Sonntag, 4. August 2019

Auswirkung von Cannabis auf das Gehirn wurde erneut untersucht

Erwachsene zeigen keine Unterschiede nach dem Konsum von Cannabis in jungen Jahren auf

Foto: Freeimages.com / Tomasz Kobosz


In regelmäßigen Abständen werden Studien über die Auswirkung von Cannabis auf das menschliche Gehirn durchgeführt. Gibt eine Untersuchung Grund zur Annahme, dass besonders jugendliche Denkapparate durch den Einfluss von Marihuana negativ verändert werden können, findet man diese Nachricht hierzulande anschließend auf vielen Presseportalen und sie dient als fadenscheiniger Grund sich gegen eine Legalisierung von Canabis zu Genusszwecken auszusprechen, obwohl es nichts an der Verfügbarkeit der auf dem Schwarzmarkt gehandelten Substanz ändert. Werden dagegen anerkannte Untersuchungen veröffentlicht, die davon sprechen, dass die Effekte von Marihuana auf jugendliche Gehirne überschätzt worden sind, dass die Gehirnstruktur von Cannabis unangetastet bleibt, oder dass Cannabis kaum negative Auswirkungen auf das Gehirn ausübt, bleiben diese Nachrichten gänzlich unerwähnt. Nun hat eine weitere Studie aus Arizona und Pennsylvania in langer Forschung erneut herausgefunden, dass Erwachsene, die im jugendlichen Alter Cannabis konsumierten, keinen Unterschied in ihrem Gehirn zu Personen besitzen, die gar nicht mit dem natürlichen Rauschmittel in Kontakt kamen. Die Auswirkung von Cannabis auf das Gehirn wurde erneut untersucht und man kam zu dem Schluss, dass der Gebrauch von Weed in jungen Jahren keinen längerfristigen Effekt auf den Denkapparat im Alter hat.

Die jetzt im Journal Drug and Alcohol Dependence veröffentlichten Forschungsergebnisse der Universität Pittsburgh und der Arizona State University haben zur Überprüfung der Auswirkung von Cannabisgebrauch in jugendlichem Alter auf das Gehirn circa 1000 männliche Teenager zwischen 13 und 19 Jahren beobachtet und an den in verschiedenen Gruppen eingeteilten Personen anschließend im Alter von 30 bis 36 strukturelle Gehirn-Scans durchgeführt. Die Forscher teilten die unterschiedlichen Konsummuster bei den Jugendlichen folgend ein: von keinem Cannabiskonsum (definiert als vier Tage oder weniger) bis zu starkem Konsum (definiert als durchschnittlich 782 Tage Konsum), wobei noch stärker Abstufungen vorhanden waren. Seltener Gebrauch/Nichtgebrauch, Nichtgebrauch, eskalierender Gebrauch oder chronisch häufiger Gebrauch. 14 interessierende Hirnregionen, darunter die Amygdala und den Hippocampus, wurden von den Wissenschaftlern später auf Auffälligkeiten untersucht. Im Ergebnis erläutern die Autoren der zu einem Text verfassten Forschung, dass jugendlicher Cannabiskonsum in einer Stichprobe von Jungen, die prospektiv bis ins Erwachsenenalter rekrutiert wurden, nicht mit veränderter Gehirnstruktur im Erwachsenenalter assoziiert war. Alle Jungen aus den verschiedenen Untergruppen unterschieden sich in keiner interessanten subkortikalen oder kortikalen Region im Bezug auf die Struktur des Gehirns im Erwachsenenalter. Man könne daraus schließen, dass Cannabiskonsum bei Jugendlichen nicht mit strukturellen Hirnunterschieden im Erwachsenenalter verbunden ist.

Diese Daten spiegeln die Ergebnisse früherer Arbeiten wider und zeigen, dass selbst einige der häufigsten Cannabiskonsumenten später keine Veränderungen in der Gehirnstruktur aufweisen. Die Untersuchungen sind sehr penibel durchgeführt worden und die Forscher haben das gesamte Gehirn sehr gründlich untersucht. Hoffen wir, dass diese Ergebnisse einige der alarmierenden Schreie verringern können, die in diesem Thema zu oft laut schallten und es in der Regel auch beherrschten“, sagte Mitch Earleywine zu den Erkenntnissen – ein Professor für Psychologie der State University of New York in Albany, der auch bei NORML als Mitglied des Beirates beschäftigt ist.

9 Antworten auf „Auswirkung von Cannabis auf das Gehirn wurde erneut untersucht

  1. Substi

    Die Probleme sind also nicht dauerhaft mit Hirnveränderungen aber wer in der Lernzeit exzessiv raucht, der lernt so gut wie nichts, denn durch die Wirkung des Canna vergisst man die letzte Minute oder es ist alles „soo anstrengens“ das sind alles die Sachen weshalb man es dann überhaupt konsumiert. Breit sein!!! Wenn das in der Lernzeit geschieht, ist der Konsum schon negativ zu sehen…aber was weiß ich schon!?

