Samstag, 27. Mai 2017

Großer internationaler Cannabisdeal an der Börse

 

Aurora aus Kanada kauft Pedanios aus Deutschland.

 

Foto: Susanne Winter/Archiv

 

Es ist fraglich, ob die heute veröffentlichten Nachrichten des kanadischen Cannabisproduzenten Aurora ihren Ursprung auf der International Cannabis Business Conference Berlin fanden, doch dass sich das ausländische Unternehmen soeben einen Platz in der Hauptstadt gekrallt hat, ist von nun an unumstößliche Realität. Auora aus Kanada kauft die Pedanios GmbH aus Berlin, was dem kanadischen Hersteller von medizinischem Marihuana sofort einen schicken Standort in Kreuzberg beschert. Ein ziemlich großer internationaler Cannabisdeal an der Börse, der über die Zukunft der Medizinalhanfversorgung heimischer Patienten eine bedeutende Rolle spielen wird, hat somit soeben stattgefunden. Auf Bitten des Konzerns wurde der Handel an der Börse gestern noch kurzfristig angehalten, bis die Nachrichten offiziell von kanadischer Seite veröffentlicht wurden.

 

Seit 2015 besitzt die Pedanios GmbH alle nötigen Lizenzen und Rechte, um medizinisches Cannabis in die gesamte europäische Union zu importieren und exportieren oder innerhalb der EU zu verteilen. 750 Apotheken werden von dem Berliner Cannabishändler Pedanios GmbH aktuell beliefert, der ebenfalls auch das größte Sortiment an Cannabisprodukten vorzuweisen habe. Zehn von hierzulande vierzehn zugelassenen Präparaten und natürlichen Produkten sind bereits in der Vergangenheit über die Pedanios GmbH in den überwachten Handel gelangt. Aurora Cannabis versicherte den Geschäftspartnern daher sofort, dass alle bestehenden Zulieferverträge von der Übernahme unberührt blieben. Besitzer von Klasse B Sicherheiten der Pedanios GmbH werden mit einer Menge von 3.4 Millionen gewöhnlichen Aktien der Aurora Cannabis entschädigt, wobei eine einzelne Aktie einen Wert von derzeit 2,14 $ Dollar besitzt. 13,6 Millionen Dollar in Cash sowie in Stammaktien werden von Aurora zusätzlich für alle Besitzer von Klasse A Anteilen Pedanios ausgegeben. Der Chief Global Business Development Officer Neil Belot bezeichnete die Übernahme als eine Transformationsakquisition für Aurora sowie einen wichtigen Schritt in der aggressiven internationalen Expansionsstrategie.

 

Hilfe, die „Kanis“ kommen!

18 Antworten auf „Großer internationaler Cannabisdeal an der Börse

  1. Fred

    So beginnt es. Börsennotierte Unternehmen kaufen Start Up’s, haben somit überall einen Fuß im Geschäft. Geld ist üppig vorhanden, der Grasvertreter ( früher war er Pharmavertreter ) schlendert durch die Arztpraxen und wirbt für das Produkt. Ärzte die besonders viel verschreiben, werden per Kreuzfahrtschiff zur Fortbildungsveranstaltung nach Jamaika befördert usw….

    Alles nur Geschäft, aber zumindest dürfte es bei der Arztwahl ein wenig Erleichterung geben.

  2. ADHSPatient

    Gestern kriminalisiert. Heute börsennotiert.

    Willkommen in Absurdistan.

  3. Remo92i

    Die Qualität wird dadurch bestimmt nicht besser….
    Es muss ein Angebot für med. organic, outdoor Cannabis geschaffen werden!!!

  4. Fred

    Dieser Artikel quält mich jetzt schon das ganze Wochenende. So langsam wird mir klar, warum man mit dem neuen Cannabisgesetz relativ locker, im Hinblick auf die Verschreibungsgründe, umgegangen ist. Sind wir doch mal ehrlich. Jeder der Cannabis will, kann zu einem Arzt gehen und sich gegen Kopfschmerzen oder Einschlafstörung 5 Gramm auf Privatrezept verschreiben lassen. Klappt zwar nicht bei jedem Arzt, wird sich aber mit Sicherheit ändern.

    Wieso macht man also so ein Gesetz, ein Gesetz das die Tür für „Missbrauch „sperrangelweit auflässt ? Aus purer Absicht ! So paradox sich das jetzt vielleicht anhören mag, aber man braucht Nachfrage. Nur durch Nachfrage entsteht ein Markt, und nur durch kräftige Nachfrage lockt man das Kapital. Und wie man an dieser Übernahme unschwer erkennen kann, hat das Kapital diesen Ruf wohl verstanden. Oder glaubt hier ernsthaft jemand, das ein börsennotiertes Unternehmen wie Aurora wegen 100 oder 200 Kilo Absatz in den deutschen Markt drängt ?

