Donnerstag, 14. Juni 2018

Cannabismodellprojekt für Niedersachsen gefordert

 

Grüne und FDP arbeiten Hand in Hand.

 

 

Da die angewandte Strategie der deutschen Drogenpolitik leider tagtäglich dabei versagt Jugendliche vor dem Zugang zu Cannabis zu bewahren, aber dafür unbescholtene Bürger aufgrund ihres alternativen Konsummusters grundlos kriminalisiert, fordern immer mehr Gemeinden einen fachmännischen Umschwung mit Sinngehalt. Wie zuletzt in Gießen fordern nun politische Kooperationspartner einen Pilotversuch, der durch wissenschaftliche Untersuchungen greifbare Informationen zur Verbesserung der Situation beitragen könnte. Grüne und FDP haben ein Cannabismodellprojekt für Niedersachsen gefordert.

 

Noch im Dezember 2017 konnte man die Präsidentin der niedersächsischen Ärztekammer gegen die Freigabe von Cannabis vehement im Sozialausschuss des Rates der Landeshauptstadt Hannover argumentieren hören, doch nichtsdestotrotz haben sich die Mitglieder der Oppositionsparteien von FDP und Grünen nicht eines Besseren belehren lassen und werden nun einen THC-haltigen Antrag im Landesparlament einreichen. Erwachsenen Konsumenten von Cannabis soll in einem Modellprojekt ein legaler Zugang zu dem natürlichen Rauschmittel durch den Verkauf in Apotheken gewährt werden, während durch wissenschaftliche Begleitung Datensätze mit belastbarer Aussagequalität entstehen. „Wir sind der Einschätzung, dass es Zeit ist, über eine Entkriminalisierung zu reden“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen Anja Piel in Hannover am Mittwoch und forderte eine offene Diskussion über das dauerhaft präsente Thema, für das sich die niedersächsische Landesregierung auch bundesweit starkmachen solle. Die Regierungssprecherin der regierenden Koalitionspartner Anja Pörksen von der SPD signalisierte jedoch schon vor einer einberufenen Pressekonferenz der Oppositionsparteien, dass man bei der dauerhaft präsenten Cannabisthematik eigentlich überhaupt keinen Entscheidungsbedarf sehen würde.

 

Ungefähr 130000 Personen, die jährlich aufgrund von Cannabis mit strafrechtlichen Ermittlungen in Deutschland zu kämpfen haben, sehen das sicherlich wiederum ganz anders.

19 Antworten auf „Cannabismodellprojekt für Niedersachsen gefordert

  1. Otto Normal

    […] Die Regierungssprecherin der regierenden Koalitionspartner Anja Pörksen von der SPD signalisierte jedoch schon vor einer einberufenen Pressekonferenz der Oppositionsparteien, dass man bei der dauerhaft präsenten Cannabisthematik eigentlich überhaupt keinen Entscheidungsbedarf sehen würde. […]

    Der entscheidende Satz in diesem sehr schön geschriebenen Artikel. Hierzu muß man sich nur noch vor Augen halten das weder die FDP noch die Grünen und schon gar nicht die Linkspartei in „lower saxxon“ irgend etwas zu melden oder gar zu entscheiden haben.

    Man muß kein Hellseher sein um den weiteren Verlauf des Verfahrens vorherzusagen:
    Der Antrag wird ordnungsgemäß debattiert (um den Schein zu wahren), danach abgelehnt mit Mehrheit von SPD und C-Parteien, anschließend abgeheftet (so wie schon einige andere Anträge in anderen Bundesländern davor).

    Aber als positiven Punkt könnte man sagen, bis zur Ablehnung hatte man wenigstens eine kurze Zeit Hoffnung.

  2. Rainer Sikora

    Ich finde,man sollte mal langsam anfangen zu überlegen in welchem Jahr man mit einer möglichen Diskussion über Lockerungen der Zügel beginnen könnte.Das läßt sich zu einem späteren Zeitpunkt verschieben und beliebig wiederholen.

  3. kushifix

    Niemals kaufe ich Gras in einer Apotheke, eine Frechheit da direkt die Pharmaindustrie mit einzuspannen.
    Der richtige Weg ist, Eigenanbau für Jedermann (ab 18 Jahre natürlich), Verkauf in Coffeeshops und Teehäusern.

  4. Fred

    Es wird mal wieder drüber geredet. Und das ist gut. Schlecht dran ist, das die Pro Parteien das Gesundheitsargument nicht angehen.

