Donnerstag, 14. April 2016

The Legend of Zelda: Twilight Princess HD

 

The Lawnmowerman

 

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Autor: mze

 

Die The Legend of Zelda Serie ist im Februar 30 Jahre alt geworden. Da sich der neuste Ableger der beliebten Action-Adventure-Reihe zu diesem feierlichen Termin auf WiiU leider verschob, sorgte Nintendo kurzfristig für eine Ausweichmöglichkeit: The Legend of Zelda: Twilight Princess HD.

 

Das fast zehn Jahre alte Gamecube- und Wii-Abenteuer wurde für eine Verjüngung in ein Auftrags-Studio verschickt und dort einer kleinen Frischzellenkur unterzogen. Überraschend ist diese Entscheidung etwas, da die Wii-Version dank WiiU-Abwärtskompatibiliät bereits seit dem Erscheinen der aktuell genutzten Nintendo-Konsole spielbar gewesen wäre. Doch die Forderungen der Spielergemeinde nach hochauflösenden Fernsehbildern sowie die derzeitige Akzeptanz von wiederverwerten Videogames auf dem Markt erklären diesen Schritt zum Lücken schließen möglicherweise. So bekam das wohl düsterste Zelda-Spiel der hochgeschätzten Reihe neue Full-HD-Texturen für 1080p-TVs spendiert, leicht überarbeitete Charaktermodelle serviert und bessere Lichtverhältnisse angeboten. Dazu wurden einige Abschnitte von leicht nervigen Momenten entschlackt. Auch wurde selbstverständlich an eine Anpassung für das WiiU-Gamepads gedacht, welche die Nutzung von Items und der Kartenfunktion jetzt leichter fallen lässt.

Somit finden Neulinge die Chance einen alten Meilenstein in verbesserter Form vorzufinden und alte Hasen dürfen eine Dekade in der Zeit zurückreisen, ohne sich erst wieder mit den damaligen Limitationen anfreunden zu müssen.

 

Hauptheld Link lebt in The Legend of Zelda: Twilight Princess HD in einem kleinen ländlichen Dörfchen, welches von garstigen Orks überfallen wird. Nicht nur eine Gruppe Kinder wird von den verbrecherischen Grünhäutern sodann entführt, auch eine dunkle Magie wird in dem friedlichen Ort befreit, die bereits viele Teile der Welt Hyrules vereinnahmte. Durch schwarze Portale fallen Schattenwesen vom Himmel, die nun durch die Umgebung patrouillieren, alte Naturgeister schwächen und ein Vorankommen des mutigen Wolfes Link verhindern möchten. Der freundliche Hylianer wurde von den Geschehnissen derart beeinträchtigt, dass er sich in den Zonen des Zwielichtes nicht mehr in menschlicher Gestalt bewegen kann, bevor er nicht einige Aufgaben als verwunschener Werwolf erfüllt und damit für neue Lichtblicke sorgt. Glücklicherweise schließt sich ihm das freche Schattenmädel Midna an, das für eine noch geheime Gegenleistung, auf seinem Rücken reitend, ehrliche Unterstützung verspricht. Schuld an dem Fluch trägt der düstere Zauberer Zant, den das ungleiche Duo nach Erledigung einiger Wagnisse in einen mystischen Spiegel bannen möchte, um die verlorene Ordnung wiederherzustellen. Doch als das Team den Spiegel nach vielen überwundenen Strapazen findet, müssen sie feststellen, dass er bereits von einer noch gewaltigeren Bosheit zersplittert wurde. Ganondorf.

 

Die typische Erfolgsformel der Nintendo-Abenteuer-Reihe funktioniert auch noch zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung von The Legend of Zelda: Twilight Princess. Der grün bezipfelte Held lässt Groß und Klein in einer sympathischen Welt versinken und spannendste Momente erleben, sodass man die Zeit um sich herum vergisst. Obwohl ein eigentümliches Charakterdesign, der Verzicht auf eine Sprachausgabe, die immer wieder anders erzählte Zelda-Story sowie die immer wiederkehrenden Gameplay-Momente des Klassikers aus 1986 abschrecken könnten – so frisch, fröhlich, liebenswert, unverbraucht und durchdacht bleibt jeder Titel der Reihe, selbst noch viele Jahre nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung.

