Mittwoch, 6. November 2019

Neue Drogenbeauftragte scheint für einen Neuanfang in der Drogenpolitik offen

Der Deutsche Hanfverband hegt große Hoffnungen

Pressephoto Daniela Ludwig/ Montage Hanf Journal


Als im September die CSU-Politikerin Daniela Ludwig zur neuen Drogenbeauftragten ernannt wurde, konnte man über die bislang nicht mit dem Thema beschäftigen Christdemokratin wenig erzählen. Dass es jedoch innerhalb weniger Wochen derart vorwärtsgeht und in den Reihen der Union erstmals über die logischen Schritte laut nachgedacht wird, die aufgrund des Versagens der bislang stets verteidigten Prohibitionspolitik gegangen werden müssen, war nach den Amtsperioden Marlene Mortlers nicht abzusehen. Jetzt ist die sich komplett verweigernde Ex-Drogenbeauftragte in Brüssel und die neue Drogenbeauftragte scheint für einen Neuanfang in der Drogenpolitik offen. Während der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichtes 2019 betonte Daniela Ludwig, dass es wichtig wäre, sich von Ideologien zu verabschieden und neue Akzente zu setzen, welche einer Gesundheitspolitik zugrunde liegen. Der Deutsche Hanfverband hat diese und weitere Aussagen der Drogenbeauftragten als ein gutes Zeichen wahrgenommen und daher den keimenden Hoffnungsschimmer in einer Pressemitteilung veröffentlicht, die hier nicht fehlen darf:

Drogenbeauftragte Ludwig offen für Neuanfang in der Cannabispolitik
Pressemitteilung des Deutschen Hanfverbands vom 05.11.2019

Berlin, 05.11.2019 – Heute wurde in Berlin der aktuelle Drogen- und Suchtbericht 2019 durch die neue Drogenbeauftragte Daniela Ludwig vorgestellt.
Bei dieser Gelegenheit äußerte sich Ludwig auch zur Cannabispolitik und zeigte sich offen für neue Wege in der Cannabispolitik. Sie wolle sich zunächst alle Player der deutschen Drogenpolitik anhören und sich eine Meinung bilden im Spannungsfeld zwischen maximaler Repression und Legalisierung. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Mortler hat Frau Ludwig auch einen Termin mit dem Deutschen Hanfverband vereinbart.
Außerdem hat Ludwig auf das portugiesische Modell hingewiesen, das einigen Erfolg vorweisen könne. In Portugal werden Konsumenten, die mit geringen Mengen diverser illegaler Drogen aufgegriffen werden, nicht strafrechtlich verfolgt. Es wird lediglich geprüft, ob den Konsumenten Hilfe angeboten werden sollte.

Damit knüpft Ludwig an aktuelle Aussagen ihrer Fraktionskollegen Karin Maag und Marian Wendt an, die sich ebenfalls offen für neue Wege in der Cannabispolitik gezeigt hatten.

Täglich werden in Deutschland 500 Strafverfahren gegen Cannabiskonsumenten eröffnet. Die Entkriminalisierung nach portugiesischem Modell wäre ein riesiger Schritt nach vorn für Millionen Konsumenten, aber auch für Polizei und Justiz. Viele Probleme, zum Beispiel der fehlende Verbraucher- und Jugendschutz auf dem Schwarzmarkt, können aber nur durch einen legalen, regulierten Cannabismarkt gelöst werden”, kommentiert Hanfverband-Geschäftsführer Georg Wurth die heutigen Aussagen der Drogenbeauftragten. “


Ob es in der Union tatsächlich endlich so weit ist, darf nach den vergangenen Dekaden leider weiterhin ein wenig bezweifelt werden. Auch müssten die Gründe für die lange Zeit falsch geführte Politik – bei einer nun angepeilten Veränderung – in der Öffentlichkeit einmal ernsthaft angesprochen werden.

20 Antworten auf „Neue Drogenbeauftragte scheint für einen Neuanfang in der Drogenpolitik offen

  1. R. Maestro

    „Auch müssten die Gründe für die lange Zeit falsch geführte Politik – bei einer nun angepeilten Veränderung – in der Öffentlichkeit einmal ernsthaft angesprochen werden.“

    Es wäre durchaus interessant. Aber man müsste sich als korrupt outen.

    Dass der R. Thomasius bedeutend weniger „Kunden“, bei evtl. Entkriminalisierung/Legalisierung, in seiner gehirnwaschenden Einrichtung hätte, ist ja klar.

    Trotzdem ist es schon einmal schön, das scheinheilige Grinsen einer Mortlerin weitaus seltener zu sehen. Bevor noch der Fernseher zu kotzen beginnt, oder aufgrund einer Alkoholvergiftung durch den Kreuther Geist, den Geist aufgibt.

  2. Fred

    Es gibt nur einen Weg, den Schwarzmarkt einzudämmen und für Jugendschutz zu sorgen. Die Legalisierung. Alles andere kann nur ein erster Schritt sein.
    Sozusagen ein Sofortprogramm um die unsägliche Verfolgung und das offensichtliche Unrecht sofort oder zumindest umgehend einzustellen.

