Montag, 19. Februar 2024

Auch der Verband der Cannabis-Dealer lehnt Legalisierung ab

Neben Polizei, Justiz und Ärzteschaft fordert nun auch die „Fédération Internationale de Haschich Association“ (FIHA) ein Stopp der Cannabis-Freigabe

Cannabis

 

 

Eine Glosse von Sadhu van Hemp

 

 

Der Widerstand gegen das von der Ampelregierung geplante Cannabis-Gesetz wächst – und das nicht nur im Deutschen Bundestag. So gut wie alle systemrelevanten Organisationen und Berufsverbände, von der Ärztekammer über den Richterbund bis hin zu den Polizeigewerkschaften, fordern eine Abkehr von dem wahnwitzigen Plan, die Cannabis-Konsumenten einfach so entkriminalisieren zu wollen. Die Cannabis-Legalisierung sei verantwortungslos und sittenwidrig, heißt es. Es sei für einen gesunden deutschen Volkskörper nicht hinnehmbar, dass sich ab 1. April 2024 jeder Bürger und jede Bürgerin staatlich gewollt dem süßen Rausch von Haschisch und Marihuana hingeben soll, anstatt sich wie gehabt mit alkoholischen Getränken, die zudem leider immer teurer werden, ins Koma zu saufen. Polizisten, Ärzte und Richter wollen nicht, dass ganz Deutschland von einer flächendeckenden Qualmwolke mit giftigen Haschgiftgasen eingenebelt wird und die ganze Bevölkerung vom Säugling bis zum Greis Schnappatmung bekommt.

 

Nun erhalten die Verfechter der Prohibition prominente Unterstützung in ihrem erbitterten Kampf gegen die Kifferbrut. Nein, nicht Taylor Swift und auch nicht Helene Fischer haben sich zu Wort gemeldet, dafür aber eine andere schwergewichtige Stimme der Vernunft, die in Deutschland rund fünf Millionen Follower hat und somit durchaus ein Machtwort sprechen kann. Diese Stimme gehört der „Fédération Internationale de Haschich Association“ (FIHA), die in einem offenem Brief an die Bundesregierung allen Polizisten, Ärzten und Richtern in ihrem Kampf gegen das Cannabis-Gesetz zur Seite springt.

 

„Wir, der Berufsverband der Cannabis-Dealer, Schmuggler und Hanflandwirte, fordern die Bundesregierung auf, das geplante geschäftsschädigende Gesetz zur Cannabis-Freigabe zum Wohle des deutschen Volkes unverzüglich und sofort ad acta zu legen“, heißt es in dem Brief, der dem Hanf Journal vorliegt. „Es ist unverantwortlich, die Hanfkonsumenten zu entkriminalisieren und dem Schwarzmarkt zu entziehen. Das Gesetzesvorhaben ist der Todesstoß für das seit über einem halben Jahrhundert bestens funktionierende Cannabis-Gewerbe. Millionen Hanfbauern, Schmuggler und Fachverkäufer werden per Stichtag arbeitslos und in der Armutsfalle landen.“

 

Und weiter: „Der legale Umgang mit der Hanfpflanze ist zudem ein Anschlag auf die kritische Infrastruktur Deutschlands. Allein der Wegfall von rund 200.000 Strafanzeigen gegen kleine Kiffer wird dazu führen, dass Abertausenden Polizisten, Staatsanwälten, Richtern, Justizvollzugsbeamten und Psychotherapeuten die Kundschaft ausgeht. Ganze Familien werden Hunger leiden müssen, vorbei mit Reitstunden fürs Töchterchen und Elite-Internat fürs Söhnchen.

Ebenso ist ein bundesweites Brauerei- und Kneipensterben zu befürchten, wenn überall nur noch legal gekifft werden darf. Dieser radikale Kahlschlag wird zu Massenarbeitslosigkeit und gesellschaftlichen Verwerfungen führen. Mit der Freigabe von Cannabis schafft sich Deutschland selbst ab.