    Die Einstiegsdrogentheorie ist vom Tisch, jetzt müssen die Gegner bezüglich der gesundheitlichen Gefahren auf den Boden der Tatsachen geholt werden. Valide Zahlen gibt es genug. Aber das ist wohl noch ein zu grosses Tabu. Vielleicht will man sich aber auch einfach nicht das hochemotionale Geheule vom Ende aller Tage antun, das dann mit Sicherheit von Seiten der C Parteien angestimmt würde.

  5. Rainer Sikora

    An die Einstiegsdrogentheorie glauben leider noch Viele, und die Medien unterstützen diese leider auch noch.

  6. Fred

    @Rainer Sikora

    Wenn das Bundesgesundheitsministerium die Einstiegsdrogentheorie als nicht mehr haltbar benennt, dann ist sie vom Tisch. Siehe Artikel vom 12.6.

  7. Lotus

    @Kushifix
    die Idee mit dem Teehaus finde ich Top,
    Marihjuana und Hash als Tee 🙂
    es wäre ja ein anfang das man es wenigstens duldet ,
    das man bis zu 5-10 g pro Person zum Eigengebrauch pro Teehaus vergibt,
    Eigenbedarfsgrenze bei Freizeitkonsumenten bei ca 150g (+) pro Person
    sowie Anbaulizenzen für die Produktion und Medizinschen Gebrauch in Deutschland
    mit bis zu 5-10 Pflanzen pro Person Eigenanbau erlaubt,
    sowie ein Lockerung bzw. Anpassung des Führerscheinrechts…
    träumen darf man ja noch ;D
    Euch allen noch einen schönen Tag…
    #FREE CANNABIS

    Peacezeichengruß

  8. R. Maestro

    Wird ja eh nichts, bei der Unbeweglichkeit in unserer Drogenpolitik.

    Gegen Verblendung und Sturheit ist halt kein Kraut gewachsen.

  9. Irgendwer

    Mpff… mein Kommentar bei der HAZ ist nur gekürzt erschienen… naja… vielleicht kracht es dadurch umso besser

  10. kushifix

    @R.Maestro
    Wir alle müssen nur lauter werden und auch unsere Mitmenschen dazu bewegen. Ihnen die Vorurteile aus dem Kopf räumen und aufzeigen was alles mit dieser Medizin möglich ist. Überall wo es legal ist rennen alte Menschen die Shops ein und kaufen was das Herz begehrt. Die CDU / CSU besteht nur noch aus alten Menschen, würden wir es schaffen diese Hauptwählerschaft zu überzeugen das Tabletten schädigen und Naturmedizin hilft, gäbe es recht schnell einen Umschwung in der politischen Ebene.
    Dazu sollte man immer im Hinterkopf haben, das die koruppierte Regierung machen muss was wir wollen, nicht das was die oder Konzerne wollen. Werdet lauter, schreit auf und leitest Überzeugungsarbeit meine Lieben,

  11. buri_see_käo

    Hallo,
    möchte sich einmal jemand mit der Aufklärung der Personen bemühen, die unter http://www.rbb.de und dem Suchbegriff „Cannabis“ ihr Geschreibsel ablassen. Bei dem dort in den Kommentaren zu lesenden Blödsinn besteht imo erheblicher Handlungsbedarf.

  12. Irgendwer

    @ buri_see_käo

    Rationeller Büro-Bedarf … *lach*
    Gibt anscheinend aber anderweitig nix aktuelles zu finden.

  13. R. Maestro

    @kushifix
    Da bin ich durchaus Deiner Meinung.
    Ich befasse mich seit einigen Jahren nahezu täglich mit dem leidigen Thema.
    Mir ist auch sehr stark an Aufklärung gelegen, betreibe ich auch, was manchmal bereits manch Einem auf den Keks geht.
    Aber diese sinnlose Hexenjagt muss aufhören.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt, stimmt schon, irgendwie.
    Vielleicht hat Bayern aber auch da, seine ganz eigenen Gesetze.

    IKEA-Spruch: Wohnst du noch, oder lebst du schon?
    Ich wohne (noch?)in Bayern.

    Es würde mich halt nicht wundern, wenn Bayern, nach einer Liberalisierung oder Lockerung unseres besch……. BTMG, mal wieder seinen ganz eigenen Weg geht.

