Samstag, 3. Dezember 2022

Cannabis kontrolliert und legal aber nicht gefördert

Foto: Su/Archiv

Cannabis soll kontrolliert und legal zugänglich sein, aber nicht gefördert werden sagt die Schweizer EKSN.

Die Eidgenössische Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (EKSN) spricht sich für die kontrollierte Legalisierung von Cannabis aus. Dabei soll Cannabis allerdings nicht staatlich subventioniert werden. So schreibt die EKSN, dass sich durch die Prohibition der Cannabiskonsum der Schweizer Bevölkerung nicht gesenkt hat. Im Gegenteil, er ist innerhalb der letzten Jahre sogar weiter gestiegen. Der florierende Schwarzmarkt und der mangelnde Konsumentenschutz seien ein steigendes Problem. Weitgehend profitieren Kriminelle an dem illegalen Verkauf von Cannabis. Der Schweizer Staat verdient dadurch keine Steuern und die Kriminellen werden immer reicher. Dies führt, so EKSN, zu einer zunehmenden Unsicherheit in den Städten seitens der Schweizer Bevölkerung.

Agenda 

Die EKSN spricht sich dementsprechend für einen legalen und regulierten Cannabismarkt aus. Die Verunreinigungen im Cannabis sowie die schwankenden THC-Werte seien ein gravierendes Gesundheitsrisiko. Cannabis sollte genau wie Alkohol und Tabak auch für die erwachsene Bevölkerung zugänglich sein. Dabei sollte Cannabis allerdings nicht gefördert werden. Dies sollte in einem sicheren Rahmen geschehen. Dabei darf es keine Grauzonen geben. So spricht sich die EKSN gegen die Entkriminalisierung aus, da bei dieser der Schwarzmarkt weiter bestehen bleibt. So schreibt die EKSN selbst: “Um gesundheitliche Risiken zu minimieren, müssen die Cannabiskonsumierenden Zugang zu ordnungsgemäß kontrollierten Produkten haben. Sie sollen die Produkte nicht auf dem Schwarzmarkt, sondern unter geregelten Bedingungen erwerben können. Dafür ist ein legaler, regulierter Cannabismarkt nötig.”

Konsum nicht fördern

Die EKSN warnt allerdings vor einer Förderung des Konsums. Da es um den Gesundheitsschutz gehe, sollten die Cannabisprodukte nicht gewinnorientiert vermarktet werden dürfen. So würden “Werbung, unkontrollierte Produktpaletten, niedrige Preise, Sonderangebote oder eine Vielzahl von physischen und Online-Verkaufsstellen Fehlanreize setzen und den Konsum begünstigen.” meint die EKSN. 

Das wäre zwar keine Gleichstellung mit Alkohol, allerdings wäre es die Version, welche dem Gesundheitsschutz am zuträglichsten ist. Somit ergeben sich die Grundsätze, welche die ESKN fordert, kontrolliert zugänglich, aber nicht gefördert. “Die Position der EKSN deckt sich mit den Erkenntnissen einer eben fertiggestellten Studie zur Cannabisregulierung.” so die ESKN in ihrer Stellungnahme. 

Die sieben Punkte der EKSN

Des Weiteren schreibt die EKSN sieben Punkte für einen regulierten Cannabismarkt auf. Diese haben wir unverändert übernommen, um den originalen  Wortlaut beizubehalten. Die 7 Punkte:

Das Verbot des Cannabiskonsums wird von einem bedeutenden Teil der Schweizer Bevölkerung nicht eingehalten und dies seit Jahrzehnten.  

Personen, die Cannabis konsumieren, sind Produkten ausgesetzt, die keiner Qualitätskontrolle unterliegen. Sie weisen unterschiedliche und häufig hohe THC-Werte auf oder können Schimmel und/oder Pestizide enthalten.  

Aufgrund der Illegalität von Cannabis sind Menschen, die Konsumprobleme mit dieser Substanz haben, schwerer zu erreichen.  

Es ist auch schwierig, Personen zu erreichen, die gelegentlich Cannabis konsumieren, um sie bezüglich Präventions- oder Schadenminderungsangebote zu sensibilisieren.

Cannabis ist die einzige illegale psychoaktive Substanz, die in der Schweiz im grossen Stil produziert wird. Die organisierte Kriminalität ist an der Herstellung, der Verbreitung und dem Verkauf dieser Substanz beteiligt. Kriminelle bereichern sich an den illegalen Einkünften aus dem Verkauf und bezahlen darauf keine Steuern.  

Der Cannabishandel ist mit Störungen im öffentlichen Raum verbunden und trägt zum Gefühl der Unsicherheit in Städten bei.  

Die Durchsetzung des Cannabisverbots ist wenig kohärent: Der Konsum wird durch die Kantone mit stark unterschiedlichen Praktiken und Strategien verfolgt. Es kommt weiterhin zu vielen Verzeigungen wegen Cannabiskonsums. Die Bekämpfung des Cannabishandel.

Fazit

Sollten diese Punkte tatsächlich so umgesetzt werden, steht einer guten Legalisierung nichts im Weg. Der Schwarzmarkt geht nur unter wenn er keine Möglichkeit mehr hat Schlupflöcher zu finder. Bei einer Entkriminalisierung gäbe es diese Schlupflöcher. Vielleicht legalisieren die Schweizer noch vor uns. Deutschland muss diese Punkte auch schnell umsetzen und endlich legalisieren. Die EU-Kommission lässt noch auf sich warten. 

Ein Beitrag von Simon Hanf

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2 Kommentare
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Heisenberg
1 Monat zuvor

Rund um dir Uhr konsumieren geht gar nicht,und das sind hoffnunfslose Fälle.Gelegentlicher Konsum ist aber noch heilbar.

Ramon Dark
1 Monat zuvor

Wenn der gewinnorientierte Verkauf von Cannabis schlecht für die Gesundheitsförderung wäre, so wäre er das gerade bei tödlichem Alkohol und Tabak erst recht. An einer Gleichbehandlung führt kein gerechter Weg vorbei. Und Kriminelle machen deshalb auf dem Schwarzmarkt Profite, weil sie keine Möglichkeiten zum legalen Handel haben und somit erst durch die Prohibition als kriminell eingestuft werden.