Sonntag, 6. Dezember 2020

Repräsentantenhaus der USA stimmt für die Legalisierung von Cannabis

Die besten Hanfnachrichten!

Cannabis


In den letzten zwei Wochen gab es bereits zwei herausragende Entwicklungen für die Befürworter der Hanfpflanze. Ende November klärte der Europäische Gerichtshof erst in einer wichtigen Entscheidung, dass CBD kein Betäubungsmittel und auch keine Droge ist, am 02.12. wurde dann seitens der UN-Suchtstoffkommission endlich Cannabis aus der Liste der gefährlichsten Drogen gestrichen. Nun ist schon wieder eine bedeutende Entscheidung getroffen worden, die der Legalisierungsdebatte weltweit viel Auftrieb geben wird. Das Repräsentantenhaus der USA stimmt für die Legalisierung von Cannabis auf Bundesebene, sodass sich nun der Senat mit dem Anliegen beschäftigen wird.

Mit 228 Stimmen hat die von den Demokraten dominierte Parlamentskammer der Vereinigten Staaten von Amerika den als MORE-Act bekannten Gesetzesentwurf angenommen, sodass die 164 Gegenstimmen wenig gegen die Weiterreichung des Legalisierungswunsches in den Senat ausrichten konnten. Der von dem Demokraten Jerry Nadler geförderte MORE-Act soll Marihuana von der Liste der kontrollierten Substanzen entfernen und mit Marihuana zusammenhängende Einträge aus Strafregistern streichen. Es bliebe aber weiterhin die Angelegenheit der einzelnen Bundesstaaten, eigene Vorschriften für den Verkauf von Marihuana zu erlassen. Nadler sagte in einer Erklärung, dass die neue Gesetzgebung dazu beitragen würde, die Fehler der Kriminalisierung von Marihuana und der mit rassistischen Tendenzen versehenen Durchsetzung zu beheben.Diese längst überfällige Gesetzgebung würde die gescheiterte Politik der Kriminalisierung von Marihuana auf Bundesebene umkehren und Schritte einleiten, um die gewaltige Ungerechtigkeit zu bekämpfen, den diese Politik im ganzen Land verursacht hat, insbesondere für Gemeinschaften dunkelhäutiger Menschen“, sagte er.

Einer der wenigen Republikaner, der für den Gesetzesentwurf stimmte und diesen sogar als einziger im Vorfeld förderte, hält die Entwicklung für absolut notwendig, da die bundesweite Prohibition von Cannabis die einzelnen Staaten zu sehr einschränke. Matt Gaetz weist darauf hin, dass der Kampf gegen Drogen verloren wurde, weil mittlerweile die Mehrheit der Bevölkerung die harte Strafverfolgungsstrategie nicht länger befürworten würde. „Wenn wir den Erfolg im „Krieg gegen Drogen“ messen würden, wäre es schwierig, etwas anderes als die Tatsache anzuerkennen, dass Drogen gewonnen haben“, wird er auf USAToday.com zitiert. Auch wenn es nun in dem von Republikanern dominierten Senat für den MORE-Act schwer werden wird, sehen Befürworter des Umschwungs in der Drogenpolitik bereits eine positive Veränderung in Richtung Gerechtigkeit. „Mit dieser Abstimmung erkennt der Kongress die unverhältnismäßigen Auswirkungen der Strafverfolgung auf unsere Gemeinden an und fordert, dass der ungerechte Status quo verändert wird“, sagte die Direktorin des Büros für nationale Angelegenheiten von der Drug Policy Alliance Maritza Perez. Die American Civil Liberties Union konnte zuletzt in einem Bericht nachweisen, dass in den Jahren 2010 bis 2018 fast viermal mehr Menschen mit dunkler Hautfarbe aufgrund des Besitzes von Marihuana festgenommen wurden, obwohl diese nicht unbedingt häufiger Cannabis konsumieren als die weiße Bevölkerung der USA.

