Sonntag, 18. Februar 2018

Cannabis hat kaum negative Auswirkungen auf das Gehirn

 

Alkohol hingegen sichtbar.

 

 

Gesundheitliche Schäden und schlimme Auswirkungen für das menschliche Gehirn sind die meist verwendeten Argumente von Prohibitionisten im Kampf gegen eine anstehende Legalisierung von Cannabis. Auch wenn mittlerweile bereits über die Hälfte der Ärzte in Deutschland (laut ÄND-Umfrage) für eine Freigabe von Marihuana für Erwachsene stimmen, und schon oft in aktuelleren wissenschaftlichen Studien die relative Ungefährlichkeit des Cannabiskonsums selbst unter heranwachsenden Nutzern bestätigt wurde, lassen sich die „alternativen Fakten“ der Legalisierungsgegner oft nur schwer wieder vergessen machen. Um erneut herauszufinden, dass legale Rauschmittel wesentlich schädlicher für Leib und Seele sind, verglich ein Team von Forschen der Universität von Colorado Boulder einmal mehr die Volksdroge Nummer eins mit Marihuana, und fand dabei heraus: Cannabis hat kaum negative Auswirkungen auf das Gehirn.

 

Den Ergebnissen der Studienleiterin Rachel Thayer lag das Material aus Untersuchungen mit 853 Erwachsenen und 439 Jugendlichen zugrunde, deren Denkapparate durch Hirnscans verglichen werden konnten. Wie ausgerechnet der Business Insider mitteilt – und auf viele weitere positive Effekte von frei gehandeltem Marihuana hinweist – ergaben die wohl erstmalig hinsichtlich der tatsächlichen Hirnstrukturen untersuchten Testpersonen nach Auswertung der aufwendigen Scans preis, dass Cannabis kaum negative Auswirkungen auf das Gehirn ausübt. Im Vergleich zeige Alkohol dagegen klare Effekte, welche das Volumen der grauen sowie weißen Substanz im menschlichen Gehirn sichtbar verringere. Das Fazit der Gegenüberstellung der beiden diskussionsträchtigen Rauschmittel lautet daher auch in der Veröffentlichung im Magazin Addiction, dass „die möglicherweise vorhandenen negativen Folgen von Cannabis … definitiv nicht einmal annähernd so ausgeprägt wie die negativen Konsequenzen von Alkohol“ sind.
Dass Cannabis wahrhaftig das geringste Problem darstellt, wissen auch ehrlich bemühte Fachärzte hierzulande frei auszusprechen, denen Suchterkrankungen täglich in ihren schlimmsten Formen erscheinen. Dr. Thomas Rieder – Leitender Medizinaldirektor der Station C8 am Bezirksklinikum Mainkofen – kann aus nächster Nähe davon berichten, wie gering die Wirkung von Cannabis im Vergleich zu anderen auch legal erhältlichen Substanzen auf das Leben ist. Nicht ein einziger Cannabistoter stehe den Zehntausenden Alkohol- und Tabakopfern gegenüber, weshalb es wohl gerechtfertig ist, dass der Mediziner es seltsam findet, „mit welch ideologischer Verbissenheit über Cannabis und THC gerade in Bayern diskutiert wird, ohne sich überhaupt für die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu interessieren“.

 

Am 22. Februar darf man bei wissenschaftlichem Interesse dagegen wieder einmal herausfinden, um wie viel Volumen sich die graue und weiße Substanz bei Cannabisgegnern im Bundestag verringert hat, wenn aus diesen Kreisen über die Anträge der FDP, Grünen und Linksfraktion bezüglich der Freigabe von Hanf erneut mit alter abgestandener Heißluft kontra argumentiert werden wird. Dank des Alkohols recht vorhersehbar …

7 Antworten auf „Cannabis hat kaum negative Auswirkungen auf das Gehirn

  1. Fred

    Nicht nur das Oberstübchen leidet nicht sonderlich. Ich habe mich das ganze Wochenende mit den gesundheitlichen Folgen des Cannabiskonsum beschäftigt. Und so langsam komme ich dahinter, warum zunehmend Ärzte eine Legalisierung positiv sehen.

    Ca. 33000 Patienten werden pro Jahr mit Cannabisproblemen behandelt. Dabei werden Probleme mit Cannabis als Hauptdiagnose gestellt. Hauptdiagnose deshalb, weil im Regelfall andere Drogen eine große Rolle bei der Entwicklung der Erkrankungen spielen. Kurzum, Mischkonsum ist bei nahezu jeder Cannabisbehandlung mit dabei. Ich habe trotz intensiver Recherche keine Statistik gefunden, in der der reine Konsum von Cannabis aufgeführt wurde und mit irgendeinem Krankheitsbild in Verbindung gebracht wird.
    Hier eine Aussage der Fachklinik Fredeburg

    „Cannabiskonsum geht häufig mit dem missbräuchlichen Konsum von Alkohol und Drogen, besonders Amphetaminen, Ecstasy, Kokain und biogenen Drogen einher“

    Statistisch wird diese recht vage Aussage im übrigen von der DSHS (Deutsche Suchthilfe Statistik, Jahresbericht 2016 ) belegt. Auch dort ist nichts über den ausschliesslichen Konsum von Cannabis zu finden.