    Ich denke ernsthaft, das man die finanziellen Möglichkeiten auf Seiten der Regierung wahrgenommen hat und jetzt ernsthaft umsetzt. Und das bedeutet nichts anderes als eine 180 Gradwendung in der Cannabispolitik ( ich schreibe hier bewusst nicht Drogenpolitik )

    Und das hat man wirklich sehr geschickt eingefädelt. Man hat die Herstellung ( und damit auch Einfluss z.b auf den Wirkstoffgehalt ) unter Kontrolle, in dem man lizensierten Unternehmen den Anbau erlaubt. Man hat kapitalstarke Unternehmen, die den Part des Grosshändlers übernehmen, und den Einzelhändler gibt der Apotheker. Dazwischen steht der Arzt, der den „Genussschein „in Form eines Privatrezept ausgibt.

    Was hat man erreicht ? Dem Schwarzmarkt wird Nachfrage entzogen, die Abgabe durch Arzt und Apotheker gewährleistet eine medizinische Beobachtung der Konsumenten ( wer zu viel kifft, ist direkt da wo er sein sollte, beim Arzt )
    Der Jugendschutz ist in Ansätzen gewahrt.

    Leute, ich denke das sich kräftig was ändern wird. Und da lege ich mich fest…. die Zeiten werden besser !

  5. ADHSPatient

    @Fred

    Ich kenne keinen einzigen Arzt in meiner Großstadt, der Cannabis liberal verschreibt.

    Ich kenne nicht mal einen einzigen Arzt der Cannabis überhaupt verschreibt.

    Jetzt hab ich mich zwar nicht wegen Palliativmedizin und ähnlich gelagerten Gebieten mit schweren Krankheiten erkundigt, sondern nur wegen ADHS, aber du meintest ja auch eher alltägliche Krankheiten wie Kopfschmerzen und da sehe ich derzeit keine Chance.

    Vielleicht ändert sich das, wer weiß, aber ich hab jedenfalls nicht die Geduld Jahre zu warten. Ich bin innerlich am Verglühen vor Wut.

    Wenn mich Ärzte auf Cannabis ansprechen, dann weil sie darin eine mögliche Ursache für meine Probleme sehen.

    Zitat:
    „Nehmen Sie Drogen?“
    Ich: „Was verstehen Sie unter Drogen?“
    „Cannabis“

    Das erste was ihm einfällt ist nicht nach Alkohol- oder Zigarettengebrauch (obwohl viel verbreiteter und schädlicher) zu fragen, und das zeigt mir, dass für ihn, wie für viele, Cannabis in einer ganz anderen Kategorie ist (die pösen Trogen!). So einer glaubt auch an das Märchen von der Einstiegsdroge (muss ich ihn nicht danach fragen, dazu reichen meine Menschenkenntnisse).

    Dabei war das kein alter Sack, also muss man sich bei den meisten älteren Herren und Damen unter der Ärzteschaft erst Recht wenig Hoffnung machen.

    Vielleicht sehe ich wieder alles zu negativ.

    Ich stimme dir zu, dass es besser werden wird. Nur denke ich bei uns könnte sich das 10 Jahre hinziehen bis man in jeder größeren Stadt aufgeklärte Ärzte ohne langwierige Sucherei antrifft.

    In Deutschland gibt es Projekte wie den BER, besonders wenn der Staat seine Finger im Spiel hat gibt es Murks, Pleiten, Pech und Pannen und dazu dauert es eine Unendlichkeit oder zwei.

    Die Krankenkassen sind auch noch nicht geknackt, die wehren sich mit Händen und Füßen.

    Bleibt der Weg über die Gerichte, was abermals ein Langer sein dürfte.

    Ich hoffe, dass sich DHV und Co der Aufklärung und Unterstützung von Ärzten zunehmend widmen werden.

    Vielleicht werden die lizenzierten Anbauer der Pharmalobby den Rang ablaufen, das wäre erste Sahne, allein mir fehlt der Glaube.