Nun bleibt nur zu hoffen, dass die Republikaner im Senat diesen Umstand auch nicht länger mittragen wollen, was von Beobachtern bislang jedoch leider noch bezweifelt werden darf. Dennoch geht von der Entscheidung im US-Repräsentantenhaus eine starke Signalwirkung aus, die global wahrgenommen werden muss.

Das Repräsentantenhaus der USA stimmt für die Legalisierung von Cannabis auf Bundesebene. Legalize!

15 Antworten auf „Repräsentantenhaus der USA stimmt für die Legalisierung von Cannabis

  1. Joachim

    Ich sehe darin den Versuch der Demokraten die Wähler in Georgia bei der Senatsnachwahl Anfang Januar zu motivieren zur Wahl zu gehen. Dort werden 2 Senatoren gewählt und wenn beide an die Demokraten gehen steht es im Senat 50:50 und die Vizepräsidentin Harris die sich schon für die Legalisierung ausgesprochen hat, kann letztlich die Entscheidung pro Legalisierung herbeiführen. Das ist Politik! Ein Bundesstaat gibt es Ausschlag.

  2. buri_see_käo

    @Bieber, und genau das wird man in DE auch tun, denn spätestens seit der (öffentlich nicht unter den Teppich kehrbaren) Legalisierung in Canada ist in DE der Verfolgungsdruck massiv erhöht worden. In diesem Sinne: „Knüppel straight forward“ nach einer USA-weiten Legalisierung.
    Ich blende die seit 1948 betriebene Wiedernazifizierung bei der Beurteilung der (heutigen) Politik DEs nicht aus, berücksichtige auch ethische Aspekte: den Hinterbliebenen des Breitscheidt-Attentates wurden die Kosten der erfolgten Obduktionen mit Fristsetzung (aber ruck-zuck bitte) in Rechnung gestellt; Fragen? Und in Trier?, die juristische Aufarbeitung mit Anwendung der Wiesheu-Variante hilft nur einem.

    mfG  fE

  3. M. A. Haschberg

    Diese glückliche Abstimmung dürfte eine weitreichende Signalwirkung haben und die Legalisierungsbestrebungen über kurz oder lang auch in anderen westlich orientierten Ländern vorantreiben.
    Selbst wenn, wie befürchtet, der US-Senat das Ganze ablehnt, läßt sich dieses Vorhaben trotzdem nicht mehr aufhalten, denn Biden kann die Sache am Senat vorbei in eigener Regie auf den Weg bringen.
    Dafür wird seine hoffnungsvolle Nachfolgerin Kamala Harris schon sorgen, die ohenhin die eigentliche treibende Kraft ist.
    Alles in allem sehr gute Nachrichten für die längst überfällige Relegalisierung dieser einzigartigen Heil – und Genusspflanze in einem der wichtigsten Staaten dieser Erde.

  4. Lars Rogg

    Ja, alles in allem überwiegen die positiven Nachrichten… zumindest im Ausland… Nordmazedonien, Israel, USA…
    Doch buri hat leider Recht. In Deutschland wird vermehrt, im Endspurt mit aller Härte noch zugeschlagen…die Schergen der SA zerschlagen im großen Stil die kleinen Grower und die CBD Vertreiber ( in Tübingen haben sie schon das zweite Mal zugeschlagen- gnadenlos, wie Berufskiller).
    Es wird für viiiiiele Kiffer noch sehr viel schlimmer, bis es in Deutschland wieder menschlich zugeht. Gnadenlos werden wir gejagt werden…bis zu unserem bitteren Ende….
    Bleibt in Deckung…sie kommen uns holen…!!!

  5. Krake

    Du sagst es Biber!! Jetzt müssen es die Deutschen Quaektaschen denen es nur gleichtun, fertig!!

  6. buri_see_käo

    Ja, gein, DE schon, aber ich nicht: Ich werde in KW50 versuchen, einen günstigen Einstieg bei „BevCanna Enterprises Inc.“ zu erwischen. Obwohl ich letzten Do. und Fr. Urlaub hatte, bin ich früh auf und habe um 8h18 günstig Biontech gekauft; den Absacker bei BevCanna gegen 11h habe ich verpasst, weil ich mich danach wieder hingelegt hatte.

