Sonntag, 5. April 2020

Synthetische Cannabinoide in Schweizer Gras gefunden

Die Suchtprävention warnt vor dem Konsum

Bild: eSheep / freeimages


Der unregulierte Schwarzmarkthandel von Cannabis stellte schon öfters die größten Gefahren für Konsumenten beim eigentlich weniger besorgniserregenden Gebrauchs der natürlichen Pflanzenprodukte dar. Nicht die Wirkungsweisen und gesundheitlichen Auswirkungen qualitativ hochwertiger Waren, sondern eher die Geldgier verschiedener Beteiligter sorgten in der Vergangenheit für bestürzende Situationen, die bei der Klientel teils tiefe Spuren hinterließen. Das Hanfverbot führte nicht nur zur größten Bleivergiftungswelle seit Ende des Zweiten Weltkrieges, auch konnten synthetisch hergestellte Räuchermischungen nur deshalb einen Hype erleben, weil der Zugang zu natürlichem Marihuana gesetzlich unterbunden ist. Spice und Co. sind mittlerweile zwar nicht mehr ganz so einfach im Tabak- oder Headshop zu erwerben, doch die berauschenden Grundstoffe finden immer noch ihren Weg zum Nutzer. Jetzt warnt die Suchtprävention des Kantons Zürich vor gestrecktem Cannabis, das mittels chemischer Stoffe in der Rauschwirkung verstärkt worden sein soll. Es wurden synthetische Cannabinoide in Schweizer Gras gefunden, vor dessen Konsum dringend abgeraten wird.

Die Gedanken der Gewinnmaximierung können bei illegal agierenden Herstellern und Händlern manchmal übelste Folgen mit sich bringen. So starben in den USA im April 2018 zwei Menschen an dem mit Pfizers AMB-Fubinaca versetzten K2 genannten Cannabisersatz, bei dem man nach Überprüfung auch noch das Vorhandensein von Rattengift nachweisen konnte. Gewissenlose Verkäufer scheinen daraus nicht gelernt zu haben, da es nun erneut Meldungen darüber gibt, dass mit synthetischen Cannabinoiden auf dem Schwarzmarkt weiterhin agiert wird. Das Forensische Institut Zürich und das Zürcher Drogeninformationszentrum haben vermehrt regulär ausschauende Hanfwaren überprüfen können, die mit synthetischen Cannabinoiden versetzt worden waren. Daher warnt jetzt die Suchtprävention des Schweizerischen Kantons Zürich alle Konsumenten vor den Tatsachen, die seit Anfang des Jahres beobachtet werden konnten. Auch behandeltes Haschisch wäre seitdem im Umlauf. Wie es in der Mitteilung heißen soll, würden die eigentlich natürlichen Substanzen von kriminellen Organisationen zwecks Gewinnmaximierung mit den chemischen Stoffen versetzt, da sich so mehr Geld auf dem Schwarzmark verdienen lassen würde. Schwierig sei es, einen Unterschied zu normalem Cannabis mit bloßem Auge erkennen zu können, weshalb Kunden von Dealern besonders vorsichtig agieren sollten. Vor dem Konsum der Produkte wird dringlich gewarnt, da schon kleine Dosen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Im Extremfall kann es zum Tod führen“, warnt Domenic Schnotz, der Leiter der Zürcher Fachstelle zur Prävention des Suchtmittelmissbrauchs auf Zentralplus.ch.

Auch in Deutschland melden aktuell immer wieder Menschen ähnliche Zusammenhänge und warnen andere Nutzer auf Portalen wie DirtyWeed.com vor dem Auftreten von verunreinigtem Cannabis in ihrer Region. Eindrucksvoll aufgezeigt wird anhand dieser unveränderten Tatsachen aber erneut leider nur, wie wichtig ein geregelter Handel mit Qualitätskontrollen und Beratungen in Fachgeschäften wäre. Käme Cannabis aus lizenzierten Quellen und müsste gewisse Kriterien erfüllen, um in den Verkauf zu gehen, wären schließlich nicht nur die gesundheitlichen Risiken aufseiten aller Beteiligten auf ein Minimum reduziert.

Legalize – auch in der Schweiz!

9 Antworten auf „Synthetische Cannabinoide in Schweizer Gras gefunden

  1. Krake

    …Ohne diesen Artikel je gelesen zu haben, ich habe so das Gefühl, nein, ich wollte sagen, wo sind denn da die eingreifenenden Worte unserer allerseits geliebt-gehaßten Drogenbeauftragten Daniela Ludwig?
    Die müsste doch händeringend eingreifend dazwischenprechen, wie Sau!! Tja, dann aber müßte sie sich ja Ihre War on Drugs Therorie ja in die Haare schmieren, ach wird mir zu politisch, kotz, entschuldigung, bis dann…