    Wenn ihr den Fall Tobias Gill, auf change.org kennt, was da abläuft, eine bodenlose Frechheit.
    Eine Schande!
    Aber leider ein Beweis dafür, wie dehnbar das BTMG ist.
    Dass es hier hin und wieder heisst, die Scheiss-Bayern, nach solchen Vorfällen ist es kein Wunder.
    Es wurde ja befürchtet, bei der kürzlichen Diskussion um einheitl. Eigenbedarfsgrenzen, das ein „Drogentourismus“ nach Bayern entsteht.
    LOL!!!
    Erstens haben wir sowieso seit langem einen richtigen Rauschgifttourismus, beim Bier.
    Zweitens, dass jemand zum Kiffen nach Bayern kommt?
    Nochmal lol
    Aber Alkohol hat ja in Deutschland angebl. Kultur, was Cannabis angebl. definitiv nicht hat.
    Eine Kultur, an welcher jährlich ca. 74000 Menschen allein in Deutschland sterben. Tolle „Kultur“.
    Wenn es so weitergeht, wie bisher, als eines der Länder, die so stur und starr sind, wohl kaum.
    Gegenwärtig glaube ich halt, Deutschland, oder zumindest der „Freistaat“ wird in dieser Angelegeit eine der letzten Inseln auf dieser Welt sein bzw. werden
    Ein Teil meiner Hoffnung beruht schon auch auf älteren Generationen, welche in den sechzigern o.ä. selbst konsumiert haben und aus eigener Erfahrung wissen, dass die meisten Prohibitionsargumente gelinde gesagt Humbug sind.

    Naja, irgendwann, irgendwann, iiiiiiiirgendwann, muss sich ja mal was ändern.

  14. Irgendwer

    Tja… in Bayern herrscht leider die personifizierte Geisteskrankheit.

    Aber zumindest kommt bei der NDR-Seite bisher nix mehr von den rotzig plumpen Gegnern.
    Ob ich da wohl „ausreichend laut“ war mit meiner Ansage an die Gegner, die von der Moderation nicht freigeschaltet wurde, aber auch die Idioten evtl. seitdem nicht mehr freigeschaltet werden ?

  15. kushifix

    @buri_see_käo
    bin deinem Link gefolgt, aber das hab ich nur einen Shop gesehen, bzw nach den Schlagwortsuche kommen 144 Artikel (Produkte), hab leider nicht so viel Zeit jeden Artikel genauer zu untersuchen. Schick bitte mal direkte Links ein, dann kann man effektiver handeln. Danke dennoch.

    Es ist, glaub ich, kein schlechter Ansatz in den Foren für Aufklärung zu Sorgen, wo schon eine generelle Anti Haltung, bezüglich der Natur Medizin, besteht.

    Das wirklich aller geilste ist ja das wir jegliche Art von „Kiffer“ Klischees auhebeln können. Dank Magazinen wie Hanf Journal werden uns beinahe monatlich neue Studien, über die vermeindlich apathischen, faulen, nichts nutzigen Kiffer präsentiert, die komischer Weise nichts mit diesen Klischees gemein haben. Klar gibt es die und sicherlich kennt die auch jeder oder weiß was die „Gegner“ damit meinen. Aber das ist immer eine Art des Umgangs mit Rauschmitteln oder Medizin und definitiv nicht auf jeden als Blaupause anwendbar, wie auch bei Alk.

    Mittlerweile gibt es soviele unwiderlegbare Fakten die wir nur öfter wiederholen müssen, als unsere Gegenspieler ihre Lügen/Unwissenheit.

    Und niemals an deiner Überzeugung zweifeln, sonst bekommen „Die“, im Endeffekt, genau was sie wollen.

    @R.Maestro
    Ich glaube, diese Hetzjagt kann erst beendet werden wenn das Umdenken in größeren Maße voranschreitet, also wenn genug die Wahrheit kennen. Wichtig ist aber nicht Aufzuhören mit der Aufklärung, auch wenn man manchmal das Gefühl hat man steht alleine da. Man ist es definitv nicht. Nicht in Deutschland und erst recht nicht mehr in der Welt. Wir werden Tag für Tag größer und lauter, wöchentlich gibt es mittlerweile neue Änsätze, Versuche, Diskussionen und leider aber auch die Wählerstimmenfängerthemen der „obsolete“ Parteien (fallt nur nicht darauf rein, das ist wichtig). Aber der Schwung wird größer und immer wieder werden neue Anläufe initiiert. Es darf nur nicht wieder einschlafen.

    Schaut euch mal an wie das Ding hier boomt. Unglaublich, aber zeigt sofort wieviele, bis hin zu den Ältesten, dem aufgeschlossen gegenüber stehen.
    ww.hanf.bar (ich habe nichts mit denen zu tun, oder irgwas, soll keine Werbung sein, hab es nur vorgestern via Marvin Game gesehen und war beeindruckt von den Leuten und der Kundschaft)

    in diesem Sinne… 😉

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