Sonntag, 27. Februar 2022

Hanf-Firma: Medizinisches Cannabis zu teuer!

Das deutsch-isrealische Unternehmen kritisiert das Gesundheitsministerium

Snoop Dogg, Money, Hanffirma, Dollar, Geld
Mo‘ Money, less Problems?

Medizinisches Cannabis darf in Deutschland seit nun fünf Jahren verkauft werden – auf Rezept natürlich. Dabei wurden schon öfter die Preise kritisiert. Der Schwarzmarkt kann hier immer noch Punkten, indem das Cannabis hier oftmals gar zur Hälfte des Apothekenpreises verkauft wird. Dennoch verzeichnet die deutsche Cannabisindustrie jährlich mehr und mehr Einnahmen – etwa 165 Millionen Euro wurden allein 2020 Bruttoumsatz erwirtschaftet. Dabei lässt sich ein stetiger und ungebrochener Zuwachs verzeichnen. Die Hanf-Firma IM Cannabis Corp. und dessen Tochterfirma Adjupharm üben jedoch Kritik: Das Hanf sei noch immer zu teuer.

Diese Bedenken äußerten sie in einem offenen Brief an Gesundheitsminister Karl Lauterbach – das teure Medizinalcannabis könne einfach nicht mit dem Schwarzmarkt konkurrieren. Das stelle gesundheitliche Gefahren für die Konsumenten dar, die wegen des Preises oft zum Straßencannabis greifen. In diesem Brief findet das Unternehmen aber auch eine Lösung für das Problem: Das eigens produzierte Cannabis drastisch reduzieren – um dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Man darf vermuten, dass es der Firma vielleicht auch um eine Eroberung des Marktes geht – momentan wird der Markt noch von kanadischen Firmen dominiert.

Die Qualität und Transparenz der Produktinskette solle dadurch aber nicht leiden, so die Hanf-Firma: „Selbstverständlich werden wir auch weiterhin alle Vorgaben für Anbau und Verarbeitung von medizinischem Cannabis in pharmazeutischer Qualität einhalten und die Apotheken in Deutschland zuverlässig beliefern.“ Falls IMC/Adjupharm damit tatsächlich andere Firmen zwingen könnte, den Preis zu senken, können sich deutsche Verbraucher schon bald auf billiges und hochwertiges Cannabis freuen.

Schnelles Login:



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
5 Kommentare
Ältester
Neuster
Inline Feedbacks
Alle Kommentare zeigen
Ramon Dark
Ramon Dark
2 Monate zuvor

Eine weitere Möglichkeit zur Senkung der Medizinialhanfpreise bestünde in der gesetzlichen Beseitigung aller Krankenkassenhürden bei der Verschreibung über die Ärzteschaft. Dann wäre wenigstens im medizinischen Bereich keine finanzschwache Patient*in mehr auf den Schwarzmarkt angewiesen. Denn die triffts hauptsächlich, wenn die Kasse die ärztliche Rezepte nicht bezahlt, weil vorher erst alle mögliche Chemiescheisse mit wesentlich schlimmeren Nebenwirkungen ausprobiert werden muss. Reichere können sich die Bezahlung über ein Privatrezept trotzdem leisten. Die Behandlung von Cannabis als gewöhnliches, pflanzliches Medikament das bei ärztlicher Verordnung von jeder Krankenkasse ohne Prüfungsvoraussetzung zu zahlen ist würde damit ein weiterer Beitrag zur Vergrösserung der Medizinalhanfproduktion mit sinkenden Preisen und eine Schwarzmarktreduzierung als Folge sein.

Rainer
Rainer
2 Monate zuvor

Einfach legalisieren,und schon gibt es etliche Probleme weniger.

UngeimpftUndFrei
UngeimpftUndFrei
2 Monate zuvor

@smile indica
„Die Kuh wird so lange gemolken bis sie zusammenbricht.“
Danach kommt sie ins Schlachthaus.

imc Deutschland
2 Monate zuvor

Hallo Ramon Dark, du triffst ziemlich genau die Kernforderungen unseres „Appells“ an den Gesundheitsminister. Erstens: „Sorgen Sie für den Erhalt der Erstattungsfähigkeit von Medizinalcannabis in allen Darreichungsformen. Schon jetzt sind die bürokratischen Hürden hoch“; zweitens: „Erhalt der Apothekenabgabe“! Den Offenen Brief im Wortlaut findet ihr übrigens hier: https://www.leben-mit-cannabis.de/offener-brief

Haschberg
Haschberg
2 Monate zuvor

Dann muss man das Medizinalcannabis halt preisgünstiger anbieten und vielleicht eine zeitlang sogar subventionieren, bis sich das Ganze irgendwie eingespielt hat.
Wenn man sieht, was für unnötige und umweltschädliche Dinge noch immer subventioniert werden, dann könnte man dies mit einer hilfreichen Heilpflanze durchaus genauso machen.
Schließlich geht es hierbei um das höchste Gut des Menschen, nämlich die Gesundheit, und die sollte der Staat in seiner Fürsorgepflicht wenigstens seinen Bürgern auf Verlangen garantieren.