Sonntag, 21. Oktober 2018

Chefkorrespondentin für Wirtschaftspolitik von Welt warnt vor Legalisierungsfolgen

 

Einer Minderheit von Profiteuren stünde eine Mehrheit von Verlierern gegenüber.

 

Bild: eSheep / freeimages

 

Da sich die Diskussion über eine Freigabe von Cannabis stetig ausweitet und durch die Legalisierung in Kanada extrem angeheizt wurde, versuchen alteingesessene Meinungsmacher den aktuellen drogenpolitischen Kurs in Deutschland durch aufgebauschte Negativschlagzeilen zu verteidigen. Fachexperten und Politiker melden sich ebenfalls mit alten Parolen zurück auf der Bildfläche, um die stattfindenden Geschehnisse schwarzmalerisch zu kommentieren. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung wetterte direkt gegen die am 17.08.2018 in Kanada durchgeführten Schritte, welche zwangsläufig ein fatales Signal bei der jugendlichen Bevölkerung in Deutschland hinterlassen müssten. Damit die immer weniger glaubwürdigen Argumente, die für das Beibehalten der derzeitigen Strafverfolgung sprechen, in der Gesellschaft aber weiterhin einen gewissen Wahrheitsgehalt vermuten lassen, schreiben auch konservative Journalisten Schreckgeschichten über einen drohenden Paradigmenwechsel, der schwerwiegende Folgen hätte. Die Chefkorrespondentin für Wirtschaftspolitik von Welt warnt vor Legalisierungsfolgen und zeichnet dafür ein Bild aus der Sichtweise Marlene Mortlers auf.

 

Mit einem Leitartikel, der unter dem Titel „Bloss nicht legalisieren“ von der promovierten Volkswirtin Dorothea Siems geschrieben wurde, macht die Axel-Springer-Presse auf dem Portal Welt.de Stimmung gegen die immer stärker werdende Forderung nach einer Cannabisfreigabe. Die Chefkorrespondentin für Wirtschaftspolitik erklärt dort die drohenden Auswirkungen eines regulierten Hanfhandels, welcher unausweichlich zu einer Verschlimmerung der Situation führen würde. Die Argumente der Befürworter sind aus Sicht der Redakteurin nicht stichhaltig, weshalb der Schaden einer Legalisierung größer als der Nutzen wäre. Vom Handel verdrängte Dealer würden schließlich nicht in einen regulären Job einsteigen, sondern sich mit hoch potentem Cannabis – oder nach einem durch die Freigabe erzwungenen Umstieg auf härtere Substanzen – auf die ebenfalls vom regulierten Handel ausgeschlossenen Jugendlichen konzentrieren. Diese Kids hätten bei dem gesellschaftlich akzeptierten Freizeitkonsum von Marihuana dann auch andere Drogen wie Kokain bitter nötig, da eine Grenzüberschreitung beim Kiffen nicht mehr groß genug erscheinen könnte, rauchten Eltern, Lehrer und andere erwachsene Personen in der Öffentlichkeit. Insgesamt würde die Hemmschwelle gesenkt werden, die derzeit noch viele Menschen von dem Konsum der von den Vereinten Nationen als „mit Abstand wichtigste Einstiegsdroge“ bezeichneten Substanz abhalten würde. Die Folge wäre daher auch bei diesem Personenkreis eine Verlagerung des Konsumverhaltens auf stärkere Drogen …
Es folgen Wiederholungen der oft schon von Marlene Mortler ausgesprochenen Argumente gegen eine Gesetzesänderung, die allesamt die getätigte Aussage der Chefkorrespondentin für Wirtschaftspolitik bekräftigen, dass einzig eine Minderheit von Profiteuren einer Mehrheit von Verlierern gegenüberstehen würde. Die Vermutung, dass von vielen politischen Aktivisten, die sich für Cannabis einsetzen, nur ein Sieg gegen die Staatsautorität vor der eigenen Rente errungen werden wolle, schließen den mit abgekupferten Worten begonnenen Leitartikel von Welt.de ab.

 

Wie viele böse Vorahnungen und wie wenige logische Gedanken jedoch in der frisch verfassten Arbeit der Volkswirtin Dorothea Siems sowie auch in den meisten anderen altbackenen Aussagen aller Prohibitionsbefürworter stecken, kann dank der Frankfurter Rundschau Dr. med. Bernd Hontschik in seiner dort lesbaren Kolumne mit chirurgischer Präzision aufdecken. Seine Diagnose: „Alles spricht für die Legalisierung von Cannabis.

12 Antworten auf „Chefkorrespondentin für Wirtschaftspolitik von Welt warnt vor Legalisierungsfolgen

  1. Harald

    Klar, dass die Springerpresse so argumentiert. Die Herrschaften bemerken wie die mühevoll eingerichteten Machtstrukturen langsam zerbröseln und sie das Volk nicht mehr so manipulieren können wie all die Jahre. Bild dir deine Meinung funktioniert nicht mehr, so wie sie es gern hätten und wenn die ganzen Schweinereien, an welchen diese miesen Kreaturen beteiligt sind, offenbar werden, könnte es sogar gefährlich werden. Das versuchen sie mit unerträglichem Blödfernsehen und offensichtlicher täglicher Manipulation um jeden Preis zu verhindern. Friede Springer und Liz Mohn, diese beiden alten Giftnattern haben einfach zu viel Macht und die muss man ihnen wegnehmen.

