Mittwoch, 16. Oktober 2019

500 Verfahren gegen Cannabisfreunde täglich lassen den Hanfverband Hamburg aktiv werden

Mahnwache vor der Hamburger Justizbehörde

Cannabis
Bild: Sadhu van Hemp

Der Deutsche Hanfverband hat mittlerweile 18 Ortsgruppen, die den Verband aktiv Unterstützen. Neben den Aktivisten in München machen auch die Mitglieder der Hamburger Ortsgruppe in regelmäßigen Abständen von sich reden. So hatten man dort erst Ende August eine Kreisverkehrdemonstration durchgeführt, die bildlich auf die unsinnige Drogenpolitik Deutschlands hinweisen sollte. Nun geht es bei den Hamburgern weiter mit dem Demonstrieren, damit die politische Riege und beteiligte Kräfte im Kampf gegen Cannabis nicht vergessen, wie viel Unheil sie über Betroffene bringen, die wegen ein paar Pflanzenprodukten in Kontakt mit der Staatsmacht geraten. 500 Verfahren gegen Cannabisfreunde täglich lassen den Hanfverband Hamburg aktiv werden, was sich in einer Mahnwache vor der Hamburger Justizbehörde am 17.10.2019 ausdrücken wird.

Zwischen 17:30 und 18:30 Uhr wird die Ortsgruppe Hamburg des DHV sich auf der Drehbahn 36 vor der Hamburger Justizbehörde versammeln, um während einer Mahnwache eine Kundgebung abzuhalten, die die fehlgeleitete Cannabispolitik des Landes zum Inhalt haben wird. Dort möchte man auch den bereits darüber informierten Senator Dr. Steffen ein persönliches Schreiben und einen Forderungskatalog übergeben, um auf die teils drastischen Situationen der Menschen hinzuweisen, die wegen ihrer Vorliebe für oder ihrem Bedürfnis nach Cannabis mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Die damit zusammenhängenden Verletzungen der Grundrechte vieler friedliebender Bürger, die Verschwendung von benötigten Steuergeldern und großer staatlicher Ressourcen erzeugen schließlich einen unhaltbaren Zustand von dem niemand profitiert und der eines modernen Rechtsstaats unwürdig ist, schrieb man in einer Hinweismail auf das morgen stattfindende Vorhaben. Aktuell habe man in Deutschland einen Höchststand bei den Einleitungen von Strafverfahren gegen Konsumenten erreicht, der sich auf circa 500 Verfahren täglich beziffern lasse. Dies zerstöre nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern lähme zeitgleich die Justizbehörden und Strafverfolgungsorgane des Landes. Es gäbe mittlerweile genügend Befürworter für eine Beendigung der Prohibition in angesehenen Kreisen, wie dem Bund Deutscher Kriminalbeamter oder bei einer großen Anzahl von Strafrechtsprofessoren. Selbst Suchtforscher und Oberärzte teilten schon länger und immer häufiger die Forderung nach einer kontrollierten Abgabe des natürlichen Rauschmittels Cannabis. Auch die Kosten, die der Staat für die Verfolgung von Cannabisfreunden trage, wären in keiner Weise mit logischem Denken zu rechtfertigen, schaut man über den Großen Teich, wo Bundesstaaten der USA hohe Steuereinnahmen durch den geregelten Handel mit Cannabis generieren könnten und für sinnvolle Projekte einsetzten.