  2. Rainer Sikora

    Freiheit bedeutet für mich auch entscheiden zu können,ob ich mit Trainer oder ohne Sport machen,ohne oder mit Lehrer lernen möchte.Ob ich mit oder ohne Fahrradhelm fahre.Vorschriften, Ge-und Verbote gibt es um uns das denken abzunehmen.Es sind nicht alle Bestimmungen und Vorschriften schlecht oder überflüssig, aber viele davon.Auf jeden Fall werden wir in unseren Freiheiten immer mehr eingeschränkt.Andere wissen auch meistens was gut und richtig ist,ohne andere Wege ausprobiert zu haben.Alles so lassen wie es ist,bloß nichts riskieren,keine Veränderungen.Am besten man legt sich schon heute in den wartenden Sarg.Bei kiffenden jugendlichen funktioniert die staatliche Gehirnwäsche nicht mehr so gut,und darin liegt das Problem.

  3. Gandalf der Weiße

    Richtig lieber Substi, was wissen Sie schon… Egal was die Wissenschaft herausfindet, ein passendes, ideologisch geführtes Gegenargument findet sich immer. Kaum verliert der Aufschrei nach der unwiederbringlichen Schädigung der Gehirne unserer Jugend durch Cannabis etwas an Haltbarkeit mahnen wir wieder mit erhobenem Zeigefinger vor dem „Teufelskraut“. Schade, dass die Pflanze und ihre Wirkung die Wurzel allen Übels ist.
    Richtiger wäre zu fragen, warum konsumieren unsere Jugendlichen? Warum flüchten sie in diese Welt? Perspektivlosigkeit? Eine wankende Welt? Chancenlosigkeit in einer gnadenlosen Leistungsgesellschaft, die für Individualität, Schwächen und Querdenken keinen Platz hat, sondern den funktionierenden Übermenschen fordert?
    Wie denken Sie sieht denn das Lernverhalten bei Jugendlichen aus, die täglich Alkohol in hohen Dosen konsumieren? Die sind leistungsfähiger im Vergleich zu ihren kiffenden Altersgenossen?!
    Kein Legalisierungsbefürworter will unserer Jugend den Cannabiskonsum ermöglichen. Drogen jeglicher Art scheinen aber gerade und insbesondere für konsumgewillte Jugendliche ziemlich leicht verfügbar zu sein. Die scheinheilige, und vielleicht sogar verfassungswidrige Verbotspolitik gegenüber allen Altersgruppen hat und wird daran wenig ändern…

  4. Der Realist ohne Kraut

    @ Gandalf der Weiße, Rainer Sikora
    Genau so sieht’s aus!

    Hinzuzufügen ist wohl noch, dass eine Politik, die sich ausschließlich gegen die Würde und Rechte von Leuten richett, die nichts weiter tun, als sich (wenn überhaupt) zu schädigen. Dies zeigt wieder auf, wie abgedroschen das Politikgehabe ist.

    Dass Kids nicht ans Kraut sollen, brauchen wir nicht zu bereden. Steht außer Frage. Aber gleichzeitig sind’s genau diese ‚Personen‘, die es angeblich verhindern wollen, die es nur mit ihrer verqueren (und geldgeilen Einstellungen gegenüber ihrer Spender und Lenker) erst ermöglichen.

    Ist ja auch vollkommen klar, dass eine geregelte Abgabe an Ausgabestellen an Volljährige nicht jedes Mal bedeutet, dass Kids auch dran kommen. Draußen, auf den Straßen, von Großstadt bis 100-Seelen-Dorf ist’s kein Problem.

    Gleichzeitig sollte, wenn’s Kraut immer weiter bekämpft wird, auch Alkohol und Tabak verboten werden. Zusätzlich die Lebensmittel, die mit Zusätzen verschnitten sind, die ja ach harmlos sind. Die Kartelle, Kriminellen und Besserwisssenden brauchen mehr Gelder… die Politik könnte bei diesen Punkten auch wieder ihre Augen verschließen.

    Als mittlerweile 38-jähriger kann, will und werde ich über mein Schicksal, Leben und Gesundheit selbst bestimmen. Da brauche ich keinen der Politiker, die meist eh keine Ahnung haben.

    Gebt verdammt nochmal das Hanf frei!!

  5. Der Realist ohne Kraut

    Auch wenn ich mir jetzt wieder ein paar ‚Freunde‘ mache, muss noch gesagt werden, dass Leute, die sich den ganzen Tag mit irgendwelchen Substanzen vollpumpen, schon längst ein riesiges Problem besitzen.