  2. R. Maestro

    Ich hatte mal einen deutschen Sender angeschrieben, ob sie nicht für etwas realistischere Aufklärung sorgen wollen, mit dem Hinweis auf den Film.
    „Hanf-Das Milliardendollarkraut.“
    Keine Antwort, keinerlei Reaktion.
    Vielleicht hat denen auch der Hinweis auf den eigenen Rauschgiftkonsum (Alkohol) nicht gefallen.
    Die vielgerühmte Pressefreiheit, es ist kaum mehr dran, als an der Einstiegsdrogentheorie bei Cannabis.

    Aber damit hat sich die Dame ins Gespräch gebracht.
    Würde sie nackt duch eine Innenstadt laufen, würde sie sogar im TV landen.
    Man will kaum aufklären, Horrorgeschichten bringen halt mehr ein.

    Was der Mainstream bietet, ist ja meist geformt und geschönt.
    Da kann man der Werbung im Fernsehen vermutlich noch eher trauen, als dieser Person.
    Wirkliche Aufklärung sieht anders aus.
    Es ist und bleibt noch lange ein Kampf gegen Windmühlen. Gegen diese „heisse Luft“ muss man ankämpfen.

    Notfalls mit einem Percolator, (grins) 🙂

  3. buri_see_käo

    Hallo,
    ihr Geschreibsel…
    das ist so multischwachgeistuell…
    wer hat denn die Zeit, diesen A-bis-Z-Müll…
    so einen Berg Sch…e…, also bitte – heute ist Sonntag! Echt, multi-xxx, das ist der Hammer gegen die Feiertagsruhe.
    mfG fE

  4. R. Maestro

    @buri_see_käo

    Warum schaust dann hier rein am Sonntag?
    Ist Dir der Feiertag nicht heilig?
    Gut, dass bei Konsumenten Anstand herrscht, Mo-Fr, in die Arbeit zu gehen.
    Da bleibt am Wo-ende und auch am Sonntag am ehesten Zeit dafür, sich hier zu äussern.
    Deine Kommentare, ich habe sie weitestgehend als sinnvoll angesehen, sorry, aber dies heute ist, naja, vielleicht einfach der falsche Tag heute, kommt vor.

    Schönen Sonntag noch.

  5. Ralf Med

    Servus, habe genau auf diesen WELT-Artikel in dieser Woche von der Chefkorrespondentin einen kurzen Kommentar verfasst. Und zwar freundlich ohne Beidigungen oder sonst was, Ettikette beachtet, außerdem bin ich Urchrist, und habe geschrieben, dass es aus meiner Sicht nicht passt, wenn die Drogenbeauftragte auch so über die Folgen von Alkohol spricht, aber neulich mal gleichzeitig auf einem Fest mit der Frau Huml(Gesundheitsminister) und einem Mäzen die Biergläser,per Bild, hochhalten !!!

    Und dieser genannte Kommentar wurde nicht freigeschaltet ! Allerdings hängen die wohl ALLE zusammen, denn diese feststellung meinerseits, habe ich auch schomal bei Siegel und SZ gepostet, aber auch dort wurde dies nicht freigeschaltet.

    Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es auch in Deutschland keine Meinungsfreit mehr gibt !!!

  6. "Geld aus dem Nichts"

    Dorothea Siems kennt sich mit Lügen und Betrügen aus , als promovierte Volkswirtin und deutsche Journalistin mit dem Schwerpunkt Wirtschaftspolitik ,verkauft sie die Giralgeldshöpfung der Banken als Wirtschaftsmodel der Zukunft . Millionen Bürger , glauben ,ohne Arbeitnehmer gäbe es keine Steuereinnahmen und drücken bei ,den nächsten ,dislikes gegen vermeintliche ,Leistungsverweiger/innen ein Auge zu . Der Umsatz der Spekulationswirschaft übersteigt seit 2 Jahren die der Realwirschaft um über 300 % und es gibt immer noch keine Transaktionsteuer !