    Weiter unter dem Stichwort „verpassen“: Die Verantwortliche der dritten „Ära des ewigen konservativen Siechtums“ (nach Adenauer und Kohl), Angela Merkel, besaß in der KW49 die Frechheit, mit Spott und Hähme über das Volk herzuziehen, das ausweglos ihrer hinterwäldlerischen Politik ausgeliefert ist. Fr. Merkel beim Digital-Gipfel der BR: „Wir sind einfach irgendwann Bummelletzter“. ? ? ? Richtig ist: nicht irgendwann, sondern schon lange. Bsp.:
    Man kommt lt. Berichten in den Gesundheitsämtern mit der Nachverfolgung des Umfeldes von Corona-Infizierten nicht zeitnah hinterher, weil handschriftlich ausgefüllte Listen per FAX an zentrale Stellen gesendet werden müssen, diese das Material dann in handgestrickte Excel-Listen tickern… was ist das denn?

    Bei der Verfolgung von Pseudokriminellen (Cannabis-Konsumenten) durch Behörden und effizientem Gebrauch in der Welt der Arbeit hat sich die Datenverarbeitung längst etabliert, scheint mir beim Setzen von Prioritäten irgendwo zu klemmen.

    mfG  fE

  7. Rainer

    Eine starke Signalwirkung die von allen,nur nicht von Deutschland,wahrgenommen werden muß.

  8. DIE HANFINITIATIVE

    Liebe Seelen auf der ganzen Erde, wIrd das Erbe von „Anslinger-Nixon-Ehrlichmann“ endlich geächtet? „https://diehanfinitiative.de/index.php/medizin/12-sein-oder-nichtsein-bfarm“

    Werden die Opfer des sogenannten „Drogenkrieges“ rehabilitiert und entschädigt?

    Die USA täten wieder gut daran, nicht nur hier ihr menschliches Gesicht zu zeigen. Dait @WIR ALLe wieder aufrecht gehen können und uns gerade und frei in die Augen blicken können.

    Denn: Wir verstehen uns. Wir wissen bescheid. Wir sind Menschen und wir brauchen einander.

    Alle Talente. Alle Seelen. ALLe sind willkommen.

    Ich spüre Dankbarkeit und weiß nicht genau an wen ich es richten soll. Ganz lieben und tiefen Dank an @ALLe die mitgeholfen haben. Egal wie. Egal wo.

    Danke Amerikanischer Kongress, für den Beginn der Wiedergutmachung und der Heilung eines der größten Verbrechen an (den Seelen) der gesamten Menschheit, dass von amerikanischem Boden ausging und weltweit mit menschenrechtswidrigen Verträgen zementiert wurde.

    Warum ausgerechtnet die BRD so intensiv in die HanfnutzerInnen-Verfolgung eingestiegen ist, trotz Nazi-Erfahrung und neuem eindeutigem Grundgesetz, ist mir heute noch ein moralisches Rätsel.

    Allerdings wissen wir inzwischen sehr viel mehr über die Hintergründe der Prohibition, genährt aus der Gier und dem Faschismus heraus, der in Deutschland in dunklen Ecken vor sich hin modert und sich wieder ausbreiten will, wie Mordor im „Herr der Ringe“.

    Seine zerstörerischen Grundzüge sind im „System Prohibition“ enthalten und manifestiert. Mit dem Ende der Prohibition werden wir hoffentlich auch in der Lage sein, den Mechanismen des weltweiten Faschismus einen Riegel vorzuschieben, zumindest ihm EIN Werkzeug der Zerstörung und der Ver-Un-Menschlichung zu entziehen!

