Freitag, 19. November 2021

Streit um THC in Lidl-Produkten geht weiter

Nachdem im Sommer Produkte beschlagnahmt wurden meldet sich nun der Hersteller zu Wort

Haschkuchen-Kuchen-Cannabis-Backen-suess-essen
Vielleicht nicht ganz der bei Lidl angebotene Brownie, aber trotzdem lecker.

Im Sommer diesen Jahres überschlugen sich die Nachrichten: Erst kündigte der Discounter Lidl an, Cannabisprodukte mit erlaubtem THC-Gehalt in seinen Märkten einzuführen. Dann stellte sich heraus: Lidl hat offenbar Cannabis-Produkte verkauft, deren THC-Gehalt zu hoch war. Der Discounter nahm die Waren umgehend aus dem Sortiment – nach einer Razzia der Polizei. Nun meldet sich der Hersteller und übt schwere Kritik.

Aber nochmal von Vorne: Lidl führte im August etwa 20 Cannabis Produkte ein. Bereits aber schon zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Wind vom grünen Coup erhalten und einen erhöhten THC vermutet. Produkte wie “Hash-Brownies”, Hanf-Öl oder “Cannabis-Energy-Drinks”, wurden also umgehend von der Polizei beschlagnahmt, der Discounter betonte zunächst, dass der THC-Gehalt keine Grenze überschritt, warnte aber dennoch vor “Stimmungsschwankungen.” Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet, man fand geringe Mengen CBD – ein Verstoß gegen die Novel-Food-Verordnung.


Danach wurde es lange still.

Nun aber meldete sich der tschechische Hersteller Euphoria und zeigte sich empört von Lidl und der Staatsanwaltschaft. Letztere habe angenommen, die Produkte würden bewusst missbräuchlich verwendet – nur deswegen habe die Polizei die Tests an den Produkten vorgenommen – so Euphoria in einem Statement in der Lebensmittel Zeitung. Der Hersteller ist auch erzürnt über die Vorgehensweise des Discounters: “Lidl hat uns nicht konsultiert und auch nicht auf die Beurteilung der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder der Lebensmittelüberwachung gewartet, bevor sie die Produkte aus den Regalen nahmen.” Ohne ein offizielles Verbot habe Lidl die Aktion beendet – der Hersteller warf dem Discounter fadenscheinige Gründe für den Aktionsstop vor, etwa dass die Produkte “im Sinne des Verbraucherschutzes” aus den Märkten verbannt wurden.

Der Streit ist vielleicht auch deswegen etwas hitziger, weil es hier um viel Geld geht: Rechnungen über etwa 1,3 Millionen Euro scheinen wohl noch offen zu sein. Beide Seiten versuchten in der Zwischenzeit den anderen mit Zertifikaten über THC-Gehalte zu unter- bzw. übertrumpfen – bis eine Sprecherin von Lidl gegenüber der Lebensmittel Zeitung letztendlich doch eingestehen musste, dass es wohl doch keine Anzeichen auf erhöhte Werte gegeben hat. Vielleicht hat man sich auch deswegen anscheinend auf einen Vergleich einigen können.

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7 Kommentare
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ANdy Weiner
ANdy Weiner
13 Tage zuvor

VÖLLIGER PR – SCHWACHSINN !!!!

Ramon Dark
Ramon Dark
13 Tage zuvor

Die Novel-Food-Verordnung auf ein Jahrtausende altes Heil- und Genussmittel anzuwenden strotzt nur so vor wissenschaftlicher Ignoranz, genauso wie die gesamte Prohibition. Falls es bei uns wirklich zu einem legalisierten Verkauf über lizenzierte Fachgeschäfte kommen sollte ist dann aber wohl auch damit zu rechnen, dass andere Läden die sog.”Freiheit des Marktes” versuchen für sich auf dem Rechtsweg zu erkämpfen. Vielleicht ist dann Lidl auch wieder mit dabei. Seine Hanfaktion war wohl nur ein vorsichtiges marketingmässiges Antesten der aktuellen Rechts- und Marktsituation und der Rückzieher als Plan B vermutlich vorher schon existent. Ging ja alles sehr, sehr schnell. Bier und Kekse haben trotz überwiegender Aromatisierung verhältnismässig lecker geschmeckt und der Tee hatte fast Reformhausqualität. Der schon vor längerer Zeit zurückgezogene Bad Heilbrunner… Weiterlesen »

Ronald Roith
Ronald Roith
12 Tage zuvor

Dem Image von Lidl waren die Polizeieinsätze nicht sonderlich zuträglich und dann hat man wohl auch kalte Füsse bekommen, die Produkte länger im Regal zu lassen. Bleibt zu befürchten, daß die Repression uns noch länger erhalten bleiben wird. Der Leak über die getroffenen Vereinbarungen zur Cannabislegalisierung wird im Netz gefeiert als wäre es bereits die lang ersehnte Freigabe von Cannabis, aber wie ich vermute, wird das Gesetz im Bundesrat scheitern. Was der Bundesrat mit Lidl zu tun hat ? Na nicht,s, aber die konservativen Kräfte in unseren Land stehen nicht, auf Haschbrownies, Hanföl, Cannabis Energy Drink,s etc. und werden auch in Zukunft alles daran setzen, die Legalisierung zu verhindern. Ich selbst habe die Angebotspalette von Lidl begrüßt und mir demonstrativ… Weiterlesen »

Haschberg
Haschberg
12 Tage zuvor

Es ist schon mehr als irre, da kämpft ganz Deutschland gegen eine nicht enden wollende Pandemie, die unser Leben täglich mehr auf den Kopf stellt und unser Staat hat nichts Besseres zu tun, als auf völlig sinnlosen Verboten durch imaginäre Grenzwerte von Minimalkonzentrationen von CBD-Hanf herumzureiten.
Hoffentlich stellt unsere neue Regierung diesen unglaublichen Schwachsinn schnellstens ab und kommt endlich auf dem Boden der Realität an.

BiCo
BiCo
12 Tage zuvor

THC hat mMn im Discounter nichts zu suchen. Hanfprodukte ja.

MHD
MHD
11 Tage zuvor

Was für Chaoten.
Gut finde ich auch das Produkt Steinsalz 1000 Jahre. MHD 02/25
ich hasse die EU

KingKong
KingKong
9 Tage zuvor

Und jetzt bitte einen Bürger den das stört.