Mit dem Verbot verrät der Staat zudem seine eigenen Leitsätze und die Grundrechte vieler Menschen, etwa auf eine freie Entfaltung. Auch der Gleichbehandlungsgrundsatz ist verletzt, ganz zu Schweigen von der Würde der Betroffenen“, heißt es in der E-Mail der Ortsgruppe Hamburg des Deutschen Hanfverbandes dazu, um auf die stattfindende Ungerechtigkeiten im Kampf gegen Cannabis hinzuweisen. Während es 1994 erst für die große Anzahl von Menschen aus dem LGBTQ-Milieu durch die Streichung des Paragrafen 175 einen Schritt in die Freiheit gegeben hatte, müsste es nun für die vielen Millionen Hanfkonsumenten eine ähnliche Freisprechung geben, da auch diese Niemandem in der Bevölkerung Schaden zufügten. Man halte es heutzutage schließlich für eine fortschrittliche Errungenschaft, dass eine freie Wahl auf Liebe und Art der Beziehung gewährt werde, doch zeitgleich würde dieser Schritt bezüglich der Prohibition noch nicht gegangen, was jedoch längst überfällig wäre. „Die Verhältnismäßigkeit ist nicht gewahrt, wenn ein hochgerüsteter Staat sein ganzes Arsenal an Personal, Hubschraubern, Spürhunden etc. dafür verwendet, friedliche Kiffer zu jagen. Gerade in Anbetracht sich zunehmend radikalisierender, teils terroristischer Gruppen aus dem rechtsextremistischen und islamistischen Milieu ist es dringend Zeit, die Prioritäten in der Strafverfolgung zu reformieren!

Morgen am 17.10.2019 wird zwischen 17:30 und 18:30 dieser Forderung während der Mahnwache vor der Hamburger Justizbehörde Ausdruck verliehen. Wer in der Nähe ist, geht also hin!

12 Antworten auf „500 Verfahren gegen Cannabisfreunde täglich lassen den Hanfverband Hamburg aktiv werden

  1. Harald

    Das sich unsere Regierung nicht schämt so etwas ihren Bürgern anzutun. Aber Schamgefühl haben ja nur Menschen mit Anstand. Anstand ist aber bei den Mitgliedern unserer Regierung nicht vorhanden. Das Adjektiv bezeichnet die Eigenschaften einer Sache oder Person. Die Adjektive unserer Regierung lauten korrupt, gewissenlos, dumm und gierig – und das sind noch die netteren Eigenschaften dieser „Regierung“!!!

  2. Krake

    wie soll sich irgendwer von denen denn schämen können????????????
    Jemals kein Gewissen, irgendeiner von denen, gehabt. Niemals, jemals!!!!!!

  3. Rainer Sikora

    Kaum Jemand würde glauben, daß es mehr Sadisten in Behörden und Ämter gibt, als man denkt.Und schließlich werden geeignete Opfer gebraucht.So gesehen versammeln sich morgen einige Spaßverderber.Es wird aber nur sehr wenigen auffallen und schnell wieder vergessen.Wie alle anderen Aktionen in Sachen Ungerechtigkeit bekämpfen in der Vergangenheit.Das Übel, und die Verantwortlichen, müssen erst noch erkannt werden.Sonst fragt man sich,was hier eigentlich los ist.Ist die Polizei Jäger der Verbrecher,oder deren Beschützer?

  4. Harald

    @ Rainer Sikora
    Politisch gesehen ist die Polizei der Beschützer der Verbrecher. Wenn wir eine funktionierende Justiz und Politik hätten würde es solche Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung nicht geben. Wir leben in einem Staatsschutzstaat und dabei werden keine Fragen nach Recht oder Unrecht gestellt wenn es der korrupten Politik nicht in den Kram passt. Die Politik in Deutschland ist gekauft und verkauft dafür die eigene Bevölkerung, ohne Rücksicht auf Verluste. Schwarz / Rot ist verlogen und schreit nur nach Ordnung wenn es die Politik selbst nicht betrifft und es den eigenen bzw. anderen, bereits von Dritten an die Politik bezahlten Zielen dient. Neusprech und verharmlosend nennen die Medien so etwas Klientelpolitik. Ich nenne so etwas Amtsmissbrauch und Verrat an der eigenen Bevölkerung. In Deutschland bestimmen die Richtung der Politik, die Parteispender. Das ist kein Unterschied zum Bordell, außer dem, das jede Hure mehr Anstand besitzt als unsere Politiker.