  7. buri_see_käo

    @RalfMed,
    …auch in DE gäbe es keine Meinungsfreiheit (mehr)…
    Mit Meinungsfreiheit kann man sich keine Brötchen kaufen, daher erweitere ich zu Handlungsfreiheit,
    auf Fakten basierende Handlungskompetenz – und ja, da sieht es hier mau aus.
    Dazu ein Beispiel unter dem Motto „unterdrückte Minderheiten“, Minderheiten?, das ich nicht lache:
    Im Sommer 2018 erschien im Net ein Forum (rotten neighbours), auf dem man seine Wohnsituation bewerten konnte. Nach kurzer Zeit war es in DE nicht mehr verfügbar, mit der Begründung: „es würde in erheblicher Anzahl zu juristischen Auseinandersetzungen führen und dadurch Gerichte überlasten.“ Wer also als suchender Mieter sich über die zu erwartende Wohnsituation Informationen einholen wollte, wurde durch das Kappen der Info-Quelle gegenüber den Vermietern zum auszuplündernden Idioten degradiert. Na, nimmtst’de einen Proxie im Ausland, toll – da kanns’te gucken, aber nicht bearbeiten/bewerten. Nach Niederlanden fahren, huch, da gehts uneingeschränkt. Ich kurbelte an der Worldmap des Forums zum heiligen Iran, da wetterten sie weiterhin in englisch über ihre (damals) aktuelle Wohnsituation. Nun Michel-Country, zeitgemäßes, auf zivilisatoriche Möglichkeiten bewusstes verantwortliches Handeln…, sollen sie es doch tun – in Undeutschien.
    Zur Chefkorrespondentin Dorothea Siems, 4. Absatz, eine völlig irreale Beschreibung von Marktgeschehenissen, die zudem zeitgleich von der 1-Jahres-Real-Bilanz Uruguays widerlegt wird. Ich halte gegen mit der realen Darstellung von Marktgeschehenissen:
    Auf dem Markt(-Segment) bestand, besteht und wird bestehen eine annähernd konstante Nachfrage nach Cannabis.
    Durch den Preis- und Qualitätsvorteil des kontrollierten Handels werden die nun unterlegenen illegalen Händler ausgeschaltet. Auf dem Marktsegment der härteren Drogen (lt. Fr.Siems „gefährlichere Sphären“) besteht auch wieder die annähernd konstante{A} Nachfrage nach entsprechender Ware. Dorthin werden die illegalen Ex-Cannabishändler nicht ausweichen können, denn es besteht kein Interesse an weiteren Händlern, weil die höhere Händleranzahl den Profit aller Händler auf dem Segment verringert. Und 2. besteht auf Seiten der Quelle/Produzenten/Distribution kein Interesse, für das selbe Warenvolumen eine höhere Anzahl an Handelsvorgängen auszuführen, erst recht zumal diese illegal (sanktionsbewährt) sind. Das zu Marktmechanismen, aber dann kotzt mich doch noch ihre dreckige Hetze an:
    „…die Liberalisierung geht selbst in Kanada nicht so weit, schon Kindern den Konsum zu erlauben…“, aber dafür fressen die Holzies Kinder?, oder Fr.Siems? fehlt Ihnen etwas geografische Einnordung?, denn in Thailand werden Kinder aufgegessen, „Luhg-Chin“ => Chinesenkinder heißen dort die kleinen Fisch-, Huhn- oder Schweinefleischbällchen, die oft in eine Suppe kommen.
    {A} Im Marktsegment harter Drogen wird wird sich die Nachfrage verringern, mindestens bedingt durch die gewonnene Glaubwürdigkeit von Aufklärungsmaßnahmen, das hat mit Wirtschaft nichts zu tun, das ist Sozialpsychologie.
    mfG fE

  8. buri_see_käo

    sry, Korrektur.
    In der 6. Zeile, es muss natürlich heißen: „Im Sommer 2008 erschien im Net ein Forum…“
    mfG fE

  9. Der Realist ohne Kraut

    Erst gestern sah ich ein Video von ZDFinfo zur Legalisierung in Kanada. Dort hieß es, dass 1g durchschnittlich für 5 Euro (7,50 Can-$) erwerbbar ist. Mir kann man ja vieles erzählen, aber nicht, dass da Schwarzhändler eine Chance haben. Schauen wir doch nach Niederlande. Dort bekommt man (relativ schlechtes) Cannabis bereits für 3 Euro je Gramm.

    Das Problem ist hier der geringe Preis. Der Staat, Pharmazie und Alkoholindustrie verdienen damit einfach zu wenig. Somit sind dies logischerweise die härtesten Gegner für uns Besserwissenen.

    Mal so am Rand: das Video ist zwar ganz ok, kommt mir aber so vor als hätte es ein Kind gemacht oder es ist direkt für Kids…
    Immerhin sind das wieder Fakten, die man nicht vom Tisch wischen kann. Auch wenn einige Politiker dies sicher bestens können…

    Da das kopieren leider nicht klappt, kopiert und sucht bei Google News oder Videos nach:
    Hanf- statt Ahornblatt?
    http://www.zdf.de

  10. buri_see_käo

    Ca. 5€, so ist es, Der Realist ohne Kraut, dazu brauch niemand Wirtschaftswissenschaften studiert haben, es reicht schon, im Sandkasten „Kaufmannsladen“ gespielt zu haben. Und nun gleich das mal mit dem Murks der Wirtschaftskorrespondentin ab; sie hat 0 Kommentare eingeheimst mit ihrem Bollwerk, naja, die Bildzeitung für die per Geburt finanziell üppig Ausgestatteten, sind nicht so helle?
    Ein Video von einem Kind gemacht, Conrad Adenauers Fernsehsender, pfffff
    mfG fE

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