Donnerstag, 17. Mai 2018

Drogenbeauftragte spricht sich für die Entkriminalisierung von Cannabiskonsumenten aus

 

Vorwehen der nordamerikanischen Legalisierungswelle werden in Deutschland gespürt.

 

Cannabis
Bild: Pressefoto von Marlene Mortler

 

Auf dem nordamerikanischen Kontinent ist der drogenpolitische Umschwung in vollem Gang. Einzelne US-Bundesstaaten geben Cannabis auf Wunsch der Bevölkerung für Erwachsene frei, während pharmazeutische Opioide für eine Krise in den gesamten Vereinigten Staaten sorgen, die mit dem einst verteufelten Marihuana aus medizinischer Sicht wieder eingedämmt werden könnte. Kanada peilt die völlige Freigabe von Gras- und Hanfprodukten in diesem Sommer an und verspricht sich viele Vorteile durch den geregelten Handel der ansonsten auf dem Schwarzmarkt florierenden Warengüter. In Deutschland sorgt dagegen häufig eine prohibitionistisch eingestellte Politik für Kopfschütteln bei aufgeklärten Personen, denen die fadenscheinigen Argumente im Schädel Schmerz bereiten. Nun scheint eine der größten Verfechterinnen der derzeit angewandten Strafverfolgung von Marihuanakonsumenten jedoch Wind von der stattfindenden und sich unaufhaltsam fortsetzenden Legalisierungswelle in Nordamerika bekommen zu haben, der unglaubliche Denkprozesse in Gang gesetzt zu haben scheint. Die deutsche Drogenbeauftragte spricht sich für eine Entkriminalisierung von Cannabiskonsumenten aus.

 

Noch vor wenigen Wochen beklagte sich Marlene Mortler über die eindeutigen Fragestellungen nachhakender Journalisten, doch während der Präsentation des aktuellen Drogenberichtes am letzten Dienstag in Berlin wurden von ihr erstmalig verständnisvolle Worte für Nutzer grüner Kräuter gegenüber der Presse ausgesprochen. So soll die Drogenbeauftragte der Bundesregierung sich dahin gehend geäußert haben, dass Konsumenten von Cannabis eigentlich vor eine Wahl gestellt werden sollten, wenn sie mit einer Eigenbedarfsmenge von der Polizei gefasst würden. Entweder die Zahlung eines Bußgeldes, oder aber eine Therapiegesprächsrunde mit Suchtexperten sollten dem Gefassten als Optionen geboten werden, ginge es nach der neuen Meinung einer etwas verändert scheinenden Marlene Mortler. Auch gegen Diskussionen will sich die Drogenbeauftragte nicht länger verwehren, obwohl von ihr schon häufig die öffentlich geführte Debatte über die Freigabe von Cannabis für die steigenden Konsumentenzahlen unter Jugendlichen verantwortlich gemacht wurde. Nun lautet das Motto von Marlene Mortler nach eigenen Worten jedoch: „Wir brauchen eine breite Diskussion über Sucht und Drogen, Tabak, Alkohol.

 

Einen ersten Anstoß für das unter neuen Umständen stattfindende Gespräch bietet beispielsweise schon der Verein Alternative Jugend- und Drogenhilfe Nürnberg, der Cannabis aufgrund jahrelanger Erfahrungen staatlich reguliert wünscht.

 

Gezeitenwechsel eingeleitet.

18 Antworten auf „Drogenbeauftragte spricht sich für die Entkriminalisierung von Cannabiskonsumenten aus

  1. Fetales Alkoholsyndrom

    Über 50.000 Produkte kann man aus Hanf herstellen , z.b. Beton, Kunststoff, Öl, Nahrungsmittel,Treibstoffe ,Celullose und Fasern . Dennoch wird Cannabis sativa L. wegen eines einzigen Anwendungsgebietes ,in Deutschland Verboten . Cannabis kann, viele Chemische Medikamente ersetzen, und ist nicht Tötlich .

