Samstag, 17. August 2019

Linke Liste Reutlingen beantragt einen Cannabis Social Club

Bis zu 40 Personen sollen legalen Zugang zu selbst angepflanztem Marihuana bekommen

Foto: Archiv


Die Mitglieder der Linkspartei setzen sich schon länger für eine vernunftbasierte Drogenpolitik in Deutschland ein. Immer wieder stürmen Personen aus der Linken mit Ideen nach vorne, welche eine Verbesserung der prekären Lage aller Cannabiskonsumenten mit sich brächte, sodass politische Gegner erzürnen. Während vor eineinhalb Jahren in Wiesbaden Forderungen nach Cannabis Social Clubs im Rathaus ausgesprochen wurden, hat sich kürzlich erst in Bremen die rot-grün-rote Koalition darauf eingeschossen, dass man die Verbotspolitik bezüglich Cannabis deutlich abschwächen müsse. Nun ist auch in Reutlingen seitens der Linken Liste ein Antrag an den Oberbürgermeister Thomas Keck abgeschickt worden, der zumindest 40 Personen aus den Fängen der Strafverfolgung entziehen könnte. Die Linke Liste Reutlingen beantragt einen Cannabis Social Club für die Stadt, damit mehr Wahrheiten über die tatsächlichen Auswirkungen des Cannabiskonsums gewonnen werden können.

Am 15.08.2019 hat die Linke Liste Reutlingen ihren Antrag „Reutlingen als Träger der wissenschaftlichen Evaluation von legalem Cannabis“ an das Büro des derzeitigen Oberbürgermeisters verschickt. Darin fordern die Stadträte Rüdiger Weckmann und Carola Rau dazu auf, einen Cannabis Social Club in der Stadt einzurichten, in welchem Cannabis für die bis zu 40 Personen zählende Mitgliederzahl angebaut, verarbeitet und verteilt werden darf. Hierfür solle man eine Ausnahmegenehmigung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte anfordern, welche im Rahmen der derzeit gültigen Rechtsprechung nach §3 (2) des BtMG für Modellprojekte und wissenschaftliche Begleiterhebungen zu bekommen sein müsste. Es müsse dann bei erfolgreicher Beantragung anschließend wissenschaftlich herauszufinden sein, welche Auswirkungen die legale Abgabe von Cannabis an Erwachsene mit sich bringen würde, sagt das Dokument.

Teilnehmen sollen nach Vorstellungen der Linken Liste bis zu 40 nicht vorbestrafte Personen, die ein möglichst großes Spektrum der Bewohner Reutlingens abdecken. Angebaut sollen dagegen nur Sorten, die von der Stadt oder beauftragten Institutionen aufgrund ihres Wirkstoffgehaltes als ausreichend risikoarm befunden wurden. Die Ausnahmegenehmigung stellt dabei sicher, dass die Einrichtung bei der Produktion und Verarbeitung sowie die Abgabe vor Eingriffen der Staatsmacht geschützt ist und auch die Teilnehmer des dann als Modellprojekt betrachteten Cannabis Social Clubs Sicherheiten bei Konsum und Besitz bekommen. Höchstens fünf Konsumeinheiten, die anhand des entsprechenden Wirkstoffgehaltes ermittelt werden, sollen dann täglich für jeden Teilnehmer gegen einen Unkostenbeitrag bereitgestellt werden können, wobei der Besitz von bis zu 20 Konsumeinheiten auch außerhalb des Clubs gestattet werden soll. Gibt jemand seine dort erstandene Ware entgegen der Vorgaben an Dritte weiter, führt dies zum Ausschluss aus dem CSC. Nachteile dürften ansonsten allen Teilnehmern beim Befolgen der Regeln nicht entstehen.

Herausfinden möchte die Linke Liste Reutlingen mit dem Vorhaben, wie das Konsumverhalten, das psychische Befinden, der Gesundheitszustand und die finanzielle Situation der Konsumenten verändert wird. Dazu möchte man in Erfahrung bringen, welche Entwicklung der Konsum im Bezug auf Missbrauchspotenzial oder Abhängigkeiten nimmt. Auch könnte herausgefunden werden, ob eine möglicherweise bestehende Sucht zu finanzieller Not führe, die dann eine Beschaffungskriminalität zur Folge hat. Aus diesem Grund ist eine detaillierte Konzeption und ein dafür passender wissenschaftlicher wie medizinischer Rahmen zu erarbeiten, welche zusammen die Forschung ermöglichen sollen.

Da trotz des bestehenden Verbotes in Deutschland jeden Tag irgendwo gekifft wird, spricht für die Linke Liste Reutlingen rein gar nichts gegen dieses aufklärerische Vorhaben in der Stadt.

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buri_see_käo
buri_see_käo
2 Jahre zuvor

Und wenn im ersten Satz des Beitrages die Buchstabenfolge „Drogen“ entfernt würde?

Galdanil
Galdanil
2 Jahre zuvor

Was für ein Schwachsinn, einen Antrag zu erstellen um Erlaubnis zu bitten, eine Pflanze anbauen zu dürfen. Was für eine kaputte Welt.

No-fuckign-body has the right to tell me what I should or shouldn’t grow in my own fucking garden!