    Wir brauchen diese Kraft für uns und für die Verantwortung, für die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Sie sollten im Mittelpunkt all unseres Handelns, Denkens, Sorgens und Strebens sein. Ihr Leben zu behüten und sie glücklich und lachend zu sehen, in glänzende Augen zu blicken und tausend Fragen zu beantworten… was gibt es schöneres? 🙂 😀 🙂

    Lieben Dank 🙂 🙂 🙂 an alle die guten Willens sind und @UNS dabei helfen. Ganz viel Liebe an den US-Kongress. An @ALLe: Fühlt euch umarmt und auf die Schultern geklopft. #WirliebenEUCHsehr 😀

    https://diehanfinitiative.de/index.php/aktionen/42-activism-works

  9. Otto Normal

    Die Nachricht ist schon ziemlich Hammer, wenngleich auch nur ein Punkt-Sieg bei einem klitzekleinen Gefecht eines lange währenden Krieges mit unzähligen Opfern verlorener Schlachten. Trotzdem ein Tag zur Freude, aber auch mit Schatten.

    Es gab immerhin 164 Gegenstimmen. Das bedeutet das es immer noch zuviele Betonköpfe gibt die, selbst wenn sie völlig auf dem Holzweg sind und alle Schlachten verloren haben, die Niederlage einfach nicht anerkennen wollen. Die wollen also nicht mal das da überhaupt drüber diskutiert wird, denn das jetzige Ergebnis bedeutet ja nur das es dem Senat vorgelegt wird. Das heißt noch lange nicht das es damit quasi automatisch eine Legalisierung auf Bundesebene gibt.

    Arschlöcher wie diese 164 Gegenstimmen haben wir auch in Deutschland zuhauf, vor allem bei den C-Syndikaten. Es wird sie leider immer geben, man muß sie ständig zurückdrängen wie Unkraut im Garten oder zertreten wie Kakerlaken im Keller. Koexistenz ist mit diesen Kreaturen leider nicht möglich. Hitler war auch ein solches Arschloch.

    @buri_see_käo
    Renazifizierung… XD schöner Ausdruck… LOL
    Ja sehe ich auch ähnlich. Aber ich denke Deutschland wurde nicht „renazifiziert“, weil das bei den Deutschen gar nicht nötig ist. Der überwiegende Teil der Deutschen sind von Natur aus Nazis. Nicht angeboren – das wäre übertrieben und ebenfalls rassistisch – aber durch Erziehung und entspr. gesellschaftlichem Umfeld werden sie dazu gemacht. Deswegen braucht es keine Renazifizierung in D. Außerdem hat es nach dem Krieg gar keine Entnazifizierung gegeben, die ja Voraussetzung dafür wäre von einer Renazifizierung zu sprechen. Die Entnazifizierung ist nämlich ein Mythos. Es hat einige Prozeße als Show gegeben. Aber wie das nunmal in der schnell-lebigen kapitalistischen Gesellschaft der USA ist, verlor die Öffentlichkeit schon bald das Interesse an den Prozeßen, zumal der größte Teil der Bevölkerung eh zu blöd ist um dem geistlosen Geschwurbel der Juristen längere Zeit folgen zu können. Ist ja nichts ungewöhnliches das eine Fernserie mal floppt und nach den paar lustlos und mit einfacher Pistole völlig unmilitärisch durchgeführten Exekutionen war die Spannung dann halt raus. Gibt einige Dokus darüber, auch mit echten Hinrichtungen. War halt so wie bei CSI. Kennst Du eine Folge, kennst Du alle.

  10. DIE HANFINITIATIVE

    Was ist nur mit den „Grünen“ los? Als sie in Regierungsverantwortung waren, haben sie das Hanfsamenverbot durchgedrückt. Also mich verwirrt das. Das ist so ambivalent – das EINE sagen oder versprechend vortäuschen (Einzelpersonen) und real und tätsächlich (als ganze Partei) das ANDERE tun. Das ist doch eine psychotische Verhaltensweise? Oder nicht? Kein Wunder, dass die „Kiffer“ (diffamierender Ausdruck für RaucherInnen von Hanfprodukten) so verbittert sind und sich „verarscht“ fühlen, von allen Seiten.

