Sonntag, 23. April 2017

Bern bekommt Geld für eine Cannabisstudie vom Nationalfond

 

Kifferstudien in der Schweiz in den Startlöchern.

 

Schweiz

 

Vier Städte in der Schweiz bemühten sich in der Vergangenheit eine Kifferstudie durchführen zu lassen, die Aufschluss über Auswirkungen des legalen Marihuanakonsums unter Erwachsenen geben sollte. Auch sollte Vertrauen in die Drogenpolitik zurückgebracht werden, mit dem Vorstoß Marihuana an Modellprojektteilnehmer in Apotheken auszuhändigen. Nachdem in Basel jetzt bereits eine Finanzierung eines solchen Projektes unter gewissen Umständen genehmigt wurde, folgt eine weitere schweizerische Metropole. Bern bekommt Geld für eine Cannabisstudie vom Nationalfond.

 

So meldet der Tagesanzeiger in seiner heutigen Sonntagsausgabe, dass nach langem Hin und Her „eines der kuriosesten wissenschaftlichen Experimente der Schweiz“ vor dem Start stehe, bei welchem circa 500 registrierten Personen Cannabis über Apotheken ausgehändigt werden soll. Einige Wissenschaftler des klinischen Studienzentrums der Universität Bern (CTU) und des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) werden ganze drei Jahre lang untersuchen, wie sich der regulierte Verkauf von Marihuanaknospen an bekennende Konsumenten in der Stadt Bern auswirken würde. Schätzungen sprechen von benötigten 600 Kilogramm Cannabis pro Jahr, die einen Schwarzmarktwert von 12 Millionen Franken besäßen. Die Ethikkommission genehmigte das „kontrollierte Experiment“ im März, was bereits als Meilenstein betrachtet wurde, doch jetzt stellt sich auch der Schweizerische Nationalfond hinter die Bemühungen der Berner Wissenschaftler und gewährte eine Finanzierungssumme von 720000 Schweizer Franken. Wissenschaftliche Exzellenz gehöre gefördert, heißt es auf der Internetpräsenz der Institution, was diesen Schritt erklären könnte und die Initiatoren mit Stolz erfüllen dürfte. Im nächsten Jahr soll die Rekrutierung der kiffenden Berner beginnen, die daraufhin die Erlaubnis erhalten sollen, bis zu 24 Gramm Cannabis pro Monat in Apotheken zu erwerben. Dass konservative Politiker den Versuch noch ausbremsen, würde nach zustimmenden Worten seitens des Bundesgesundheitsministers nicht mehr erwartet. Die zu belegende Hypothese der Wissenschaftler, dass sich durch die legale Verfügbarkeit nichts Merkliches zum Negativen in Bern verändern würde, spräche dann für die Entkriminalisierung der Konsumenten und damit letztendlich für die Legalisierung von Cannabis.

 

Selbst die unbestätigten Minimalrisiken für oft befürchtete Psychosenausbrüche ließen sich unter diesen zu befürwortenden Umständen nach Expertenmeinung sofort bedeutend dezimieren.

 

Das Gefahrenpotenzial von Marihuana ist somit wohl doch wesentlich geringer als ursprünglich einmal gedacht …

4 Antworten auf „Bern bekommt Geld für eine Cannabisstudie vom Nationalfond

  1. heino

    das dauert viel zu lange warum nehmen die nicht endlich Kiffer die schon minestens 10 Jahre oder länger regelmässig kiffen und anschliessend Cannabis müssen sie Cannabis legalisieren

  2. Rainer Sikora

    Drei Jahre um in Erfahrung zu bringen was man schon lange wissen sollte.Viele erwerben seit Jahrzehnten ohne Erlaubnis aber es wird so getan als gäbe es die gar nicht.In der Zeit bewegt sich zunächst erst mal nichts mehr.Drei Jahre Stillstand bis die Studienergebnisse weiteren Anlaß zu weiteren Verzögerungen geben, weil man immer weitere Haare in der Suppe suchen wird.

  3. Fred

    Eine solche Studie, auch in Deutschland, ist längst überfällig. Was hätte man zu verlieren ? Die an der Studie teinehmenden Menschen konsumieren sowieso. Ergo fördert man nicht den Drogenkonsum, sondern kann am Ende einer Studie die Gefahren oder den Nutzen für den einzelnen bzw für die Gesellschaft ziemlich genau abwägen.