  2. Substi

    Das ich das noch erleben darf! Die Mortler knickt ein, man fassst es nich!
    Aber gut, es ist ein erster Schritt, allerdings noch ein wenig unbeholfen. Wer mit einer Eigenkonsummenge kontrolliert wird, kann wählen zwischen Pest & Cholera….?! Na ja, ich weiß ja nicht, kann man die Leutz nicht einfach in Ruhe lassen? Sie schaden Niemandem! Aber aller Anfang ist ja bekanntlich schwer…

  3. kushifix

    Wow, ich kann es nicht glauben. Was ist da passiert? Ist Sie krank geworden, benötigt Sie jetzt kräutermedizinische Hilfe.
    Lassen wir Ihr noch ein wenig mehr Zeit, gebt Ihr noch mehr Input, vielleicht gibts da auch eine vollständige Entkriminalisierung, statt „wählen zwischen…“!! Nix mit wählen, sondern „Was du hast Cannabis einstecken, kein Problem, schönen Tag noch.“ oder „Was du hast Cannabis einstecken, magst vlt einen bauen und wir genießen den zusammen.“

    Ich will als erwachsener Mann immer und überall rauchen dürfen (natürlich ohne Dritte dabei zu schaden)!
    Und ich will als erwachsender Mann in meinen privaten Bereichen Cannabis anbauen dürfen, wann ich will und wiviel ich will!

    Das muss das Ziel für Deutschland sein Frau Mortler!!!

  4. Klaus Naschua

    Marlene Mortler gehört einfach abgesetzt. Weil sie tagsüber einfach blöde Kommentare und immer die gleichen selben Argumente zur Drogenpolitik abgibt und sich Abends selber die Birne mit Alkohol zuschüttet. Ob nun mit 1 oder 3 Gläsern oder mehr. Droge ist Droge. Dazu gehört auch Alkohol.

    Wenn schon Drogenbeauftragte (r) dann doch bitte komplett Alkohol und Drogenfrei, dann kann man deren Argumente ja vielleicht noch verstehen.

    Es hat ja auch keiner was dagegen, wenn sie versucht Jugendliche vor Alkohol und Drogen zu schützen. Aber gleichzeitig auch Erwachsene oder Rentner (rinen) so was auch als Einstiegsdroge zu unterstellen ist doch einfach Schwachsinn.

    Außerdem sollte sie sich mal lieber für das halbherzige Gesetz, was sie ja zusammen mit Hermann Gröhe so halbherzig beschlossen hat. THC Behandlung für Kranke. Für eine Nachbesserung mehr einsetzen. Und dafür sorgen das die Arzthohheit und dessen Erfolgsaussichten mit der Behandlung mehr in den Vordergrund gestellt werden. Und auch dafür sorgen das die Krankenkassen nicht mit billigen und gleichen Textbausteinen fast jede Behandlung ablehnen können. So das man erst umständlich, meist erfolglos Klagen muss. Für die Patienten zählt schließlich jeder Tag.
    Von einer Drogenbeauftragten und einem Gesundheitsminister hätte ich zu diesem Thema klare Worte und Zustände erwartet.

    Aber man will ja keine positiven Behandlungserfolge in dieser Richtung. Man ist ja außer Alkohol- auch Pharmalobby. Es könnte ja von beidem weniger abgesetzt werden.

  5. Fred

    Weder ein Bußgeld, noch eine Therapie sind von Nöten. Weil eben der persönliche Konsum weder eine Straftat ist oder als Ordnungswidrigkeit darstellt werden kann. Und wohl auch so gut wie niemand, der mal einen Joint raucht, therapiebedürftig ist.

    Im Prinzip braucht es keine Diskussion, oder gar einen Parlamentsbeschluss. Der Gesetzgeber kann nicht den Weg zu einer erlaubten Handlung ( dem Konsum ) bestrafen. Punkt. Alle Handlungen wie Besitz oder Anbau, die dem Zweck des persönlichen Konsums dienen, müssen dieser Logik folgen. Und damit ist das ganze entkrimminalisiert. Alles andere ist ein unzulässiger Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen.

    Aber immerhin. Die schwarze Seite der Macht bewegt sich.

