Sonntag, 6. Februar 2022

Gesundheit: Langzeitkiffen ebenso schädlich wie Tabak?

Eine Langzeitstudie untersuchte die Lungenfunktion von Rauchern und Kiffern.

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Foto: Archiv / Su

Es ist wohl kein Geheimnis, dass jede Art von Rauch schädlich für die Lunge ist. Auch wenn die Zigarette zur Mittagspause oder der entspannende Joint gut für die Seele sein können – die Gesundheit bleibt beeinträchtigt. Nun hat eine Langzeitstudie mehrere tausend Probanden untersucht und herausgefunden, dass Kiffen die Lungenaktivität einschränkt – nur wohl auf eine andere Art als beim schlichten Rauchen von Zigaretten.

Tabakgenuss schränkt die Fähigkeit der Lunge ein, Luft in unseren Körper zu transportieren. Der Cannabisrauch scheint hier etwas anders zu wirken: „The research found that prolonged cannabis use led to over-inflated lungs and increased the resistance to airflow to a greater extent than tobacco,“ so die Autoren der Studie. Diese Ergebnisse scheinen widerzuspiegeln, was eine Untersuchung der selben Probanden vor 13 Jahren bereits feststellen konnte. Schlussendlich sei aber das Resultat von jahrelangem Rauchen – egal ob Cannabis oder Tabak – das selbe zu sein: Blockierte Atemwege, Hyperinflation und ein ‚Einfangen‘ der Lunge von Luft, die nicht mehr weggeatmet werden kann, und dadurch zu Problemen führt. Die Gesundheit wird also definitiv eingeschränkt.

Dabei bleibt zu beachten: Die meisten Kiffer in Deutschland rauchen eine Mischung aus Cannabis und Tabak. Die Autoren räumen ein, dass Gelegenheitskiffer möglicherweise zu wenig Cannabis konsumieren, um die Lungenfunktion einzuschränken. Allerdings sprechen die Ergebnisse mehrer Studien stark gegen diese These. Die Lungenfunktion und das Lungenvolumen der Probanden wurde regelmäßig gemessen – seit ihrem 18. Lebensjahr – und alle Probanden schienen in etwa die selbe Lungenfunktion sowie das selbe Volumen zu besitzen. 27 Jahre später sah das allerdings anders aus: Diejenigen, die regelmäßig rauchten, mussten einen dramatischen Verlust ihrer Lungenkapazitäten verzeichnen.

Problematisch war auch: Es ist noch nicht klar, ob sich die Lunge jemals von jahrelangem Rauchen erholt. „In other words, their lung function after quitting was not better than the function at the last measurement when they were still smoking,“ so einer der Autoren. Für Freunde des grünen Goldes gibt es aber zum Glück noch andere Methoden – Edibles gönnen der Lunge definitiv eine Pause. Über etwaige gesundheitliche Schäden durch Vaping ist sich die Wissenschaft noch nicht einig.

4 Antworten auf „Gesundheit: Langzeitkiffen ebenso schädlich wie Tabak?

  1. Gregor W. Sky

    Spannendes Thema, über das ich mir auch schon öfter Gedanken mache. Besonders die Frage, ob vapen wirklich viel gesünder ist als rauchen, oder pur rauchen viel besser ist als eine 50:50 Tabakmischung…
    Meine Erfahrung ist, dass ich sowohl mit pur rauchen als auch mit einem Vaporizer nach intensivem Konsum ein Kratzen im Hals spüre. Gefühlt am besten für den Hals ist besagte 50:50-Mischung und Aktivkohlefilter, und zwar sowohl beim Joint als auch bei der Bong mit zweiter Filterstufe gegen Kohlestaub (Zellulose bzw. Wasser).

    Aber mir ist auch klar: Was mit der Lunge passiert, kann man nicht fühlen (in Form von Schmerzen oder so) bevor es wohl schon zu spät ist. Und dass es mit Tabak sich besser anfühlt als ohne, könnte an der betäubenden Wirkung des Nikotin liegen. :/

  2. LoboBobo

    Selber schuld wenn man den dreckigen Tabak mit dem leckeren Weed mischt,dafür muss man kein Professor sein um zu raffen das es noch schädler zusammen ist.Vaporizer sind die Lösung oder Edibles.Solche Studien gabs auch schon vor 10 Jahren,wo ich 96 angefangen hab zu kiffen wusdte ich schon das der Tabak potenziert wird beim mischen.

  3. Herbert

    Zitat aus dieser Langzeitsudie: „The heaviest cannabis users in the study tended to be tobacco smokers as well, confounding the results even more.“
    In dieser Langzeitstudie wurden Tabakraucher mit Tabakrauchern die auch Cannabis rauchen verglichen.

    Es gibt genauere und aussagekräftigere Studien durchgeführt von Donald Tashkin. Zitat:
    „Tashkin has spent 30 years studying cannabis.[4] In 2006, he was in charge of a large case-control study on marijuana and the risk of cancer. Contrary to his group’s expectations, the study found no increase in lung cancer risk even among heavy users of marijuana.“ (Quelle Wikipedia)

  4. Haschberg

    Aus diesem Grunde ist es vielleicht besser, irgendwann mal mit dem Rauchen generell aufzuhören.
    (Wenn ich Menschen im Rentenalter diese nutzlosen Kippen rauchen sehe, schüttelt es mich geradezu).
    Beim Hanf hat man ja glücklicherweise gute Alternativen zum althergebrachten Rauchen:
    wer unbedingt inhalieren will, der sollte halt vaporisieren, oder gleich ganz auf die orale Einnahme umsteigen. ich habe mit Letzterem jedenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht.
    Wer weiß, vielleicht gibt es bei uns ja auch bald diese leckeren Haschcookies, oder andere mit verschiedenen Cannabinoiden versetzte Süssigkeiten, wie es in den Legalisierungsstaaten schon gängige Praxis ist.

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