Georg Elser
Georg Elser
2 Jahre zuvor

Ich will endlich Preiswertes Hanfbrot , Hanföl ,Hanfbeton ,Hanfplaste, Hanfdiesel und Hanfklamoten haben , z,b. solche Schuhe 100 % Hanf : https://www.google.com/search?tbm=isch&sa=1&ei=0RZYXevBHcLTwQLmlZvgCw&q=%E5%94%90%E6%9C%9D%E9%BA%BB&oq=%E5%94%90%E6%9C%9D%E9%BA%BB&gs_l=img.12…51464.51464..53153…0.0..0.103.103.0j1……0….2j1..gws-wiz-img.BsOKOYuMJZY&ved=0ahUKEwir7reRlorkAhXCaVAKHebKBrwQ4dUDCAY

Ralf
Ralf
2 Jahre zuvor

„Teilnehmen sollen nach Vorstellungen der Linken Liste bis zu 40 nicht vorbestrafte Personen, ……..“
Das sagt doch mal wieder alles aus.
Die so genannten Legalisierer legalisieren niemanden, außer den verbrecherischen Kriminalisierern und das machen sie über die weitere Diskriminierung der „vorbestraften“ Opfer!
Pfui Teufel was für Heuchler! Gut daß sie damit nicht durchkommenn und daß dieses Verbrecherinstitut noch verbohrter ist als diese schwäbischen Dumpfbacken!
Vollpfosten gegen Vollpfosten, das hat mir schon immer gefallen. Ganz besonders bescheuert finde ich jetzt das Gejammere der Autoindustrie, die maßgeblich daran beteiligt ist uns die Lappen wegzunehmen und denen jetzt, weil viele jungen, und ich kenne da schon einige, drauf scheißen, die Kunden für ihre Dreckschleudern fehlen. Köstlich!

Lotus
Lotus
2 Jahre zuvor

Wenns durchkommt,wäre es ein kleiner Anfang,
besser zu spät,als nie,
ich denke es würde ein gutes Beispiel abgeben,
wie gut eine Legalisieurung oder ähnliches in Deutschland funktionieren kann,
doch vermutlich wird auch das wieder,im Vorfeld abgewendet,
naja ich wieder hole mich zwar,
aber die Hoffnung stirbt zuletzt ;D

Ralf
Ralf
2 Jahre zuvor

@Lotus
„ich denke es würde ein gutes Beispiel abgeben,….“
Wer sich auf faule Kompromisse einläßt, wird auch nichts als das bekommen. Es ist ein Anfang für gar nichts, außer modifizierter neuer Prohibitionskriminalität.
Permanent werden die meisten Konsumenten von den Pseudolegalisierern angeprangert, daß sie nicht zu ihren Events (Hanfparade) erscheinen, gleíchzeitig aber als „Vorbestrafte“ ausgegrenzt. Geht`s noch? Für wie blöd halten die uns eigentlich?
Die Opfer auszugrenzen und zu stigmatisieren, kann niemals ein gutes Beispiel sein, sondern nur ein Muster für bestehendes und zukünftiges Unrecht!

Lotus
Lotus
2 Jahre zuvor

@Ralf Zitat: „Die Opfer auszugrenzen und zu stigmatisieren, kann niemals ein gutes Beispiel sein, sondern nur ein Muster für bestehendes und zukünftiges Unrecht!“ da gebe ich dir recht, was wenn sie uns geben was wir wollen , so wie die es wollen, dann wäre am Ende der Elefant eine Mücke, und Hanf nur noch Hopfen… ;D vielleicht ist das auch irgendwie typisch für Deutschland, erstmal muß alles offiziel oberkorrekt ablaufen, sollte es dadurch allerdings zu einem liberaleren Umgang mit dem Thema Cannabis kommen, würde sich vielleicht so ein Versuch lohnen , um ein gutes Beispiel abzugeben, das sowas auch funktionieren kann und nicht gleich die Welt untergeht… selbstverständlich sollte im Anschluß daran,im Falle einer Legalisierung oder ähnlichem der Markt allen… Weiterlesen »

Ralf
Ralf
2 Jahre zuvor

@Lotus Solche halbherzigen Sachen sind aber nicht der Spalt, für den alle ihn halten, sondern nur ein gut gemachtes Abziehbildchen davon, so zu sagen ein Trojanisches Pferd! Der freie Anbau von Faserhanf af allen still gelegten Agrarflächen, wäre z.B. ein solcher, da sich schnell herausstellen würde, wie nützlich unsere Pflanze auf ALLEN Ebenen ist und man viel mehr davon braucht, als man heutzutage in Anbauanträgen genehmigt bekommt, wodurch eine unverhältnismäßig hohe künstliche Verteuerung der Hanfprodukte statt findet. Keiner mit normalem Einkommen kann die doppelt so hohen Preise (z.B. Dämmmaterial oder Spanplatten) für das noch Nischenprodukt bezahlen, deswegen kauft sie auch keiner, und falls doch, ist nicht genug da. Trotzdem kann ich natürlich eure Griffe nach Stohhalmen verstehen, wir werden aber… Weiterlesen »

Lars Rogg
Lars Rogg
2 Jahre zuvor

Ha, wie geil….ich lebe in dieser tollen Stadt als Vorbestrafter Anbauender Exkiffer dürfte ich da also nicht mitmachen…weil ich ein Verbrecher im Sinne des Gesetzes bin oder weil sie mich vor der Sucht bewahren wollen…?? Was für ein heuchlerischer Bullshit. Von rechten Dumpfbacken würde ich mir so einen unausgegorenen Dreck ja gefallen lassen, aber solchen Unsinn von links zu hören tut nur noch weh…Herrgott jedes 14 jährige Mädchen zeigt mehr Suchtverhalten wenn man ihr das Handy wegnimmt als ein erwachsener Kiffer ohne Weed. Warum sollen Vorbestrafte ausgeschlossen werden..?? Sind das Menschen zweiter Klasse…?? Insbesondere wenn sie keine aggressiven Gewaltverbrechen begangen haben, ist es nicht einzusehen ausgeschlossen zu werden…abartig lächerlich. Ist das Anbiederung an die herschende Klasse, in der Hoffnung mit… Weiterlesen »