Mittwoch, 22. November 2017

Cannabispolitik wurde während der Jamaika-Sondierungen heiß diskutiert

 

Petition des Deutschen Hanf Verbandes hält Thematik am Brennen.

 

 

Obwohl Frank-Walter Steinmeier sich diese Woche die Aussteiger der Jamaika-Sondierungen noch einmal herzlich zu Brust nimmt und dabei versucht den Ernst der Lage an die erwachsenen Damen und Herren aus der Bundespolitik zu vermitteln, dürfte eigentlich das letzte Wort in Sachen bunter Dreierkonstellation gesprochen sein, wenn nach Wochen des nächtlichen Palaberns kein großer gemeinsamer Nenner gefunden werden konnte. Anscheinend waren neben Flüchtlings- und Klimapolitik auch viele weitere Punkte nicht unter einen Hut zu bekommen, zu denen sich natürlich auch die allseits beliebte Legalisierungsdebatte zählen durfte. Die Cannabispolitik wurde während der Jamaika-Sondierungen heiß diskutiert und sorgte für zusätzlichen Zündstoff bei den Gesprächen zwischen Grünen, FDP und CDU/CSU.

 

Noch letztes Wochenende ließen die Liberalen die Öffentlichkeit wissen, dass es ihnen mit der Legalisierung von Cannabis in Deutschland tatsächlich ernst ist. Die Union solle sich endlich der Realität stellen, forderte die stellvertretende Parteivorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann und bezog sich auf die gegenwärtige Situation des Landes, in der Cannabiskonsum trotz aufwendiger Eindämmungsversuche selbst die Jüngsten erreicht und zeitgleich den falschen Mächten in die Hände spielt. Dennoch müssen sich – trotz des eindeutigen Beistands der grünen Partei bei diesem Thema – die meisten Kräfte der Union während der Sondierungsgespräche vehement gegen fortschrittliche Gesetzgebungsgedanken in der Cannabisthematik gewehrt und somit zu dem Ergebnis beigetragen haben, das heute nun den aktuell äußerst unbeliebten CSU-Chef Horst Seehofer nach Schloss Bellevue zum Abholen einer politischen Standpauke beim Bundespräsidenten antreten lässt.
Da die alte Garde der konservativen Christdemokraten aber bis heute nicht verstanden zu haben scheint, dass ihnen ihre Drogenbeauftragte amerikanische Märchen aufbindet, während selbst ausgefuchste Angestellte aus Asservatenkammern aufgrund des gesetzlich hervorgerufenen Ausnahmezustandes von der Polizei beschlagnahmte Drogen zwecks Erhöhung des monatlichen Grundgehaltes verticken, dürfte die Aussicht auf eine befürchtete Minderheitsregierung der zurückgebliebenen Prohibitionisten die vielversprechendste Zukunft für eine bessere Richtung im Land darstellen.
Weil mit viel Hilfe des Deutschen Hanf Verbandes gestern die Petition zur Legalisierung von Cannabis bei der bisherigen Vorsitzenden des Petitionsausschusses Kersten Steinke abgegeben wurde – und sich mit 78323 Unterzeichnern zu der erfolgreichsten Petition des Jahres zählen darf – muss sich jegliche mögliche Regierung bereits damit abfinden, das Thema „Marihuana für Erwachsene“ bald im Namen des gesamten Volkes angemessen abzuhandeln.

 

Die heiß diskutierte Cannabispolitik bleibt somit auch nach den gescheiterten Jamaika-Sondierungen lodernd am Brennen. Legalize!

11 Antworten auf „Cannabispolitik wurde während der Jamaika-Sondierungen heiß diskutiert

  1. Karli

    Hier sind rund 76% für eine Legalisierung:
    https://rtlnext.rtl.de/cms/ist-kiffen-bald-erlaubt-moegliche-jamaikakoalition-koennte-cannabis-legalisieren-4132823.html
    Hier sind 92% für eine Legalisierung:
    http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/forsa-umfrage-2017-63-prozent-gegen-cannabis-legalisierung-aid-1.7200168
    Und hier sind 76% für eine Legalisierung:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/legalisierung-von-cannabis-fdp-und-gruene-fuer-freigabe-15267936-p2.html
    Und hier läuft noch eine Petition bis 06.01.2018
    https://www.openpetition.de/petition/online/ja-zur-legalisierung-von-cannabis-in-deutschland-als-medizin-genussmittel-und-rohstoff
    Man kann noch abstimmen und unterschreiben. Weitersagen !!!

