Samstag, 10. September 2016

Weniger Drogenmissbrauch bei Heranwachsenden

 

Brave neue Welt.

 

Foto: Freeimages.com / Tomasz Kobosz
Foto: Freeimages.com / Tomasz Kobosz

 

Eine Studie der Universität Michigan hat überraschende Ergebnisse festgehalten.
Nach den Untersuchungen, die über vier Dekaden durchgeführt wurden, hätten die heute vierzig- bis fünfzigjährigen Bewohner der USA wesentlich häufiger zu illegalen Drogen gegriffen als deren Kinder. Es gibt weniger Drogenmissbrauch bei Heranwachsenden.

 

Über 70 % Prozent der Amerikaner im mittleren Alter hätten im Laufe ihres Lebens Erfahrungen mit verbotenen Substanzen gemacht. Zähle man auch Marihuanagenuss zum Drogenkonsum, wären es sogar über 85 % Prozent der US-Bevölkerung in diesem Alter. Ein schockierendes Ergebnis, wie der leitende Forscher der Studie Lloyd Johnston bemerkt. Die heutigen Teenager und Twens wären dagegen wesentlich vorsichtiger und hätten die halbe Menge dieser Zahl bereits unterschritten. Ungefähr nur 40 % Prozent der derzeitigen Jugend hätte illegale Drogen konsumiert, selbst legaler Zigarettenkonsum habe sich von 1999 bis 2015 halbiert. Besonders bemerkenswert sei aber der Rückgang im Medikamentenmissbrauch. Vicodin – eine Mixtur aus Hydrocodon, die stärker als Morphin wirkt – und Oxycodon – ein mächtiges Opioid – wären weit weniger verbreitet als noch vor wenigen Jahren. Von 2003 bis 2015 sank die Zahl der Opioidverschreibungen bei Studenten von knapp 9 % Prozent auf etwas über 3 % Prozent.
Nur bei Marihuana wäre die Jugend komplett anders eingestellt. Man könne bemerken, dass in den vergangenen Jahren die Gefahreneinschätzung von Cannabiskonsum, wie ein Stein im Wasser versunken wäre. Die Legalisierungsdebatte hätte viel Ballast von der Verteufelung entfernt. Medial wären wesentlich weniger Warnungen und Meldungen über die Gefahren von Cannabis festzustellen, was den Beliebtheitsgrad erklären könnte. Auch in sozialen Netzwerken gäbe es wenig negative Bemerkungen über das gemeine Kraut. Dagegen habe das Internet einen großen Faktor bei der Aufklärungsarbeit über andere Substanzen geleistet. So sei gerade der wenig empfehlenswerte Konsum von Spice nach der schnellen Verbreitung von Warnungen im Netz stark zurückgegangen: Von 8,5 % Prozent auf 1,5 % Prozent in 2015.

 

Da wundert es doch wieder wenig, dass ausgerechnet die Produzenten von synthetischen Cannabinoiden sowie tödlicher Opioide aktuell extra viel Geld auf den Tisch legen, um eine festgefahrene Kampagne gegen Cannabislegalisierung in Arizona etwas anzukurbeln. Die unter staatlicher und bundesstaatlicher Überprüfung befindliche Insys Therapeutics Company spendete der Anti-Legalisierungs-Kampagne volle 500.000 $ Dollar – und damit eine der bisher größten Summen gegen die anscheinend recht wirkungsvolle Cannabislegalisierung.

 

Cannabis ist zu gut für die Gesundheit.

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