Sonntag, 13. November 2022

Techniker Krankenkasse warnt vor Legalisierung

Foto:Su/Archiv

Techniker Krankenkasse warnt vor Legalisierung. Jens Bass ist Chef der Techniker Krankenkasse. Er warnt vor der geplanten Cannabislegalisierung. „Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, aber natürlich senkt eine Legalisierung die Hemmschwelle. Und wir wissen, dass Cannabis bei Kindern und Jugendlichen Psychosen auslösen kann“, sagte Baas in einem Bericht.

Aufgrund der staatlichen Auflagen erwartet er hohe Preise für Cannabis und er hält die Auflagen für zu kompliziert. „Zudem deuten sich sehr komplizierte Regeln an, so dass der legale Genuss-Cannabis vermutlich sehr teuer werden wird. Damit würde es dann auch nicht gelingen, den Schwarzmarkt auszutrocknen“, so Baas weiter. 

In demselben Atemzug kritisiert der Versicherungsmanager auch das vom Bundestag beschlossene Finanzstabilisierunggesetz, welches sich auf die Krankenkassen auswirkt.  „Das Gesetz ist wie ein Pflaster auf einem Tumor, es bietet keine kausale Therapie“, kommentierte Bass weiter. „Wir müssen die Verschwendung im Gesundheitssystem stoppen.“ Er fordert, dass der Bund endlich die Kosten für Empfänger von Arbeitslosengeld 2 vollständig übernimmt.

Bass zweifelt auch an der Durchsetzungskraft von Karl Lauterbach. Er meinte, dass die Kassen für Bezieher von ALG 2 dreimal so viel ausgeben, wie sie vom Staat erhalten würden. „Der Koalitionsvertrag hat eine Erhöhung der Zuschüsse versprochen, doch Herr Lauterbach konnte sich beim Finanzminister nicht durchsetzen.“ Er forderte auch einen Beitrag der Privatpatienten: „Nun müssen weiterhin die Beitragszahlungen ran – Privatversicherte zahlen dagegen nichts. Das geht nicht.“ Ebenfalls forderte der Kassenchef die große Krankenhausreform: „Wir würden mit einem Drittel weniger Betten auskommen. Dann würden sich auch die Personalprobleme und überflüssigen Operationen verringern. So aber hat jeder Klinikdirektor das Ziel, seine Betten zu füllen. In der Folge werden auch eigentlich unnötige Operationen gemacht, zum Beispiel am Knie oder am Rücken.“ 

Die Cannabislegalisierung kann die Krankenkassen finanziell stark entlasten. Die Preise für medizinisches Cannabis sind in Deutschland viel zu hoch. Die Techniker Krankenkasse, genau wie jede andere Krankenkasse in Deutschland, macht auch Cannabispatienten das Leben schwer. Viele Patienten würden das Cannabis gerne selbständig anbauen, um das Gesundheitssystem weniger stark zu belasten und ihre Autonomie zu stärken. Durch die Cannabislegalisierung wäre es möglich. Dies ist auch zum Vorteil der Krankenkassen, da diese dann weniger zahlen müssen.

Ein Beitrag von Simon Hanf 

7 Antworten auf „Techniker Krankenkasse warnt vor Legalisierung

  1. Heisenberg

    Der Gegenwind wird von noch viel mehr Seiten los brechen,wenn es ernsthaft los gehen sollte,mit der Legalisierung.Ist aussichtlos.Hat keine Chance,kostet Nerven.Kinder Hirne gehen kaputt,aber ab 21 Jahren dann plötzlich nicht mehr.Und die vielen Psychosen.Teufelszeug.Wie Söder sagt,bleiben wir besser beim Weißbier.