    Wenn’s medizinisch keinen vernünftigen Grund dafür gibt, ist’s mehr als nur fraglich.

    Dennoch bleibt das verdammte Recht auf Selbstbestimmung bestehen!!

  6. Dominik Roost

    Ganja kann schon mal ordentlich müde machen, oder heftige Halluzinationen, aber dem nachzurufen es schädigt das gehirn is einfach Quatsch. Es ist Gras,hallloooo? kein Xtc oder Meth! die schlimmste Nebenwirkung is die strafverfolgung.

  7. lammers

    warum schaut sich nicht ein befürworter vorher einmal um(daten und zahlen aus der psychiatrie z.b.), was das zeug ungesteuert(weil mit hochgenuss bei jungen leuten in der schwierigen adoleszenz gern suchtartig zu hilfe geholt)bei jungen menschen anrichtet:
    probleme werden nicht mehr angeschaut – geschweige zur lösung gebracht,
    anstrengungen vermieden(v.a. willens- und durchhalteanstrengungen werden verweigert und verlernt. das leben ist nur manchmal ein ponyhof ) und frustrationen nicht auszuhalten gelernt…
    ja, es kann sein,dass eine allgemein konsumierende gesellschaft sogar friedfertiger würde, aber wer verdient dann unser aller brötchen und strengt verstand und hände an?

    schaut euch überdies um – die psychatrien sind voll mit jungen menschen,die über die verdrängungs-mechanismen hinaus noch mehr und anderes am ende brauchten, um die wirklichkeit noch auszuhalten,
    die in gestalt von steigenden anforderungen auf sie zukam. sehr viele von ihnen sehen kein leben ausserhalb dieser häuser mehr.

  8. Gandalf der Weiße

    @lammers

    Der Artikel bzw. die wissenschaftliche Arbeit auf den hier verwiesen wird legt doch dar, dass es KEINE nachhaltigen strukturellen Veränderungen im Gehirn gegeben hat… Es wäre wissenschaftlich betrachtet also höchstinteressant zu klären, welche Faktoren junge Menschen dazu bewegen einen kritischen Substanzkonsum zu entwickeln!? Der erste Konsum wird in der Regel ja nicht unter Zwang erfolgt sein. Welche (sehr harsch formuliert) Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung führen zum ungezügelten Gebrauch?
    Um das Argument der, mit Cannabiskonsumenten überschwemmten Psychiatrien wirklich ernsthaft in die Diskussion mit Legalisierungsbefürwortern einbeziehen zu können sollten sie mit validen Statistiken dem Ganzen auch Substanz verleihen. Wieviele Cannabiskonsumenten, Konsumenten anderer Drogen, Alkoholiker, Opfer von Missbrauch oder Gewalt, Depressive, Schizophrene etc. werden denn im bundesweiten Durchschnitt in unseren Psychiatrien behandelt?
    Gerne werden ja z.B. die Verkehrstoten in Folge von Drogenkonsum als Argument gegen eine Cannabisfreigabe ins Felde geführt, wo doch die Zahl der Verkehrstoten durch Alkohol um ein Vielfaches höher liegt…

  9. Ralf

    @Gandalf der Weiße
    „……..die über die verdrängungs-mechanismen hinaus noch mehr und anderes am ende brauchten“,……
    Anscheinend hat bis jetzt noch keiner richtig verstanden worauf der @lammers mal wieder raus will (das wiederum kann ich verstehen denn es ist absoluter Schwachsinn und deswegen schwer zu erfassen), nämlich auf die schon tausend mal wiederlegte Einstiegsdrogentheorie! Es ist einfach immer wieder das selbe mit diesen dämlichen Prohibitionisten und ihren ebenso dämlichen, hier sogar verklausulierten (weil er sich das im Klartext nicht mehr zu sagen traut, denn er weiß das schon längst, will aber weiter lügen) Argumenten.
    Deinem Kommentar ist ansonsten nicht viel hinzuzufügen außer vielleicht dem Hinweis daß der Anteil an Alkoholkranken in Psychiatrieen um das vielfache überwiegt, der Alkoholkonsument im Gegensatz zum Cannabisuser aber nicht ins Gefängnis gesperrt und in vielseitiger perfider Art und Weise daran gehindert wird, ein normales Leben zu führen,was dann solche Leute wiederum nutzen um auf sie mit dem Finger zu zeigen(die kriegen nichts auf die Reihe).
    ".......aber wer verdient dann unser aller brötchen......" dieser Satz sagt alles aus, um was es diesem Menschen geht, nämlich ausschließlich um GELD, GELD und noch mehr GELD und er meint auch nicht "unsere" Brötchen sondern die SUV
    s Villen und Yachten der neoliberalen Bonzen.

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