  5. Gerrit Haase

    Die Stufe 6 der Moralentwicklung nach Kohlberg „Orientierung an universellen ethischen Prinzipien vor geltendem Recht“ verstehen nur noch 5% der Menschen. Statistisch bleiben 25% von den restlichen auf Stufe 5 stehen, „Legalistische Orientierung am Sozialvertrag“ und der überwiegende Teil von 70% schafft es nicht über Stufe 4 hinaus: „Orientierung an Gesetz und Ordnung“

    Sicherlich sind es nicht wenige Erwachsene, die auf niedrigeren Stufen der Moralentwicklung steckenbleiben (z.B. Stufe 2 „Wie du mir so ich dir“ oder gar Stufe 1: „Orientierung an Strafe und Gehorsam“), aber dass der Staat ALLE Menschen wie Kinder behandelt bzw. bevormundet als ob es die 30% Menschen auf Stufen 4 bis 6 nicht gäbe, das ist so armselig,

    Würden diese 30% alle zur Wahl gehen und gleichgesinnte wählen …

  6. Otto Normal

    Gute Idee diese Mahnwache.
    Aber ob es was nutzt?
    Warum erhält „Friday for Future“ soviel Zulauf und die Cannabisdemos nicht?

    Im Gegensatz zur Endlösung der Klimafrage die alles Leben auf der Erde betrifft, ist vom Cannabiskonsum nur eine kleine Minderheit des Homo Sapiens betroffen und das nur in gesellschaftlich rückständigen Ländern wie z.B. in China oder Nazideutschland. Deshalb sind sämtliche demokratische Hilfsmittel wie Demonstrationen, Mahnwachen oder Schreiben jeglicher Art völlig wirkungslos.

    Eine gewalttätige Auseinandersetzung mit der „Restgesellschaft“ die an den Alkohol glaubt und diesen verehrt hätte nur dann möglicherweise Erfolg, wenn sie mit äußerster Brutalität und fanatisch über einen langen Zeitraum geführt würde, so daß man durch die vielen Toten auf der Gegenseite einen Ermüdungszustand erzeugen kann der dann in der Folge einen Friedenswillen gedeihen läßt.

    Nazideutschland müßte mindestens zu 30% durch Sprengstoffanschläge in Schutt und Asche gelegt werden um eine Wirkung zu erzeugen.

    Man erinnere sich an den 30-jährigen Krieg. Erst nachdem ca. 2/3 der Bevölkerung ausgerottet waren bildete sich einen Friedenwillen der zum „Westfälischen Frieden“ führte.
    Oder in Südamerika als die Drogenkartelle über 1.000 Richter und Staatsanwälte umgebracht haben wollte die damalige Regierung doch tatsächlich „Friedensverhandlungen“ mit den Kartellen aufnehmen.
    Aber dazu gehört neben Gewaltbereitschaft, Waffen und Sprengstoffkenntnissen auch die Fähigkeit zur Koordination, Ausdauer und Zusammenhalt. Dies kann ich aber leider in der durch die Prohibition in „medizinisch Kranke“, „bereits Verurteilte“ und „noch nicht erwischte“ aufgespaltenen Cannabiscommunity leider nicht erkennen.

    Der einzige Triumpf der den C-Konsumenten bleibt ist, daß nach 70 Jahren brutalster Verfolgung immer noch gekifft wird, immer noch genug Stoff auf dem Schwarzmarkt vorhanden ist und wir damit den Prohibitionsarschlöchern der C-Syndikate den langen Daumen zeigen. Für uns ist „Feuer frei“ kein Schießbefehl sondern die Eröffnung einer fröhlichen Kifferrunde.

    Genauso wie auf die Grundrechte der Kiffer geschissen wird scheißen diese auf das faschistische BTMG seit 70 Jahren und machen somit aus „Sieg Heil“ ein „Sieg Hanf“

  7. R. Maestro

    Wie man bisher mit der Natur, den Tieren umgegangen ist, es setzt sich beim Menschen fort. Zum eigenen Wohlgefallen, zum eigenen Stolz, zur illusionären schwarzen Null, werden und wird nahezu alles verheitzt, verkauft, verhökert!
    Von angeblichen Volksparteien. Schande! Asozial! Verächtlich!