 

The Legend of Zelda: Twilight Princess HD macht da keine Ausnahme. Auch wenn der Einstieg in das vorletzte große Zelda-Abenteuer sich in der ersten Stunde etwas holprig und leicht gezwungen anfühlt, wird spätestens mit der Verwandlung Links in einen Werwolf, der Bekanntschaft Midnas und einem darauffolgenden Gespräch mit Prinzessin Zelda jeder Videospieler eingefangen und nicht mehr losgelassen.

 

Kaum eine Videospiel-Reihe verbaut die Aufgabengestaltung derart gekonnt, dass sich Spieler vergessen und wie an Zügeln durch ein Spiel führen lassen, das einem eine freie Erkundung bietet. Die offene Welt Hyrules lädt neben des Story-Stranges zu vielen Nebenaufgaben, Sammelausflügen und Entdeckungen ein. Doch allein was an unterschiedlichen Gameplay-Ideen in The Legend of Zelda HD: Twilight Princess HD verbaut wurde, könnte selbst zehn Jahre später noch für vier moderne Titel Pate stehen. Sei es der Schwertkampf hoch zu Ross, das Hangeln via Greifhandschuhen in felsigen Höhen, 1080° Snowboardfahren gegen Yetis, oder aber einfach nur ein simpler Angelauftrag am Billabong. Highlights sind dazu natürlich die ausladenden Tempelbauten und Dungeons, die voller Rätsel und mit Schatztruhen gespickt sind und in taktisch tollen Bosskämpfen ihr Finale finden. Selten wird dem Spieler die eigene Dummheit so freundlich aufgetischt, selten animierten riesige Monster im Zweikampf dazu, die Gehirnmuskeln stärker anzustrengen.

The Legend of Zelda: Twilight Princess HD bietet aktuell die größte Welt aller Zelda-Action-Adventures und kann dank hervorragenden Ideen und derer einmaligen Umsetzung über den kompletten Spielzeitraum überzeugen.

 

Leider sind einige Schwächen der Vergangenheit aber auch spürbarer als erhofft in dem überarbeiteten Produkt vorhanden. So stellt sich die Kamera öfters quer und hängt zwischen Kanten oder Objekten fest, was dann in unangenehmem Zittern des Dargestellten sichtbar wird. Auch geht die Bildrate in manchen Momenten in die Knie, was aber nur beim Spielen über das Gamepad geschieht. Auf dem TV bleibt das HD-Remaster flüssig. Dafür ist aber auch hier die Steuerung des Helden, seines treuen Gauls sowie mancher Items nicht mehr ganz ideal. So kann es schon einmal mehrere  Anläufe in Anspruch nehmen bis Link eine angepeilte Leiter heraufklettern mag oder sich das Pferd  Epona um eine kantigere Ecke reiten lässt.

 

Trotz dieser technischen Defizite – grafisch gewinnt The Legend of Zelda: Twilight Princess HD sicherlich auch keine Preise mehr – ist dieser Re-Release mehr als einen Blick wert. Da der Inhalt legendär blieb, die Zugänglichkeit nochmals erleichtert wurde – sogar hilfreicher amiibo-support für Figuren-Fans implementiert wurde – dürfte man mit diesem HD-Remaster für Nintendo WiiU einige Zeit verbringen wollen. Ein im Schwierigkeitsgrad angezogener Hero-Mode lockt dazu echte Hyruler Helden zu noch mehr Rasenmähen in eine gespiegelte Umgebung.

 

Eine virtuelle Realität.

 

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The Legend of Zelda: Twilight Princess HD

Fotos: Nintendo

Circa 45€

USK12

WiiU Limited Edition inklusive Wolf-Link amiibo – ASIN: B017XX1HO4

WiiU – ASIN: B019MOBY4A

 

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