    Also. Wenn sich schon die plötzliche Erkenntnis bahnbricht, dann sollte man das ganze richtig machen. Ohne Ideologie, politische Ränkespielchen, oder Ähnliches. Einfach mal das richtige machen.

  3. Rainer Sikora

    Die Entwicklung, auf die jetzt viele hoffen,wird es natürlich mal wieder nicht geben.Was würde aus den vielen Psychosen und zurückgebliebenen Kindern werden.Außerdem wäre der Kiffer plötzlich kein fieser Verbrecher mehr.Viele fallen vom Glauben an die Katholische Kirche und an die CDU ab.Also noch mehr Prävention.

  4. Joseph Meier

    Ich weiß nicht warum sich die CDU so dagegen streubt. Dann soll es erst ab einem Alter von 21 Jahren konsumierbar sein dürfen, wobei ich nach wie vor denke, dass Gras eine weichere Droge ist als Alkohol. Du wirst nicht körperlich abhängig davon, der Rausch klingt bei Anfängerkiffer nach ca. 4 Std wieder ab. Und es gibt offensichtlich medizinische Vorteile, in vielen Gesichtspunkten. Das Essen schmeckt beispielsweise besser, es hilft gegen Schmerzen und auch „andere“ Dinge werden verbessert und intensiviert während man einen Rausch hat. Man soll sich nur im Klaren sein, dass man positiv dazu eingestellt sein sollte wenn man konsumiert. Aber ich muss auch zugeben dass früher wo ich jung war und erste Erfahrungen damit gemacht habe der Rausch weitaus dominanter wirkte als in meinem jetzigen Alter (33). Deswegen vielleicht ist es garnicht so schlecht, dass man es ab 21 Jahren freigibt. Vorallem muss man wenn man vor hat diese Droge zu legalisieren es so machen, dass man mit dem Schwarzmarkt konkurrieren kann. Gute Beispiele wie man den Schwarzmarkt austrocknet gibt es bei der USA. Es gibt auch genügend Dokumentationen zu dem Thema auf Youtube.

  5. Karl

    Solche Aussagen kommen doch jetzt nicht zufällig sondern genau zur richtigen Zeit (Wahlergebnis). Die schnallen einfach schön langsam das auch ohne sie irgendwann (vllt. auch schon bald) reguliert wird und sie natürlich besser dastehen wenn sie zuvor schon ihre Meinung angepasst haben (Wählerstimmen). In deren Ideologie passt diese „wundervolle Gabe Gottes“ trotzdem nicht wie es schon einigen anderen erging und immer noch ergeht. Die werden das K….. bekommen, wie ich von Alkohol.
    Es lebe die Vielfalt!

  6. Krake

    Das ein Schutz der Jugend und erwachsenner Konsumenten nur mit der Lagalisierung einhergeht, daß wissen mitlerweile Gott und die Welt!! Auch Georg und Daniela, die komplette Scheiß Union(sorry) und der Rest im lustigen Bundestag!!! Alle eben. Das bedeutet: SIEG!
    Legalize it

  7. Krake

    Pessimissmuss ade, Mensch Rainer so schlecht steht es doch jar nicht umme Pflanze Wird schon, wirst sehn…..
    Greets

  8. Luke

    Entkriminalisierung fürn Arsch. Ich komme aus Bayern und glaube denen kein Wort. Legalisierung sofort!!!

  9. Karl

    Krake hat völlig Recht! Wir befinden uns in Richtung SIEG und keiner wird mehr die Richtung wechseln! Alles andere ist Nebensache!

  10. Legalize Cannabis Germany

    Ich warte schon seit über 10 Jahren auf die Legalisierung.
    Alle Drogen zu legalisieren wie in Portugal, wäre einfach wunderschön. Aber wenn sich beim allein beim Thema Cannabis was ändert, das würde mir persönlich schon reichen.
    Es gibt so unglaublich viele Kiffer in Deutschland, die alle so starke Probleme und Komplexe bekommen auf Grund der Kriminalisierung – Ganz ehrlich – Ich finde die Legalisierung MUSS sein.
    Ich kann zumindest als Konsument nicht in ruhe in Deutschland leben.

    Außerdem sollten Kinder endlich geschützt werden, denn ich sehe immer noch jeden Tag irgendwo kleine Kinder, die gestrecktes Gras rauchen. Der Schwarzmarkt ist ja überall und sogar Kinder sind am verkaufen. Läuft echt Scheiße in Deutschland, echt mal!
    Setzt ein klares Zeichen, dass es erst ab 18 oder 21 Jahren zu kaufen gibt!

    Wenn es Alkohol schon ab 16 Jahren gibt und „Alkoholfreies“ bis 0,5% an Kinder verkauft wird… Dann sollte das Cannabis-Thema doch gar kein Problem darstellen. Ich sehe lieber Kinder die ein bisschen Gras rauchen, als Kinder, die sich bewusstlos oder kotzend besaufen und ihren Körper absolut kaputt machen.
    (Klingt hart, ist aber Realität und passiert überall in Deutschland! Sind wir mal ehrlich.)

    Ich wünsche dem Hanf-Verband weiterhin ganz ganz viel Erfolg!