  8. Geld aus dem Nichts

    Das ist nicht nur ein weiterer Justizskandal sondern sytematischer Institutioneller Terror . Statt dem Bürgern bei Beantwortung und Lösung diverser Rechtsteitgkeiten behilflich zu sein ,werden diese noch bei Inanspruchnahme ihrer Grundrechte ,durch deutsche Behörden ,schikaniert und verfolgt .

    Beamte die in ihrer Freizeit Harte Drogen konsumieren (Alkohol) , sind alles andere als Integer .

    Wenn ich Demonstrieren gehe, hier in Sachsen ,gegen Alkohol ,dann kommen nächsten Tag die Zeugen Jehovas klingeln und mein Amtlich Betreuter Nachbar , ist ein paar Tage lang ,besonders laut . So laut ,das man zu Müde ist zum Demonstrieren .

    Über 50% der BRD Bürger besitzen keine oder kaum Privatsphäre , dank hellhöriger Wohnungen .
    „Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genau so töten wie mit einer Axt.“

    Ohne Gemeinschaftliches einklagen des Rechtes auf Privatsphäre ,durch Millionen Mieter und Mieterinnen, wird die Demokratisierung Nazi-Deutschlands , ein utopisches Ziel bleiben .

  9. buri_see_käo

    @Geld aus dem Nichts,
    ab dem 3. Absatz ist Dein Kommentar ja leicht themenfremd – egal.
    Wenn ich da mal nichts durcheinanderwürfle hattest Du vor Monaten
    zu dem Problem der Lärmbelästigung in der von Dir angemieteten
    offensichtlichen Bretterbude einer bevorstehenden Gerichtsverhandlung
    hoffnungsvoll entgegengesehen… Pustekuchen, wa?
    Bei vergleichbaren Problemen bekommt hier in WOB die Wohnungsvermiet-Org.
    Neuland (huch, wie nazifein, also der Name) vor Gerichte immer >90% „Recht“;
    es traut sich auch kein Anwalt, sich mit denen anzulegen, außer Frischlinge.
    Von der Möglichkeit, sich über eine Wohnung vorher zu informieren, sind wir
    in DE seit 2008 durch Sperrung des Zugangs zu „rottenneighbours.com“
    befreit worden, Iran z.B. übrigens nicht.
    Gehe mal zu einem Schiedsmann/frau, dein Nachbar wird hartnäckig bleiben…
    weiss ich. Du kriegst ihn ja sonst nicht zu greifen / zur Rede zu stellen.
    Nach wenigen Monaten habt ihr einen 3-Personen-Termin beim Schiedsmann/frau,
    und dann sitzt er da…, und stammelt erbärmlichen Mist daher, shyßt sich fast ein –
    und dann zieht er um…
    Das Gericht ist auf Seiten des Vermieters, Du sollst umziehen, nicht der Idiot,
    es soll ja weitergehen, denn der Vermieter will dem Dir folgenden Mieter mehr
    Cash abknöpfen, und dann dem Nächsten…, so ist die Interessenlage,
    Rechtstaatlichkeit, garnicht sooo themenfremd, oder geht es hier um Gesundheit?
    mfG fE

  10. Geld aus dem Nichts

    @buri_see_käo
    warum Themenfremd , wurde oben nicht die mangelnde bereitschaft der betroffenen Bevölkerung ,sich auserhalb des 4 Jährigen Wahlzirkuses ,Poltitisch zu betätigen , gerügt?
    Und genau in absatz 3 erläutere ich die Gründe ,für diesen antidemokratischen zustand .

    Eine Gerichtsverhandlung,wegen dieser Bretterbude ,wird nicht das Ergebns liefern das nötig ist .
    Solche Häuser müssen Abgerissen werden . Da sie die Gesundheit der Mieter gefährden .
    Privatsphäre ist ein Grundrecht , mit dem sich die Regierung unberechtigter weise schmückt . Privatsphäre bezeichnet den nichtöffentlichen Bereich, in dem ein Mensch unbehelligt von äußeren Einflüssen sein Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit wahrnimmt. … Und genau das ist in Millionen Deutschen Mietwohnungen nicht möglich .
    Ausziehen ? Ich bestehe auf mein Recht .

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