    „https://de.wiktionary.org/wiki/Kiffer“
    […] Kiffer (Deutsch)
    Substantiv, m
    Singular Plural
    Nominativ der Kiffer die Kiffer
    Genitiv des Kiffers der Kiffer
    Dativ dem Kiffer den Kiffern
    Akkusativ den Kiffer die Kiffer

    Worttrennung:

    Kif·fer, Plural: Kif·fer

    Aussprache:

    IPA: [ˈkɪfɐ]
    Hörbeispiele: Lautsprecherbild Kiffer (Info)
    Reime: -ɪfɐ

    Bedeutungen:

    [1] jemand, der Marihuana oder Haschisch raucht

    Herkunft:

    Ableitung vom Verb kiffen mit dem Suffix -er

    Synonyme:

    [1] Hascher, Cannabiskonsument

    Gegenwörter:

    [1] Kokser, Säufer

    Weibliche Wortformen:

    [1] Kifferin

    Oberbegriffe:

    [1] Drogenkonsument

    Beispiele:

    [1] „Bier macht dick, Schnaps macht krank, ich bin Kiffer, Gott sei Dank!“ (Graffiti) [...] der Wiki-Beitrag müsste mal überarbeitet werden! ;-)

    Bitte vor den Gerichten weitermachen – Verfassungsbeschwerde – Menschenrechtsgerichtshof – werdet mal kreativ!!! 😀 Das hat @IHR doch drauf – oda? 😉

    […] … Auch wenn das vorläufige Ende der parlamentarischen Behandlung dieses Themas nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat, bleibt festzuhalten, dass die Zusammenarbeit mit der Fraktion, insbesondere mit dem ehemaligen drogenpolitischen Sprecher Harald Terpe und der gegenwärtigen drogenpolitischen Sprecherin Kirsten Kappert-Gonther immer offen, konstruktiv und einvernehmlich in der Zielsetzung war. Dem gilt unser Dank, der selbstverständlich auch an alle Fachpolitikerinnen gerichtet ist, mit denen wir in den letzten Jahren über die Notwendigkeit einer Abkehr von der kontraproduktiven Verbotspolitik diskutiert haben. Was wir durch den drogenpolitischen Diskurs erreicht haben ist zwar keine Abkehr vor allem der CDU/CSU von ihrem ideologisch motivierten Prohibitionskurs aber doch eine spürbare Veränderung in der gesellschaftlichen Diskussion. Eine Mehrheit der Bevölkerung ist mittlerweile nach einer vom Deutschen Hanfverband beauftragten Befragung dafür, den Besitz geringer Mengen Cannabis zum Eigenbedarf straffrei zu stellen. Auch in den Medien finden wir als Prohibitionskritikerinnen deutlich stärker einen positiven Widerhall. Kirsten Kappert-Gonther beendete ihre Rede anlässlich der Debatte im Deutschen Bundestag mit den Worten: „Ich versichere Ihnen für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wir bleiben dran, bis sich hier die Vernunft durchsetzt.“ Wir werden das ebenfalls tun.

    Dafür gibt es auch weiterhin gute verfassungsrechtliche, gesundheitspolitische und kriminologische Gründe. Ein „Weiter so“ und ein „es ist verboten, weil es illegal ist“ hat nichts mit einer wissenschaftlich ausgerichteten, evidenzbasierten Drogenpolitik zu tun. Ohne die drogenpolitische Diskussion der letzten Jahre im Detail nachzeichnen zu wollen, hier noch einmal die aus unserer Sicht zentralen Argumente für eine Abkehr von der prohibitiven Drogenpolitik:

    Das Strafrecht als schärfste Reaktion des Staates auf unerwünschtes Verhalten genügt nur dann dem verfassungsrechtlichen Gebot der Verhältnismäßigkeit, wenn es zur Erreichung seiner Ziele geeignet und erforderlich ist sowie das Übermaßverbot beachtet. Rund 60 Jahre Verbotspolitik und Strafbarkeit fast aller Umgangsformen mit den dem Betäubungsmittelgesetz unterliegenden Substanzen haben nicht dazu geführt, dass die gesetzgeberischen Ziele der Generalprävention und des Gesundheitsschutzes auch nur annähernd erreicht worden sind. Außerdem ist selbstschädigendes Verhalten ohne irgendeine Beeinträchtigung der Rechte Dritter nach unserer Rechtsordnung grundsätzlich nicht strafbar. Auch die gesundheitliche Selbstgefährdung einer Minderheit von Drogenkonsumierenden unterliegt dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht aus Art. 2 GG.

