Sonntag, 27. März 2022

Einstiegsdroge Cannabis?

Die Forschung ist sich überraschenderweise noch immer uneins.

Einstiegsdroge

Es mag für viele Cannabiskonsumenten überraschend klingen: Wissenschaftliche Studien liefern noch immer keine eindeutigen Ergebnisse bezüglich der Annahme, dass Cannabis eine Enstiegsdroge ist. Das liegt oft auch daran, dass Kiffer das eigene Konsumverhalten und das des unmittelbaren Kreises kennen – es fehlt ihnen also an Objektivität und Reichweite wissenschaftlicher Studien. Denn die Konsumenten, die tatsächlich Probleme mit härteren Drogen haben, tauchen oft nicht im öffentlichen Diskurs auf. Aber auch wenn es zweifelhaft ist, dass der Konsum harter Drogen tatsächlich mit Cannabis beginnt. Die Theorie bestimmt aber dennoch viele politische Diskurse: Eine Einstiegsdroge zu verhindern, würde demzufolge viele Suchtprobleme lösen.

Umso wichtiger, dass die Wissenschaft also eindeutige Belege liefert. Und es gibt durchaus Studien, deren Ergebnisse darauf hinweisen, dass Konsumenten harter Drogen zunächst Cannabis konsumierten. Andere Studien zeigen Verbindungen zwischen Cannabis und einem hohen Risiko zu Drogenabhängigkeit auf. Besonders bei Cannabiskonsum in jungen Jahren, scheint die Droge die Reaktion des Gehirns auf Drogen zu beeinflussen – allerdings wurden bei der Studie Ratten als Probanden benutzt, daher bleibt unklar ob die Wirkung bei Menschen tatsächlich vergleichbar ist. Andere Studien legten ebenfalls nahe, dass Cannabis eine Einstiegsdroge ist, allerdings waren diese Drogen einerseits in ihrer Methodik zweifelhaft.

Andererseits gab es auch eine Fülle von Studien, deren Ergebnisse Cannabis Potential als Einstiegsdroge nicht bestätigen konnten. Es konnte keine Verbindung zwischen Cannabiskonsum und Konsum härterer Drogen gefunden werden. Dennoch ist die Wissenschaft sich in einer Sache einig – egal, welche Ergebnisse gefunden wurden, die Wissenschaftler forderten mehr Forschung in Sachen Cannabis. Und selbst wenn Cannabis eine Einstiegsdroge sein sollte – Forscher sind sich ebenso einig, dass ein Verbot der Droge keine Verbesserung erbringen würde. Eher im Gegenteil: Prohibition fördert die Produktion schädlicherer und potenterer Drogen.

Schnelles Login:



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
8 Kommentare
Ältester
Neuster
Inline Feedbacks
Alle Kommentare zeigen
Substi
1 Monat zuvor

Oh man….!
Wenn man Canna als Einstiegsdroge deklarieren will, was ist dann Alkohol? Ach ich vergas; ein Kulturgut und Grundnahrungsmittel…tz!
Man kann dazu echt nichts mehr sagen….beschämend, einfach nur beschämend!

Smile Indica
Smile Indica
1 Monat zuvor

Bullshit, in meinen Augen gibt es keine Einstiegsdroge. Im Gegenteil, der Kiffer bleibt eher beim Gras. Gefährlich wird es nur bei Tabletten. Die würde ich als Einstiegsdroge bezeichnen.

Rainer
Rainer
1 Monat zuvor

Meine Beobachtung war,daß Leute,die keine Hemmschwelle gegenüber allen Rauschmitteln hatten,als diese Cannabis nebenbei rauchten,zeitgleich oder etwas später zum Heroin übergelaufen sind.Speed, saufen und kiffen gleichzeitig ist für manch einen normal.

ErnstFrühholz
1 Monat zuvor

Einstiegsdroge ist TABAK !

buri_see_käo
buri_see_käo
1 Monat zuvor

@ Rainer, so konnte ich es auch beobachten. Daher halte ich das Verteufeln lediglich der illegalisierten Drogen, also zielgerichtete NICHTaufklärung für die einzige Einstiegsdroge.
mfG  fE

greenness
greenness
1 Monat zuvor

Wie ist denn der Begriff „Einstiegsdroge“ eigentlich überhaupt definiert? Der Alkohol, mit dem das bisher noch geduldete „begleitete Saufen“ von 14-Jährigen unter Aufsicht Erziehungsberechtigter veranstaltet wird, fällt vermutlich nicht darunter!? Man muß sich das auf der Zunge zergehen lassen. Eine toxische und berauschende Substanz (organschädigend, krebserregend), der jedes Jahr in D 80000 Menschen zum Opfer fallen (doppelt so viele, wie bisher durch Covid-19), ist ein Genußmittel, während Cannabis plump als gefährliche Droge bezeichnet wird. Der Irrsinn geht dann sogar so weit, daß es in unserer freiheitlichen(?) Gesellschaft als begrüßenswert gilt, erwachsene Cannabiskonsumenten mit Polizeigewalt und Strafen zu überziehen. Für den reinen Besitz zum Eigenbedarf. Ich schaue gerade gespannt auf die USA. Da bahnt sich möglicherweise dieser Tage die bundesweite Legalisierung… Weiterlesen »

Zuletzt bearbeitet 1 Monat zuvor von greenness
Haschberg
Haschberg
1 Monat zuvor

Cannabis als Einstiegsdroge zu bezeichnen, ist nach wie vor völliger Blödsinn.
Diese Gefahr besteht am ehesten durch die tragische Existenz illegaler Schwarzmärkte, bei denen nicht selten auch andere gefährliche Substanzen angeboten werden, die ein starkes Suchtverhalten erzeugen.
ich bin als junger Erwachsener 1975 vom bösen Alkohol auf das ungleich bessere Cannabis umgestiegen, welches ich aus tiefer Überzeugung und aus gesundheitlichen Gründen bis zu meinem Ableben weiter konsumieren werde.
P.S.: ich trinke zwar ganz gerne mal ein Bier, aber nichts Stärkeres (auch keinen Wein, den ich mittlerweile aus verschiedenen Gründen verabscheue).

Ramon Dark
Ramon Dark
1 Monat zuvor

Cannabis pauschal als Einstiegsdroge für härtere Drogen zu bezeichnen ist pure Ignoranz. Da hätte ja die Bevölkerung vieler alter Hochkulturen wie z.B. in Ägypten, Mesopotamien, Indien und viele mehr komplett als Junkies enden müssen. Denn bereits dort ist Cannabis umfangreich als Heil- und Genussmittel benutzt worden. Das aktuell selten auftretende Phänomen liegt nicht in der Substanz selbst, sondern wird höchstens von der Prohibition und dem Schwarzmarkt verursacht. Manche dealen mit wirklich allem, was sie in die Finger bekommen und es gibt einfach viele labile Personen, die sich dann auch alles andrehen lassen. Die meisten meines umfangreichen Bekanntenkreises und ich haben sich jahrzehntelang mit Cannabis und anderen persönlich kontrollierbaren Medizinpflanzen zufrieden gegeben ohne je das Bedürfnis auf härtere Drogen und irgendwelchen… Weiterlesen »