Mittwoch, 21. September 2016

Die Rauchmelder warnen Jugendliche

 

LKA Niedersachsen mit Videobotschaften gegen Cannabis.

 

Das Menü in der Asociacion Club Medical THC, Foto: Archiv
Das Menü in der Asociacion Club Medical THC, Foto: Archiv

 

Da der Konsum von Cannabis besonders unter Heranwachsenden gehörig steigt, setzt nun selbst das Landeskriminalamt auf aufwendige Aufklärungskampagnen. Mittels zwei hipper Burschen wird Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen versucht etwas über Cannabis und dessen Konsumfolgen auf Augenhöhe zu erklären. Die Rauchmelder warnen Jugendliche über Folgen des Kiffens.

 

Chris und Nik machen den Cannabis-Check“ setze dabei weniger auf einen gewohnt erhobenen Zeigefinger, sondern wolle Zuschauer realitätsnah mit den enthaltenen Botschaften erreichen. Seit 2007 hätte sich die Zielgruppe schließlich, trotz vehement verteidigter Prohibition verdoppelt, was anscheinend den jetzt umgesetzten LKA-Angriffsplan aufkeimen ließ. Heute wird das Projekt auf dem 11. Präventionstag im Hannover Congress Centrum vorgestellt, das vor den Folgen für Gesundheit und seelische Verfassung warnt.
In sechs Episoden wird die Pflanze Hanf vorgestellt und ihre verschiedenen Eigenschaften werden unter die Lupe genommen. Warnungen vor negativen Folgen, aber auch die Vorzüge, die der Rauschbefürworter nennen würde, werden dabei erwähnt. Im Vordergrund stehen dabei stets besonders die Auswirkungen von THC auf die Entwicklung von jugendlichen Menschen. Mischkonsum mit Alkohol spielt immerhin auch eine kurze Rolle. Wirklich amüsant werden die auswendig gelernten „Fakten“ jedoch wieder, sobald der Dezernatsleiter der chemischen Abteilung des LKA Niedersachsen die Züchtungen von potenten Marihuanapflanzen als Begründung nennt, warum Hanf keine weiche Droge mehr wäre und daher nicht unter strengen Reglements freigegeben gehöre. „Übelste Auswirkungen“ wären durch die Forcierung hoher THC-Gehalte spürbare Folgen, fügt Chris darauf cool hinzu. „Dadurch, dass es so einfach zu kriegen ist, rutschen viele in die Abhängigkeit hinein.“ wird dann ganz logisch noch angefügt.

 

Die Kommunikation auf Augenhöhe müsste spätestens hier einsetzen und die Missstände der aktuellen Verfolgungsstrategie ansprechen. Wer sich hinsetzt und die steigenden Konsumentenzahlen im pubertären Alter anprangert, die professionalisierte Produktion der Pflanzenwirkstoffe akzeptiert und der Verfügbarkeit der illegalen Ware seit Jahren keinen Riegel vorzuschieben weiß, kann noch so viel gegen evidenzbasierte Legalisierungsgedanken wettern.
Auch Chris und Nik werden an der Wahrnehmung einer weiterhin unfair geführten Drogendiskussion wenig ändern, solange sie artig die Suchtgefahren des Hanfkonsums mit der von künstlicher Cannabinoidverwendung zusammenlegen und ehemalige Suchtkranke von ihren schrecklichen Erfahrungen berichten lassen.
Ich wollte mich immer wieder berauschen und das wollte ich nicht mit Alkohol machen … Ich wurde unruhig … Ich habe mich schon auf den Feierabend gefreut.“ sagt Tom im Interview, der anscheinend trotz einer vorher noch als ausweglos angeprangerten Situation, aus dieser offensichtlich mit etwas Hilfe wieder entkam.
Ein hoher Suchtfaktor, unberechenbare Auswirkungen, eine Veränderung des Wesens und eine Verschlechterung der Lebenssituation wären nach abschließender Recherche des jungen Moderators Chris nahezu unausweichliche Folgen bei dem verfrühten Konsum von Cannabis. Kampfsport statt Kiffen, lautet daher auch der Lösungsansatz eines einsitzenden Ex-Konsumenten.

 

Aufklärungsarbeit sieht heutzutage in der Regel eigentlich etwas anders aus.

8 Antworten auf „Die Rauchmelder warnen Jugendliche

  1. Lars Rogg

    Peinlicher gehts nicht. Zu lernen, wie man jemand fachgerecht Vermöbelt ist also die Lösung ?? Und das ist dann besser als kiffen ?? Wieder etwas dazu gelernt. Himmel, was für eine armseelige Weltanschauung…

  2. Rainer

    Es fällt mir schwer zu glauben das es dem Landeskriminalamt um das Wohl unserer Jugentlichen geht sondern eher darum das die Entwicklung und Annahme der vorprogrammierten Denk-Lebensweise durch Schule und anderen Sozialisationsinstanzen in eine andere als die vorgesehene Richtung läuft.Gut ist,wenn ich weiß welcher Fußballverein wo wann und wie gespielt hat aber über das was in unserer Regierung auf unsere Kosten mit uns gemacht wird sollte der normale Bürger nicht merken oder wissen.

  3. Irish Green

    Das beste steht unter den Videos: Helfen Sie Jugendlichen. Erstatten Sie Anzeige!!!
    Wer denkt sich so ein Scheiss aus?!

  4. Rainer

    Ein ergebnisoffenes Gespräch mit dem Leitgedanken:Cannabiskonsum ist nicht tolerabel.Die schlimmste Nebenwirkung ist die Strafverfolgung.

  5. Fred

    Junge Junge,
    bis bei uns die Legalisierung durch ist müssen noch dicke Bretter gebohrt werden. Ach was sage ich, keine Bretter sondern dicke Bohlen.

  6. greenness

    „Junge Junge,
    bis bei uns die Legalisierung durch ist müssen noch dicke Bretter gebohrt werden. Ach was sage ich, keine Bretter sondern dicke Bohlen.“

    Muß gar nicht sein. So eine Legalisierung (eher Regulierung) kann ganz, ganz schnell alternativlos werden, wenn international weiter gute Erfahrungen gemacht werden und sich das rumspricht.


    Soll das ‚Prävention‘ sein? Wer hat sich das eigentlich ausgedacht? Die rot-grüne Landesregierung?

    Was sollen Jugendliche denken, wenn sie dazu aufgefordert werden, Freunde für etwas anzuzeigen, was offensichtlich nur einem geringen Anteil Probleme bereitet und sogar nur einer unglücklichen Prädisposition geschuldet ist.

  7. Fred

    @greenness
    Hier sind die Lobbyverbände einfach zu gross und zu mächtig. Ob Pharma oder Alkoholindustrie… beide haben ganz erhebliche finanzielle Einbußen zu befürchten. Siehe Amiland. In Colorado sanken die Einnahmen aus normalen Schmerzmitteln um 25 Prozent. Alkoholzahlen habe ich nicht parat, könnte mir aber auch einen deutlichen Rückgang vorstellen.
    Da sitzt richtig Geld hinter. Und die Cannabislobby ist leider schwach und klein. Aber grundsätzlich hast du recht, irgendwann wird es soweit sein.

  8. Rainer

    Wir müssen einfach so lange über die Legalisierung diskutieren bis wir keine Lust mehr haben noch zu Kiffen.So einfach ist das.

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