    Nach offiziellen Schätzungen gibt es 1.2 Millionen regelmässige Cannabiskonsumenten. Wahrscheinlich ist die tatsächliche Zahl der Konsumenten deutlich höher. Aber bleibt man bei den offiziellen Zahlen, erkranken ganze 3 % p.a an ihrem Cannabiskonsum, so das eine ambulante oder stationäre Behandlung von Nöten ist. Wohlgemerkt nahezu immer in Verbindung mit anderen Drogen. Legale oder illegale. Jugendliche und ältere, alle mit eingerechnet.

    Und da sollten sich die Hanfgegner, Aufklärer und südbayrischen Polizeipräsidenten einmal die Frage stellen, ob der Kampf gegen das Gras gerechtfertigt ist. Ich möchte hier nichts bagatellisieren – jeder Kranke ist einer zuviel – aber vergleicht man die Folgen von Cannabiskonsum ( inkl. Mischkonsum ) mit den Folgen vom Alkoholkonsum, würde man jubeln über lediglich 3 Prozent Kranke.

  2. Rainer Sikora

    Wir alle haben irgendwo unsere Schrammen und Macken.Aber was die Gehirnleistung anbetrifft,kann ich von mir behaupten,daß es nach fast 40 Jahren Cannabiskonsum,ohne jeglichen Beikonsum.keinerlei Beeinträchtigung gibt.Am besten läßt sich das beim Einüben von neuen Klavierstücken feststellen.

  3. Lars Rogg

    Als ob es unseren zurück gewandten Politikern oder Institutionen um Fakten ginge.
    Wäre dem so, wäre Alkohol und Tabak wesentlich teurer und die Werbung entsprechend verboten.
    Sie wollen ihren dogmatischen Krieg gegen anders denkende Menschen weiterführen und sich dem seit Jahren belogenen Wahlvieh als stark präsentieren. Kein allzu großer Unterschied zur Methode Erdogan.
    (Mein letzter Kommentar war kaum fünf Minuten Online und das obwohl nicht einen Beleidigung, Herabsetzung oder Hetze entnhalten war. Mal sehen wie viel Minuten dieser Kommentar bekommt…)

  4. OttoNormal

    @Lars Rogg
    Die Zensur ist längst in Deutschland eingekehrt. Es muß gar keine Beleidigung o.ä. im Kommentar enthalten sein. Es reicht wenn der Inhalt der Redaktion irgendwie nicht paßt (z.B. nicht links genug ist) und schwupp wird gelöscht.
    Das war auch der Sinn des neuen Gesetzes:
    1. Meinungsfreiheit abzuschaffen durch Angst mittelst Strafandrohung
    2. den Medien völlige Zensurfreiheit zu geben („Wir müssen das tun, steht ja im Gesetz“

    Ich frage mich was als nächstes kommt:
    Vielleicht klingelt es demnächst bei den schlimmsten Kommentatoren morgens um 5 Uhr an der Haustür. Durch die Vorhänge kann man dann ganz deutlich das Blaulichtgewitter von rd. 1 Duzend gepanzerten Einsatzfahrzeugen der Eliteeinheit der Bundespolizei blitzeln sehen. Scharfschützen haben auf den Dächern der umliegenden Häuser Stellung bezogen. Das Wohnviertel ist durch Spezialeinsatz Kommandos der Bundeswehr weiträumig abgesperrt, die umliegenden Häuser wurden evakuiert. Auch die Presse ist mit einer Gruppe Journalisten vor Ort und das Fernsehen hat mehrere Ü-Wagen entsandt, schließlich muß das Geschehene noch in die Abendnachrichten. Ein paar Hubschrauber kreisen über dem Haus. Ihre starken Scheinwerfer suchen die Umgegend nach weiteren Verdächtigen ab.
    Dann ertönt eine Stimme aus einem Megafon:
    „Lars Rogg ! Das Haus ist umstellt! Sie sind verhaftet! Ziehen sie sofort den Stecker des PC aus der Dose, legen Sie die Maus nieder und kommen Sie mit über dem Kopf erhobener Tastatur heraus! Bei jeglichem Versuch einen Buchstaben zu tippen werden wir das Feuer eröffnen….“

    Wer Lust hat kann gerne diese Geschichte weiterspinnen.
    Wir könnten die Gelegenheit nutzen und über die Zensurkultur diskutieren, die im HaJo Einzug gehalten hat. Z.B. darüber das Löschungen nicht einmal mehr begründet werden.

