge von Cannabis, bei der die Staatsanwaltschaft von einer strafrechtlichen Verfolgung absehen kann, auf sechs Gramm zu senken. Sicher, vorläufig gibt es Ausnahmen usw., aber die Tendenz ist klar erkennbar. Kiffer sollen noch massiver juristisch verfolgt werden können, als bisher. Offensichtlich braucht die momentane bundesdeutsche Gesellschaft ein Feindbild von Ausgestoßenen, die sie jederzeit juristisch belangen kann. Ob dies den ersehnten gesellschaftlichen Frieden bringt, den die Politiker momentan gebetmühlenartig beschwören, ist zu bezweifeln. In jedem Fall haben sie ein vermeintlich „leichtes“ Opfer gesucht, von dem nicht so viel Widerstand zu erwarten ist: den deutschen Michel, äh Kiffer. Bleibt abzuwarten, ob sich diese Hoffnung auch bestätigt.

 

Um nicht allzu sehr bei einem Thema verhaftet zu bleiben, eine andere bezeichnende News. Apothekenmitarbeiter haben sich zum Thema Cannabis geäußert. Cannabis ist bekanntlich verschreibungspflichtig und nur über die Verordnung via Betäubungsmittelrezept erhältlich. Eine aktuelle APOSCOPE-Studie zeigt, dass die Abgabe ohne Rezept von beinahe 25% aller Befragten begrüßt werden würde. Lediglich sechs Prozent der Befragten meinte, dass Cannabis keine sinnvolle Ergänzung in einer Therapieform sei. Wichtig seien aber Limitierungen, zum Beispiel in Form von Höchstmengenabgaben, einer bestätigten medizinischen Diagnose und eine Altersgrenze. Das befragte Apothekenpersonal sieht am meisten medizinischen Nutzen von Cannabis bei Patienten mit Multipler Sklerose und Rheuma; ebenso wie bei chronisch-entzündlichen Krankheiten oder psychiatrischen Erkrankungen. Da der gesetzliche Rahmen nur „schwerwiegende Erkrankungen“ zur Cannabis-Freigabe vorsieht, ist bei dieser unpräzisen Definitionslage oft die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ein Problem.

 

Die Befragten bemängelten zudem Lieferengpässe. Diese würden eine schnelle Versorgung der Erkrankten deutlich erschweren. Beinahe ein Drittel monierten diesen Umstand. Die Unterversorgung hängt in erster Linie von der Exportabhängigkeit aus den Niederlanden oder Kanada ab. Erst 2019 kommt voraussichtlich die erste Ernte von deutschem Cannabis auf den Markt, wobei das Vergabeverfahren gestoppt wurde. Die größte Hürde sehen beinahe 50% in der Bürokratie. So ist die Identitätsprüfung vor Abgabe von Cannabis besonders lästig, vor allem was den damit verbundenen Zeit- und Arbeitsaufwand angeht. Selbstbewusst gaben die Apothekenbediensteten an, gut über Cannabis Bescheid zu wissen, da bereits Fortbildungen zu dem Thema stattgefunden haben. Bezüglich der Legalisierungsdebatte sind sich die Befragten uneinig, allerdings besteht der Wunsch nach mehr Präventions- und Aufklärungskampagnen.

19 Antworten auf „Medizinisches Cannabis in der Bürokratiefalle?

  1. kushifix

    Wie immer eine bodenlose Frechheit der Regierungen, die gehören alle abgeschafft für Ihre Machenschaften, die dem Volk die Schlinge um den Hals noch fester ziehen.
    Kein Mensch auf der Welt hat mir meinen Konsum zu regeln (und wird dies auch niemals tun können). Ich bestimme ganz allein was ich mit mir mache. Solange ich keinen Dritten schade, geht es niemanden auf der Welt etwas an was und vorallem auch nicht wieviel ich konsumiere. Die Regierung müsste für solche Gesetze massiv auf den Deckel bekommen, jeder muss sich dagegen auflehnen und dazu Stellung nehmen. Ich hab es so satt das die Regierung denkt jeder Mensch brauch noch einen Vormund in solchen Dingen. Wir entscheiden, als erwachsene Menschen, für uns selbst. Nicht irgend ein Hansel mit einer Machtposition. Wacht endlich auf und lasst nicht alles mit euch machen, wie die Generationen vor uns.

