Sonntag, 3. Mai 2020

Der Global Marijuana March 2020 war digital

Bis zu 5000 Menschen demonstrierten zeitgleich zusammen im Internet


Es war eine Premiere für die weltweit seit 1999 am ersten Maiwochenende stattfindende Pro-Cannabisdemonstration Global Marijuana March. Anstatt möglichst viele Menschen auf die Straße zu bekommen, lag das diesjährige Ziel aufgrund der Corona-Pandemie darin, das Internet zum Kochen zu bringen. Hierzulande machte der Deutsche Hanfverband dafür Ressourcen frei und streamte vier Stunden am Stück via Youtube live Informationen, Interviews und Aktionen an alle teilnehmenden Zuschauer. Regelmäßig wurde dabei zum Mitmachen aufgerufen, sodass die Masse der Cannabis befürwortenden Personen im Netz nicht unbemerkt versickert. Der Global Marijuana March 2020 war digital.

Pünktlich um 14:00 Uhr begann der Live-Stream zum Global Marijuana March 2020 auf dem Youtube-Kanal des Deutschen Hanfverbandes. Florian Riester und Sascha Waterkotte moderierten die sorgfältig geplante Online-Demonstration und wussten sich stets aus kleinen technischen Problemen mittels fachgerechter Handhabung zu helfen. Live-Schaltungen zu verschiedensten und gleichzeitig vielen eingeladenen Gästen sowie Interviewpartnern funktionierten aber in der Regel verhältnismäßig gut und somit wurde den auf den unterschiedlichsten Endgeräten gespannt das Geschehen verfolgenden Zuschauern einiges geboten. DHV-Geschäftsführer Georg Wurth war als erster Gast im Video-Talk geladen und bekundete seine Freude, bei dem innovativen Happening von zuhause aus dabei sein zu können, von dem er sich erhoffte, dass es eine gelungene Alternative zu einer regulären Cannabisdemonstration werden könnte. Im Netz erreiche man schließlich auch eine nicht zu verachtende Anzahl Menschen und alle im Laufe des Streams massenhaft abgegebenen Kommentare auf ausgesuchten Twitter-Kanälen würden mit Sicherheit nicht unbeachtet bleiben. Ein Ziel der digitalen Demonstration war es nämlich, die Zuschauer aufzufordern, eine Nachricht via Twitter an gewisse Personen, Organisationen, Ministerien oder Parteien mit dem Hashtag #gmm2020 zu verschicken, um auf das Anliegen der gestern stattfindenden Veranstaltung nachdrücklich hinzuweisen. So wurden genügend Forderungen und Legalisierungsvorschläge beispielsweise bei der CDU, dem BfArM oder bei der Drogenbeauftragten hinterlassen, die das Event schon noch kurzer Zeit zu einem höher gelisteten Begriff auf der bekannten Kurznachrichtenplattform werden ließen.

Im Laufe der digitalen Veranstaltung wurden dann viele Mitglieder unterschiedlicher DHV-Ortsgruppen via Stream zugeschaltet und klärten über ihr Engagement auf. Politiker wie Dirk Heidenblut von der SPD, Niema Movasaat und Niklas Schrader von der Linken, oder auch der Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke, Cannabisspezialist Dr. Franjo Grotenhermen sowie Hubert Wimber von L.E.A.P. e.V. standen unter anderem ebenfalls vor den heimischen Computerkameras und ließen ihr Fachwissen über das wichtige Legalisierungsthema auf die stabile Schar an Zuschauern prasseln. Auch Patienten im Kampf mit der Gesetzgebung kamen zu Wort. Mit kleiner Verzögerung wurde dann der 420-Moment des Tages zelebriert, jedoch musste ein neues Werbevideo des DHV anstatt eines eigentlich hierfür benötigten Joints auf dem Bildschirm abgebrannt werden. Thematisch wurde das gesamte Gebiet Cannabis abgedeckt und viel Politisches, Wissenschaftliches und Gesellschaftliches angesprochen, das mit der Jahrtausende Jahre genutzten Pflanze Hanf in Verbindung steht. Modellprojekte, Legalisierungschancen, Konsumentenjagd, Jugendschutz, Führerscheinrecht oder auch die Probleme des CBD-Handels ließen die vier live gestreamten Stunden des digitalen Global Marijuana March schnell vergehen und machten erneut darauf aufmerksam, wie viele Probleme das Verbot von Cannabis verursacht und wie viele Menschen unter den Auswirkungen zu leiden haben. Zeitgleich zeigte die virtuelle Versammlung aber auch eindrucksvoll, dass es mittlerweile genügend Personen im Land mit Ahnung gibt, die diese Umstände unbedingt zeitnah verändert sehen wollen.

#gmm2020 – Gleichbehandlung statt Willkür!