  2. rainer sikora

    Heiß diskutiert wurde in den letzten Jahren immer mal wieder, ohne daß sich was änderte.

  3. Thomas

    78323 Mitzeichner bei geschätzten 4 Mio. Konsumenten? In einer Zeit in der fast jeder Hajopei seine persönliche Abhörwanze Tag und Nacht mit sich rumschleift? Das macht mich richtig sauer.
    Wenn das nicht traurig ist, dann weiß ich auch nicht. Da kommt mir der uralte Joke in den Sinn: A:“Kiffen macht gleichgültig“. B:“Mir doch egal“.

  4. Rainer Toppert

    @Thomas: Vermutlich gibt es genug Menschen die Kiffen und einfach nichts von der Petition gehöhrt haben. Des Weiteren gibt es viele die überhaupt nicht wissen, dass man online eine Petition abgeben kann. Klar, kann man sagen dass man sich ja informieren kann, aber das sagt ja nicht direkt aus, dass Kiffen gleichgültig macht. Dann wären ja Hundebesitzer, die keine Petition gegen Tierquäler unterzeichnen auch gleichgültig (einen Hund besitzen macht gleichgültig?).

  5. Greenkeeper

    In Deutschland wird es so schnell keine Legalisierung geben. Die meisten Politiker leben in einer Filterblase. Sie sind gefangen in ihrer eigenen Welt, süchtig nach Macht. Das, worüber sie gerne reden, weicht oft erheblich von dem ab, was ganz normale Menschen bewegt und interessiert. Das System ist festgefahren, weil die Politik ziellos ist. Das einzige, worauf man hoffen kann, ist, dass sich die Legalisierungswelle in Amerika weiter fortsetzt und irgendwann auf Europa übergreift. Eines Tages wird dann auch das opportunistische Deutschland mitmachen.

  6. Fred

    Bei der inzwischen wieder möglichen erneuten Groko sehe ich ebenfalls schwarz. Eine politische Lösung kann ich mir mit diesem Team nicht vorstellen. Trotzdem oder gerade jetzt erst recht müssen wir kämpfen.

    Ich stimme Thomas zu. Ich hätte mir auch deutlich mehr Stimmen für die Petition gewünscht. Allerdings behandelt die Petiton natürlich auch ein besonderes Problem. So mancher Cannabisfreund hat wahrscheinlich eben erst die Ernte eingefahren und hat vielleicht deshalb ein Problem, sich mit Name und Adresse beim Staat zu melden. Und unter diesen Umständen kann man sicherlich die Petiton als einen guten Anfang bezeichnen. Um aber letztlich die Legalisierung durchzubekommen, werden wir Gesicht zeigen müssen.

  7. Irgendwer

    Meint ihr, daß der DHV das Thema dort
    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2017/_09/_25/Petition_73900/forum/Beitrag_558778.$$$.batchsize.10.tab.1.html
    irgendwie aufnimmt und quasi als Verhaltenstip veröffentlicht ?
    Oder redet sich der DHV raus mit „keine Rechtsberatung“ und riskiert dabei dann prinzipiell den Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung ?

    Ps: Im Sinne von Satz 1 des §17 sind die DDR-Grenzer, die harmlose und nicht bedrohliche Flüchtende erschossen hatten, quasi ungestraft davongekommen

  8. Ralf

    Alle die ich kenne unterschreiben nicht aus Angst, weil sie einem so verbrecherischen latent faschistischen Staat, der einfach so, mit fadenscheinigsten Begründungen voll den Menschenrechten in den Arsch tritt, und noch dazu so eine Vergangenheit hat, alles böse zutrauen, was man sich nur vorstellen kann.
    Sie glauben nicht an einen Rechtsstaat, da er grundlegende Rechte bricht und durch sein verlogenes Argumentieren und vorgehen Tür und Tor öffnet, für diejenigen die schon einmal mit solcher Art Argumenten Erfolg hatten, und demokratisch gewählt an die Macht kamen. Selbst diejenigen die trotzdem Unterschreiben, tun es mit Bauchgrimmen und Zweifel, ob das jetzt wirklich so gut war. Ich kann sie alle verstehen. Mir geht es genau so, nur ist meine Wut und mein Haß gegen dieses Verbrechergesindel, durch das viele Leid, daß ich in fast 50 Jahren Verfolgung von ihnen erfahren habe, viel größer geworden als meine Angst. Deswegen sage ich ihnen auch in ihre verlogenen uniformierten oder nicht uniformierten Nazivisagen was sie sind!

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