    Aber da liegt wohl auch das Problem. Man will es offensichtlich gar nicht so genau wissen. Und das ist das verwerfliche an der Sache. In der Mitte des vergangenen Jahrhundert hat man, vielleicht auch aus ehrbaren Gründen, Gesetze gegen Drogen auf den Weg gebracht und mit teilweise drakonischen Strafen umgesetzt. Ziel war eine drogenfreie Gesellschaft. Dieses Ziel wurde klar verfehlt. Mag es in den 50er 60er Jahren noch ein probates Mittel gewesen sein, den politischen Willen und zur Not noch den Schutz vor eigenen Handlungen mit “ Prügel “ durchzusetzen, passt diese Vorgehensweise sicher nicht mehr in unsere Zeit. Ob jemand ein Bier trinkt, oder eins mehr oder sich einen Joint einverlaibt, ist die persönlich Entscheidung des einzelnen. Politik hat also nicht die Aufgabe dem einzelnen das Leben schwerzumachen, sondern die Auswirkung auf die Gesellschaft zu prüfen.

    Und da liebe Politik, ist Wissen Trumpf ! Das BtmG hat einen Schutzauftrag, nämlich die Gesellschaft vor negativen Auswirkungen von Drogenkonsum zu schützen. Die Frage ob es das kann, ist sicherlich bereits beantwortet. Es gab noch nie mehr Drogen als in der heutigen Zeit. Die Verfügbarkeit ist nahezu unbegrenzt, selbst wenn der Zoll ein paar Kilo am Tag beschlagnahmt, ist das unbedeutend. Es kommt auf Deutschlands Straßen noch nicht mal zu Engpässen.

    Die zweite Frage wäre. Ist dieser Schutzauftrag überhaupt nötig ? Setzt man einfach mal einen bewußten und gemäßigten Konsum voraus, wird kein Mensch an einem Joint ernsthaft erkranken oder gar versterben. Da schliesse ich übrigens die Jugend mit ein. In die öffentlichen Diskussionen geraten allerdings ausschliesslich Konsumenten mit kritischem Konsummuster. Diese Menschen dienen dann als Beispiel für alle. Klammert man diese Minderheit aber aus, bleiben ein paar Millionen Konsumenten, die sich bester Gesundheit erfreuen, in der Regel immer gut gelaunt und ausgeglichen ihren täglichen Dingen nachgehen. Vor was sollen die geschützt werden ?

    Ich denke es ist längst Zeit umzudenken. Weder lässt sich ein mündiger Bürger in dieser Weise weiter bevormunden, noch kann man auf Dauer den Rest der Bevölkerung mit dummen Argumenten auf die gewünschte Seite ziehen. Legalisieren ist angebracht, zumindest sollten die wissenschaftlichen Daten JETZT z.b mittels Studien eruiert werden.

  4. Ralf

    @Fred
    “ In der Mitte des vergangenen Jahrhundert hat man, vielleicht auch aus ehrbaren Gründen, Gesetze gegen Drogen auf den Weg gebracht und mit teilweise drakonischen Strafen umgesetzt. Ziel war eine drogenfreie Gesellschaft.“
    Du irrst dich total. Der Cannabisprohibition liegen nicht die geringsten ethishen oder moralischen Maßstäbe zugrunde. Da war nichts, aber auch garnichts ehrbar. Es war von vorneherein ein einziges Verbrechen einiger durchgeknallter rechter Ideologen und das ist es bis heute geblieben!

    [… „Wir wussten, dass wir es nicht illegal machen konnten, gegen den Krieg oder schwarz zu sein, aber indem wir die Öffentlichkeit dazu brachten, die Hippies mit Marihuana und die Schwarzen mit Heroin zu assoziieren, und beides streng kriminalisierten, konnten wir diese Bevölkerungsgruppen schwächen. Wir konnten ihre Anführer festnehmen, Razzien in ihren Häusern durchführen, ihre Treffen auflösen, und sie Abend für Abend in den Nachrichten diffamieren. Wussten wir, dass wir logen, was die Drogen anging? Natürlich wussten wir das.“ …]

    Zitat: John Ehrlichmann, ehemaliger Nixon-Berater.

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