Mittwoch, 2. November 2022

Lauterbach bei Markus Lanz

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/pressefotos.html
Quelle: BMG / Thomas Ecke

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach war bei Markus Lanz. Lanz versteht die Cannabislegalisierung nicht. 

Lauterbach veröffentlichte am 26.10.22 die Eckpunkte zur Cannabislegalisierung. Diese erntete viel Kritik; sowohl von Seiten der Befürwortern der Legalisierung, denen die Eckpunkte nicht aus reichten bis hin zu den Erzkonservativen, welche weiterhin an der Prohibition festhalten. Lauterbach musste sich bei Markus Lanz für die Eckpunkte rechtfertigen. Bevor ihr weiter lest, oder gar das Video anseht wir übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden beim Kopf gegen die Wand hauen. 

Lanz beginnt mit der polemischen Frage, wie Lauterbach es den Konsum von Jugendlichen einschränken möchte, indem er Eltern erlaubt, zu kiffen. Lauterbach stellte zunächst die diversen Probleme des Schwarzmarktes hervor, der gefährliche Beimengungen und synthetische Cannabinoide ermöglicht. Er sagt dazu: „Es könnte nicht schlechter laufen.” Kerstin Münstermann (eine Kontrahentin) widersprach Lauterbach mit der Begründung, dass es nichts bringe etwas zu legalisieren, nur weil es in der Illegalität Probleme verursache. Lauterbach erwiderte sehr logisch, dass man es einem gewissen Teil der Erwachsenen Bevölkerung nicht verbieten könne, und dies bisher auch immer gescheitert ist. Lauterbach ist der Auffassung, die sich mit der wissenschaftlichen Studienlage deckt, dass ein legaler und kontrollierter Markt die Sicherheit der Konsumenten vor etwaigen Streckmitteln sowie unbekannten Konzentrationen schütze. 

Um zu verhindern, dass sich der Schwarzmarkt weiter ausbildet, möchte Lauterbach den Preis für das legale Cannabis festlegen. Dies soll den Schwarzmarkt verdrängen und durch die staatliche Preisbildung den Konsumenten davon überzeugen, im legalen Markt einzukaufen. Wenn jetzt ein legaler Händler an Jugendliche weitergibt, lässt sich das leichter zurückverfolgen und der Händler kann bestraft werden. Sollte ein lizenzierter Händler an Minderjährige Cannabis abgeben, wird er sofort seine Lizenz verlieren und wird das “volle Gesetz” erfahren. Frau Münstermann bringt den Vorwurf ein, es handle sich bei der Ampel und Kiffen um einen “Lifestyle”. Lauterbach dementierte diesen Vorwurf mit der Argumentation des Gesundheitsschutzes. 

Lanz mischte sich in das Zwiegespräch ein und suggerierte, dass Lauterbach wolle, dass die Legalisierung scheitert. Lanz meinte, Lauterbach würde “gegen seine eigene innere Überzeugung” argumentieren. Lauterbach musste sich zusammenreißen und dementierte diese falsche Anschuldigung sofort. Er erklärte, wie wichtig der Gesundheitsschutz sei und wie er aufgrund von wissenschaftlichen Fakten seine Meinung über die Cannabislegalisierung änderte. Er änderte seine Ansicht vor 1,5 Jahren noch bevor es die Ampel überhaupt gab. Lauterbach ist ein Politiker, der im Stande ist, seine Meinung aufgrund von Fakten und Argumenten zu ändern. Sowas gibt es noch!

Münstermanns nächster Vorwurf ist dabei einfach nur aus der Luft gegriffen. Sie fragte, ob es dann nicht möglich sei, dass der Staat Cannabis subventioniert, um den Preis zu halten. Auch dies dementierte Lauterbach. Er ist der eindeutigen Überzeugung, dass sich der Preis so halten wird, ohne dass eine staatliche Subventionierung von Nöten ist. 

Lanz hält dagegen, dass, nur weil Alkohol legal ist, jetzt auch alle Kiffen dürfen, sei kein Argument. Lauterbach bejahte dies, das sei aber auch nicht der Grund für die Legalisierung. Er stellte die Risiken von Cannabis hervor, und diese möchte er einschränken und besser kontrollieren. Lanz kommt erneut mit dem Vorwurf, dass Lauterbach als Gesundheitsminister und Vater nicht ernsthaft der Meinung sein könnte, es sei “gut Drogen zu nehmen.” Das hat Lauterbach nie behauptet und auch keiner der anderen Legalisieren. Es ist ein lächerlicher Strohmann, der hier von Lanz aufgestellt wird. Lauterbach stellt zum wiederholten Mal den Gesundheitsschutz in den Vordergrund. Die Gefahren des Kiffens auf junge Erwachsene sind nicht wirklich bekannt in der Altersgruppe der 18 – 25 jährigen. Deshalb soll es mehr Aufklärungs – und Präventionsarbeit geben. Die Legalisierung führt nicht zu einem Anstieg des Konsums von Kindern und Jugendlichen.