  11. Jo

    15000 Tonnen Stahlbeton bei Medizienischem Cannabis und ihr glaubt wirklich noch an die Legalisierung. Nur weil diese Tante reden will? Reden kann man wieder viel. Da wurden mit Sicherheit schon einige Deals mit solchen großen Firmen geschlossen. Da will man doch garnicht legalisieren. Wenn schon nur solche großen und noch dazu nicht Deutsche Firmen solche Auflagen bekommen, dann wird das nie was mit dem einfachen Fußvolk. Nein, man wird jetzt eher versuchen die Preise hochzutreiben. Gewinne, gewinne, gewinne. Nächste Runde und das Gelaber, alles das selbe Geschwätz wie vor etlichen Jahren auch schon mal. Alles Wählerfang. Und ihr glaubts noch. In den Medien packen sie schon wieder irgendwelche angeblichen Ärzte aus, die von Hirnschädigung bis sonstwas erzählen. Wiederlich.

  12. Jo

    Nur weil man was immer und immer wieder wiederholt, wird es nicht wahrer…
    Das alles stinkt zum Himmel.
    Wäre der Wille da, würde man den sofortigen unproblematischen Zugang für jeden Patienten ermöglichen.
    Sofort!
    Man würde Ärzte diesbezüglich ausbilden.
    Sofort!
    Man würde die Strafverfolgung aussetzen.
    Sofort!
    Man würde bei der Polizei klarstellen, das CBD und THC haltiger Hanf nicht mehr zu verfolgen ist.
    Sofort!
    Man würde alle offenen Strafverfahren diesbezüglich Einfrieren und aufheben.
    Sofort!
    Man würde die zu unrecht Inhaftierten Menschen freilassen.
    Sofort!
    Alles Lüge….

  13. Sophie

    Mensch Jo, nun verunsichere doch nicht die Jünger von Spendensammler Wurth. Lasse sie doch in dem Glauben, dass mit der Ludwig schon morgen die vollständige Legalisierung kommt und jeder sein Gras selber anbauen kann.

  14. Jo

    @Sophie
    Der Glaube allein bringt uns aber nicht weiter. Sieht man ja an den letzten 20 Jahren.

  15. Jo

    Ich möchte noch dazu sagen, dass ich die Arbeit von Herrn Wurth und dem DHV sehr bewundere. Ich könnte das nicht.
    Diese Arbeit ist absolut wichtig. Aber jetzt wirds verschleppt bis zur Wahl. Und dann weiter, auf auf zur Unendlichkeit und noch mehr.
    Ihr müsst auch mal endlich anfangen Klartext zu reden. Ich weiß, ist nicht so einfach bei diesen ganzen ignoranten Menschen und Gesinde. Aber man sieht das alle Stimmung Kippt. Siehe Kommentare zu allem.

  16. Fred

    @Jo

    // Der Glaube allein bringt uns aber nicht weiter. Sieht man ja an den letzten 20 Jahren. //

    Zuallererst sollte man mal aufhören, etwas zu fordern und sofort den Vermerk “ aber ich glaube nicht dran “ hinterher zu schieben. So hat noch niemand eine Forderung durchgesetzt. Das ist mal sicher.

    Und das sich in den letzten 20 Jahren die Hanfwelt weltweit quasi revolutionär geändert hat, kann man ernsthaft wohl auch kaum verdrängen. Das es eine aus unserer Sicht sehr positive politische Konstellation gibt – das Grokoproblem und der mögliche Eintritt der Grünen, mit immer noch nicht abgelehntem Gesetzentwurf – sollte auch unbedingt erwähnt werden. Die Hauptstelle für Suchtfragen die für ca. 80 % aller Fachkliniken steht, fordert ebenso die Legalisierung wie die bekannten Strafrechtsprofessoren.
    Zusammengefasst hat sich die Meinungslage, jedenfalls die mit Relevanz, komplett gedreht. Was sollte mich also jetzt in die Nähe von depressiver Verstimmung bringen, wenn ich übers Kiffen nachdenke ?

    Jetzt sind klare Forderungen an die Politik gefragt. Eben damit es eine vernünftig umgesetzte Lösung gibt. Und eben nicht so eine WischiWaschi Lösung wie in Portugal, die im übrigen selbst in Portugal als Reformbedürftig gilt. Stärke zeigen, nicht jammern. Die Chance ist gross wie nie !

  17. Jo

    @Fred
    Ach ja. das was du da erzählst, was ich gesagt hätte, habe ich garnicht gesagt. Lese mal bitte richtig. Und ich jammer nicht, ich sorge dafür, das es nicht verschleppt wird. Wie es die ganze Zeit gemacht wird. Ich mache auf das drauf Aufmerksam, was die ganzen letzten 20 Jahre passiert ist, für den normalen Menschen. Nämlich nichts! Nur gerede. Die Leute werden so stark von der Polizei verfolgt, wie noch nie zuvor für ein bischen Cannabis. Alles nur gerede, wie die ganze Zeit. Und wer hat nicht alles schon vor 20 Jahren eine Legalisierung gefordert? Sogar Prominente. Aber Egal.

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