  6. Fred

    @ADHSPatient

    Klar gibt es bei den Ärzten noch ein Problem. Das ändert aber nichts an dem Umstand, das es wie beschrieben per Gesetz möglich ist sich wegen im Prinzip nichts Cannabis verschreiben zu lassen. Und sicher ist es auch ein Unterschied, ob das ganze über eine Krankenkasse bezahlt werden soll, oder man sich das Gras per Privatrezept verschreiben lassen will. Und ich fürchte fast, das wirklich Kranke, allein schon wegen der Bürokratie, grössere Probleme haben werden als ein „Kopfschmerzpatient “

    Das wird sich nach meiner Meinung aber geben. Es soll ja bereits Patienten geben, die per einstweiliger Verfügung ihre KK zur Übernahme gezwungen haben. Da braucht es jetzt nur noch eine Bestätigung per Urteil, dann ist das durch. Ich kann mir nicht vorstellen, das das 10 Jahre dauert. Ich denke da eher an ein paar Monate.
    Sollte meine These von oben richtig sein, dann ist es im Sinne des Gestzgebers, das Cannabis kräftig verschrieben wird. So verrückt sich das auch anhören mag, aber dann werden die, die gestern noch aufs übelste Konsumenten verfolgt haben, morgen dafür sorgen das die Leute ans Gras kommen.

  7. Michael

    @Remo92i,

    vielleicht solltest du dich ein wenig mehr mit der Materie auseinander setzen. Was meinst du was Pedanios aus Kanada importiert? Diese unreflektierte Scheisshaus Parolen sind echt nicht zu überbieten. Macht eure Hausaufgaben bevor Ihr meint euren Senf dazu zu geben.

  8. rainer sikora

    Ich hoffe auf Bewegung, bei der Bereitschaft vieler Ärzte, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.Den erhofften Durchbruch erwarte ich aber erst in einigen Jahren.Meine Ärzte haben sich bis Dato noch keinen MM bewegt.

  9. Ralf

    @Fred
    Ich kann dazu nicht mehr sagen als,träum weiter. Ich werde mir mit Sicherheit kein Apotheken Gras zu maßlos überteuerten Preisen, bei den Arschlöchern die über Jahrzehnte treibende Kraft, bei der Verteufelung unseres Genussmittels waren, kaufen. Jetzt werden die Farma- Böcke (genau wie bei den Bänkstern) wieder mal zu Gärtnern gemacht, das wäre alles total lächerlich wenn es nicht so traurig wäre!

  10. Ralf

    @Michael
    Was meinst du denn, was Pedanois importiert ? Und eine unreflektierte unbewiesene Scheißhausparole habe ich soeben nur bei dir gelesen. Vielleicht solltes du mal dein logisches Denkvermögen überprüfen. Massenproduktion schafft niemals Qualität sondern nur unkontrollierbare Masse. Für deine Hausaufgabe hier, gebe ich dir eine glatte 6.

  11. Fred

    @Ralf

    Ob du es glaubst oder nicht… es geht hier auch nicht um dich. Das du aus purer Rache oder sonst was ein legales Angebot nicht annimmst, ist deine Sache.

    Wertet man hier aber die Fakten nüchtern ( im Sinne von rational ) und ohne Vorbehalte, dann stellt man fest, das die Gesetzeslage für meine These spricht. Es ist möglich, sich Gras beim Arzt verschreiben zu lassen. Und zwar grundsätzlich für jeden. Somit liegt es nur noch bei den Ärzten. Kehrt dort ein Einsehen ein, steht der medizinisch kontrollierten Abgabe in rauen Mengen nichts mehr im Wege. Das Kapital hat diesen Umstand schnell begriffen und positioniert sich bereits.

    Und nimmt man sich jetzt mal diffuse Erkrankungen vor, wie z.b Unruhezustände, Einschlafprobleme oder ähnliches, dann werden diese Zustände häufig mit Valium behandelt. Und ein Arzt , der mal kurz dŕüber nachdenkt, kann durchaus auf den Gedanken kommen statt dem Hammer Valium eben Indicagras zu verschreiben. Medizinisch würde das Sinn machen.

    Und das dann Geld verdient wird…. so ist das nun mal in der Marktwirtschaft. Ob man das jetzt gut oder schlecht findet. So tickt nun mal die Welt und sie würde sich garantiert nicht ändern wenn nichts zu verdienen wäre.

  12. Nummer14

    @Ralf,

    Amen. Pedanios ist ohne Bestrahlung und ohne Chlor Bearbeitung und Bio. Das nur am Rande. Vielleicht wäre Selbstreflexion was für dich persönlich. Bleibt mal bei den Fakten und wenn Ihr meint es wäre wie Ihr meint und die Realität holt euch ein aufstehen Krone richten aber bestimmt nicht auskeilen. Dein Post ist vorpubertäres Gehabe.