15 Antworten auf „Der Global Marijuana March 2020 war digital

  1. Fred

    In jedem Fall sind wir digital Kampagnenfähig. Während die Anderen noch per Ausschreibung um Hilfe rufen.

    So was sollten wir häufiger veranstalten.

  2. DIE HANFINITIATIVE

    Lieben, lieben Dank an alle die aktiv sind. Es ist schön zu EUCH zu gehören und (sich für) ETWAS GUTES zu bewegen. Ich bin fest überzeugt, dass unsere Gesellschaft bald erkennen wird, das WIR gute Menschen sind und es uns sehr am Herzen liegt zu einem Allgemeinwohl beizutragen. Ganz liebe Grüße und fühlt EUCH umarmt und auf die Schulter geklopft. Ich bin sehr stolz auf EUCH! 🙂 🙂 🙂
    …UND ES GEHT WEITER…

    […] So wurden die Menschenrechte geschliffen! „Nichts Goldenes bleibt. Nichts ist von Dauer.“

    Sowas passiert, wenn der Turbokapitalismus mit dem Zeitgeist in’s Bett geht und die fundamentalistisch-christlich Religiösen sich dem Weingeist hingeben!

    Wir müssen sie einfordern und zurückholen, landesweit, europaweit, weltweit: „https://diehanfinitiative.de/index.php/aktionen/41-menschenrechte-menschenrechte“ […]

    […] „http://hanfjournal.de/2016/05/09/der-global-marihuana-march-eine-erste-bilanz/#comment-11810“

    „https://diehanfinitiative.de/index.php/aktionen/41-menschenrechte-menschenrechte“

    Wir wollen unseren Dank ausdrücken. Es war eine große Freude. Danke an alle die organisiert, teilgenommen und berichtet haben und es weiter tun. Es geht voran. Am kommenden Wochenende geht es weiter. Menschen in Bewegung, für eine gute Sache. Danke von ganzem Herzen. Ihr seid einfach toll. ALLE zusammen. Wir freuen uns dazu zu gehören. „Nichts ist von Dauer“ – auch die Prohibition nicht. Hanf ist ein Menschenrecht. Hanf soll frei sein. Die Menschen sollen frei sein. Ihr habt einen Platz in unseren Herzen, für immer. Das bleibt!

    Liebe Grüße EURE Hanfini […] Bleibt gesund.

    UND schreiben WIR Zeitgeschichte! 😉 Auf gehts. 🙂 🙂 🙂

  3. join

    Kennen Sie das Marihuana-Patent US 6630507?

    Es gehört The United States Of America As Represented By The Department Of Health And Human Services. Es handelt sich bei dem Patent um Cannabinoide. Das sind Transformationsprodukte und synthetische Analoga einiger Terpenphenole, die hauptsächlich in der Hanfpflanze gefunden wurden. Das Patent wurde 2003 veröffentlicht. In dem Jahr schlossen auch die Bayer AG und GW Pharmaceuticals plc (GW) eine Vereinbarung zum Exklusivvertrieb für ein Cannabis-basiertes Arzneimittel von GW. 2011 folgte dann eine Erweiterung zwischen Bayer und GW.

  4. Haesin74

    Der digitale GMM war spannend.
    Richtig mitmachen konnte man aber nur, wenn man in verschiedenen „sozialen“ Medien unterwegs ist. Oder indem man mit seinem Demo – Schild spatzieren ging und dabei spannende Intervievs verpasste…

  5. DIE HANFINITIATIVE

    „Das Patent wurde 2003 veröffentlicht. In dem Jahr schlossen auch die Bayer AG und GW Pharmaceuticals plc (GW) eine Vereinbarung zum Exklusivvertrieb für ein Cannabis-basiertes Arzneimittel von GW.“
    @join ist DIR bewusst, welches Fass DU da aufmachst. Du schraubst nicht weniger als am Deckel der „Büchse der Pandora“! LG 🙂 🙂 🙂 Also im übertragenen Sinn. 😉

    […] Auf Weisung des Zeus hatte Hephaistos aus Lehm eine Frau geschaffen, Pandora. Sie war ein Teil der Strafe für die Menschheit wegen des durch Prometheus gestohlenen Feuers. Prometheus’ Bruder Epimetheus und Pandora heirateten.

    Zeus wies Pandora an, den Menschen die Büchse zu schenken und ihnen mitzuteilen, dass sie unter keinen Umständen geöffnet werden dürfe. Doch sogleich nach ihrer Heirat öffnete Pandora die Büchse.[1]

    Daraufhin entwichen aus ihr alle Laster und Untugenden. Von diesem Zeitpunkt an eroberte das Schlechte die Welt. Zuvor hatte die Menschheit keine Übel, Mühen oder Krankheiten und auch den Tod nicht gekannt. Als einzig Positives enthielt die Büchse die Hoffnung (griechisch ἐλπίς elpís). Bevor diese auch entweichen konnte, wurde die Büchse wieder geschlossen.[1] So wurde die Welt ein trostloser Ort. Gelegentlich findet man in Sekundärliteratur die Behauptung, die Büchse sei ein zweites Mal geöffnet worden, sodass auch die Hoffnung entweichen konnte.