    Von Prohibitionsbefürworterninnen wird regelmäßig auf die Schädlichkeit der dem Betäubungsmittelrecht unterliegenden Substanzen und auf die mit ihrem Konsum einhergehenden gesundheitlichen Risiken verwiesen und dies verbunden mit dem Vorwurf, diese Gefahren würden von den Prohibitionskritikerninnen verharmlost. Abgesehen davon, dass eine ausschließlich auf die gesundheitlichen Risiken gestützte Argumentation verfassungsrechtlich nicht haltbar ist, ist darüber hinaus das genaue Gegenteil richtig. Da eine bestehende und in ihrer Gesamtheit steigende Nachfrage nach psychoaktiv wirkenden Substanzen wegen der Verbotspolitik nicht legal befriedigt werden kann, bilden sich kriminelle Schwarzmärkte, die weder einen Jugend- noch einen Verbraucherschutz kennen und ausschließlich profitorientiert sind. So beklagen die Prohibitionsbefürworter*innen einen Zustand, der auf den Umständen beruht, für deren Beibehaltung sie eintreten. Die Verbotspolitik erhöht signifikant die mit dem Konsum verbundenen gesundheitlichen Risiken.

    Die Sicherheitsbehörden haben weder weltweit noch in Deutschland eine wirksame Kontrolle über den Drogenmarkt. Illegale Drogenökonomien mit ihren negativen gesellschaftlichen Folgen für die Gesundheit sind ein wesentliches Geschäftsfeld der organisierten Kriminalität, generieren exorbitante Profite und sind Ursache für anhaltende Gewalt und vielfältige Menschrechtsverletzungen. Statt einer zugegebenermaßen sich schwierig gestaltenden Bekämpfung dieses Sektors der organisierten Kriminalität verwenden die Ermittlungsbehörden einen Großteil ihrer personellen und materiellen Ressourcen auf die strafrechtliche Verfolgung von Konsumierenden.

    Ein Beleg für die Richtigkeit dieser These liefert ein Blick in die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) und in die Strafverfolgungsstatistik. Die Gesamtzahl der vom Bundeskriminalamt für 2019 erfassten Drogendelikte beträgt 359.747 polizeiliche Ermittlungsverfahren, übrigens ein seit der Erfassung in der PKS erzielter Höchstwert. Gleiches gilt für die konsumnahen Delikte, also die Ermittlungsverfahren, die den Erwerb, den Besitz und die Abgabe von geringen Mengen Betäubungsmittel im Regelfall zum Eigenbedarf betreffen. Sie machen mit 284.603 Ermittlungsverfahren einen Anteil von knapp 80% aller erfassten Drogendelikte aus. Ein vergleichbares Bild ergibt sich aus den Zahlen der Strafverfolgungsstatistik. In 2018 als letztem in dieser Statistik bisher erfassten Jahr wurden von den insgesamt 64.350 wegen Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz verurteilten Personen 53.038 wegen der zuvor genannten konsumnahen Delikte verurteilt. Das sind mehr als 82%. 9.615 dieser Verurteilten waren Jugendliche bzw. nach dem Jugendstrafrecht verurteilte Heranwachsende mit allen negativen Konsequenzen für Vorbestrafte auf dem Ausbildungsmarkt sowie im Berufseinstieg.