  6. Tom

    Echt jetzt? Marlenchen setzt sich für eine Entkriminalisierung von Cannabis zum Eigenbedarf ein? Ja bin ich in der Bizarro World gelandet? 🙂 Na, was solls. Da ist noch einiges an Gesetzesarbeit zu leisten, aber der Ansatz ihrer Gedanken läßt hoffen.

    Ich warte jetzt nur noch darauf dass Marlenchen mit der Erkenntnis um die Ecke kommt dass es auch ok ist wenn man das Kraut für den Eigenbedarf im Garten anbaut. Träumen darf man doch wohl noch 😀

  7. Gorillalunge

    Unglaublich. Ein einmaliger Vorgang von dieser Frau. Musste gerade auf den Kalender gucken ob wir nicht den 1. April haben. Stimmt das wirklich?

  8. hanfi

    Kann man das Gesicht dieser Frau nicht verpixeln? Ist ja nicht mehr zu ertragen das dumme Geschwafel.

  9. unbeugsam

    Das ist doch nur ein Brotkruemel,wovon keiner satt wird. Die Strafen für Eigenbedarf wurden eh nach bedarf immer eingestellt,Die bestrafen doch seit Jahren ganz anders als mit der Justiz.Beispiel Führerscheinabnahme,weil nicht mehr Fahrtauglich, oder Jobverlust weil zu gefährlich irgendwelche Maschinen zu bewegen.
    Da sollte man erst mal dran!!!!

  10. Irgendwer

    Gesprächsrunde mit Suchtexperten … hmm … Reisekosten u. Hotelaufenthalt mit Verpflegung, also gegen Aufwandsentschädigung würde ich den Experten
    mal einiges erzählen

  11. Rainer Sikora

    Ein par Sätze mehr,wie sie sich die Entkriminalisierung vorstellt und was sie unter Eigenbedarfsmengen versteht,wäre nicht schlecht.Die entweder oder Erpressung ist aber nicht neu.

  12. HU-210

    Hat die überhaupt was zu sagen ? Der Ganze Laden , Lebt doch nur auf Pump !

  13. Lattenrost

    Es ist doch völlig offensichtlich was hier passiert. Die Alk-Lobby kann mit ihren Schmiergeldern langsam nicht mehr mit der rasant wachsenden Cannabis-Industrie mithalten. Darum wird man jetzt ganz langsam aber stetig zurückrudern und das ganze als „Bürgerfreundliche Einsicht“ verkaufen. Die Wirtschaft bestimmt die Politik und so wird man sich auch hier nach denen richten die die meiste Kohle machen. Im Moment sind das die Hersteller von Alkohol und Tabak aber Cannabis ist auf dem Vormarsch und wird diese Wirtschaftszweige bald überholt haben. Diese Erkenntnis ist in Berlin nun auch langsam angekommen und schon drehen sich die Fahnen nach dem stärkeren Wind.

  14. Unbeugsam

    Otto normal

    Ich unterschreibe jedes einzelne Wort von Dir!
    Absolute Zustimmung!

  15. Ralf

    @Otto Normal
    Dein Kommentar ist radikal, aber konsequent und wahr, und eine Antwort für alle diejenigen, die Unrechtsgesetze einfach nur für „nicht mehr Zeit gemäß“ halten, und ihre Verfechter egal auf welcher Ebene für arme, fehl geleitete Opfer der Desinformation.

  16. Salah Eddine

    Dann werde ich Bulle!

    Du kriegst Stoff und wirst dafür Bezahlt.

    Salah Eddine

  17. Mortlers Schrecken

    DAS ist KEINE Entkriminalisierung, sondern zum einen wird man gemolken u d wenn nix zumho,en ist, wird man verpflichtet zu einem Beratungsgespräch, in Bayern mit dem neuen Polizeiaufgabengesetz und dem zum Glück abgewendeten Psychiatrie Gesetz, wären alle die zur Beratung gehen Opfer und die zu oft bezahlen müssen werden wegen voraussichtlicher Gefahr weggesperrt. Glaubt ihr nicht, sonst würde sie sagen, Jugendliche und Erwachsene dürfen ihr Weed behalten.

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