  2. Lotus

    Hi Leute,
    ich bin seit knapp 9 Jahren Chroniker,
    gutes Cannabis hilft mir ohne zweifel,ich spreche aus Erfahrung
    und es gibt einige Studien die bereits belegen das es in meinem Krankheitsfall hilft,
    aber ich finde einfach keinen Arzt der es mir verschreibt…
    ich bin jetzt schon mehrmmals abgelehnt/diskriminiert worden,
    was mich jedesmal Kraft und Hoffnung gekostet hat,
    teils mit der Begründung,das die Praxis oder der Arzt kein Cannabis verschreibt,
    oder das es nur geht wenn man Krebs leiden oder Ms hat,
    oder man nicht wüßte ob es in meinem Breich überhaupt helfen würde,
    aber wenn man Privatpatient ist,dann ist es natürlich auch kein Problem Cannabis als Medizin selbst für Kopfschmerzen zu bekommen.
    Somit lebe ich jeden Tag mit dem Druck und dem Risiko bzw. der Gefahr als Patient mich nach wie vor durch die Prohibition verfolgt zu sehen und auf den Schwarzmarkt angewiesen zu sein,mit seiner für Patienten sehr bedenklichen Qualität.
    Ich fühle mich als Patient dritter Klasse,der nicht gut genug zu sein scheint um die selben Rechte wie die anderen offiziellen Cannabispatienten auch zu bekommen.
    Also wenn jemand einen Tip hat gerne,
    denn ich weiß wirklich nicht ,wie ich mein Recht hier in Deutschland auf Cannabis als Medizin erwirken kann…
    btw. kann es sein das ein Artikel vom HaJo Gestern gelöscht worden ist?
    Peacezeichengruß

  3. COSMO

    Hi. Kenne die Situation gut. Mein Hausarzt befürwortet es, schiebt die Verantwortung auf das Schmerzzentrum ab, die wiederum halten nichts davon und wenn, dann nur Dronabinol und auch erst nach multimodaler Schmerztherapie, wofür ich ein Arztbrief vom Schmerzzentrum benötige, welcher seit Monaten nicht beikommt…
    Es ist zu kotzen.

  4. Lotus

    @Cosmo
    nicht zu fassen ,so kann man Patienten natürlich auch in Bürokratie ersticken,
    ich sag ja letztenendes kommt das Gesetz Cannabis als Medizin leider garnicht zum Nutzen,
    wenn es nicht die erreicht die es wirklich benötigen…ich drücke dir die Daumen das der Arztbrief doch noch ankommt.

    @Otto Normal
    Danke für den Tip 🙂
    aber leider besteht die Gefahr mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten,
    davor habe ich ehrlich gesagt Angst…
    was ich brauche als Patient ist Sicherheit,
    da der Stress sich negativ auf mein Krankheitsbild auswirkt.

    Peacezeichengruß

  5. R. Maestro

    Wenn man jemandem Gift, (was Alkohol ja ist),
    als Konsum- sogar Genussmittel verkauft, entspricht das nicht sogar dem Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung bzw. Tötung?
    Wenn man an den Profiten daraus, mit verdient (Besteuerung), ist dies nicht Beteiligung?
    Beteiligung an millionenfacher Körperverletzung.
    Und auf dem Oktoberfest ca. sechsmillionenfache potenzielle Körperverletzung.
    Und der Staat verdient an jedem Schluck Rauschgift mit!

    „Der Staat darf sich nicht zum Dealer machen.“ …. blablabla,.. kennt man ja.
    Kleiner Fehler, der Staat ist bereits Dealer.

    Und bei THC solch ein Hechmeck?
    Einem ungiftigen Rauschmittel?
    Diese widerliche Verlogenheit in unserer Drogenpolitik.
    Es ist halt eine scheiß-Doppelmoral bei uns.