  2. Sabine

    Prohibition ist gewollte, mindestens geduldete, vorgelagerte schwere Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung zugunsten von sicheren Polizeiarbeitsplätzen und einem immer währendem Diskussionsthemas. Betroffene würden sich anderen Ungerechtigkeiten zuwenden. Die Prohibition ist ein Auffangnetz und Beschäftigungstherapie von Systemkritikern/-gegnern. Die zerstörerische Härte betrifft nicht nur die Konsumenten, sondern vor allem die Natur. Zusammenhänge von menschgemachten Naturunstimmigkeiten in Artenvielfalt und abgeänderten, verlustig gegangenen Lebensräumen sowie Umweltverschmutzung werden immer deutlicher. Sind von Wissenschaft längst belegt. Werden sogar von der Politik wahrgenommen. Das fehlende Verständnis sowie die allgemein herrschende Überheblichkeit um Veränderungen umzusetzen, ist womöglich der Unfähigkeit und vor allem dem Machterhalt geschuldet. Wie extrem feindlich muss die Natur dem Menschen gegenüber werden, bis herrschende Entscheidungsträger begreifen? Panzereinsätze, Atombomben und Drohen, wie auch immer dieser ganze Menschenmassenvernichtungs-Mist heißt, juckt die Natur keineswegs. Die Natur regelt langsam nach – wird sich des Störers entledigen…

  3. Sabine

    Die Natur ist kein Feind, den man bekämpfen muss, geschweige denn, einen Krieg erklärt werden kann – Die Naur ist unser Verbündeter, der gepflegt, gehegt, umworben und beschützt werden muss, sie ist die Luft, die wir atmen, die Nahrung die wir essen und einfach alles was uns umgibt. Wie dumm ist eigentlich jeder Mensch, der diesen Umstand nicht versteht?

  4. Rainer Sikora

    Anstelle von Warnungen, den Genuß betreffend,sollte eher gehandelt werden.Die natürliche Pflanze ist auch nicht besorgniserregend,sondern das Verbot.

  5. Dennis Schaefer

    Hallo wir sollten uns vielleicht immer wieder mal zusammen tun um unwillige Krankenkassen davon zu überzeugen das Ärzte die sein sollten die über die Medikamentevergabe am Patienten entscheiden und nicht deren MDK Schergen

    174 unterschriften bis 1000

    http://chng.it/GpSNWPFk

    Danke

  6. Gyvybu

    Ich fände es eine gute Idee jährliche Zahlen der „Prohibitionstote“ darzustellen. Alle Tote von synthetischen Cannabinoiden und Streckmittel.

  7. Otto Normal

    Die Krönung der verlogenen Politik ist vor dem gestreckten Zeug zu warnen, nachdem es durch das Verbot überhaupt erst in die Welt gekommen ist.

    Wäre Cannabis legal gäbe es das gestreckte Zeug nicht.

    @Gyvybu
    JEDER Drogentote ist ein Prohibitionsopfer.
    2018 waren es noch 1.276, in 2019 stieg die Zahl trotz (oder wegen?) der „Arbeit“ der neuen Drogenbeauftragten Daniela Ludwig auf 1.398 Prohibitionstote. Erreicht hat die CSU-Parteisoldatin jedenfalls nicht viel. Es bringt also nichts die Köpfe auszutauschen wenn diese mit der gleichen spießig-faschistischen Ideologie verseucht sind.

    Prohibitionisten sind (Massen-) Mörder!
    Nach wie vor.

  8. Klaus

    Es ist wunderschönes Wetter, auf dem Balkon zwitscherte mir ein Rotschwänzchen davon, dass wir Menschen endlich begreifen müssen, dass es keine Umwelt für uns gibt. Dass es an der Zeit ist zu erkennen, dass Lebewesen, Insekten und mein am Balkon sprießender Hanf eben Teil unserer „Mitwelt“ sind. Was ist mein Leben denn qualitativ wert, ohne Rotschwänzchen, gesunde Nahrung und eine intakte Mitwelt. Ärgern wir uns weniger mit dem System rum. Die seelisch kranken neoliberalen hochsüchtigen Zahlenakrobaten kann nur ein Totalcrash auf die Psychobank zwängen. Selbst ein Trump hat jetzt das erste Mal einen Gegner, der auf seine Deals scheißt. Unsere Zukunft beginnt im Kopf, lassen wir die Mitwelt mit unseren Brüdern im Amazonas (die Indios werden grad sehr bedroht) weltweit erblühn und unstoppable den Auftrag der Menschlichkeit und Schöpfung besser als bisher transportieren.
    hanft gut,
    Klaus

  9. Marvo

    Ich und meine Partnerin haben anscheinend zwei Chargen davon erwischt. Nach dem zweiten Ausatmen habe ich ihr gesagt sie muss es sofort weg legen, da ich gemerkt habe, dass etwas nicht stimmt. Wir beide haben beim Spaziergang fast das Bewusstsein verloren. Zu einem gewissen Zeitpunkt wollten wir den Krankenwagen holen, da die Wirkung nach 20 Minuten wieder abflachte haben wir es aber noch nach Hause geschafft.

    Seid vorsichtig wenn ihr nach wenigen Zügen ein enorm schnelles anfluten der Wirkung verspürt.

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