Die Gegenseite kommt seit Jahrzehnten mit den immergleichen Argumenten, die sich alle leicht dementieren lassen. Die Argumentation für die Cannabislegalisierung beruht auf wissenschaftlichen und moralischen Axiomen. Beim erneuten Anhören der Gegenseite fragt man sich, was mehr Hirnschäden verursacht. Das Kiffen oder die repetitiven Argumente der Prohibitionisten – Vermutliche die repetitiven Argumente. 

Ein Beitrag von Simon Hanf

10 Antworten auf „Lauterbach bei Markus Lanz

  1. buri_see_kaeo

    „Die Gegenseite (Prohibitionisten) kommt seit Jahrzehnten mit den immergleichen Argumenten“
    Nein, das machen sie nicht; es ist und bleibt dahergebrüllter Blödsinn.
    Es sind keine Argumente, deren Eigenschaften finden sich z.B. in den Ergebnissen einer Suchmaschine.
    Markus Lanz…, ZDF,
    Conrad Adenauers Fernsehprogramm zum Einlullen der biologisch „älteren Generation“, die sollten sich besser um Werbung für Rheuma-Decken u.s.w. kümmern.
    mfG  fE

  2. Heisenberg

    Ich kenne Eltern,die zwei Kinder großgezogen haben.Cannabis war ständiger Begleiter durch diese zwanzig Jahre.Ob im Auto über tausende Kilometer oder im Urlaub.Eine ganz normale Selbstverständlichkeit für diese Eltern.Die Kinder haben heute ein „normales“ Leben ohne rauchen oder Cannabis.Die sind jetzt auch in den dreißigern und einer hat Kinder.Heutzutage darf man sowas niemanden erzählen,ohne shitsturm.

  3. Rogg

    Pfff…Lanz ist doch ein peinlicher, BILD- höriger Witz. Keine Ahnung, kein Hirn, kein Niveau…
    Sich vor so einem Schwätzer und seinen unwissenden Lakaien rechtfertigen zu müssen, muss echt ätzend sein. Lauterbach tut mir leid. Wir sollten versuchen ihm den Rücken zu stärken und aufklären wo wir die Boulevardzeitung-Opfer finden. Reden, aufklären und Argumente vorbringen. Denn unsere Argumente sind sehr stark, richtig und wichtig. Lanz findet nicht mal seinen eigenen Anus ohne Landkarte…scheiß auf ihn…

  4. Fred

    Wenn man quer durch die Gazetten liest, kann man den Eindruck haben, dass das Ende unserer Zivilisation unmittelbar bevorsteht. Markus Lanz scheint sich da auch sehr sicher zu sein.
    Leute, wir leben in einem Stall voller Angsthasen. Und diese Angsthasen reden über Dinge von denen sie überhaupt keine Ahnung haben.

    Ich habe mich den Abend über noch mal kundig über die Situation im Krankenwesen gemacht. Die Zahlen aus 2020 waren verfügbar. In Sachen Cannabis hat es rund 30k ambulante oder stationäre Behandlungen in Sachen Cannabis gegeben. Bei 4 Millionen Hanffreunden sind das 0,75 Prozent die ein Problem mit ihrem Konsum entwickelt haben. Und 99,25 Prozent laufen entspannt durchs Leben und können sich nur noch wundern……

  5. buri_see_kaeo

    Ich habe mir die Sendung erst um ca. 19h15 angesehen, knapp 2h nach meinem 1. Beitrag. Daher bitte ich, meinen zuvor vollzogenen Verriss zu entschuldigen…, wenn es denn einen gäbe, Amen.
    Und dieses unglaubliche „die Kinder, die Kinder-Geplärre“…
    Unsere 2 weiblichen Kinder, die meiner Frau, kamen im Alter von 9 & 12 aus TH nach DE; wussten aus den Gegebenheiten in ihrem Herkunftsland um Cannabis, meine Kiffungen am Feierabend war denen nichts Neues. In ihrer kindlichen Wahrnehmung hatten sie schon bemerkt, dass die, die das stinkende Zeugs rauchen auf Partys/Feiern lustiger sind, nicht kotzen, nichts kaputt machen, sich nicht prügeln…
    Wer Angst um die Kinder hat, sollte sie zu allererst in keinem Thema blöde lassen, sie bei jeder Frage, die sie stellen, sachlich, kindgerecht aufklären… nun sind sie um die 30…, und sind irgendwelchen Rauschesgiffen immer noch nicht verfallen.
    Ach, wie wagemutig und kühn, der Hr. Lauterbach, sich von 3 Nullen in nahezu jedem Satz von Blödsinnsgebrüll unterbrechen zu lassen, hart im Nehmen.
    „Das Ende unserer Zivilisation“ durch Cannabis-Legalisierung? Das Ende der Möglichkeit, Leute, die überwiegend nicht konservativ ticken, als Kriminelle jagen zu können, das ist eigentliche Gefahr der Legalisierung. So unterzivilisiert, wie bei Lanz…, so soll’s sein; wo käme Schwarzbraun denn hin?, wenn Forderungen mit Argumenten begründet werden?, CSU Parteitag gesehen?
    mfG  fE

  6. Heisenberg

    Lauterbach hat sich erstaunlich gut gehalten,und den unverschämten Lanz von sich abperlen lassen.Er hätte den ganzen Haufen in Grund und Boden labern können,wenn er andere Bereiche noch aufgeführt hätte.