    Dabei könnte es sich um Versuche handeln zu erklären, warum die Menschen die Hoffnung kennen. Im Original von Hesiod gibt es keinerlei Hinweis auf eine solche zweite Öffnung. Unbekannt ist darum auch, welches Übel als letztes entweichen konnte.

    Demgegenüber steht die Auffassung von Nietzsche, nach der die Hoffnung in Wahrheit das größte Übel aller in der Büchse befindlichen Flüche ist: Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.[2] […] Hammer! 😀

  6. Luke

    @Haesin74:
    Hab ich genauso empfunden, bin auch nicht in Social Media aktiv. So is das mit dieser Digitalisierung;-). Aber auch bei yt dabei gewesen zu sein, hat der Sache sicher irgendwie gedient und war schon genug für mich. Und bei Twitter kannst zumindest mitlesen, z.B. bei der Ludwig, auch ohne angemeldet zu sein. Is immer ganz interessant, zu welchen Themen sie da ständig ihren Senf abgibt und was die Frau als seriöse Quellen empfindet…

  7. Hanfbeton

    Wirksamer Klimaschutz wird ohne Hanf nicht funktionieren . Ein Hektar Faser-Hanf erzeugt dreimal mehr Celulose ,als ein Hektar Wald .
    Cannabis ist unentberlich zum Schutz der Natürlichen Umwelt ,deren Zerstörung , die entstehung neuer Krankheiten begünstigt , wie z.b. Corona .

  8. M. A. Haschberg

    Schade, dass Frau Kappert – Gonther als bekannte Legalisierungs – Befürworterin der Grünen kein Interview gab. Wahrscheinlich war sie mit ihrem zur gleichen Zeit abgehaltenen Parteitag zu beschäftigt.
    Vielleicht kann der DHV dies ja noch nachholen!

  9. Nicolas Morawietz

    @M.A.Haschberg
    Es hieß, dass es bei Frau Kappert-Gonther technische Probleme gab

  10. Martin

    @DIE HANFINITIATIVE

    Rauch mal weniger und vllt solltest du weniger veraltete Literatur zur Meinungsbildung aktueller Themen zu Rate ziehen…Alles Ammenmärchen.

    Ist nur ne Frage der Zeit bis Monsanto/Bayer sich Cannabis unter den Nagel reißen !

  11. DIE HANFINITIATIVE

    @Martin 🙂 1. rauche ich nicht! 2. lese ich was ich gerne möchte – vielleicht hast Du nur die tiefere Symbolik nicht verstanden – dazu müsstest Du Dich aber mehr als oberflächlich und „klickibunti“ (klick and forget) befassen! 3. Ist alles möglich, jedoch kann nicht einmal der kwisatz haderach die Zukunft kontrollieren 🙂 🙂 🙂 LG und alles Gute @Martin – bleib gesund und aktiv.

    […]

    Warum ist Hanf verboten? … Diese einfache Frage stand am Anfang unserer investigativen Recherchen. Wir konnten die widersprüchlichen Begründungen und Argumente nicht verstehen und auch nicht nachvollziehen. Wir fingen deshalb an zu forschen. Wir stellten viele Fragen und erhielten wenig befriedigende Antworten. Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass sich ein globales System entwickelt hatte, welches wir später das „System Prohibition“ nannten. Es sprengte die Dimensionen unserer Vorstellungskraft. Wir stellten fest, dass das Hanfverbot in dieses System eingebettet ist. Mittlerweile kennen wir viele Hintergründe zu diesem System, das wir “Prohibition” nennen. “Evidenz” ist hergestellt worden. Weitere Forschungen sind im Gange. […] @Martin ich warte leider immer noch auf Antworten der Politik. Hast Du Lust mit mir zusammen diese Fragen an die Politik zu stellen? „https://diehanfinitiative.de/“

  12. Manuel

    Klar wäre ich lieber auf die Straße gegangen, aber das war die beste Alternative, die der DHV finden konnte, vielen Dank allen Beteiligten!

  13. Florian Rister

    Danke an alle, die teilgenommen haben. Insgesamt denke ich auch: Die Hanfszene hat am Samstag deutlich gemacht, dass sie gemeinsam, einig und stark sein kann. Kein kompletter Ersatz für echte Demonstrationen, aber eine würdige Alternative.

    Tatsächlich war Frau Kappert Gonther als Rednerin geplant, auf Grund von technischen Problemen von unserer Seite aus hat das leider nicht geklappt, genauso wie einige coole Foto- und Videoeinsendungen von Usern und GMMs. Sorry an alle, deren Beiträge wir nicht ausstrahlen konnten.

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