Samstag, 4. Juni 2016

Bud Spencer im Ausgabenrausch

 

Die letzte Rechnung zahlst du selbst

 

Foto: Bud Spencer
Foto: Bud Spencer

 

Text: mze / Fotos: Bud Spencer

 

Marihuana-Anbau kann ein kostspieliges Hobby darstellen, steigt man erstmalig in die grünen Gefilde ein. Aber auch manchmal, wenn man schon länger dabei ist, wie Bud Spencer, kann einen der Grow etwas überraschend Knete aus den Taschen ziehen.

Denn wie einen der Volksmund immer lehrt, lässt man ein funktionierendes System besser bestehen. Man kümmert sich lieber um die innewohnenden Kreaturen, anstatt jede Neuigkeit des Marktes direkt auszuprobieren. Nur wenn verbrauchte Produkte benötigt werden, oder ein geplanter Umstieg auf ungewohnte Medien angedacht ist, beschäftigt sich der gemeine Hanfbauer mit den alltäglichen Utensilien des Hanfhandwerks wieder etwas genauer – und das kann kosten.

 

Bud Spencer, der schon eine Weile mit einem bestehenden Equipment, Cannabis heimlich erfolgreich anwachsen lässt, wurde in den vergangenen Monaten daher gezwungener Maßen zu etwas Auffrischungsarbeit im Umgang mit seiner Ausrüstung verdonnert. Oder wie der italienische Dampfhammer sagen würde: „Die letzte Rechnung zahlst du selbst…“

 

In Buddys Domizil befindet sich eine Micro Harvester Growbox aus stabilem Aluminium.

Diese bietet mit einem M.A.V.S.-Kohlefilter ein eigenständiges Konzept einer Frischluftzirkulation samt Cool-Tube-Lüftung. Letztere ist eine Glaskolbenkonstruktion, die den Luftabtransport gleichzeitig zur Abkühlung der heißen Natriumdampflampe nutzt. Vorteilhaft an diesen Innereien sind platzsparende Methoden zur Klimakontrolle. Jedoch ist das gesamte System etwas unzugänglich verbaut, weshalb nur in Notfällen und seltenen Rhythmen an beiden wichtigen Bauteilen gewerkelt wird.

 

Ein Notfall ergab sich bei Bud Spencer dank dem Ausfall einer Lichtquelle. Eine Sylvania 250Watt Lampe für die Blütenphase gab nach knapp eineinhalb Jahren den Geist auf. Puff.

Neun kürzlich erst in die Blütenkammer gewanderte Cannabispflanzen standen somit in der Dunkelheit. Auch schien die dem Grow-System einst beiliegende Zeitschaltuhr nicht mehr richtig zu funktionieren. Das Markenprodukt eines deutschen Herstellers punktete zwar einmal mit einer vielseitig bedienbaren Digitalanzeige und einer pfiffigen Modulbauweise – sogar defekte Steckplätze und Bauteile hätte ausgetauscht werden können – da der Erbauer jedoch einen Batterie-Akku fest verlötete, musste auch diese Hardware nach einigen Jahren zwanghaft das Zeitliche segnen. Buddy nutzte die nicht mehr richtig einstellbare Steckerleiste aus Wut dennoch weiterhin, obwohl er den Schaden schon vor einigen Monaten feststellte. Da aber nur ein einziges Programm eingespeichert war und regulär auch zu funktionieren schien, hielt Mr. Spencer das System wie gewohnt am Laufen.

 

Sein Fehler. Die auf zwölf Stunden Stromzufuhr gestellte Apparatur bedurfte immer häufiger einer Überprüfung und teils sogar manuelle Schaltungen auf Betrieb. Diese handgreiflichen Prozeduren könnten somit auch für den recht frühen Verlust des Leuchtmittels verantwortlich gewesen sein, gestand Mr. Spencer im nachträglichen Gespräch mit dem Hanf Journal…

 

Da Bud aber spätestens in diesem Moment einsah, sich mit neuem Grow-Equipment eindecken zu müssen, wurde der Weg zum Fachhändler eingeschlagen. Glücklicherweise konnten die neun Cannabispflanzen in dieser Zeit über eine verbrauchte, aber noch funktionieren Ersatzlampe zumindest mit minimaler Helligkeit versorgt werden. Eingekauft wurde dann im größeren Stil, was die Sorgen über mögliche Ernteausfälle durch technische Probleme minimieren sollte. So besorgte Bud ein bisschen zusätzliches Equipment, das in der Rumpelkammer niemanden stören wird.

 

Frischer Dreikomponenten-Dünger der Firma GHE wurde direkt mitgenommen, um den EC-Wert in einem typischen Acht-Wochen-Zeitraum von 1,0 auf 2,1 anheben zu können. Gelbtafeln gegen fliegende Parasiten wurden eingesackt, damit miese Trauermücken nur bedingte Chancen auf Vermehrung bekommen. Zwei günstige mechanische Zeitschaltuhren wurden erworben und kiloweise CocoStar Kokosziegel für kommende Pflanzen-Bewohner wurden ebenfalls abgesichert. Natürlich kaufte Bud Spencer dazu eine neue Natriumdampflampe, die trotz eigentlicher 250Watt Leistung auch über das 300Watt GIBLightning NXE Vorschaltgerät des Micro Harvesters betrieben werden kann, ohne gleich zu explodieren. Mundpropaganda ließ ihn zu einer Osram Vialox NAV-T4Y Super 250 Watt Version greifen, die sofort nach seiner Heimkehr eingeschraubt wurde.

 

Bei dieser Tätigkeit merkte Bud Spencer erneut die gewissen Feinheiten des erwählten, illegalen Hobbies, da er zwei Anläufe brauchte, um das Leuchtmittel richtig einzusetzen. Nur durch genaue und vorsichtige Handarbeit sind die großen Birnenfassungen fachgerecht zu bestücken und geben den Strom an die künstliche Sonne weiter. Da man die Lampen aber nicht mit der bloßen Hand anfassen sollte, gehört beim Einsetzen auch immer ein Stück Stoff oder Handschuh zum Arbeitsgerät, was bei einer oben genannten Cool-Tube-Lüftung jedoch den Vorgang erschwert.

 

Stattgefunden haben diese Vorkommnisse circa zwei Wochen nach dem Übersiedeln von Buddys Cannabisstecklingen aus der Anwuchszone (18Std. Licht) in die Blütenkammer (12Std. Licht). Da der dicke Italiener seinem Düngeprogramm und der regelmäßigen Pflege der Pflanzen ansonsten in gewohntem Maße treu blieb, konnte ein weitaus größeres Unheil verhindert werden.

 

Einige Tage länger werden die Biester der Sorte Northern Lights (Sensi Seeds), Wappa (Paradise Seeds) und der neuen Bekanntschaft OG Kush (Dinafem Seeds) aufgrund der kurzen suboptimalen Lichtbestrahlung nun benötigen, die ihnen Bud Spencer aber auch gerne gewähren wird.

Der behäbige Marihuana-Bauer weiß schließlich auch, dass manche Investition in die Zukunft eher als Darlehn betrachtet werden sollte. Auch falls man die letzte Rechnung einmal selbst mit mehreren grünen Scheinen bezahlen muss, bekommt man die entsprechende Menge reinen Grünes dafür etwas später wieder Frei Haus zurück.

 

Nicht nachmachen!

 

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