  13. Ralf

    @Nummer14
    So? woher weißt du das so genau. Warst du dort, hast du das kontrolliert, so wie ich das beim Bauern meiner Wahl kontrollieren könnte? Dein Post ist naives gequake. Du glaubst was du glauben willst und vertraust die Kontrolle, die du ohne weiteres selbst vornehmen könntest, andern an. Dann laßt euch mal schön weiter verarschen, viel Spaß dabei!

  14. Ralf

    @Fred
    Was für eine Rache? Ich kaufe doch nicht aus Rache bei solchen Idioten nicht, sondern weil ich sie nicht für Vertrauenswürdig und für unfähig halte auf Dauer sauber zu bleiben.Wer über Jahrzehnte solche Scheiße gebaut hat, sollte die Straße kehren, und nicht Menschen mit potentiell gesundheitsschädigenden Lebensmitteln und Naturmedikamenten versorgen dürfen. Dafür haben sie einfach zu viele Menschen durch ihren „Irrtum“ in`s Grab gebracht. Sie waren 70 Jahre lang Versager die es nicht geschnallt haben, wieso sollten die jetzt was schnallen? Ich mache keine Böcke zu Gärtnern, ihr aber macht immer wieder denselben Fehler!

  15. Ralf

    @Fred
    „Und das dann Geld verdient wird…. so ist das nun mal in der Marktwirtschaft.“
    Die was…? Marktwirtschaft..? Ich lach mich weg. Schon 2008 habe ich vorausgesagt daß euch euer neoliberaler Casino-und Bankenrettungsscheißhaufen, den ihr Marktwirtschaft nennt bis 2020 erneut um die Ohren fliegen wird. Alle Anzeichen deuten darauf hin daß es genau so kommen wird und warum? Weil man die Bänkster Böcke zu Gärtnern gemacht hat.

  16. Nummer14

    @Ralf,

    ich muss aussteigen. Im Bericht geht es um medizinisches Cannabis. Du beabsichtigst andere in eine generelle Politisch / Gesellschaftliche Diskussion zu ziehen.

  17. Fred

    @Ralf

    “ Dafür haben sie einfach zu viele Menschen durch ihren „Irrtum“ in`s Grab gebracht. Sie waren 70 Jahre lang Versager die es nicht geschnallt haben, wieso sollten die jetzt was schnallen? “

    In der Drogenpolitik ist vieles verbrochen worden, man kann sicher auch sagen, das absolute Dilettanten am Werk waren. Man kann das ganze auch Menschenverachtend nennen…. alles richtig. Wer allerdings nur im Rückblick lebt, erkennt die Veränderung nicht. Und dieses Gesetz hat die Karten neu gemischt. 5 Gramm aus der Apotheke, ordnungsgemäss verschrieben, stellt jeden auf eine andere Stufe.

    Stelle dir eine Polizeikontrolle vor. Die Frage nach einem freiwilligen Drogentest kannst du jetzt mit dem Argument ablehnen, das der Test sowieso positiv ausfällt, weil du Cannabis aus medizinischen Gründen einnimmst. Wahrscheinlich, wenn du nicht offensichtlich völlig bekifft unterwegs bist, wird man dich weiterfahren lassen. Das bedeutet übergeordnet, das die Hatz nach Abbauprodukten der Vergangenheit angehört. Als Konsument muss man nur noch aufpassen, das man nicht mit aktivem THC über dem immer noch geltenden Grenzwert von 1ng erwischt wird. Also, wer Freitags einen raucht kann Montags
    ( einigermassen ) beruhigt zur Arbeit fahren. Wenn er med. Nutzer ist.

    Wenn du jetzt also kathegorisch das Apothekengras verweigerst, weil du aus welchen Gründen auch immer, sagen wir mal weil du nachtragend bist, lässt du für dich persönlich die Tür für eine unangemessene Behandlung seitens der Behörden ziemlich weit auf.

    Diese Lücke gibt das Gesetz her. Und ich gehe mal davon aus, das diejenigen die dieses Gesetz zu Papier gebracht haben, sich dessen auch sehr bewusst waren. Wenn es mir schon auffällt…..
    Und da sind wir vielleicht sogar einer Meinung. Nicht aus purer Menschenfreude, sondern weil man ein dickes Geschäft draus machen will. Ich persönlich sehe zwar auch einen Zwiespalt in dem ganzen, weil man so ganz sicher nicht die organisierte Kriminalität in Sachen Drogen in den Griff bekommt. Und damit rein nichts für den Jugendschutz macht.
    Aber vielleicht ist das alles nur ein Vorspiel, quasi ein erster richtiger Schritt. Verweigern sollte man das Gebotene schon deshalb nicht.

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