  6. Irgendwer

    Alles nur vorsätzliche Sabotage.
    2016 gab’s ein paar Ausnahmegenehmigungen aus dem BfARM rausgequetscht zur Selbstversorgung. Und dann wurde vor allem von der CDU ganz fix die Sabotage angezettelt, um Ärzte, Patienten u. Kassen gegeneinander aufzuhetzen. Die Preistreiberei des Apothekenverbandes wurde u. wird von Merkel usw. auch mindestens geduldet

  7. Rainer Sikora

    Richtig viele Menschen müßten sich dagegen wehren,daß hier gefoult wird,und sich für Fairnis einsetzen.Und einmütig und nicht zwiespaltig gesinnt sein.Bezüglich der Legalisierungsdebatte sind sich die Befragten uneinig,das ist Mist.

  8. Dude

    Bedrocan, Bediol… Mit Gammastrahlung behandelte und relativ oft überdüngerte Cannabis Produkte. Schmeckt nicht nur beschissen, ist auch noch schlechter als die meiste Coffeeshop Ware.

  9. R. Maestro

    Als Konsument ist man ein beliebtes Mittel zum Zweck.
    Würde keinerlei Konsum mehr stattfinden,
    dann wäre es auch verkehrt.
    Es verdienen halt (nicht verdienen, erhalten), zu viele zu viel bei einem Verbot.

  10. R. Maestro

    Ein in Bayern gerne angewandter Spruch der Exekutiven:
    „Sie haben nicht nur Rechte, auch Pflichten.“
    Da in Bayern auf Cannabis-Besitz alle Rechte hinfällig werden, hat man in Bayern keine Rechte, aber Pflichten?! Na in Bayern sind die Rechte, somit auch die Pflichten Auslegungssache?
    Unseren guten Vordenkern in der Politik, sei Dank.
    Rauschgifte wie Alkohol werden beworben.
    In 70 Jahren hat man viel lernen können. Wenn man will.
    Das Cannabisverbot besteht eigentlich seit 1929, da hat man nichts dazugelernt?
    In ca. 90 Jahren?
    Oder ist es ein Unwille?
    Hierzulande braucht man vemeintliche Minderheiten.
    Unterdrückung, war anscheinend in Deutschland schon oft das höchste Gut.
    Bisher und heute!
    Ca. 80 Millionen Bürger, gegen eine Stimme aus der CDU.
    Ich ewähne die CDU, da ich weiß, das Frau M. M. ausschließlich den Vorgaben der CDU folgt.
    Hirnlos aber folgsam.
    In der Wirtschaft wäre man weg.
    In der Politik verdient man sich damit eine weitere Amtszeit.

  11. R. Maestro

    Kann mich jeder Cop auch fragen:Warum sind sie so unkooperativ?“

    Machen die ja gerne, um Leute zu verunsichern.
    Die Frage nach einer Definition dessen mag noch positiv verlaufen.

    Die Frage warum man kollaborieren sollte, konnte mir von diesen bisher noch keiner beantworten.
    Ich weiß ja, die sind recht sportlich, aber wenn man schneller als Intelligenz ist, ist dies ein Vorteil?

  12. R. Maestro

    Vielleicht könnte man die Verfolgung den verantwortlichen Personen ähnlich vergällen:
    Dafür bräuchte es Orgination:
    Einen Cent von jedem, mit dem Hinweis, bitte den Rest zu überweisen.

    Es wird ein unheimlicher finazieller Aufwand dadurch entstehen.
    Ein Problem?
    Haben Kiffer doch auch, also, was soll der Terz?

    Gleiches mit Gleichem.

    Auge um Auge.

  13. R. Maestro

    Als Kiffer lebt man in Deutschland/insbesondere Bayern unsicherer als ein IS-Symphatisant.
    Fakt!

  14. R. Maestro

    Anscheinend ist es das Schlimmste, dass man an Cannabis nicht stirbt.
    Abe die Empfehkung auf Alkohol …..
    naja, ……

  15. Irgendwer

    Hach… mein Kommentar muss freigeschaltet werden
    @ R. Maestro … u.a
    später im Forum hier ein neuer Beitrag von mir bei
    -Schnauze-voll-von Prohibitionisten-
    mit dem Neben-Thema angeblicher -Tod durch Cannabis-
    Jemand hat ’n Dipl. Psychologen auf den thread hingewiesen.
    Echt unfassbar was von dem Psychologen als Antwort kam.
    Wird allerdings nicht veröffentlicht wegen Datenschutz usw.
    Aber die öffentliche Rückantwort an den Psycho … das reicht dann auch wohl
    😀

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