    Dies alles geschieht ohne einen vernünftigen Grund und ist rechts- und gesundheitspolitisch ein Skandal. Wir bauen auch in der Zukunft neben anderen Akteuren auf euch als Partei- und Fraktionsspitze von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, um diesen Zustand zu beenden. Dafür brauchen wir eine Änderung der Mehrheitsverhältnisse im Deutschen Bundestag. Wie wir alle wissen, findet die nächste Bundestagswahl voraussichtlich im Herbst 2021 statt. In diesem Zusammenhang haben wir an euch eine gewisse Erwartungshaltung:

    Sollten sich die Ergebnisse der bisher vorliegenden Prognosen für ein mögliches Ergebnis dieser Bundestagswahl annähernd bestätigen, besteht eine gewisse Plausibilität für Koalitionsverhandlungen unter Beteiligung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Egal in welcher Konstellation, wir haben für diesen Fall die dringende Bitte und Erwartung, dass eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes mit einer Entkriminalisierung der Konsumierenden und Regeln für einen staatlich kontrollierten Drogenmarkt von euch mit Nachdruck auf die koalitionspolitische Agenda gesetzt wird. Wir stehen mit unserer wissenschaftlichen Expertise und unseren Praxiserfahrungen aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie der Medizin, der Toxikologie, der Drogentherapie und der Strafverfolgung weiterhin bereit, um gemeinsam Wege zu einer Drogenpolitik auf der Grundlage wissenschaftlicher Evidenz zu gehen.

    Lasst uns gemeinsam dranbleiben!
    gez.:
    Professor Heino Stöver (Vorsitzender Akzept e.V.)
    Georg Wurth (Geschäftsführer Deutscher Hanfverband)
    Hubert Wimber (Vorsitzender LEAP Deutschland)
    Dr. Bernd Werse (Sprecher des Schildower Kreises) […]

    ruft doch mal den „Böhmi“ an, wegen der „Fin-C€N-File$“! 😀

    Quelle: „https://leap-deutschland.de/schreiben-an-bundnis-90-die-grunen-zur-uberwindung-der-prohibitionspolitik/“

    Was sind die „Fin-C€N-File$“ Untersuchungen? https://www.icij.org/investigations/fincen-files/what-is-the-fincen-files-investigation/

  11. gein

    @buri_see_käo ja das mit dem Fax bei den Gesundheitsämtern war mal wieder so ein facepalm Moment. Wenn die anderen Länder wüssten dass das bei uns nicht klappt und LEBEN KOSTET weil die auf die Sendebestätigung warten .. es ist so beschämend. 2020 Fax Sendestätigung warten. Am besten noch sagen ‚muss so sein -wegen Corona dauert die Sendebstätigung länger‘ – es gibt kein dumme Antwort mehr die nicht irgendwann ausgesprochen wird in aller Ernsthaftigkeit von unserer Elite.

  12. Ralf

    @buri_see_käo
    Überlege dir gut ob du dieses Weltverbrechen, dass BiontecPfizer durch einen praktisch nicht erforschten Impfstoff gerade begeht, durch deine Aktienkäufe unterstützt. Die machen einen Freilandversuch an Menschen wie es die alten Nazichemie-und Pharmakonzerne die übrigens zum Großteil die neuen selben sind, die dieses Verbrechen an der Menschheit planen, und für die Prohibition größtenteils Verantwortlich sind, nicht schlimmer hätten tun können. Die werden Millionen Menschen durch Impfschäden umbringen oder schwerst schädigen und du wirst Mittäter sein!

  13. Ralf

    @DIE HANFINITIATIVE
    Wie lange wollt ihr denn der Kriegsverbrecherpartei die Grünen noch hinterher laufen. Um dieses Gesindel zu durchschauen habe ich, nachdem Fischer Außenminister geworden war, und die Serben bombardieren ließ nur ein paar Wochen gebraucht. Seitdem hat sich mein Urteil nur noch tausende mal bestätigt. Und seht euch doch diese Figuren wie Baerbock oder Kretschmann an der Spitze an, die unterscheiden sich durch nichts von den restlichen Korruptlingen im Bundestag. Da kann ich auch AfD wählen.

Schreibe einen Kommentar

Schnelles Login:



Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.