    Tip zum Thema Meinungsfreiheit:
    Gerade hat sich die Hinrichtung der Geschwister Scholl gejährt. Phoenix brachte dazu eine Dokumentation. Die Geschw. Scholl wurden wegen Verbreitung von Flugblättern enthauptet.
    Das Thema Meinungsfreiheit ist also brandaktuell, genauso wie die Texte der Flugblätter von damals auch auf die heutige Politik passen. Sie sind quasi zeitlos.

    Hier ein kleiner Ausschnitt:
    „Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique „regieren“ zu lassen. Ist es nicht so, daß sich jeder ehrliche Deutsche heute seiner Regierung schämt, und wer von uns ahnt das Ausmaß der Schmach, die über uns und unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist und die grauenvollsten und jegliches Maß unendlich überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten? Wenn das deutsche Volk schon so in seinem tiefsten Wesen korrumpiert und zerfallen ist, daß es, ohne eine Hand zu regen, im leichtsinnigen Vertrauen auf eine fragwürdige Gesetzmäßigkeit der Geschichte das Höchste, das ein Mensch besitzt und das ihn über jede andere Kreatur erhöht, nämlich den freien Willen, preisgibt, die Freiheit des Menschen preisgibt, selbst mit einzugreifen in das Rad der Geschichte und es seiner vernünftigen Entscheidung unterzuordnen – wenn die Deutschen, so jeder Individualität bar, schon so sehr zur geistlosen und feigen Masse geworden sind, dann, ja dann verdienen sie den Untergang.

    Goethe spricht von den Deutschen als einem tragischen Volke, gleich dem der Juden und Griechen, aber heute hat es eher den Anschein, als sei es eine seichte, willenlose Herde von Mitläufern, denen das Mark aus dem Innersten gesogen und die nun ihres Kerns beraubt, bereit sind, sich in den Untergang hetzen zu lassen. Es scheint so – aber es ist nicht so; vielmehr hat man in langsamer, trügerischer, systematischer Vergewaltigung jeden einzelnen in ein geistiges Gefängnis gesteckt, und erst als er darin gefesselt lag, wurde er sich des Verhängnisses bewußt. Wenige nur erkannten das drohende Verderben, und der Lohn für ihr heroisches Mahnen war der Tod. Über das Schicksal dieser Menschen wird noch zu reden sein….“

    Wer das gerne weiterlesen möchte hier der Link:
    http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/61009/flugblatt-i

    Geschichte wiederholt sich. Wieder und immer wieder. Wer jetzt entgegnet: „das waren aber doch viel schlimmere Zeiten…“ dem sage sich: mag sein, aber alle Anfänge sehen harmlos aus, doch Zensur ist Zensur, ein bißchen Schwanger gibt es nicht. Die Schlimmsten sind die, die behaupten die einzigen Demokraten zu sein und die, die es gut mit uns meinen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Otto Normal

  5. Fred

    Vielleicht ist das HaJo auch ein bisschen zu nervös wegen dem Netz DG. Ich hatte den von Lars Rogg verfassten Text vor ein paar Tagen auch gelesen und kann mich nicht erinnern, etwas Anstössiges oder etwas Gesetzeswidriges erkannt zu haben.

    Da n.m.M auch die Meinungsfreiheit mit dem NetzDg nicht abgeschafft wurde, sollte das HaJo mal für Klarheit sorgen.

  6. Ralf

    @OttoNormal
    Toller Kommentar, von mir in der Vergangenheit (wahrscheinlich aber nicht mehr zu lesen weil zensiert und gelöscht) durch eine Unmenge von Fakten belegt und von den meisten als Naziphobie, oder wie sie das sonst noch so nennen niedergemacht. Das wichtigste dabei hast du klar erkannt, und ist von meiner oftmals gestellten aber niemals beantworteten Frage, quasi bewiesen: Ab wann waren die Nazis Nazis, mit der Einführung der Nürnberger Rassengesetze oder erst mit dem Bau der KZ`s oder schon vorher?
    Ich sage: Sie waren Nazis von Anfang an und erkennen kann man es, an der Struktur ihrer Organisationen und ihren Methoden die heute noch in unveränderter Form existieren. Daß ein Andre Borchert von einem Schergen straffrei und von hinten hingerichtet werden darf, öffnet die Tür für zukünftige Morde der Behörden oder seines Mörders Michael K.
    Jeder Cannabisuser muß ab sofort Angst haben von einem uniformierten Drecksschergen in den Hinterkopf geschossen zu werden, denn dem Mörder passiert ja nichts.

  7. Patrick

    Es einfach nur noch traurig in welche Richtung dieses Land geht und damit meine ich nicht nur unsere Hoffnung.

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