Sonntag, 13. Februar 2022

Hanfgetränk gegen die Milchindustrie

Stuttgarter Hanf-Start-Up darf Milchersatz-Produkte nicht Milck nennen.

Vor nicht allzulanger Zeit war die einzige Verbindung zwischen Hanf und Milch der Space-Kakao; eine seltene Spezialität, die nur kluge Köpfe in eine sowohl wohlschmeckende als auch gut verträgliche Flüssigkeit verwandeln konnte. Nicht zuletzt die Angst wieder ein paar Stunden unter dem Küchentisch darauf zu warten, dass die unerwartet starke Wirkung nachlässt, war und ist für viele Grund genug dem warmen Hanfgetränk die kalte Schulter zu zeigen. Während sich in den letzten Jahrzehnten vegane Produkte im Milchregal breit machten und Hanf für die breite Masse an Spuk verlor, war es Zeit, die komplexe Beziehung zwischen Hanf und Milch zu erneuern.

So dachte sich das zumindest das Stuttgarter Unternehmen The Hempany: Milch sollte hier nicht mehr durch THC angereichert, sondern durch Hanfsamen ersetzt werden. Denn Hanfsamen bringen nicht nur die Gesundheit in Schwung – die Firma bewirbt das Hanfgetränk damit, dass Hanf „doppelt so viel CO2 wie Bäume“ bindet und obendrein die Bodenqualität verbessert. „Hanf ist so vielseitig. Und doch hat Hanf noch mit einem falschen Image zu kämpfen,“ so die Website des Unternehmens. Es ist aber nicht das flasche Image, welches der Firma nun Probleme bereitet.

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, der einige Milchverbände angehören, fungiert als Selbstkontrollinstanz der deutschen Wirtschaft. Und diese sah bei dem Namen „Milck“ ein Problem: Das Kofferwort aus Milk und Milch sei irreführend und verstoße gegen den EU-Bezeichnungsschutz für Milchprodukte. Es sei schließlich kein tierisches Milchprodukt und nur diese dürfen sich „Milch“ nennen. Schnell könne der Eindruck entstehen, dass es sich hierbei um ein Milchprodukt handelt. Das Landgericht Stuttgart sah dies genauso – die Unterlassungsklage der Wettbewerbszentrale war also erfolgreich.

Auch wenn das Urteil noch nichts rechtskräftig ist – Mitbegründerin Laura Rothgang befinde sich, laut einem Artikel der FAZ, im „Schockzustand“. Das ist kaum verwunderlich: Nicht nur die Prozesskosten muss das junge Start-up übernehmen, auch das komplette Marketing für das Hanfgetränk muss nun erneuert werden. Bei Zuwiderhandlung erwartet das Unternehmen eine Strafe von 250.000 Euro. The Hempany sieht sich hier als Opfer der Milchindustrie: „Während die Absatzzahlen der Milch fallen, steigt der Milchalternativen-Konsum,“ so Rothgang. Es scheint ein wiederkehrendes Motiv rund um das Thema Cannabis: Erst klingt es nach einer vielversprechenden Veränderung, mit gesundheitlichen und klimatechnischen Vorteilen – nur um dann bei der Umsetzung zu scheitern. Die Legalisierung lässt grüßen.

4 Antworten auf „Hanfgetränk gegen die Milchindustrie

  1. buri_see_käo

    Und Milchglas, und Milchmädchenrechnung…
    Das Landgericht…, wirkliche Richter würden sagen: „Blödsinn“. Aber in deren geschlossener Gesellschaft (es wird Unabhängigkeit behauptet) hält sich über den Ausbildungsweg von Richtern der braune Geist noch lange…
    Ausweg: Man könnte das Wort „Milch“ in Thai-Lettern schreiben/drucken, sieht so aus: “ นม “ = Nom, der Buchstabe „o“ taucht im Geschreibsel nicht auf weil buchstabierte Konsonanten mit einem angehängten „o“ gelesen werden, allerdings nicht beim „n“, weil der letzte Buchstabe im Wort; hat optisch ein bischen was Symetrisches, geht doch als werbewirksamer Aufhänger.
    mfG  fE

  2. gein

    Hab noch nie jmd Hanfmilch trinken sehen. Hab bei Natumi gearbeitet, Milchersatz ist nix. Quark Joghurt Käse kann Hanf Reis Soja und Hafer eben nicht.

  3. Smile Indica

    Als Milch dar nur die Flüssigkeit, von tatsächlich gequälten Kühen, bezeichnet werden. Da hat die Oberkriminelle Klöckner lange für gekämpft.

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