  7. LoBo Bobo

    Dieser Lanz ist richtig asozialer Abschaum,der will uns weiter diskriminieren und hält sich für waa besseres.

  8. Fred

    Mir gefällt die Sendung ! Meistens wird ein Thema rational und nüchtern aufgearbeitet und letztendlich kommt man ein bisschen schlauer raus.

    Warum die Diskussion über Cannabis von Anfang an emotional geführt wurde ist mir schleierhaft. Herrn Lauterbach phasenweise mit Totschlagargumenten ( Sie haben doch auch Kinder u.ä ) ins Abseits zu stellen, ist eine Unverschämtheit und dient weder der Sache – egal wie man dazu steht – noch der Diskussionskultur in Deutschland. Fast unbemerkt sagte K.L einen Satz. “ Man kann es den Leuten nicht verbieten “ . Und genau das ist des Pudels Kern, der dann von Herrn Lanz nicht aufgegriffen wurde.

    Es geht bei der Legalisierung um die Wahrung von Grundrechten.
    Und zwar selbstverständlich für die Jugend, die letztlich ein Recht auf Schutz hat. Aber auch um die Rechte der Konsumenten.

    Abwägung ist das Zauberwort. Auf einer Skala von 0 bis 100 ( 0 bedeutet völlige Freigabe von Cannabis ohne Regeln, 100 bedeutet das totale Verbot wie es derzeit vorliegt ) findet sowohl oben wie unten eben keine Abwägung statt. Bei 0 und bei 100 haben wir nichts anderes als eine radikale Ausrichtung, in diesem Fall der Drogenpolitik. Und radikale Sichtweisen haben immer eine Eigenschaft. Sie sind ungerecht und deshalb in einem demokratischen Rechtsstaat falsch !

    Zurück zur Skala. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte also ungefähr bei 50. Eben bei dem Punkt, an dem sowohl der bestmögliche Jugendschutz erreicht wird, aber auch die Rechte der Konsumenten Berücksichtigung erfährt. Die Legalisierung ist ein vernünftiges Mittel , diesen Ausgleich hinzubekommen.

    Der illegale Markt wird schrumpfen und über die Jahre vielleicht bis auf ein paar Fragmente komplett verschwinden. Damit verringert bzw verschwindet das Angebot auf dem Schwarzmarkt und somit auch die Gelegenheit für unter 18 jährige, sich Cannabis irgendwo zu kaufen. Wenn es also jemals einen Grund gegeben hat, was stark zu bezweifeln ist, Konsumenten in der immer noch vorliegenden Art und Weise zu kriminalisieren, entfällt dieser mit der Legalisierung und gleichzeitig ist der Jugendschutz gewährleistet. Eine Win Win Situation für alle, inklusive Staat und Gesellschaft.

  9. haschberg

    Ich kann die einseitige, negative Einstellung von Herrn Lanz gegenüber Cannabis nicht nachvollziehen.
    Weshalb schaut der sonst so pfiffige Moderator nicht mal über den großen Teich nach Amerika, dann wird er feststellen, dass die Welt durch die Legalisierung dort nicht untergegangen ist.
    Im Gegenteil. Durch die Freigabe von Marihuana ist die Zahl der jungen Konsumenten nicht gestiegen und der sehr problematische Konsum von starken Opioiden (z.B. Fenthanyl), wie auch der nicht minder gefährliche Alkoholkonsum sind sogar zurückgegangen.
    Auch die oftmals alkoholbedingte Aggression von gestressten Vätern konnte durch das veränderte Rauschverhalten zumindest abgemildert werden.
    Wie kann Herr Lanz es gut heißen, dass durch die illegalen Schwarzmärkte vermehrt gesundheitsschädliches, gepanschtes Zeug unter die Konsumenten kommt, von denen sie krank werden und dort gleichzeitig auch noch mit anderen, stärkeren Drogen konfrontiert werden?
    Dass man für den Konsum und Besitz einer uralten Heilpflanze überhaupt Strafen verhängt, ist in unserer heutigen Zeit ohnehin völlig absurd.
    Hoffentlich erfahre ich bei der nächsten Sendung über dieses Thema gerade vom Moderator mehr Fachwissen und politische Unabhängigkeit!

  10. LoBo Bobo

    Herr Lanz ist zu verbohrt in seiner Haltung um sich irgendwas irgendwo anzuschauen,der hat ja Null auf Lauterbachs Argumente reagiert.Schmutz dieser Typ.

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