Freitag, 19. November 2021

Smells like Green Spirit

Eine Studie entschlüsselt die Chemie hinter dem starken Cannabisgeruch

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Auch für Wissenschaftler ein einzigartiger Geruch. Foto: Archiv / Su

Manchmal, und in naher Zukunft wahrscheinlich immer öfter, findet man sich plötzlich in einer dicken Duftschwade wieder; der Geruch ist unverkennbar. Die Person, neben der man da an der Bushaltestelle steht, raucht also gar keine Zigarette, aha. Aber wieso riecht Cannabis eigentlich so streng? Wieso können Eltern den verräterischen Geruch in jedem Teenagerzimmer riechen, auch wenn der Nachwuchs die minimale Menge noch so vermeintlich geruchsneutral verpackt hat?


Kurz vor der Legalisierung scheint eine Gruppe amerikanischer Wissenschaftler eine Antwort gefunden zu haben: Der „skunk-like smell“ scheint besonders aus bisher unbekannten Schwefelverbindungen und hunderten weiterer chemischer Verbindungen zu rühren. Diese Verbindungen, genannt Terpene, werden von Züchtern bereits jetzt oft benutzt, um verschiedene Geschmäcker und Gerüche zu verstärken oder sogar komplett neue zu schaffen.


Auch die Wissenschaft vermutete daher schon länger, dass Terpene hinter dem einzigartigen Geruch stecken – das nachzuweisen stellte sich allerdings als unerwartet schwierig dar. Unter anderem liegt das daran, dass sich die Cannabisforschung auf andere Themengebiete fokussiert. Mit der Methode ihrer neuen Studie gelang den Wissenschaftlern jedoch ein Durchbruch. Besonders wichtig bei der Studie waren „volatile sulfur compounds“ (VSC), also flüchtige Schwefelverbindungen die auch bei anderen, stark riechenden Pflanzen für den Geruch sorgen – bei Knoblauch oder Hopfen etwa.


Besonders interessant ist die große Ähnlichkeit dieser VSC’s zu denen, die in Knoblauch vorkommen. Denn Studien legen nahe, dass die Knoblauch-VSC’s für einige der gesundheitlichen Vorzüge von Knoblauch verantwortlich sind. Ob die Cannabis-VSC’s nun auch einen ähnlichen medizinischen Nutzen haben könnten, muss noch erforscht werden. Das bereits bekannte Spektrum an medizinischem Nutzen der Pflanze könnte durch positive Wirkungen der Cannabis-VSC’s nochmal erweitert werden – eine Hoffnung der Forscher. Die Studie soll Anreiz für Bauern wie Wissenschaftler sein: Einerseits soll der medizinische Nutzen weiter untersucht werden, andererseits sollen Bauern die chemischen Verbindungen erhalten und kultivieren – für ein besseres, gesünderes Produkt.

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Ramon Dark
Ramon Dark
11 Tage zuvor

Intgeressant, beweist wieder einmal: Bei der Cannabis-Forschung gibts noch viel mehr Positives als bereits bekannt zu entdecken. Auch dabei wäre eine Legalisierung eine sehr grosse Erleichterung.

Haschberg
Haschberg
10 Tage zuvor

Dieser unglaublich interessante Geruch fasziniert mich immer wieder aufs Neue.
Vielleicht sollte man ihn auch mal als wohlduftendes Parfüm kreieren.