Freitag, 7. Januar 2022

Thüringen: Medizinisches Cannabis enttäuscht

Nicht nur Klöße schmecken der Mitte Deutschlands – aber medizinische Effekte lassen auf sich warten

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Ein wenig anders sieht das dann schon aus.

Vor gut fünf Jahren gab es in Deutschland bereits die ‘kleine’ Legalisierung: Medizinisches Cannabis wurde war nun – solange der Arzt das Rezept für den Bubatz genehmigt. Das haben bisher mehrere tausend Thüringer getan: Laut verschiedenen Krankenkassen haben bisher etwa 2300 Personen einen Antrag auf Kostenerstattung gestellt. Genehmigt wurde dieser bisher bei 1400, besonders Patienten mit Schmerzen, aber auch solche mit psychischen Erkrankungen kamen in den Genuss des Medikaments.

Mit der Legalisierung von medizinischem Cannabis kamen einige Erwartungen: Mediziner erfreuten sich der Vielzahl an neuen Daten, die durch die große Menge legaler Konsumenten gewonnen werden konnte. Nun erfolgte jedoch eine Ernüchterung: Bei den meisten Patienten führte der Cannabiskonsum zu keinen spürbaren Effekten. Bei denjenigen, die durch den Konsum einen Effekt verspürten – namentlich Patienten mit HIV, Multipler Sklerose und Rückenmarksverletzungen – war dieser jedoch im Vergleich zu anderen Medikamenten so gering, dass sie keine erste Wahl sind.

Bei vielen Patienten blieben die Schmerzen gleich, aber die „angenehmen Auswirkungen“ von Cannabis führten zu einem besseren Gefühl. Winfried Meißner, Leiter der Sektion Schmerztherapie am Universitätsklinikum Jena, zeigte sich sichtlich enttäuscht: „Mit dem gleichen Argument könnte man auch ein Glas Rotwein verschreiben, da berichten Patienten bisweilen ähnliches“.

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Haschberg
Haschberg
10 Tage zuvor

Zum Glück gibt es da sehr viele andere Menschen (einschließlich mir), die bislang durchweg gute Erfahrungen durch die orale Einnahme von Cannabis machten.
Meine Hüftarthrose habe ich damit jedenfalls gut im Griff. Auch sind Kopfschmerzen für mich, im Gegensatz zu früher, mittlerweile ein Fremdwort und der gesamte Verdauungstrakt funktioniert wesentlich angenehmer als in jüngeren Jahren.
Alles in allem kann ich guten Gewissens behaupten, dass mir die Einnahme von Hanf – zumindest bis jetzt – eine zuverlässliche Altersgesundheit, mehr innere Ruhe und einen besseren Schlaf ermöglicht.
Vielleicht bricht auch mancher seine Cannabistherapie zu früh ab oder hat einfach die falschen Cannabinoide zur Verfügung. Geduld ist in jedem Fall erforderlich.

Matthias Stelzer
Matthias Stelzer
10 Tage zuvor

Bei vielen Patienten blieben die Schmerzen gleich, aber die „angenehmen Auswirkungen“ von Cannabis führten zu einem besseren Gefühl. Winfried Meißner, Leiter der Sektion Schmerztherapie am Universitätsklinikum Jena, zeigte sich sichtlich enttäuscht: „Mit dem gleichen Argument könnte man auch ein Glas Rotwein verschreiben, da berichten Patienten bisweilen ähnliches“. – Hier wird von diesem „Mediziner“ die Lebenswirklichkeit von Patienten ignoriert, Studien werden übersehen und Cannabis mit Alkohol auf eine Stufe gestellt. Gerade bei MS gibt es sogar ein Medikament, was bei Spastiken laut Leitlinie eingesetzt wird. Dies wird in dem Artikel vollkommen ignoriert. Halbwahrheit sollten bei diesem Thema bitte nicht publiziert werden. Es ist schade, dass so ein Arzt überhaupt eine Plattform für seine obskuren Thesen bekommt.

Ramon Dark
Ramon Dark
10 Tage zuvor

Nun, da ist doch dann wohl wenigstens die psychische Belastung durch die Schmerzen weggefallen, ausserdem macht Hanf nicht körperlich süchtig wie Alkohol, manche Psychopharmaka oder die noch immer medizinisch bevorzugten Opioide. Das hat Herr Dr. Meissner dabei wohl gerne übersehen. Auf die Idee, mit anderen Blütensorten und Cannabisprodukten wie z.B. Haschisch zu versuchen, die Schmerzen zu bekämpfen kann er wohl als Prohibitionist in der Prohibition nicht kommen. Es gibt doch riesig grosse Wirkungsunterschiede. Aber sowas ist verboten und keine Kasse zahlt alles Pflanzliche, was wirklich gut ist. Ein Trauerspiel!

Schnuffel
Schnuffel
10 Tage zuvor

Also bei mir bedeutet Cannabis sehr viel weniger Schmerzen und Übelkeit – ein Glas Rotwein hätte genau den gegenteiligen Effekt …