  2. haschberg

    Würde man kranke Menschen erst mal mit den jeweils dafür geeigneten Cannabisprodukten behandeln, die in vielen Fällen auch sehr gut helfen, könnten im Gesundheitswesen pro Jahr sicherlich Milliarden eingespart werden.
    So werden die Patienten erst mal mit chemischen Pharmazeutika behandelt, die sie nicht selten noch kränker machen und unserer Krankensystem irgendwann in den sicheren Ruin treiben. Auch wird viel zu schnell operiert.
    Die Politik müsste sofort handeln, um den Karren gerade noch rechtzeitig aus dem Dreck zu ziehen und weitere Milliardenlöcher zu verhindern.

  3. buri_see_kaeo

    „Und wir wissen, Cannabis bei Kindern…“
    Wir ? Nur wenn man beim Blick in den Spiegel im Bad eine weitere Person im selben Raum sieht, hat sich deren Anzahl nicht verdoppelt. Durch einen weiteren Spiegel hinter dem eigenen Kopf gehalten steigt die Anzahl auch nicht ins Unendliche. = Rhetorischer Dünnschiss!
    Die Kinder, die Kinder…, parkt man besser nicht vor der Glotze!, sondern legt denen das Lesen der Tageszeitung nahe…, dann haben sie immer „volles Programm“, Pony-Reite-Parcours, Hüpf-Burg-Bla-Bla…, die kommen garnicht erst aus Ödness/Langeweile auf dumme Gedanken. Auf „vor der Glotze geparkte Kinder“ = Synonym für Vernachlässigung, Unaufgeklärtheit, unterentwickeltes Selbstbewusstsein warten im (späteren) Leben gravierendere Gefahren als der Cannbis-Konsum.
    Eigenartige Zusammenhänge, erwachsene Cannabis-Konsumenten müssen mit der Vernichtung ihrer wirtschaftlichen Existenz dafür herhalten, dass manche?/einige?/viele? mutmaßlich nicht kiffende Erwachsene zur Erziehung der eigenen Kinder zu blöde sind…, dann ist die Abschaffung des §219b schon ein Schritt in die richtige Richtung, oder warum brüllt Schwarzbraun da gegenan?
    mfG  fE

  4. Ramon Dark

    Was der Krankenkassenmanager geflissentlich ignoriert ist die Tatsache, dass ein gutes Legalisierungskonzept mehr Jugendschutz bewirkt als der Schwarzmarkt. Auch lassen sich dabei unter Einbeziehung einer umfassenden Sortenauswahl und einer gesetzlich gut geregelten Preispolitik durchaus schwarzmarktverringernde Effekte erzielen. Kanada kennt er anscheinend nur von der Landkarte her. Fallpauschalen und Privatisierungen führen zu einer Prioritätensetzung, die im Gesundheitswesen Patienten-und Beschäftigtenwohl über Personalreduktion und Fixierung auf einträgliche Behandlungen dem reinen Profitstreben unterordnen. Wenn deswegen immer mehr Kliniken und Notfallstationen schliessen brauchts wegen der dadurch erhöhten Sterberate wirklich immer weniger Krankenhausbetten. Aber was nützen Krankenhausbetten, wenn niemand zu deren Versorgung da ist? Burnout ist mitvorprogrammiert. Aber wieder mal alles auf Personen mit ALG2Bezug abwälzen, eines der klassischen politischen Ablenkungsmanöver um die eigentlichen Problemursachen über Sündenböcke zu verschleiern.

  5. Fred

    So ganz Unrecht hat der Mann nicht. Wenn das Gesetz durch die parlamentarischen Instanzen geht und wahrscheinlich im Vermittlungsausschuß des Bundesrates dann verabschiedet wird, werden wir wahrscheinlich im Hanfstore einen 16 seitigen Antrag ausfüllen müssen.

    Würde zur bürokratischen Wirklichkeit in D passen.

  6. Greg

    Was für ein Unsinn. Bass wiederholt hier ohne zu hinterfragen die liebsten Argumente der Verbots-Ideolog:innen. Als gäbe es die Probleme der Verbotspolitik gar nicht, von komplett fehlendem Kinder- und Jugendschutz bis hin zu den immensen Kosten für Staat und Gesellschaft.

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