Freitag, 4. August 2017

Grashändler kauft Stadt

 

American Green Inc. baut kalifornischen Kiffertraum.

 

Bild: Floh Söllner

 

Spätestens seit dem Einkauf der Berliner Pedanios GmbH durch Aurora Cannabis sollten auch hierzulande alle kapitalistischen Marktwirtschaftler verstanden haben, dass mit legalem Marihuana gutes Geld zu verdienen ist. Während Übersee von allgegenwärtigen Grasgeschäften bereits die gesamte Gesellschaft profitieren darf, finden sich hierzulande eher nur vereinzelt gute Ideen auf dem deutlich langsamer florierenden Wirtschaftssektor. Dass es in den USA tatsächlich ein gesamtes Segment eröffnet wurde, beweist nun erneut die alteingesessene American Green Inc., die sich gerade eine komplette kalifornische Kleinstadt besorgte. Grashändler kauft Stadt.

 

Für fünf Millionen Dollar hat die AG Inc. zugeschlagen und sich die vergessene Kleinstadt Nipton im Herzen Kaliforniens gekauft, die strategisch wichtig Los Angeles, Las Vegas und Salt Lake City verknüpfen könnte, jedoch trotz ihrer Schienenanbindung ausgestorben scheint. Absichtlich wurde eine abgelegene Gemeinde von American Green Inc. ausgesucht, damit dort der Aufbau einer einzigartigen Ortschaft beginnen kann, wofür weiter 2,5 Millionen Dollar vom neuen Besitzer Niptons zur Verfügung gestellt werden. Auch wenn ein Hotel, ein Restaurant und ein Warenhändler bereits in dem schläfrigen Ort vorhanden seien, wäre die Abwesenheit einer tatsächlichen Geschäftswelt weise gewählt worden, damit der zukünftige Umschwung durch das einsetzende Cannabusiness in Nipton eindeutig messbar wird. AG Inc. plant Nipton schließlich in einen einladen Vorzeigepark zu verwandeln, der alle kalifornischen Kiffer begrüßt, einige Besuche unter den besten Bedingungen zu verbringen. Auf einem halben Quadratkilometer Fläche will die American Green Inc. Nipton in ein Cannabisparadies umwandeln, das nicht nur durch die Produktion der Pflanzen profitiert. Zukunftsgedanken erlauben beispielsweise ganze Bäder in mit CBD angereichertem Wasser. Weniger soll dabei ein Festivalgelände entstehen, als eher ein entspanntes Domizil, das sowohl Familien willkommen heißt wie campende Genusskonsumenten. Neben der bisher wohl eher unbekannten Ortschaft sollen dabei natürlich auch die investierenden Aktionäre etwas verdienen, weshalb American Green Inc. bei einem eintretenden Idealfall mit erfolgreichen Nachahmungsversuchen rechnet und sogar heute schon heimlich auch etwas auf diese hofft.

 

Cannabiskönige braucht das Land.

3 Antworten auf „Grashändler kauft Stadt

  1. Ewa

    20 Leute und eine Stadt? Das ist wohl eher Dorf sein Dorf… eine Stadt fängt ab 2000 Einwohner an… von Stadt kann hier kaum die Rede sein.

  2. rainer sikora

    Freuen wir uns mit Kalifornien und schauen wir nicht auf die hiesige Lage.Nur ein Rat für die Nerven.

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