 

Wir fordern die Bundesregierung unmissverständlich auf, den Forderungen der Polizei, Justizbehörden und Ärzteschaft Folge zu leisten und den Wahnsinn der Cannabis-Freigabe zu stoppen. Lassen wir es, wie es ist! Die kiffende Bevölkerung ist bei Dealern und den Strafverfolgungsbehörden in besten Händen – so, wie es sich seit ewigen Zeiten gehört.“

 

Dass die FIHA Wasser auf die Mühlen der Prohibitionsbefürworter kippt, kommt in Polizei- und Justizkreisen gut an. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit dem Dealerpack konform gehe“, lässt sich ein Polizeibeamter a.D. zitieren. „Aber die FIHA, so kriminell sie auch ist, hat nun mal Recht: Ohne das illegale Gewerbe des Cannabis-Handels hätte man mich schon vor fünfzig Jahren wegrationalisiert oder ich hätte richtig gefährliche Verbrecher jagen müssen. Hoffen wir also, dass sich die Bundesregierung die Worte der FIHA hinter die Ohren schreibt und Deutschland im Anti-Hanf-Krieg auch nach dem 1. April mit Kanonen auf Spatzen schießt.“

 

 

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6 Kommentare
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Heisenberg
1 Monat zuvor

Auch wenn das Cannabisgesetz beschlossen wird,geht ein unvorstellbarer medialer Sturm los,der bis zum 22.März alles umreißt.So oder so ähnlich stelle ich mir das vor.

MicMuc
1 Monat zuvor

@Sadhu van Hemp

Vor allem der letzte Absatz … Man kann dem Irrsinn argumentativ nicht begegnen. Man kann ihn nur noch ins abstrus Lächerliche und auf die Spitze treiben …

Danke❗

buri_see_kaeo
1 Monat zuvor

Hat echt lange gedauert. Aber besser spät als nie, dass aus den Kreisen der Prohibitionsbefürworter endlich, endlich, endlich mal Argumente zu vernehmen sind. Argumente sind mit Fakten unterlegt; was bisher aus der Ecke der Prohibitionisten kam war nichts als Dummgebrüll, oder wohlwollend Meinungsäußerung und Glaubensbekundigung, oder Verweise auf Studien (oho, oho, der Professor hat’s gesagt), die bei genauem Hinsehen garnicht existieren, huch.
mfG  fE

Rogg
1 Monat zuvor

Hihihi…wie schön…nett geschrieben!!!
Heute wurde sogar in den Morgennachrichten berichtet, dass noch diese Woche das Gesetz wahr werden soll.
Natürlich nicht ohne zu erwähnen, dass es sehr viel Widerspruch von der Opposition sowie den eigenen SPD Vertäterreihen gibt.
Positive oder objektive Berichterstattung ist von der öffentlich rechtlichen Seite nicht zu erwarten….aaaaber…..noch 40 Tage. Dann haben die meisten von uns 18 Monate relative Ruhe. Auch wenn ich kürzlich einen Polizeigewerkschafter gehört habe, der meinte, in Zukunft hätten sie viel mehr Arbeit, da sie ja jetzt viel mehr Hausdurchsuchungen machen müssten, um zu prüfen ob die Kiffer auch legal anbauen. Da könnte noch einiges auf uns zukommen, sollten die ernsthaft solchen Unsinn umsetzen wollen. Abwarten….

buri_see_kaeo
1 Monat zuvor

Bei YT gibt es noch einen schönen Beitrag, Suchbegriffe: pilsinger cannabis … Fr. Kirsten Kappert-Gonther und o.g. Hr. bei WELT, vor der allgemeinen Verfügbarkeit des Internet das print-mediale Flagg-Schiff des Springer-Konzerns für die per Geburt finanziell besser Ausgestatteten; für’s Geschmeiß bitte die sogenannte Zeitung mit den 4 Buchstaben – äh, 4 Buchstaben? Warum nur?, warum nur?, das Legalisierungsvorhaben nicht mit dem Ziel “Canada-Muster” angehen?, dann hätte Schwarzbraun doch die Möglichkeit gehabt, das Ganze im Bundesrat niederzumachen, EU- und UN-konform wäre es auch nie gewesen… Warum nur?, warum nur?, nicht wie in NL nur 5 Gramm? Bei den geplanten 25g muß doch die Polizei für die Aufdeckung der Rauchsgift-Verbrechen ‘ne Waage dabei haben… Hr. Pilsinger: “…ich glaube, ich glaube…, und würdete,… Weiterlesen »

Zuletzt bearbeitet 1 Monat zuvor von buri_see_kaeo
buri_see_kaeo
1 Monat zuvor

Vergessen, die Ährenrettung.
Der Springer-Konzern ist aber auch Buchverlag, wenn die Themen technisch und nicht politisch sind, OK. Man muss SELBST Medien so nehmen, dass man ihnen die Wahrheit SELBST abgewinnt, man sollte nicht nur passiv/blöde konsumieren; bei YT sehe ich von o.g. Medien-Konzern News zur Ausrottung der UA an. Von (globalen) Politikern gibt es auch Lichtblicke, Putin zu bestrafen wird angestrebt, sicher ganz verhältnismäßig.
mfG  fE